Es beginnt mit einem Schockmoment: Alexis wird in New York absichtlich angefahren und fällt ins Koma. Zur selben Zeit wird seine Mutter Catherine in Frankreich mitten in der Nacht von einem fremden Mann, Marc, angerufen, der ihr vom Unfall berichtet. Ohne ihn zu kennen, bricht sie mit ihm nach New York auf. Was folgt, ist nicht nur eine Reise über Kontinente, sondern auch eine Reise in die Vergangenheit – voller Fragen, unausgesprochener Wahrheiten und Geheimnisse. Stück für Stück entfaltet sich, wer Alexis wirklich war und welche Rolle Marc in seinem Leben gespielt hat.
Was diesen Roman so besonders macht, ist aber nicht nur die Geschichte selbst, sondern das Gefühl, das er hinterlässt. „Nacht ohne Morgen“ ist eine leise, aber eindringliche Hommage an die Liebe. An die Liebe zur Familie, die manchmal kompliziert ist und trotzdem trägt. An die Liebe zu diesem einen Menschen, der plötzlich alles verändert und neue Hoffnung schenkt. Und vor allem an die Liebe zum Leben – roh, ehrlich und voller Intensität.
Am Ende bleibt mehr als nur eine Handlung im Kopf. Es ist dieses warme, nachklingende Gefühl, das einen dazu bringt, das eigene Leben ein bisschen bewusster zu sehen. Man möchte mehr genießen, weniger aufschieben und die Sorgen nicht immer so groß werden lassen. Denn dieses Buch erinnert auf eine ganz unaufdringliche Art daran: Das Leben ist kurz – und genau darin liegt seine ganze, wunderschöne Bedeutung.
Wow… „Nacht ohne Morgen“ hat mich wirklich überrascht. So ein schönes Buch und gleichzeitig richtig spannend.
Was mich total gepackt hat: Diese Geschichte spielt auf mehreren Ebenen. Es geht nicht nur um das, was gerade passiert, sondern vor allem darum, wie sehr uns unsere Vergangenheit prägt. Wie alte Ereignisse unser Denken, Fühlen und Handeln beeinflussen, oft viel mehr, als wir selbst merken. Das hat Benoît d’Halluin unglaublich gut miteinander verwoben, zusammen mit dieser fesselnden Suche nach der Wahrheit rund um Alexis.
Man weiß ja schon ziemlich früh, dass es kein „normaler“ Unfall war und genau das sorgt für diesen konstanten Sog. Man überlegt die ganze Zeit: Wer steckt dahinter? Wem kann man trauen? Und gerade zum Ende hin fiebert man richtig mit.
Gleichzeitig hat das Buch so viel Tiefe. Es geht um Verdrängung, um Lebenslügen und auch darum, wie viel Kraft es braucht, sich der eigenen Wahrheit zu stellen. Und auch die Idee, dass Körper und Seele ihren eigenen Weg zur Heilung finden können, fand ich total berührend.
Der Schreibstil ist dabei angenehm ruhig, aber trotzdem eindringlich.
Für mich eine Mischung aus emotionaler Liebesgeschichte, Spannung und wichtigen queeren Themen und genau das macht dieses Buch so besonders.
Wirklich ein tiefgründiger, spannender Roman, der nachhallt und den ich definitiv nicht so schnell vergesse 🤍
Das Buch Nacht ohne Morgen hat mir richtig gut gefallen. Es liest sich leicht und trotzdem bleibt es durchweg spannend. Besonders spannend fand ich, dass der Höhepunkt genau in der Mitte lag - ab da konnte man gar nicht mehr aufhören zu lesen, weil man unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Man hat die Stimmung und die Gefühle richtig miterlebt. Alles in allem ein packendes Buch, das man schnell durchliest und das einen echt fesselt.
Das Buch „Nacht ohne Morgen“ hat mich von Anfang bis Ende gefesselt. Es ist spannend, emotional und gleichzeitig sehr feinfühlig geschrieben. Besonders beeindruckt hat mich, wie die Geschichte zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft wechselt – dadurch bleibt sie durchweg interessant und man möchte immer wissen, wie es weitergeht.
Am meisten berührt hat mich die Szene, in der Alexis’ Mutter erfährt, dass ihr Sohn schwul ist. Die Art, wie sie darauf reagiert – mit Selbstvorwürfen, Schuldgefühlen und der Erkenntnis, dass sie nie wirklich Teil seines Lebens war – hat mich tief getroffen. Man spürt in diesen Momenten, wie sehr sie ihn liebt, aber gleichzeitig an sich selbst zweifelt. Diese emotionale Ehrlichkeit macht die Geschichte unglaublich authentisch und zeigt, wie stark Unverständnis und Nähe in einer Familie nebeneinander existieren können.
Der Schreibstil ist angenehm leicht, sodass man mühelos lesen kann, aber trotzdem geht die Geschichte emotional tief. Die Atmosphäre ist oft bedrückend, aber zugleich sehr menschlich und nahbar.
Insgesamt ist „Nacht ohne Morgen“ ein Buch, das bewegt, berührt und zum Nachdenken bringt. Ich würde es besonders Jugendlichen, queeren Menschen oder generell allen empfehlen, die Geschichten mit echten Gefühlen und Tiefgang mögen.
„Nacht ohne Morgen“ hat mich direkt überzeugt – schon nach wenigen Seiten war mir klar, dass es eines meiner Lieblingsbücher wird. Die Geschichte beginnt dramatisch mit dem Unfall von Alexis und entwickelt sich zu einer intensiven Reise voller Geheimnisse, Liebe und der eigenen Identität. Dem Anderssein. Die Mischung aus spannender Handlung, klarer Sprache und gut gezeichneten Figuren macht den Roman für mich zu einem sehr schönen Leseerlebnis. Besonders empfehlen möchte ich dieses Buch queeren Leser*innen.
„𝘌𝘳 𝘸𝘪𝘳𝘥 𝘯𝘪𝘦𝘮𝘢𝘭𝘴 𝘰̈𝘧𝘧𝘦𝘯𝘵𝘭𝘪𝘤𝘩 𝘦𝘳 𝘴𝘦𝘭𝘣𝘴𝘵 𝘴𝘦𝘪𝘯 𝘬𝘰̈𝘯𝘯𝘦𝘯. 𝘌𝘪𝘯 𝘈𝘭𝘣𝘵𝘳𝘢𝘶𝘮. 𝘚𝘦𝘪𝘵 𝘚𝘢𝘪𝘯𝘵-𝘓𝘰𝘶𝘪𝘴 𝘪𝘴𝘵 𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘦𝘯𝘥𝘭𝘰𝘴𝘦 𝘕𝘢𝘤𝘩𝘵 𝘶̈𝘣𝘦𝘳 𝘴𝘦𝘪𝘯 𝘓𝘦𝘣𝘦𝘯 𝘩𝘦𝘳𝘦𝘪𝘯𝘨𝘦𝘣𝘳𝘰𝘤𝘩𝘦𝘯.
𝘌𝘪𝘯𝘦 𝘕𝘢𝘤𝘩𝘵 𝘰𝘩𝘯𝘦 𝘔𝘰𝘳𝘨𝘦𝘯.“ (𝘚.242)
Catherine erhält mitten in der Nacht einen Anruf von einem Fremden. Marc stellt sich als Freund ihres Sohnes Alexis vor und teilt ihr mit, dass dieser einen Autounfall hatte und im Koma liegt. Er hat bereits Ticket nach New York gebucht und bietet Cathrine an, sie abzuholen.
Auf der mehrstündigen Reise von Frankreich in die USA lernen sich Marc und Cathrine ein wenig besser kennen und Cathrine muss schmerzlich einsehen, dass sie ihren Sohn nicht so gut kennt, wie sie bisher angenommen hat.
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D‘Halluin steigt direkt mit Spannung in die Geschichte ein. Gleich in der ersten Szene wird Alexis angefahren und es wird klar, dass dies kein Unfall war. Eine Erkenntnis, die ich als Lesende zu der Zeit den Protagonisten voraus habe und die mir von Anfang an einen anderen Blick auf die Geschehnisse ermöglicht.
Im Verlauf des Romans entspannt sich ein schönes Gesamtbild. Wir werfen einen Blick in Alexis und Marcs Vergangenheit, die unterschiedlicher nicht sein könnte. Alexis ist wohlbehütet aufgewachsen, wird im Alter von 12 Jahren von einem Lehrer sexuell missbraucht und von diesem Ereignis bis heute verfolgt und in seinem Handeln beeinflusst. Der Missbrauch ist auch ein Grund, warum er seinen Eltern bis heute nichts davon erzählt hat, dass er homosexuell ist.
Marc dagegen ist sehr offen damit umgegangen, wurde aber von seinem Vater rausgeschmissen, als dieser es erfahren hat und dieser Riss konnte bis zum Tod des Vaters nicht gekittet werden. Lange Zeit versucht er sich über seine Arbeit zu profilieren, schufftet an der Grenze zum Zusammenbruch.
Innerhalb der Beziehung kommt es immer wieder zu Problemen, die den Ursprung in Vergangenem suchen.
Auch in Cathrines Vergangenheit wird ab und an gesprungen. Sie fragt sich, wem sie trauen kann und inwieweit sie Schuld daran trägt, dass Alexis ihr und der restlichen Familie seine Beziehung bzw. überhaupt die Tatsache, dass er auf Männer steht, verschwiegen hat.
D‘Halluin versteht es eine Geschichte zu erzählen, die einmal mehr klar macht, welch große Bedeutung die Vergangenheit für das Leben in der Gegenwart hat. Wie Ereignisse uns jahrelang beeinflussen können, unser Denken und Handeln bestimmen und sich letztendlich auch auf unsere Umgebung auswirken. Dies alles verflechtet er wunderbar mit einer spannenden Story auf der Suche nach dem Unfallverursacher, sowie einem ansprechendem Schreibstil.
Erwähnenswert finde ich im Übrigen auch die Haptik des Buches.
Von mir eine große Empfehlung für dieses gelungene Debüt.
"Nacht ohne Morgen" von Benoit d'Halluin ist ein fesselnder Roman, der die Lesenden von der ersten Seite an in seinen Bann zieht. Mit einer meisterhaften Erzählweise entführt der Autor die Leser:innen in eine Welt voller Geheimnisse, Liebe und unerwarteter Wendungen.
Die Charaktere sind sorgfältig ausgearbeitet und haben Tiefe, was es leicht macht, sich mit ihnen zu identifizieren und in ihre Welt einzutauchen. Die Handlung ist clever konstruiert und hält bis zum überraschenden Ende die Spannung aufrecht.
D'Halluins Schreibstil ist packend und atmosphärisch, was dazu führt, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Die Beschreibungen der Schauplätze sind so lebhaft, dass man das Gefühl hat, selbst vor Ort zu sein.
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
„Für ein Schiff, das seinen Kurs nicht kennt, weht kein günstiger Wind.“
NACHT OHNE MORGEN
Benoit d’Halluin
Eines Nachts erhält Catherine in Frankreich einen Anruf von einem unbekannten jungen Mann. Dieser berichtet ihr, dass Ihr Sohn Alexis in New York vor 24 Stunden von einem Auto angefahren wurde und seitdem im Koma liegt.
Einen Flug hätte er für sie und ihn bereits gebucht und er hole sie gleich ab.
Völlig überrumpelt von diesem Anruf trifft Catherine Vorbereitungen, um nach Amerika zu fliegen.
Erst auf der gemeinsamen Reise mit diesem jungen Mann namens Marc erfährt Catherine brockenweise aus dem Leben ihres Sohnes in Amerika. Obwohl sie immer intensiven Kontakt zu Alexis pflegte, stellt sie fest, ihren Sohn überhaupt nicht zu kennen.
In Amerika erfährt sie, dass Alexis Unfall keiner war, sondern er mit voller Absicht überfahren wurde ...
Im Mittelpunkt dieses Buches stehen zwei junge Männer, die mit ihrer früh erkannten Homosexualität komplett konträr umgingen:
Marc, Alexis Freund, der sich bereits als 17-Jähriger gegenüber seinem Vater outete, wurde deshalb von ihm des Hauses verwiesen. Seitdem unterliegt er einem regelrechten Zwang, es allen beweisen zu wollen.
Alexis, der immer wieder die Gelegenheit verpasste seinen liebenden Eltern die Wahrheit zu erzählen.
Ganz besonders konnte ich mit Catherine fühlen, die gar nicht begriff, dass Alexis ihr jahrelang seine homosexuelle Neigung vorenthielt.
Ein feines Buch, das zum Nachdenken anregt.
Fazit:
Pageturner, großartig, große Leseempfehlung und riesen #coverliebe
5/ 5
Lieblingszitat:
„Trennung bedeutet nicht zwangsläufig, dass man sich nicht mehr liebt, bloß bewegt man sich einfach nicht mehr in die selbe Richtung.“ (S. 132)
Spannender Roman mit LGBTQ-Repräsentation zum Mitfiebern und Mitfühlen 🌈📚😻🌊💕
Benoit d’Halluin hat mit „Nacht ohne Morgen“ seinen ersten Roman geschrieben, welcher 2024 im Karl-Rauch-Verlag veröffentlicht wurde. 1984 in Toronto geboren und in Frankreich aufgewachsen, lebt er heute in Paris. Neben seinem Wirtschaftsstudium absolvierte er eine Ausbildung in Kunstgeschichte an der École du Louvre.
Wir starten in die Geschichte mit einem abscheulichen Unfall Mitten im Grünen, in New York, den sogenannten Catskills. Ein junger Mann wird beim Joggen absichtlich von einem Auto angefahren.
Jemand hat den Unfall glücklicherweise beobachtet und einen Rettungshubschrauber gerufen. Marc benachrichtigt die Mutter seines Lebensgefährten Alexis, dass ihr Sohn in einem New Yorker Krankenhaus im Koma liegt. Er vereinbart ein Treffen in Paris mit der Frau, um zeitnah zusammen nach New York fliegen zu können, um Alexis umsorgen zu können. Wir erleben Zeitsprünge in die Jugend der beiden jungen Männer. Marc ist in Korsika aufgewachsen. Als sein Vater ihn während Er wurde in der Pubertät von seinem Vater mit einem anderen Jungen erwischt und folglich aufs Festland verbannt. Seitdem haben Vater und Sohn nie wieder miteinander gesprochen.
Marc konnte sein Glück in der Liebe bisher nicht finden, hat aber Karriere als Banker gemacht. Bis zu dem Zeitpunkt als er Alexis traf, die Liebe seines Lebens. Alexis’ Familie weiß nichts von seiner Liebe zu Männern. Alleinig sein inzwischen verstorbener Großvater hatte es geahnt.
Er bestärkte ihn in seiner Kindheit, dass er ein toller Enkelsohn sei und dass es egal sei, was andere von ihm denken. Nur die Liebe, die man im Leben gibt und schenkt, sei wichtig.
Er erfuhr sexuelle Übergriffe von seinem Lehrer in der Kindheit. Erst spät wird ihm klar, dass diese Übergriffe nichts mit seiner Homosexualität zu tun hatten. Seine Mutter lässt er darüber im Unklaren.
„Er wollte sie vollständig einweihen, sich ihr wieder annähern, aufrichtig sein, und plötzlich sitzt er in der Falle. Mutter und Sohn machen Späße in der Sonne. Doch innerlich ist Alexis zutiefst betrübt: Ein Teil seines Lebens wird im Dunkeln bleiben.“
Regelrecht überfahren fühlt sich seine Mutter demzufolge, als sie auf dem Weg zu ihrem im Koma liegenden Sohn den Lebensgefährten ihres Sohnes kennenlernt. Während dieser Rückblicke in die Lebensläufe der beiden Männer ergeben sich immer wieder neue Verdächtigungen. Wer könnte den heimtückischen Anschlag auf Alexis verübt haben? War es der eifersüchtiger Ex-Liebhaber des einen - oder der narzisstisch schwer gestörte Freund des anderen? Jemand aus der Familie? Der Vater - aus später Rache am verlorenen Sohn?
Benoit d'Halluin erzählt von der Kraft des Körpers, sich selbst zu heilen. Er beschreibt die Kräfte, die nötig sind, Lebenslügen aufzudecken und letztlich die erforderlichen Kräfte, um der Wahrheit ins Auge zu blicken. Auf den letzten Seiten des Buches fiebert man regelrecht mit, zu entlarven wer für den Anschlag auf Alexis verantwortlich war und verspürt auch eine Ahnung.
Ein überaus spannend inszenierter Roman, der mich mitfühlen und mitfiebern hat lassen.
Ein eigenwilliger, tiefgründiger und zutiefst tragischer Roman, über die Liebe und die Schwierigkeiten, die man als homosexueller Junge schon in frühen Jahren erfährt! Mich lässt dieses Buch nachdenklich und zugleich begeistert zurück!!