Ich liebe Anne, schon imme, und finde es absolut wunderbar, wie sie mit ihren Kindern umgeht. Aber das Buch hat seine Längen.
Mit dem sechsten Band der Anne-Reihe von Lucy Maud Montgomery bin ich nun zum für mich letzten Mal bei Anne und Gilbert und ihrer Familie zu Besuch gewesen. Die Bücher sind und bleiben kuschelig wohlig-warme Wohlfühlgeschichten und sind gleichzeitig Jugendbuch-Klassiker, zu der man aber auch mit knapp 50 noch greifen kann, wenn auch eher aus nostalgischen Gründen. Ich fühle mich wohl mit Anne und ihren Lieben, bin zu Besuch bei lieben Freunden, aber es ist schon sehr deutlich, wann und für wen die Bücher geschrieben worden sind. Das muss man immer im Hinterkopf behalten, denn sie wirken etwas altbacken und teilweise auch oberflächlich auf mich. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man Annes Geschichte heute anders erzählen würde, selbst wenn man Anne in ihrer Zeit belassen würde. Ich hätte es schön gefunden, wenn die Bücher zusammen mit den Figuren hätten erwachsen(er) werden dürfen und mehr Tiefe bekommen hätten. Trotz meiner Kritikpunkt vor allem aus Sicht der modernen selbstständigen Frau des 21. Jahrhunderts, liebe ich die Reihe und das wohlig-warme Gefühl das ich mit Anne verbinde.


