Eine Dystopie zwischen Memschlichkeit und Klimawandel. Mal überragend und dann doch wieder schwach. Ein Wechselbad 💧
Mhairi ist auf dem Weg zu ihrer Großmutter in den Norden. Einer der wenigen Orte, wo es noch Wasser und Nahrung gibt, denn die Welt steht vor dem Abgrund. Die Ressourcen werden rationiert und Menschen ab 67 müssen die Erde durch die Spritze verlassen. Auf ihren Weg begegnet sie einem kleinen Jungen. Eigentlich will Mhairi ihn nicht mitnehmen, aber ihre Menschlichkeit lässt es nicht zu ihn zurückzulassen. Also nimmt sie den stummen Jungen mit und durchläuft dabei viele Stationen, um sich in den Norden zu retten... Man steigt direkt in die bereits laufende Geschichte ein. Mhairi ist auf der Flucht, scheinbar vor der Vergangenheit und der Zukunft und sich selbst. Wieso lernt man erst später, doch eines wird bereits auf den ersten Seiten klar: Sie ist für ihr Alter bereits sehr weit. Sehr selbstbewusst und reif, sie durch- und überdenkt alles, studiert ihre Umgebung und die Menschen und legt sich Alternativpläne in Sekunden zurecht. Sie war eine angenehme Protagonistin, die auch immer öfter an der Gesellschaft zweifelt, die sich eigene Regeln in der 'neuen' Welt geschaffen hat. Dann ist da der Junge, der stille und doch so liebe Junge. Mhairi tut alles für ihn, ohne genau zu wissen wieso. Mag es Verantwortungsbewusstsein oder ein Gefühl der Wiedergutmachung sein, keine Ahnung, aber es funktioniert einfach zwischen den beiden. Durch die Reise wachsen sie auch ohne Worte zusammen und diese sich entwickelnde Beziehung wird gut und verständlich dargestellt. Denn wenn man nichts mehr hat, klammert man sich an das, was einen noch aufrecht stehen lässt. Ich glaube, dass Mhairi durch diesen Jungen den Sinn im Leben wiedergefunden hat, nachdem sie so viel durchmachen musste. Doch die anderen Charaktere finde ich schwierig. Generell die ausgesäten Gedanken, um das Überleben eines kleinen Kreises zu sichern. Ich verstehe den Grundgedanken, aber es ist ein Kampf zwischen Moral und Gesetz, welches nicht bis zum Ende stringend durchgesetzt wird. Die Ideen der Gesellschaft sind nicht partout schlecht, aber es ist hart und irgendwie machte mich vieles dann einfach sprachlos. Das Ende ist einfach chaotisch und es scheint mir, als hätte es nicht für mehr gereicht. Manche Ideen sollen scheinbar nicht ausreifen und so empfinde ich das Buch insgesamt als Auf und Ab. In manchen Situationen stark und dann zäh. Der Schreibstil ist gut, man kann durch die recht kurzen Kapitel pflügen. Insgesamt finde ich das Buch mittelmäßig gut, es regt zum Nachdenken an, hat mich dann aber doch nicht im Großen zufriedengestellt. Eine Dystopie bei der es für mich noch an etwas gefehlt hat 🌐


























