17. Apr.
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Rating:5

Lisa Balavoine hat mit ihrem Buch „Lass gehen, wen du liebst“ ein zutiefst berührendes Werk geschaffen, das sich mit einer komplexen Beziehung zwischen Mutter und Tochter auseinandersetzt. Nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter versucht sie sich, ihr durch das Schreiben wieder anzunähern. In dieser autobiografischen Erzählung erzählt Balavoine von der schwierigen Bindung zu ihrer Mutter, die von zahlreichen Umzügen, Beziehungsproblemen und emotionaler Distanz geprägt ist. Gleichzeitig zeichnet sie ein einfühlsames Porträt einer Mutter, die zeitlebens eine zutiefst unglückliche Frau war. Dabei offenbart Balavoine ihre tiefe, bedingungslose Liebe zur Mutter, auch wenn diese ihr nicht die gewünschte Geborgenheit und Sicherheit geben kann. Balavoines poetische und zugleich präzise Sprache verleiht der Erzählung eine ganz besondere Tiefe und Intensität. Auf einfühlsame Weise zeigt sie, wie schwer es sein kann, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, während man gleichzeitig mit den Erwartungen und Prägungen der eigenen Mutter konfrontiert ist. Auf knappen 150 Seiten gelingt es Balavoine, das gesamte Spektrum der Beziehung zwischen Müttern und Töchtern darzustellen. Durch ihre eigene Erfahrung als Mutter reflektiert Balavoine die Widersprüchlichkeiten der Mutterschaft, übernommene Muster, den Umgang mit Tod und Trauer und auch die eigenen Ängste und Unsicherheiten im Umgang mit der eigenen Tochter. Eine schmerzvolle und sehr intime Erzählung, die einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Zärtlich, schön und unheimlich bewegend! Aus dem Französischen von Ela zum Winkel.

Lass gehen, wen du liebst
Lass gehen, wen du liebstby Lisa BalavoineFreies Geistesleben