Nach gut 15 Jahren hab ich mich wieder in dieses Buch begeben und muss sagen es hat mich wieder ganz und gar in den Bann gezogen. Die Geschichte ist im viktorianischen England angesiedelt und innerhalb von 4 Tagen vonstatten gegangen. Durch verschiedene Erzählstränge baut sich beim lesen ein Gesamtbild auf und entführt einen mitten rein in das Geschehen
nhalt:
Der junge Journalist Jonathan Kentham findet eines Nachts einen sterbenden Mann in einer einsamen Gasse Londons im Jahre 1897. Dunholm, so der Name des Mannes übergibt Jonathan einen myteriösen Ring und drei Namen mit auf dem Weg, die ihm seine Fragen beantworten werden. Verwirrt macht er sich auf die Suche nach den Männern und geriet unaufhaltsam in einem Strudel aus magischen Rivalen, die nicht nur Gutes im Sinn haben. Und es kommt noch schlimmer: Auf Atlantis Ruinen, der untergegangenen Stadt, wird ein Siegel gebrochen, dass die wahre Quelle der Magie öffnet. Die einstige Welt droht im Chaos zu versinken.
Meine Meinung:
Bernd Perplies ist ein Autor, der bereits durch seine "Tarean Trilogie" bekannt ist und viele Fans gefunden hat. Ich habe bis zu diesem Buch noch nichts von ihm gelesen, aber bis dato schon viel gehört, sodass ich hohe Erwartungen an den ersten Band der Trilogie "Magierdämmerung" hatte.
Um es kurz zu machen: Meine Erwartungen wurden von vorne bis hinten erfüllt. Meiner Meinung nach ist es einfach eine Figur zu erfinden und etwas über sie zu erzählen, doch besonders wird es erst, wenn der Autor es schafft sie mit Leben zu füllen, fast so als hätte man das Gefühl man kenne den Protagonist besser als sich selbst. Dies schafft Bernd Perplies hier mit bravour. "Für die Krone" ist eine Fantasygeschichte, die eben nicht 0815 ist und mal eine ganz andere Richtung einschlägt, als die, die wir bisher kennen.
Nach kurzer anfänglicher Skepsis bezüglich der vielen Personen und somit auch einigen Erzählsträngen, wurde deutlich, dass Perplies weiß wie es geht.
Jupiter Holmes, der scheinbar der Bruder vom "berühmten" literarischen Sherlock Holmes ist und dessen Geisterkatze auf den Namen Watson hört, habe ich von Anfang an ins Herz geschlossen. Ein Charakter, der einfach Lust auf mehr macht und garaniert noch für einige Überraschungen gut ist, genau wie der Hauptprotagonist Jonathan Kentham, der im Laufe des ersten Bandes seine Angebetete enttäuscht, seinem besten Freund das geliehene Auto stiehlt und einen Moment vorher mir nichts dir nichts, seine Anstellung beim "Strand Magazine" kündigt, um den "Franzosen" zu jagen.
Gemeinsam retten Jonathan, Randolph & Holmes das Leben von Giles McKellen und dessen Enkelin Kendra, die sich ebenfalls wunderbar in die Geschichte eingefügt haben.
Das Buch endet mit einem Cliffhanger - selbstredend, und ich als neugeborener Fan dieser Reihe möchte natürlich unbedingt wissen wie es weitergeht.
Ein kurzes Lob soll noch an die Illustratoren des Covers gehen- gefällt mir wirklich ausgesprochen gut.
Vielen Dank auch an den Egmont-LYX Verlag, für dieses tolle Rezensionsexemplar.
Fazit:
Volle Punktzahl und endlich mal wieder ein Buch für meine Favoritenliste
Kurzbeschreibung:
London 1897. Jonathan Kentham führt ein ganz gewöhnliches Leben als Reporter des Strand Magazine - bis er eines Nachts einen alten Mann sterbend in einer Gasse vorfindet. Dieser entpuppt sich als Albert Dunholm, der Erste Lordmagier von London, und sein Tod stellt Jonathans Leben völlig auf den Kopf. Unfreiwillig wird er in eine Welt der Magie hineingezogen - eine Welt hinter den Fassaden des viktorianischen London, in der Fabelwesen, Geister und Menschen mit übersinnlichen Kräften existieren. Gemeinsam mit Dunholms Kutscher Randolph Brown und dem exzentrischen, dandyhaften Magier Jupiter Holmes versucht Jonathan herauszufinden, was hinter dem Mord an Dunholm wirklich steckt.
Zur gleichen Zeit begibt sich die junge Hexe Kendra McKellen mit ihrem Großvater Giles auf eine Reise aus den Highlands nach London. Giles will dort mit Dunholm, seinem alten Freund, über seltsame Veränderungen in der Magie beraten - Veränderungen, die Anlass zu großer Sorge geben.
Sie alle müssen feststellen, dass eine Verschwörung von furchtbaren Ausmaßen im Gange ist. Eine Gruppe von Magiern hat in den Ruinen des untergegangenen Atlantis ein uraltes Siegel geöffnet, um ein neues Zeitalter der Magie einzuläuten. Doch stattdessen droht das Chaos über die Welt hereinzubrechen...
Zum Autor:
Bernd Perplies wurde 1977 in Wiesbaden geboren und studierte Filmwissenschaft und Germanistik in Mainz. Heute arbeitet er am Deutschen Filminstitut in Frankfurt/Main als Redakteur von filmportal.de und ist darüber hinaus als Übersetzer tätig. Mit der furiosen "Tarean"-Trilogie gab er sein viel beachtetes Debüt.
Die Verbindung zur Magie brach ab, und es wurde dunkel. Das ist das Ende, durchfuhr es Kendra. Überall war nur noch Wasser - Wasser, das ihr die Kraft aus den Gliedern sog, Wasser, das ihre Lungen füllte, Wasser, das ihr das Bewusstsein zu rauben drohte. (Seite 110)
Rezension:
Bernd Perplies' Auftakt zur neuen Trilogie "Magierdämmerung" besticht durch einen flüssigen Schreibstil, der zwar oft sehr ausgeschmückt, aber nie anstrengend zu lesen ist. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven in der dritten Person erzählt. Die Spannung baut sich von Kapitel zu Kapitel auf, sodass man immer neugieriger wird, wie es wohl weitergehen mag. Dies liegt auch an den zahlreichen geheimnisvollen Ereignissen, Personen und einzelnen Intrigen, die den Leser in Atem halten. Der Schauplatz des viktorianischen London ist sehr passend gewählt und stimmungsvoll in Szene gesetzt.
Sehr gut gefallen haben mir die anschaulich dargestellten Personen des Romans: Jonathan Kentham, ein Zeitungsredakteur, der zufällig in die Welt der Magier hineingezogen wird. Kendra McKellen, ein junges Mädchen, das die Magie quasi schon in die Wiege gelegt bekommen hat und nun lernen muss, damit umzugehen. Und vor allem der exzentrische Magier Jupiter Holmes, von dem angenommen wird, dass er das Vorbild zum literarischen Sherlock Holmes darstellt.
Am Ende laufen die einzelnen Handlungsstränge sehr stimmig zusammen. Es bleibt zwar sehr offen gehalten, aber ich möchte vermuten, wer dieses Buch gelesen hat, wird sicherlich auch gerne die Wartezeit auf den 2. Band "Magierdämmerung. Gegen die Zeit", der im Februar 2011 erscheinen soll, in Kauf nehmen, um zu erfahren, wie es mit Jonathan und seinen Magierverbündeten weitergehen wird.
Zur Gestaltung des Buchs: Auf dem Cover der Klappenbroschur ist die "Nautilus", die auch eine Rolle im Buch spielt, abgebildet. Der Autorenname und Buchtitel werden durch Spotlackoptik hervorgehoben. Im Inneren erwartet den Leser am Anfang eine Karte von Europa aus dem Jahr 1897, am Ende des Buches eine Straßenkarte von London des gleichen Jahres. Außerdem wurde eine "Dramatis Personae", ein Namensverzeichnis der wichtigsten Personen, beigefügt.
Fazit: Bernd Perplies gelingt ein spannender und auch unterhaltsamer Auftakt zu einer neuen Trilogie angesiedelt im London des Jahres 1897, bei dem man sich einfach nur auf die Fortsetzung freuen darf und kann. Für mich ein absolutes Lese-Muss!
Wertung: 5 von 5 Punkten
Das hätte sich der Zeitungsreporter Jonathan Kentham auch nicht träumen lassen: Er beobachtet zufällig einen Mann beim sterben. Dieser entpuppt sich als Magier - und somit gerät Jonathan in eine magische Welt voller Abenteuer, aber auch voller Konflikte.
Wie auch schon bei seinem "Drachenreiter" begeistert mich auch bei "Für die Krone" die Sprache von Bernd Perplies. Er schafft es einfach, sowohl seinen Charakteren, als auch der Geschichte selbst, Leben einzuhauchen. Dies gelingt durch eine sehr bildreiche Sprache, die manchmal geradezu cineastische Szenen heraufbeschwört.
Neu war für mich das realistische Szenario im London des viktorianischen Zeitalters und zudem die Anspielungen auf andere Werke der Literatur. Gerade die Parallelen zu Jules Verne und Sherlock Holmes sind unübersehbar.
Allerdings hatte ich etwas Probleme, in die Geschichte reinzukommen, da sie zunächst den Eindruck erweckt, als werden viele verschiedene Handlungsstränge erzählt, die scheinbar gar nicht zusammenhängen. Doch nach etwa einem Viertel des Buches wird das Ganze strukturierter und man beginnt, Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen.
Das Ende des Buches ist wohl der größte Worst Case, den man sich in dem Szenario hätte ausdenken können. Hier ist es schön, dass "Für die Krone" der erste Teil einer Reihe ist - das sehr negative Ende wäre für einen Einzelband doch recht deprimierend gewesen.
So bin ich nach einem doch recht starken Auftakt neugierig auf die beiden anderen Bände der Reihe und hoffe, dass sich doch noch alles zum Guten hin wendet!