
Ein bewegtes Leben
Wir starten von ihren Eltern zu ihrer Geburt. Die Kindheit wird kurz angeschnitten bis hin zu den Heiratsplänen. Dann die Ankunft am französischen Hof. Ihre ersten Eindrücke und ihre Ehe. Es geht hier um viele Verluste. Aber auch Freundschaften werden geschlossen. Wir erfahren einiges über ihren Ehemann, der dem weiblichen Geschlecht nicht so zugetan war, bis hin zum König. Auch die Rolle der Mätressen wird hier zum Thema gemacht. . Liselotte ist das Leben am Hof fremd. Sie liebt die Stille, ausgiebige Spaziergänge und tiefgründige Gespräche. Sie ist ein Freigeist ihrer Zeit. Es gibt viele Intrigen, Verleumdungen und Missgunst. Auch Liselotte gerät in den Strudel. Was mir ihre Person so nah gebracht hat, sind original Ausschnitte aus ihren Briefen. Ein unschätzbarer Wert für die Geschichte. . Vom Hofleben hätte ich mir mehr Informationen gewünscht. Wie ging es zu? Was machte man so den ganzen Tag? Wie war der König? Ich hätte gerne noch viel intensiver Mäuschen gespielt. Leider blieb dieses Thema sehr oberflächlich. Es geht eher viel um die Zwischenmenschlichen Beziehungen. Wer mochte wen nicht? Wer erzählte dies und das über jemanden? Auch die Glaubens Situation spielt hier eine Rolle. . Das Leben am Hof muss ein wahres Pulverfass gewesen sein. Ihr Leben war geprägt durch viele schmerzhafte Momente. Und auch der Blick in die damalige Gedankenwelt, der unserer gar nicht so unähnlich war, ist sehr interessant. Das Thema Kindersterblichkeit ist hier sehr präsent. Was müssen Frauen gefühlt haben, die bis zu 8 Kinder verloren haben? Unbeschreiblich. . Ein sehr bewegtes Leben und eigentlich hätten wir nie was von ihr erfahren, gebe es ihre Briefe nicht. Ich denke sie war sehr speziell und eigensinnig. Nicht immer einfach aber unglaublich ehrlich. Das Buch war wirklich sehr interessant. Leider nur so wenig Hofgeschehen. Am Ende gibt es noch den Stammbaum und ein Personen Register.


