Pflanzen und Wahrheiten Elisa arbeitet als Landschaftsarchitektin in Berlin und hat sich damit einen Kindheitstraum erfüllt, der entstand, als ihre Oma ihr sämtliches Wissen über Pflanzen beibrachte. Eines Tages erhält sie einen Anruf ihres Vaters, mit dem sie sonst nur an Weihnachten und Geburtstagen Kontakt hat. Elisa bricht nach Rügen auf, um ihn zu unterstützen. Während sie auf sein Haus aufpasst und er in der Klinik ist, lernt sie auf eine etwas andere Art eine etwas andere Seite ihres Vaters kennen. „Brombeerblaue Tage“ von Simone Veenstra ist ein Familienroman über unausgesprochene Wahrheiten und den Kampf um ein Leben nach den eigenen Vorstellungen. Pflanzen sind gerade jetzt, kurz vor Beginn der Sommerzeit, ein sehr schönes und passendes Thema, weshalb ich die Einleitung in die Kapitel toll fand. Hier werden Pflanzen und ihre Herkunft vorgestellt - spannende Zusatzinfos. Die Kapitel waren mir im Allgemein ein bisschen zu lang. Ich mag es eher, wenn Kapitel relativ übersichtlich, über 10 bis maximal 15 Seiten sind oder in Unterkapitel aufgeteilt sind. Das Buch ist von seiner Seitenzahl auch sehr überschaubar gehalten, sodass man relativ schnell vorankommt, was durch den angenehmen Schreibstil unterstützt wird. Ich gebe zu, ich hatte meine Schwierigkeiten mit Elisa und bis zum Schluss war sie eine absolut unnahbare Person für mich. In gewissem Maße konnte ich ihr ihre Emotionen anmerken, aber größtenteils wirkte es auf mich, als hätte sie eine hohe Mauer um sich. Ihre Nachforschungen waren wirklich interessant, aber auch dass hat sie für mich nicht nahbarer gemacht. Ich fand diesen Strang mit den Nachforschungen zu ihren Eltern gut und auch was die früheren Frauen auf dem Gut betraf, aber bei beiden Strängen fehlte mir die Tiefe. Das hätte noch viel tiefer und gründlicher ausgebaut werden. Es war alles nachvollziehbar, aber dennoch hätte ich mir mehr Details gewünscht. Auch fehlen durch diese Oberflächlichkeit so eine Art „Aha-Momente“, spannende Entwicklungen, spannende Wahrheiten, aber hier ist es doch eher eine Geschichte auf einer Spannungsebene, ohne große Ausreißer nach oben oder unten. Auflockernd sind die tierischen Mitbewohner, ob nun der Hund von Elisas Vater oder die Schafe auf den Weiden der Reeses. Fazit: Ich hatte mir von diesem Buch etwas mehr erwartet und bin enttäuscht über die fehlende Detailtiefe und Gefühle. Ja, es gibt eine Annäherung zwischen Vater und Tochter, aber der Weg dahin ist doch eher kühl. Wer sich gerne mit Pflanzen und Gärten beschäftigt oder Familiengeschichten mag, kann mit diesem Buch sein Glück versuchen.
Eine Einladung zum Durchatmen: Vom Großstadttrubel in den Garten des Gutshauses
Simone Veenstras „Brombeerblaue Tage“ ist wie ein langes, tiefes Ausatmen nach einer stressigen Woche. Der Roman fängt das Lebensgefühl einer Generation ein, die im Hamsterrad der Großstadt feststeckt, und zeigt auf unaufgeregte Weise einen Weg heraus – hinein in die Natur und zu sich selbst. Wenn auch mit Hindernissen: Wer bin ich und was will ich? Die Geschichte nimmt uns mit auf die Reise von Elisa: Der Alltag in der Metropole ist laut, schnell und fordernd. Als die Protagonistin jedoch gezwungen ist, einen Gang zurückzuschalten und Zeit in einem ländlichen Garten zu verbringen – im maroden Gutshaus ihres Vaters ohne Komfort -ändert sich alles. Was anfangs ein unfreiwilliges Exil ist, entpuppt sich schnell als heilender Rückzugsort, Reise in die Vergangenheit und zu neuen Menschen und Tieren hin. Der größte Pluspunkt des Buches ist die Darstellung der Entschleunigung. Veenstra gelingt es sehr gut, die Entschleunigung im ganzen Text vorhanden sein zu lassen und auch ohne massive Spannungsbögen nicht langweilig zu sein. Die diversen emotionalen Spannungen von Elisa und ihrem Leben geben dabei ein seichtes auf und ab: digital beruflich in Berlin – im Garten neues Entdeckend – ihren Vater im Krankenhaus begleitend. Die Geschichte nimmt sich, passend zum Thema, viel Zeit. Der Vater-Tochter Konflikt bekommt einen angemessenen Raum, dahingegen bleiben viele andere Personen etwas Flach und hätten noch etwas mehr Charakter und Zeit in der Geschichte bekommen können. Für die unfassbar vielen Beschreibungen des Gartens lohnt sich parallel zum Buch (für neugierige unwissende) ein Nachschlagewerk für all die benannten Blumen und Sträucher. Die Beschreibungen des Gartens sind ohne das Wissen um die ein oder andere Pflanze nicht immer nachvollziehbar. „Brombeerblaue Tage“ ist ein warmherziger Wohlfühlroman und eine Liebeserklärung an das Gärtnern und die Anwendung von Pflanzen. Wer Sehnsucht nach einer Auszeit vom Großstadtlärm hat und ein Buch sucht, das den Puls herunterschrauben lässt, wird diese Geschichte gut finden. Ein lesenswertes Buch für sonnige Abende im Grünen!
Gefühlvoller Roman mit Neuorientierung Wir haben hier einen schönen, gefühlvollen Roman. Er beinhaltet aber nicht nur „Brombeerblaue Tage“ für Elisa. Sie lernt neue Menschen kennen und lieben. Darunter nicht nur fremde, sondern auch ihr Vater und sie selbst. Aus der, angeblich, kurzen Zeit auf Rügen wird plötzlich doch ein längerer Aufenthalt. Elisa ist eine Frau, in deren Leben alles geplant ist. Wie sich eine Abweichung davon auswirkt und welche Konsequenzen Elisa daraus für sich zieht dürfen wir im Roman von Simone Veenstra miterleben. Mir gefällt, dass Elisa nicht stur an ihrem Leben festhält, dass sie zu hinterfragen und überlegen beginnt. Aber auch, dass sie lernt zu sich selbst zu stehen. Wunderbar beschrieben werden von der Autorin die verschiedenen Gewächse. Es macht Lust ebenso wie Elisa auf Entdeckungstour zu gehen. Einzig zum Schluss hin ging es mir ein ganz klein wenig zu schnell, gerade was das Gutshaus und seinen Garten betrifft. Das Buch ist in Kapitel unterteilt, dazwischen gibt es jeweils ein ganz kurzes von maximal zwei Seiten, in dem eine Pflanze beschrieben wird. Den Schreibstil finde ich leicht zu lesen und so ist es ein sehr kurzweiliger Roman mit viel Gefühl und Botanik, positiv gesehen.

Mich sprechen Bücher momentan total an, in denen es um eine kleine Auszeit von dem alltäglichen Wahnsinn geht. Und deswegen ist auch dieses Buch bei mir eingezogen. Elisa ist Landschaftsarchitektin in Berlin und liebt Blumen, Sträucher und Kräuter sehr. Als ihr Vater sie eines Tages anruft, und sie darum bittet, zu ihm nach Rügen zu kommen, geht sie seinem Wunsch nach. Obwohl die beiden seit jeher ein distanziertes Verhältnis haben. Auf der Insel angekommen, nimmt sie das leerstehende Gutshaus ihres Vaters in Augenschein. Nur der zottelige, alte Hütehund Aurel begrüßt sie herzlich. Ihren Vater hat sie knapp verpasst, der musste für Untersuchungen ins Krankenhaus. Also schaut sich Elisa auf dem Grundstück um, es gibt kein fließend Wasser. Alles was sie braucht muss sie über einen Brunnen nach oben pumpen. Keine Toilettenspülung, kein Duschwasser. Dafür existiert auf dem Grundstück ein riesiger Garten. Die Geschichte lädt zum entschleunigen ein und es ist auch sehr gut deutlich geworden, dass Elisa ihren Job und die Blumen und Pflänzchen über alles liebt. Das kühle Verhältnis zwischen Vater und Tochter wird im Laufe der Geschichte immer weiter erwärmt und näher beleuchtet. Durch die Zustandsverschlechterung ihres Vaters, sieht Elisa sich zudem immer mehr mit dem "Jetzt" konfrontiert. Es ist eine leichte Geschichte, die sich für zwischendurch ganz gut eignet. Jedes Kapitel beginnt mit der Vorstellung einer Blume, was ich sehr passend fand. Die landschaftlichen Themen im Buch nehmen natürlich Raum ein. Manches hat mich persönlich nicht angesprochen. Die Annäherung zwischen Elisa und ihrem Vater fand ich hingegen schön, aber auch irgendwie nur oberflächlich. Was mir hier leider auch ein wenig gefehlt hat, war das "Rügen - Feeling". Insgesamt eine schöne Unterhaltung, die mir aber wahrscheinlich nicht lange im Gedächtnis bleiben wird. ⭐⭐⭐ | 5 Sternen

Insgesamt gut 💜
✨Rezensionsexemplar✨ Dieses Buch sieht einfach so wunderschön aus und ich musste das Innenleben schnellstmöglich erkunden. ✨Zitat „Das Schöne am Leben ist, du kannst dich immer wieder weiterentwickeln.“ „Wer messbare Ergebnisse erreichen will, sich Punkte für erledigte Aufgaben verteilt, sollte die eigenen Emotionen im Griff haben, hatte sie sich immer ermahnt.“ ✨Inhalt Elisa muss überstürzt nach Rügen in das alte Gutshaus ihres Vaters ziehen, um seinen Hund zu versorgen, während er selbst sich vermeintlichen Routineuntersuchen im Krankenhaus unterzieht. Elisa ist gestresst durch ihre freiberufliche Tätigkeit als Landschaftsarchitektin und dann liegen die Dinge plötzlich wesentlich ernster und langfristiger… ✨Meinung Der Einstieg fiel mir etwas schwer, aber nach einigen Seiten hat sich das Buch zunächst als sehr humorvoll herausgestellt. Ich habe es geliebt wie Elisa ihre erste Zeit im sanierungsbedürftigen Haus verbringt, WLAN sucht, mit den Nachbarn aneinander gerät etc. Ich habe herzlich gelacht. Der Schreibstil der Autorin ist super und sie hat eine sehr sensible und schöne Geschichte geschrieben. Zu weiten Teilen fühlte es sich aber auch etwas distanziert an. Es geht um Familie, um den Wert von Gesundheit und um das Verzeihen und nicht jedes Thema hat mich emotional erreichen können. Ich liebe Pflanzen und lande daher immer wieder bei solchen Büchern, die etwas in die Richting versprechen. Teilweise wurden hier diese Elemente sehr sachbuchmässig „abgefertigt“. Ich vermute, dass durch diese Stellen der emotionale Bogen immer mal unterbrochen wurde (obwohl es an sich interessant ist). Aber spätestens bei der Annäherung zwischen Vater und Tochter und den durchweg schönen Nebenplot bzgl. der Rente des Hütehundes Aurel wusste ich, dass ich das Buch insgesamt betrachtet doch sehr mag. Elisa schöpft neue Kraft aus den vielen Pflanzen, die das Gutshaus umgeben. Der Alltag in Berlin verschwindet zunehmend am Horizont und sie macht auch neue Bekannschaften… und am Ende ist das, was zählt. Diesem Manuel wünsche ich, dass er immer nasse Ärmel hat beim Händewaschen… Ich habe in letzter Zeit direkt mehrere Bücher gelesen, in denen entweder überarbeitete Großstadtmenschen auf dem Land neuen Lebensmut fanden oder aber in denen Frauen aus verschiedenen Gründen in Ruinen eingezogen sind 😅😅. Das Buch reiht sich daher perfekt ein und wird bei uns zuhause viele Freunde im Regal finden. ✨Fazit Das Buch hat mir gefallen, weil es eine schöne Kombi aus Humor und leiser Warmherzigkeit bietet. Es ist perfekt für den Sommer! Die finale Bewertung ergibt sich aus persönlichen Details und unmittelbaren Vergleichen mit ähnlichen Büchern. Macht Euch gern ein eigenes Bild! 4/5⭐️⭐️⭐️⭐️
Ein etwas zu kurzer Wohlfühlroman
In „Brombeerblaue Tage“ lernen wir Elisa kennen, sie ist Landschaftsarchitektin in Berlin und arbeitet viel um Innenhöfe zu gestalten. Dann bittet ihr Vater sie, ein paar Tage auf sein Haus auf Rügen aufzupassen, weil er ins Krankenhaus muss. Ihr Vater muss nach einer OP länger im Krankenhaus bleiben, so dass Elisa auch länger auf Rügen bleibt. Sie beschäftigt sich mit dem Haus und dessen Geschichte. Außerdem entdeckt sie ihre Liebe zu den Pflanzen und Wildgärten wieder. Mir hat das Buch zum großen Teil sehr gut gefallen. Ich fand Elisa sehr sympathisch, ihre Entwicklung im Laufe des Buches gefällt mir gut. Ihr Gedanken bzgl. Ihrem Leben, ihrem Beruf und der Beziehung zu ihrem Vater gefallen mir sehr gut. Auch die weiteren Figuren sind toll beschrieben, obwohl fast alle nur Nebenfiguren sind. Das Buch wird fast komplett aus der Sicht von Elisa geschrieben. Ich hätte es schön gefunden, wenn die Geschichte des Hauses und der früheren Bewohner noch mehr Raum bekommen hätten. Auch der Schluss hätte noch etwas ausführlicher sein können. Das Buch hat „nur“ 300 Seiten, da wären ein paar Seiten mehr nicht schlimm gewesen. Ich spreche trotzdem eine Leseempfehlung aus und vergebe 4 Sterne.
Unaufregt und ehrlich
Man (also ich) neigt bei solchen Büchern ja öfter mal dazu sich vom scheinbar harmlosen Cover täuschen zu lassen. So auch hier. Obwohl ich eher schwer in die Geschichte eintauche, bewirkt sie bei mir dennoch sofort eine Art „Runterkommen“. Die scheinbar nebensächlichen und alltäglichen Dinge, die beschrieben werden, lesen sich angenehm und unaufgeregt und zwingen sowohl die Protagonistin als auch den Leser zum Chillen. Dadurch tritt eine regelrechte Ruhe ein, beim lesen und der Story selbst, allerdings ohne sich zu verlieren oder gar das Interesse an ihr. Zudem tragen die tollen bildhaften Beschreibungen der Insel Rügen ihr Übriges bei, das sich das Buch das Prädikat „Wohlfühllektüre“ auch redlich verdient hat. Trotz einiger Längen eine von Herzen kommende Empfehlung und daher 4 ⭐️⭐️⭐️⭐️ von mir und ich bin mir sicher das war nicht das letzte Buch der Autorin für mich
Ich habe es inhaliert an einem Tag. Ein Buch was mich berührt hat. Mit Tiefgang und viel Pflanzenkunde. Toll!







