Im 4. Band der Reihe um Kriminalinspektor August Emmerich und seinen Assistenten Ferdinand Winter befinden wir uns im hochsommerlichen Wien 1921. Wieder sehr kurzweilig und es endet mit einem Cliffhanger aus Emmerichs Privatleben.
Einfach herrlich!
Dieser vierte Band der Emmerich-Reihe hat mich, wie auch schon die anderen zuvor, vollkommen begeistert - ich konnte ihn nicht aus der Hand legen.Besonders spannend fand ich, wie Ferdinand in Abwesenheit von Emmerich die Aufklärung des Doppelmords übernehmen muss. Seine Entwicklung, trotz aller Rückschläge und Hindernisse, ist für mich einer der Höhepunkte. Auch Emmerichs persönliche Geschichte nimmt Fahrt auf: Endlich erfährt er nach langer Suche mehr über seine Eltern. Dass Alex Beer diesen Faden weiterführt, macht Lust auf die kommenden Bände. Wie gewohnt überzeugt mich die Reihe durch authentische Figuren, detailgetreue Alltagsbeschreibungen und eine Atmosphäre, die Wien nach dem Ersten Weltkrieg lebendig werden lässt. Für mich eine gelungene Fortsetzung! Wer historische Krimis mag, kommt hier voll auf seine Kosten!
Superspannende Buchreihe historischer Wiener Krimi-Bücher . Fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite!
Absolut Klasse
Ich bin sehr begeistert von meiner Neuentdeckung Alex Beer. Sie schreibt sehr gut und flüssig. Auch über die geschichtsträchtige Zeit Österreichs war ich sehr begeistert, die von ihr beschrieben wurde. Ich freue mich schon sehr auf die Berliner Reihe der 20iger Jahre. Klare Leseempfehlung.
Sehr empfehlenswert!
Auch der 4. Teil hat mich nicht enttäuscht und ich find's jetzt schon schade, dass ich mich nach dem nächsten Band vorerst von Inspektor Emmerich und Winter trennen muss :/ Ich liebe die Reihe einfach! 🤩
“Regeln lenken den weisen Mann. Der Dummkopf befolgt sie.” Dieses Zitat des wunderbaren Oscar Wilde ist dem Buch vorangestellt. Ja, ja, die lieben Regeln. August Emmerich ist zwar Kriminalkommissar beim Dezernat “Leib und Leben” in Wien, aber an polizeiliche Vorschriften oder Regeln im eigentlichen Sinne hält er sich nicht allzu gerne. Schon gar nicht wenn sie ihm “von oben herab” aufoktroyiert werden von irgendwelchen Anzugträgern ( “Lackaffen”). Als er den neu gewählten Bundeskanzler und ehemaligen Polizeipräsidenten Schober in dessen Anwesenheit persönlich beleidigt, ziehen seine Vorgesetzten die Reißleine. Ihre Meinung: Emmerich müsse diszipliniert und für 10 Tage in der Schwarzenbergkaserne weggesperrt werden. Erst nach erfolgreicher Absolvierung des polizeiinternen “Bennimmkursus’” darf er wieder “auf der Straße” ermitteln, schafft er es nicht, droht ihm ewiger Innendienst. Und das, wo gerade ein brutaler Mord an zwei Nackttänzerinnen in der Brigittenau auf dem Ermittlungsplan steht. Ferdinand Winter, ehemals Freiherr von Winter, ist nun auf sich allein gestellt und muss, um die Ermittlungen nicht an den ungeliebten Kollegen Peter Brühl zu verlieren, alleine in die gnadenlos undurchsichtige Wiener Unterwelt abtauchen. Nicht nur der Wiener Hochsommer 1921 ist heiß. Das chaotische Wien der Nachkriegszeit und jungen Republik Österreich ist ein mehr als heißes Pflaster. Aufgrund der zunehmenden Inflation und des Devisenhandels werden die Reichen immer reicher, die Armen immer ärmer. Und jeder versucht sein Glück in dieser Stadt. Hier geht es um Alles oder Nichts, Himmel oder Hölle. Wunderbar spielt Alex Beer die Paradies/Höllen/Sündenpfuhl-Thematik auf ihrer metaphorischen Klaviatur. Das drückend warme Wetter untermauert das Gefühl des Lesers, an einem unerträglich heißen, höllischen Ort gelandet zu sein. Unerbittlich zeigt sich der “Moloch Wien” im Juli 1921 also von seiner besonders unangenehmen, diabolischen Seite. Der vierte Band in der “August-Emmerich-Reihe” ist durch und durch politisch, ein historischer Politthriller allererster Güte. Der ursprüngliche Mordfall an zwei Freudenhaus-Mädchen zieht weite Kreise und die Parallelhandlung rund um Emmerich in der Kaserne ist auch nicht ohne Belang für das große Ganze, wie sich zunehmend zeigt. Die Autorin bringt ganz viele gesellschaftliche Brennpunkte und politische Brandherde der jungen Republik Österreich in ihrem feurigen Plot zusammen. Inhaltlich ist die Übervorteilung des Devisen besitzenden Geldadels, der den “echten” Adel in Österreich seit dem Adelsaufhebungsgesetz inoffiziell abgelöst hat, nur eine der sozialen Ungereimtheiten, die im Roman angesprochen werden. Das titelgebende “schwarze Band” fungiert dabei als Falkenmotiv und zieht die Erzählstränge am Ende zusammen. Damit wären wir auch schon bei unserem “Antihelden-Ermittler”. Was August Emmerich angelangt, so macht er sich keine Illusionen über die gesellschaftlichen Zustände. Aus seiner Perspektive ist “das Leben, dieses elende Verräterschwein”, eine ungerechte Ausweglosigkeit. Um die Vergangenheit des ehemaligen Waisenkindes Emmerich besser zu verstehen, sollte man wohl die Vorgänger-Bände gelesen haben (auch ich werde und will das unbedingt nachholen). Es geht in diesem Band um seine private Situation als alleinerziehender Stiefvater dreier Kinder, der über seine Herkunft nur spekulieren kann. Schon lange habe ich keine literarische Figur mehr so “echt” und attraktiv gefunden wie Emmerich. Seine Figur ist einmal mehr Beweis dafür, dass Frauen glaubwürdige und anziehende männliche Protagonisten schreiben können. Wenn es nicht so furchtbar kitschig klingen würde, würde ich sagen: Ich bin wie atemlos durch die Seiten geflogen. Aber irgendwie beschreibt es mein Leseerlebnis am besten. Ich war an einer Stelle richtig erschrocken, als ich plötzlich bei der Hälfte des Buches angekommen war. Das Buch endet mit einem sehr fiesen Cliffhanger und ich kann nur hoffen, dass Alex Beer in der nächsten Zeit ganz viel Zeit zum Schreiben findet! Top - unbedingt lesen!
Im Vergleich zum letzten Teil fand ich hier die Geschichte wieder deutlich runder und stimmiger. Im Verbindung mit dem Wien der 1920er, das immer mehr zu einem Gegensatz zwischen Arm und Reich wird, gibt Beer hier einige neue Charakterzüge dem liebgewordenen Duo Emmerich-Winter, die beiden Figuren gut tun. Einzig und allein mit dem Ende bin ich nicht ganz warm geworden, denn das war mir fast etwas zu ratzfatz und glatt runtererzählt ... Der fast schon obligatorische Cliffhanger am Ende macht aber wie immer Lust, das Leben von Emmerich und Winter weiterzuverfolgen :).






