21. Dez.
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Eigentlich sollten alle Menschen frei über sich selbst und ihren Körper bestimmen können. Dass das nicht wirklich möglich ist, ist uns allen aber durchaus bewusst. Dabei müssen wir nicht gleich an andere Kulturen denken, denn es fängt bereits bei uns an. Dabei ist kein Körperteil so politisch aufgeladen wie der Busen. Wir werden mit konträren Botschaften bombardiert: Zeig mehr Brust! Bedecke dich! Manche Menschen dürfen Brüste haben, manche nicht. Manche dürfen sie zeigen, manche nicht. Woher kommen all diese Assoziationen? Anja Zimmermann macht sich auf die Suche und bringt so einiges zutage. Dabei ist dieses Buch keine chronologisch geordnete Geschichte, sondern nach Themen aufgebaut. So greift Zimmermann immer wieder auf unterschiedliche Zeiten oder auch auf vorgängig Erwähntes zurück. Wir reisen tief in die Grundstrukturen unserer Gesellschaft und erfahren, wieso sie funktioniert, wie sie funktioniert. Bis zurück zu den Griechen und Römern führt uns diese Reise manchmal und sehr oft zu deren Mythologien. Von Kunstwerken und Symbolen ist die Rede und davon, welche Auswirkungen dies auf echte, reale Frauen hat. Aber auch zeitgenössische Themen sind Zimmermann wichtig. Sie spricht über Trans*Menschen und deren Stellung in der aktuellen Zeit. Nimmt auch einige feministische Tendenzen kritisch unter die Lupe. Erklärt dann aber auch ihre Standpunkte, die ich gut nachvollziehen konnte und mehr als einmal stimmte ich der Autorin zu. Es ist ein augenöffnendes Buch, das eine grosse Wirkung auf mich hat. Ich sehe nun einiges klarer. Dinge, die mir bisher unverständlich waren, und auf die niemand eine Antwort hatte. Deshalb, weil manche Strukturen so weit zurückreichen, dass erst einmal viel recherchiert werden muss. Zum Glück hat Anja Zimmermann dies für uns übernommen und aus den Ergebnissen ein aufschlussreiches Buch geschrieben.

Brust
Brustby Anja ZimmermannWagenbach, K