23. März
Rating:2.5

In einem abgelegenen Schrein nahe Tokio ermöglicht ein uralter Baum ein besonderes Ritual: Menschen dürfen dort etwas hinterlassen, was das Leben ihrer Angehörigen beeinflussen kann. Als Reito diesem Geheimnis auf die Spur kommt, lernt er dabei mehr über seine Herkunft, sich selbst und die Bedeutung von Familie. 🌳 Wir erleben die Ereignisse aus Reitos Sicht. Mit ihm erfahren wir nicht nur die Geschichte seiner eigenen Familie, sondern auch die von noch zwei weiteren. Ich wurde mit den Charakteren allerdings nicht so richtig warm, keiner wirkte besonders sympathisch auf mich. Reito macht insgesamt aber eine große Entwicklung zum Positiven durch. Hin und wieder blitzt da ein bisschen Humor durch, was mir gefallen hat. 😉 Das Setting ist ganz interessant. Die Dialoge und der Umgang miteinander wirken auf mich jedoch befremdlich und distanziert, auch wenn ich mir vorstellen kann, dass dieses Verhalten aufgrund der japanischen Mentalität authentisch ist. Es geht um Familie und Zusammenhalt, Vergangenheit, Schuld und Vergebung, Identität und Herkunft. 🇯🇵 Die Legende um den Kampferbaum finde ich wirklich sehr schön. Es hat aber ewig gedauert bis das Geheimnis endlich gelüftet wurde. Für mich war die Handlung langatmig und meistens leider auch nicht besonders spannend. 🥱 Ich muss sagen, dass ich anhand des Klappentextes irgendwie auch was anderes erwartet hätte, vor allem weniger magischen Realismus. Übrigens spoilert der Klappentext auch eigentlich schon das ganze Geheimnis, sowas ärgert mich wirklich extrem. Deswegen habe ich mich mit der Beschreibung des Inhalt auch bewusst wage gehalten. 🫣

Der Baum der verborgenen Erinnerungen
Der Baum der verborgenen Erinnerungenby Keigo HigashinoLimes
25. Juli
Ein Baum, der Erinnerungen frisst – und Herzen wärmt
Rating:4

Ein Baum, der Erinnerungen frisst – und Herzen wärmt

Also, wenn mir vor ein paar Wochen jemand gesagt hätte, dass ich freiwillig ein Buch über einen hohlen Baum in einem Shinto-Schrein lese, hätte ich laut gelacht und weiter meine Krimis verschlungen. Aber Keigo Higashino hat es geschafft, mich mit Der Baum der verborgenen Erinnerungen in eine ganz andere Welt zu ziehen – und ich sag’s euch: Dieser Baum hat’s faustdick hinter der Rinde! Die Idee allein ist schon ein Knaller: Man stapft bei Neumond in diesen Schrein, zündet eine Kerze an, flüstert dem Baum eine Erinnerung ins Holz – und zack, das Leben eines Familienmitglieds kann sich ändern. Magisch, oder? Und keine Sorge, das klingt kitschiger als es ist. Higashino verpackt das Ganze mit so viel Herz und japanischem Feingefühl, dass man gar nicht anders kann, als sich selbst zu fragen, welche Erinnerung man da wohl loswerden würde. Der junge Reito, der erstmal gar nichts von dem Zauberbaum weiß, ist mir mit seiner neugierigen Art direkt ans Leserherz gewachsen. Man merkt richtig, wie er an seinen Erlebnissen wächst – ohne, dass es zu esoterisch wird. Auch die Geschichten der anderen Familien, die sich nach und nach wieder zusammenraufen, haben mich gepackt, ohne mir den Zuckerschock zu verpassen. Natürlich ist das alles nicht Actionkino, eher eine literarische Tasse Tee mit einem Schuss Wunder. Wer hier Spannung à la Thriller sucht, wird wahrscheinlich enttäuscht in den Baum reinschreien. Aber wer sich auf die leisen Töne einlässt, kriegt eine wunderschöne, leicht melancholische Geschichte mit viel Wärme zurück. Warum keine fünf Sterne? Na ja, an ein, zwei Stellen hat der gute Herr Higashino die Erzähltempo-Bremse etwas zu fest getreten. Da wollte ich ihm rufen: „Jetzt aber Hopp, ich hab nicht ewig Zeit!“ Trotzdem – das Gefühl, am Ende das Buch mit einem zufriedenen Seufzer zuzuklappen, war da. Und das zählt. Fazit: Ein Buch wie eine sanfte Brise – die einen manchmal kitzelt, manchmal zum Nachdenken bringt, aber immer angenehm ist. Vier Sterne von mir, und wer weiß, vielleicht flüstere ich auch mal meine eigene Erinnerung in einen Baum.

Der Baum der verborgenen Erinnerungen
Der Baum der verborgenen Erinnerungenby Keigo HigashinoLimes
1. Juni
Rating:4.5

Ein Buch über Erinnerungen und Andenken, über das Erwachsenwerden und das komplizierte Finden der eigenen Träume. Eines mag ich vorweg nehmen: Vielleicht war es ganz gut so, dass ich weder dem Titel noch dem Klappentext große Beachtung geschenkt habe. „Kleine Wunder um Mitternacht“ hat mich verzaubert - und das hat den Ausschlag für meinen zweiten Higashino gegeben. Wenn ich genau darüber nachdenke, wird eigentlich im Titel schon zu viel verraten. Reiko begeht eine Dummheit - um nicht im Gefängnis zu landen, geht er auf den Vorschlag seiner mysteriösen Tante ein, Schreinwächter zu werden und die Besuche beim Kampferbaum zu überwachen. Zunächst ist Reiko nicht so glücklich über seinen neuen Job - bis er mehr über die Menschen erfährt, die Andacht im Kampferbaum halten. Es ist ein leises Buch, mit einem mystischen Element, um das sich die Charaktere sammeln und wie das Netz einer Spinne verweben. Die Art, wie Higashino seine Geschichte aufbaut, kann ich in „Kleine Wunder um Mitternacht“ wiederfinden. Junge Protagonisten, die auf die schiefe Bahn geraten und plötzlich und unverhofft in einen neuen Sinn hineingestoßen werden, ganz egal was sie davon halten. Ich persönlich mag Higashinos Protagonisten - und Reiko ist ein streitbarer junger Erwachsener, dessen einfache Herkunft sich auch in seiner Sprache niederschlägt und in seiner Haltung zu Anfang des Buches. Er ist kein Charakter, den ich auf Anhieb liebte und dessen Haltung ich in manchen Situationen kaum nachvollziehen konnte. Trotzdem war er spannend, gerade wegen seinem inneren Zwiespalt und seinem Entwicklungspotential. Ihm gegenüber hat Higashino Chifume, die Halbschwester seiner verstorbenen Mutter gesetzt, die welterfahren und wortgewandt ist. Eine spannende Mischung. Die Geschichte wird aus Reikos Perspektive erzählt - ich habe seine Unzufriedenheit und sein Straucheln oft gespürt. Das Buch schlägt ein langsames Tempo an und erzählt mit leisen Tönen vom Alltag, vom Schreinleben, vom ständigen Fegen und von den mitternächtlichen Andachten, zu denen die verschiedensten Menschen kommen. Reiko ist faktisch gezwungen sich mit den Sichtweisen auseinanderzusetzen und andere Perspektiven einzunehmen. Und ich habe gesehen, wie er daran gewachsen ist, wie er Mut gefasst hat und einen anderen Blick auf sein eigenes Leben gewonnen hat. Wie Beziehungen sich vertieften - und das ist es eigentlich, was das Buch für mich so reich gemacht hat. Ganz nebenbei werden solche Themen wie die harte Geschäfts- und Immobilienwelt in Japan aufgegriffen, der Umgang mit unehelicher Geburt oder ähnliches. Die einzige kleine Kritik, mir störend aufgefallen ist, ist, dass Higashino bisweilen in einen Erzählmodus fällt, in dem er die Geschichte einer Figur über mehrere Seiten ausbreitet. Das war mir dann schon ein bisschen viel Info-Dump. Eine Geschichte, die mich berührt hat.

Der Baum der verborgenen Erinnerungen
Der Baum der verborgenen Erinnerungenby Keigo HigashinoLimes
13. Mai
Rating:5

Dieses Buch für mich eine glatte 10/10. Ich liebe entspannende japanische Bücher mit langsamen Beschreibungen – sie helfen mir, mich zu erholen. Ich habe viel geweint, und gleichzeitig hat mich die Geschichte irgendwie geheilt. Ich würde sagen: Es ist ähnlich wie das Buch von Dorian Sukegawa „Kirschblüten und rote Bohnen“

Der Baum der verborgenen Erinnerungen
Der Baum der verborgenen Erinnerungenby Keigo HigashinoLimes
5. Mai
Rating:3.5

Der junge Reito hatte nicht unbedingt den besten Start ins Leben. Seine Mutter, eine Bardame, starb, als er noch ein Kind war und so wuchs er bei seiner Großmutter in Armut auf. Um mehr Geld zu verdienen, geriet er schließlich auf die schiefe Bahn. Doch nun, im Gefängnis, kontaktiert ihn seine Tante, die er bisher nicht kannte und macht ihm ein Angebot: wenn er von nun ein Leben ohne Kriminalität führt und sich um den Schrein der Familie kümmert, bezahlt sie all seine Schulden. Zu dem Schrein gehört auch ein mächtiger Kampferbaum, der ein Geheimnis verbirgt. „Der Baum der verborgenen Erinnerungen“ ist der erste Band einer neuen Reihe des bekannten japanischen Autors Keigo Higashino. Im Original liegen bereits zwei Bände vor, die deutsche Übersetzung verfasste Yukiko Luginbühl. Die Handlung wird aus der Sicht von Protagonist Reito in der dritten Person und der Vergangenheitsform erzählt. Daher wissen wir (eigentlich) über das Rätsel des Kampferbaums immer nur so viel, wie der junge Mann selbst und erfahren außerdem einen Großteil seiner Gedanken. Eines vorweg: Es stört mich ungemein – und ich kann es auch überhaupt nicht nachvollziehen – wenn ein Klappentext das gesamte Buch verrät. Der Roman macht über gut die Hälfte ein Geheimnis daraus, was es mit dem Kampferbaum und den magischen Fähigkeiten, die ihm zugeschrieben werden, auf sich hat. Der Klappentext? Der verrät es einfach sofort – warum entscheidet man sich so? Und im Prinzip verrät auch schon der Titel zu viel; eine einfache Übersetzung des japanischen, der in etwa „Der Wächter des Kampferbaums“ lautet, hätte genügt. Ja, natürlich geht es in einer Geschichte nicht nur darum, was vor sich geht, sondern auch wie es geschieht und wie es Einfluss auf die Figuren nimmt. Da dass Erzähltempo jedoch ein sehr langsames ist, verdirbt die Tatsache, dass wir die wichtigste Auflösung schon im Voraus kennen, wirklich den Lesespaß, tut mir leid! Wer hier zugreifen möchte, geht am besten so uninformiert wie möglich in den Text. Die Beziehungen zwischen den Figuren und eine kleine spannende Wendung zum Schluss werten den Roman noch einmal auf.

Der Baum der verborgenen Erinnerungen
Der Baum der verborgenen Erinnerungenby Keigo HigashinoLimes
3. Mai
Für mich leider ein Flop…
Rating:2.5

Für mich leider ein Flop…

Der Monat hat zwar grade erst angefangen, trotzdem habe ich meinen Flop des Monats bereits gefunden…. Und das bei einem Buch, auf das ich mich so sehr gefreut habe. Von Keigo Higashinos Buch „Kleine Wunder um Mitternacht“ habe ich schon so viel Positives gehört; dieses Buch habe ich noch auf dem Wunschzettel, wollte nun aber erst sein neu erschienenes Buch „Der Baum der verborgenen Erinnerungen“ lesen. Es geht um Reito, der ein Familienerbe antreten soll, indem er der Hüter eines Shinto-Schreins und dessen zugehörigen Kampferbaums wird und Menschen zu ihrer Andacht zum Kampferbaum geleitet. Was es mit dieser Andacht auf sich hat, ist ein großes Geheimnis. Obwohl Reito nun der alleinige Hauptangestellte ist, will seine Tante ihm nicht sagen, was es mit dieser Andacht auf sich hat, er müsse es selbst irgendwann erfahren. Dass da so ein großes Geheimnis draus gemacht wird, schürt natürlich zum einen Reitos Neugier, zum Anderen natürlich auch die Neugier von uns Lesern - das muss ja wirklich was Spannendes sein, was es mit dieser Andacht auf sich hat. Reito versucht sich aber klammheimlich der Regel seiner Tante zu wiedersetzen und fragt trotzdem alle möglichen Kunden nach ihrer Erfahrung; ich fand es recht unrealistisch, dass wirklich Alle „dicht“ halten und Reito Nichts verraten, aber gut. Eine weitere wichtige Regel ist, dass niemand denjenigen bei der Andacht stören darf, geschweige denn überhaupt mit anwesend sein darf - es wird dauernd betont, wie wichtig das ist und dass Reito bei Nichteinhaltung ordentlich Ärger von seiner Tante bekommen würde. Diese Regel wirft Reito ebenfalls recht schnell über Bord (mit Vorschriften nimmt er es scheinbar nicht so genau), indem er sich in die Tochter eines Kunden verguckt, die unbedingt rausfinden will, was ihr Vater in der Andacht macht. Ihr Vater benimmt sich seltsam, trifft sich heimlich mit einer anderen Frau und anstatt einfach mit ihrem Vater zu reden, unterstellt sie ihm natürlich das Klischeehafteste - eine Affäre - und spioniert ihm mit Peilsender und versteckter Kamera hinterher. Die Argumente, warum sie nicht mit ihm reden will, sind an den Haaren herbeigezogen und lösen sich auch völlig in Luft auf, als es letztendlich zur Konfrontation kommt und der Vater ihr ohne Umschweife einfach die Wahrheit erzählt, alles garkein Problem. Die Chrakatere haben mich mit ihren Gedanken und Verhalten einfach nur aufgeregt und ALLE Probleme hätten einfach vermieden werden können, hätte man einfach mal das Gespräch gesucht - diese Form der „Konfliktbeschaffung“ kann ich absolut nicht ausstehen. Die fehlende Logik des Plots schlägt sich für mich auch in dem sagenhaften „Geheimnis der Andacht“ wieder; die Auflösung bietet überhaupt keinen Anhaltspunkt, warum man dies Reito nicht schon von vorneherein hätte erklären können. Das Buch zog sich tierisch, hat es mit seinen knapp 500 Seiten auch noch einen recht großen Umfang. Die Erzählart/den Schreibstil fand ich auch sehr platt und überhaupt nicht einnehmend. Es tut mir leid um diese negative Rezension, doch den Zauber, den Japanische Literatur für mich oft inne hat, gab es hier für mich in keinster Weise und ich bin maximal enttäuscht und traurig darüber, habe ich mir hier doch etwas Zauberhaftes und Berührendes erhofft 💔😢

Der Baum der verborgenen Erinnerungen
Der Baum der verborgenen Erinnerungenby Keigo HigashinoLimes