
ein fesselndes mystery-erlebnis
die seelen von copperdeer ist eines dieser bücher, die einen langsam einfangen und dann aber nicht mehr loslassen wollen. anfangs fiel es mir schwer, mich in den protagonisten hineinzuversetzen, doch je mehr ich in seine gedankenwelt eintauchte, desto stärker zog mich die geschichte in ihren bann. die autorin spielt geschickt mit wahrnehmung und illusion, sodass man irgendwann selbst nicht mehr sagen kann, was real ist und was nicht. die grenzen zwischen wachsein und traumwelt verschwimmen so sehr, dass man sich als leser manchmal ebenso verloren fühlt wie die figur selbst. dabei entfaltet sich die geschichte stück für stück, wie ein komplexes muster, in dem jedes neue detail ein größeres bild erahnen lässt – nur um im nächsten moment wieder infrage gestellt zu werden. kaum glaubt man, eine antwort gefunden zu haben, tauchen neue rätsel auf, die einen immer weiter in die geheimnisvolle welt von copperdeer hineinziehen. es ist spannend, stellenweise unheimlich, aber immer wieder auch unerwartet humorvoll, was die ernste und manchmal düstere atmosphäre angenehm auflockert. besonders beeindruckend fand ich die tiefe der charaktere – jede figur ist auf eine weise gezeichnet, die sie lebendig wirken lässt. ihre geheimnisse, ängste und hoffnungen machen sie greifbar, so dass man sich ihnen nahe fühlt, selbst wenn man sie nicht einem selbst entsprechen. es hat etwas gedauert, bis ich mich völlig auf die geschichte eingelassen habe, doch dann wollte ich nicht mehr, dass sie endet. ich möchte nicht zu viel verraten. wer atmosphärische mystery-romane liebt, in denen nichts ist, wie es scheint, sollte sich die seelen von copperdeer nicht entgehen lassen!



