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Große Leseempfehlung!
Luisa und Paolo stammen aus komplett unterschiedlichen Milieus: Sie eine Bäuerin, er ein Akademiker. Doch beide führt sie ihr Lebensweg auf eine Insel, auf der ein Hochsicherheitsgefängnis sogenannte politische Gefangene verwahrt. Luisa besucht dort ihren Mann, der zum Mörder wurde. Paolo besucht seinen Sohn, der ebenfalls zum Mörder wurde. Aufgrund eines Sturms kommen die beiden Fremden für eine Nacht nicht von der Insel herunter. So sind sie gezwungen, sich, in der Gesellschaft des Strafvollzugsbeamten Nitti, näher zu kommen, Worte auszutauschen und etwas Licht in ihr dunkles Leben zu lassen. Eine Begegnung, die die drei niemals vergessen werden… „Über Meereshöhe“ ist ein wunderbar poetisches Büchlein über die zwei Pole menschlichen Zusammenlebens. Anhand zweier Familiengeschichten im zerrütteten Italien wird aufgezeigt, wie unfassbar viel die Menschen in den Sand setzen, wie zerbrechlich unser Dasein ist. Die anekdotischen Erinnerungen sind traurig und von Krisen geprägt. Doch die Menschheit ist andererseits auch imstande zusammenzustehen und geteiltes Leid leichter wiegen zu lassen. Und so klappe ich das Buch zu mit einem warmen Herzen, mit der Meeresluft in der Nase und dem Geschmack von Pasta auf der Zunge. Große Leseempfehlung!

