Mal was anderes. Ein Abenteuer im Himalaya.
Book1 Kamzin, unsere Protagonistin wächst als zweite Tochter des Dorfoberhauptes in Asmiri auf. Sie wird ständig unterschätzt und in eine Rolle gedrängt die das Dorf braucht, aber nicht zu ihr passt. Sie ist ein Freigeist, der am liebsten draußen herumklettert und die Welt um sich herum erforscht. Eines Tages geht ihr größter Traum in Erfüllung und sie unternimmt eine gefährliche Abenteuerreise um den höchsten, mystischen Berg Raksha zu besteigen und das Königreich vor den Hexen zu beschützen. Das Setting ist irgendwie tibetianisch angelegt, man kann sich also eine Schneelandschaft im Himalaya vorstellen. Wie immer sind Fawcetts Beschreibungen sehr schön ausgearbeitet, man ist bei jedem Atemzug dabei, merkt wie er einem klirrend kalt in die Lunge fährt, wie die Zehen frieren, wie erschöpfend die Reise ist, muss nachschlagen, in was diese Kultur sich Kleidet, fühlt den sozialen Druck, die Erwartungen und Traditionen als wären es seine eigenen. Und man will mit Kamzin aufbrechen, zeigen, dass man genauso wertvoll für das Dorf ist wie die imposante große Schwester. Ein zweiter großer Punkt, den ich schon früher bei dieser Autorin geliebt habe, ist, dass sie nicht nur die Hauptcharaktere ausarbeitet, sondern mehrere wichtige Nebencharaktere mit tiefe erzeugt. Nebencharaktere die man vor den Kopf stoßen kann, deren Beziehung zueinander nie selbstverständlich ist, sondern stets im Wandel; auch, dass Romantik zwar vorhanden ist, aber langsam brennt, sich nicht in den Vordergrund drängt, Liebe auf so vielen Eben seine Daseinsberechtigung hat: in Freundschaften, der Familie, zu ihrem Vertrautentier "Raggtouth"(der ein super witziger, etwas räudiger Fuchs ist), und auch in der Liebe zu dieser unfassbaren Wildnis um sie herum. Kurzum ich mochte das Worldbuilding mit seinem Winterwetter, den dunklen Kreaturen vor denen man sich fürchtet(Hexen, Fiangrl, Geister), den Drachen, die hier so ganz anders sind als ich sie bisher kannte, den Schamanenzaubern und natürlich den wunderbaren Vertrautentieren, die Kamzin und ihre Schwester Lusha besonders machen. Kamzin selbst ist sehr willensstark, noch etwas unreif und tut manchmal das Richtige aus dem falschen Grund XD...nun ja sie ist auch jung und ich eben keine 16 mehr... Sie hat ja zwei Bücher lang Zeit für Charakterentwicklung und reflektiert tatsächlich auch viel. Generell handelt das Buch von körperlicher Anstrengung und Leistung, aber auch von Zwischenmenschlichem, was ich sehr geschätzt habe. Der Schreibstil ist flüssig, das Tempo eher schnell und man weiß nie so recht, was als nächstes passieren wird. Einerseits, weil man diese Welt nicht vollends versteht als Leser und daher nicht mitdenken und vorausahnen kann, weil neue Kreaturen erscheinen und Figuren unerwartet handeln. (War für mich eher negativ und chaotisch) Andererseits merkt man aber auch, dass dies das Erstlingswerk dieser wunderbaren Autorin ist und manche Dinge einfach geschehen müssen, damit es weiter geht und nur ungenügend eingebunden sind. Aber irgendwie macht es das spannend und lässt viel Spielraum für eigene Interpretation. Ich fand es nicht so erstklassig wie die Emily Wild Reihe, aber sehr erfrischend! Man sollte übrigens am besten sofort mit dem Zweiten Buch weitermachen, denn die Geschichte geht natlos weiter. Ich meine das Wörtlich. Als würde man den nachsten Satz einfach ins nächste Buch schreiben. Und wie ich finde ist das zweite Buch noch besser. Wir gewinnen dort einen zweiten Protagonisten dazu :) und die Welt wird weitreichender erklärt! Das Buch war weder toxisch, noch frauenfeindlich, noch rassistisch. Das ist schon mal super. Ganz im Gegenteil, es ging um Kommunikation, Selbstverwirklichung, Starke Frauenfiguren, und das alles in einer ungewohnten fremden Kulturlandschaft. Dafür bot das Buch Spannung, es hat immer wieder reflektiert und war voller Tatendrang. Ich fand es allerdings nicht besonders lustig, oder aufbauend. Es ist ein eher ernstes Buch, Kamzin versucht sich hier zu beweisen. 3,5 - 4 Sterne - gutes Buch, unvorhersehbar, aber auch etwas chaotisch, macht nur Sinn zusammen mit dem zweiten Band, jener geht nahtlos weiter









