DNF

Fantasy meets Science Fiction meets Dystopie
Ohne Erwartungen habe ich dieses Buch gelesen und war zunächst etwas überrollt von dem ganzen Input. Wir befinden uns in einer Zeit in der Menschen mit Technik verschmolzen werden können, Menschen mit unerklärlichen Fähigkeiten geboren werden und Monsterwese „Eidechsen“ die Welt bevölkern – und das alles nach einem zerstörerischen Krieg. Es gibt Gilden, Söldner, Klans und ganz viele Mysterien, Geheimnisse und ungeklärte Rätsel über die Vergangenheit. In dem Buch geht es hauptsächlich um die Geschichte von Rafik – einem Puzzler – der mit seinen tätowierten Händen Schlösser öffnen kann. Die ganze Geschichte hindurch entsteht immer mehr und mehr Spannung und wohin es zum Ende geführt hat, habe ich überhaupt nicht erahnen können. Nach einer gewissen Eingewöhnung an die Welt ist mir das Lesen des Buches sehr leicht gefallen, der Schreibstil ist sehr fesselnd und dieser Welt entsprechend realitätsnah (es wird seeehr viel geflucht). Das Buch ist definitiv nichts für EinsteigerInnen des Genres, aber eine klare Empfehlung für LeserInnen die sich mal an Dystopischer Science Fiction Fantasy probieren möchten. Teil 2 der Dilogie werde ich definitiv lesen!
Die Welt ist nach der Großen Katastrophe nahezu völlig zerstört. Milliarden Menschen sind gestorben, Städte wurden zerstört, die Natur verwüstet und verstrahlt. Die Überlebenden kämpfen um die verbleibenden Ressourcen, ständig auf der Jagd nach wertvollen Tarakanischen Artefakten, den Überbleibseln einer vergangenen Zivilisation. Nach der Apokalypse sind sogenannte Gezeichnete aufgetaucht, Menschen mit rätselhaften Tätowierungen, welche ihnen spezielle Fähigkeiten verleihen. Sie werden gefürchtet und gehasst, geraten sie an die falschen Leute, droht ihnen der Tod. Und doch sind einige von ihnen auch sehr gefragt: Die Puzzler können Mithilfe der Tätowierungen an ihren Fingern komplizierte Schlösser knacken und damit den Weg zu verborgenen Schätzen öffnen. Wir treffen auf verschiedene Charaktere. Im Buch geht es hauptsächlich um den Puzzler Rafik. Funkelauge ist ein Gelehrter und er hat die Aufgabe erhalten die Komm-Spezialistin Vincha zu finden, da es heißt, sie könne ihm berichten, was mit dem Jungen passiert ist. Dabei steht ihm der Söldner Galinak zur Seite. Dementsprechend gibt es zwei Handlungsstränge: die Gegenwart und somit Funkelauges Mission sowie die Geschichte um Rafik, die ihm nach und nach erzählt wird, auf der anderen Seite. Das Untereinander, Miteinander und Gegeneinander zwischen Funkelauge, Vincha und Galinak war sehr amüsant, grade die beiden letzteren hatten immer einen flotten Spruch auf Lager. Das Buch hält einige Überraschungen und Wendungen für den Leser bereit. Es ist spannend, humorvoll, aber auch teilweise blutig und brutal. Besonders gefallen haben mir die Elemente bezüglich der Gezeichneten und der Tarakanischen Artefakte. Die Tarakaner waren vor der Großen Katastrophe nicht nur technologisch und medizinisch sehr weit entwickelt und damit dem Rest der Bevölkerung weit überlegen. Man gibt ihnen zwar die Schuld an der Apokalypse, ist aber dennoch ganz wild auf ihre Artefakte, weil man damit den menschlichen Körper verbessern kann indem man sie als Mods dort einbaut. Dadurch entstehen im Prinzip mal mehr, mal weniger menschliche Cyborgs, die meist als Söldner ihren Lebensunterhalt bestreiten. Es handelt sich also um eine Mischung aus Dystopie, Science Fiction und Fantasy. Mich haben sowohl das Setting, als auch das komplexe Worldbuilding und die Charaktere sofort in ihren Bann gezogen. Ich bin gespannt auf den finalen Teil!


