"Wo meine Seele ihr Nest hatte", so beschreibt Nicola Vollkommer ihre Kindheit in Afrika (Nigeria).
Nachdem ich schon das Vergnügen hatte, die von ihr geschriebene Biographie ihres Onkels ("Am Rande der gefrorenen Welt") und sie selbst auch bei einer Veranstaltung kennenlernen und live erleben/hören durfte, kam ich endlich auch zu ihrer eigenen Biographie! In gewohnter einfühlsamer, bildlicher und hautnaher Sprache erzählt sie ihre Geschichte. Vom Aufwachsen in Afrika, Zusammenhalten, Großwerden und Abenteuern - aber auch, wie ihre schulische Ausbildung sie nach England zurückforderte. Wenn Nigeria für einen vorher nur ein Land im Kontinent Afrika war, so hat man nach dem Lesen das Gefühl, die Erlebnisse selbst miterlebt zu haben. Wie das Wetter dort war, die Gemeinschaft mit den Einwohnern, Freizeitbeschäftigung und das einfache Hier und Jetzt. Wenn ich vorher mit Afrika nur Berührungspunkte dank Menschen aus meinem Umfeld hatte, die dort nun selbst vor Ort tätig sind, so habe ich dank ihrer Autobiographie das Gefühl selbst ein kleines Stück Afrika erlebt haben zu dürfen. Dankbarkeit und Wehmut hat mein Herz beim Lesen erfüllt, erst recht aber beim abschließen. Und ein stückweit auch Unglaube, das dieser Lebensabschnitt für die Autorin und ihre Familie so in sich tatsächlich abgeschlossen ist. Dankbar. Fasziniert. Wehmütig. Aber vor allem: lesenswert ❤️
