
Ein etwas verstörender, aber dennoch interessanter erster Band

Ein etwas verstörender, aber dennoch interessanter erster Band

𝐒𝐚𝐤𝐮𝐫𝐚 𝐆𝐚𝐫𝐢 🌸 Band 1
Ich kann nicht sagen ob ichs mag oder nicht... Aber auf jeden Fall isses mir zu viel Text haha

Wow …
Das ist mal was ganz anderes als das, was Watase normalerweise zeichnet. Ich hab so eine Geschichte noch nie gelesen. Es ist wie eine Art Mystery-Roman im Stil von „Rebecca“ oder anderen Dramen der damaligen Zeit, die aus dieser Epoche stammen. Die Handlung spielt 1920 in Japan, manchmal hat man aber das Gefühl, es ist wirklich eine Art Sittengemälde und Charakterstudie von Figuren, die unglaublich verletzt wurden und nicht wissen, wie sie diese Schmerzen und das Leid, das sie erdulden mussten, in sich behalten oder verarbeiten können, ohne im Zuge dessen dieses Leid und diesen Schmerz an andere weiterzugeben. Unser Hauptcharakter Masataka, den wir begleiten und durch den wir die Mysterien der Familie Souma kennenlernen, in denen alle gefangen sind – die Angestellten, die Mitglieder der Familie und alle, mit denen sie in Berührung kommen. Gegen Ende wird das Wirklichkeit, was Masataka als sich rückbesinnender Erzähler immer wieder andeutet: Die Tragik beginnt und erfasst alle in einem Strudel der Tränen und der furchtbaren Erlebnisse. Dahingehend ist der Band doch ähnlich der Reihen von Watase, in denen sie sehr schwerwiegende Thematiken zur Sprache bringt. Sie war noch nie eine Mangaka, deren Bände man locker flockig lesen konnte. Da steckte immer schon unglaublich viel Wut, Tränen, Drama, Verletzung und Herzschmerz drin, dass es mich rückblickend ein wenig wundert, dass mir ihre Reihen als Jugendliche so gut gefallen haben. Die Vielschichtigkeit kann sie in Sakura-Gari aber noch weitaus besser zur Geltung bringen, denn hier ist sie nicht irgendwelchen Regeln unterworfen, wie sie am Ende in dem Nachwort erwähnt. Sie hat sich hier eindeutig ausgetobt und Punkte verarbeitet, die das Werk schlecht in dem angepriesenen „Shonen-Ai“-Genre verorten lassen. Es gehört eher zum – nach kurzer Recherche trifft wohl tatsächlich die Einsortierung von „Rebecca“ es am besten – Schauerroman, Coming-of-Age, psychologischer Roman und Krimi. Ich bin sehr gespannt, ob sich die Themen aus dem erwähnten Schauerroman auch weiter in den zwei noch folgenden Bänden finden lassen. Aber eines kann ich jetzt schon sagen: Die anwachsende Düsternis, die Watase hier geschickt aufbaut und am Ende in einer Eskalation gipfeln lässt, ist wirklich hervorragend umgesetzt. Und jetzt werde ich mal bei meiner Mutter plündern gehen, vielleicht hat die tatsächlich noch eine Ausgabe von „Rebecca“, denn obwohl ich die Geschichte kenne, habe ich den Roman nie gelesen oder das Musical gesehen. ;)

Ein sehr guter Auftakt in einen düsteren und gleichzeitig verstörenden Boys Love von Yuu Watase🙈 Die Zeichnungen sind eine Augenweide und auch die Handlung ist voller Spannung. Jedoch sind sexuelle Handlungen enthalten, die gegen den Willen stattfinden… :c #Time2ReadWeek Nr.3