Wir lernen Polizeimeisterin Gunni kennen, die von den Zeugen Jehovas ausgeschlossen wurde und deren Mutter und Schwester noch immer dort leben. Gunni ist auch sonst nicht die typische junge Frau, aber ich hab sie sofort ins Herz geschlossen. Gunni hat ihr Herz am rechten Fleck und wird kurzfristig in das Dezernat für Gewaltverbrechen befördert, als ein totes Kind aufgefunden wird. Aus Gründen, die ich nicht nennen kann, um nicht zu spoilern, verlässt sie die Abteilung jedoch wieder - was sie mir noch empathischer macht. Als Jahre später wieder ein totes Kind aufgefunden wird, ist Gunni die Einzige, die Parallele zu damals sieht.. . Das Buch hat mich echt zum verzweifeln gebracht. Ständig änderte ich meinen Verdacht bzgl des Täters. Man bekommt verschiedene Sichtweisen der beteiligten Personen, was es spannend und abwechslungsreich macht. Die Kapitel sind kurz und knackig. Die Spannung ist durchweg konstant vorhanden. Alle Charaktere sind sehr authentisch und man spürt den Schmerz, die Wut und auch die Verzweiflung der Charaktere. Für mich ein reines Wechselbad der Gefühle. Obwohl ich am Ende dann doch den richtigen Gedanken hatte. Ein wirklich gelungener Auftakt. Ich freu mich jetzt schon, Gunni in Band 2 wieder zu treffen.
Skandic Crime mit besonderer Stimmung: "Tatort Trelleborg" ( ein sehr, sehr einfallsloser, fast lieblos gewählter Titel, liebe Leute von Blanvalet) spielt 1989 und 1994, Hauptfigur ist die junge Polizistin Gunni, die bei den Zeugen Jehovas aufgewachsen ist, aber aus der Gemeinschaft ausgeschlossen wurde. Ermitteln muss sie, weil in beiden Jahren ein Kind zu Tode gekommen ist. 1989 verlaufen die Nachforschungen der Polizei ziemlich im Sand, es gibt nur widersprüchliche Aussagen und als ein Täter festzustehen scheint, ist Gunni nicht überzeugt. ( Aus Spoilergefahr kann ich nichts genaueres schreiben😉). Fünf Jahre später wird wieder ein Kind getötet. Es sieht dem Mordopfer aus dem ersten Fall sehr ähnlich. Gunni forscht erneut nach und findet in den alten Akten widersprüchliche Aussagen. Kommt sie noch rechtzeitig, um den Mord an einem dritten Kind zu verhindern ? Matthias Edvardsson ist ein versierter Krimiautor, der mit leichter Hand und kurzen Kapiteln die Spannung hoch hält. Sein Buch ist leicht verdaulicher Stoff für zwischendurch, hat mich durchaus gefesselt und sich schnell weglegen lassen. Gunni Hilding ist eine liebenswerte Person mit Ecken u d Kanten, die man schnell ins Herz schließt. Das Buch ist Auftakt zu einer Reihe und ich würde diese gern weiterlesen.
Drei Nachbarsjungen spielen im Wald, direkt neben ihrem Zuhause in Trelleborg, Südschweden. Zwei kehren zurück, der achtjährige Robin verschwindet spurlos. Polizeimeisterin Gunni Hilding, die sich in der Gegend bestens auskennt, wird überraschend in das Dezernat für Gewaltverbrechen integriert. Nicht einfach für die junge Polizistin, denn sie kennt viele der involvierten Personen von früher. Fünf Jahre später wird wieder ein Kind vermisst und nur Gunni stellt die Parallelen zu dem Fall rund um den achtjährigen Robin her. Dies ist der äusserst gelungene Auftakt in eine neue Thrillerreihe, die in der südlichsten Provinz von Schweden handelt. Es geht zur Sache. Skandi - Crime vom Feinsten ist nicht nur ein Werbeslogan, sondern genau das, was ich mit diesem Buch bekommen habe. Viele falsche Spuren, die der Autor gelegt hat, haben mich durch das Buch getrieben. Wer ist für die Tat an den kleinen Jungen verantwortlich? Ist es einer der Spielkameraden oder der im Dorf bekannte Einsiedler, genannt Ekel-Bengt? Oder hat etwa der Stiefvater seine Hände im Spiel? Auch zwei junge Männer, die in der Nähe wohnen, sind äusserst verdächtig. Ebenso wie der kinderlose Mann aus der Nachbarschaft. Es ist und bleibt bis zum Schluss spannend, denn die Auflösung erfährt man erst auf den allerletzten Seiten des Buches. Wir erleben hier, in diesem ersten Band, die Einführung in eine äusserst interessante Ermittlerin. Gunni Hilding, die sich aus der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas loseisen konnte, wirkt unsicher und leicht gehemmt. Damit ist sie sehr überzeugend. Denn die junge Polizeimeisterin sieht sich plötzlich mit Idolen aus ihrer Jugendzeit konfrontiert, mit denen sie nun zusammenarbeiten soll. Sie verfügt über ein unheimlich gutes Gespür für Zeugen, Verdächtige und Teammitglieder. Jetzt muss sie nur noch lernen, sich durchzusetzen und nicht vor Ehrfurcht zu erstarren. Aber das wird schon. Denn schliesslich ist das hier ja der Auftakt. Das offene Ende in ihrem Privatleben bereitet den Übergang zu Band zwei vor. Wohltuend empfand ich den Aufbau der Geschichte. Mattias Edvardsson erzählt chronologisch und ohne komplizierte Perspektiven und Ortswechsel. Tatsächlich gibt es auch nur zwei Zeitebenen. Ein Teil handelt 1989 und der zweite Teil 1994, mit fast denselben Figuren wie zuvor. Mit dieser Einfachheit im Aufbau kann man sich völlig auf den Inhalt konzentrieren, was ich sehr geschätzt habe. Für mich ist dieses Buch ein Highlight und ich werde mir weiter Bände vormerken.
Toller Reihenauftakt
Toller Reihenauftakt. Ich bin total begeistert von diesem tollen Krimi. Mit Gunni Hilding wurde ein ausgesprochen facettenreicher Charakter erschaffen. Sie wird in das Ermittlerteam aufgenommen, weil sie die Leiche des kleinen Jungen gefunden hat und sehr viel Potential in ihr gesehen wird. Ich habe sie als starke Persönlichkeit wahrgenommen, die Gefühle zulässt und äußerst empathisch ist. Auch ihre Vergangenheit bei den Zeugen Jehovas spielt eine Rolle, denn ihre Eltern und ihre Schwester sind noch Mitglied. Darüber freue ich mich, mehr in den weiteren Teilen der Reihe zu lesen. Ein äußerst interessantes und intensives Thema für mich. Das Buch spielt in zwei Zeitebenen. Im Jahr 1989, als der kleine Junge ermordet wird und dann im Jahr 1994, als wieder ein kleiner Junge tot aufgefunden wird. Wir begleiten die Ermittlungen hautnah und ich habe mich auch gefragt, ob das der richtige Weg ist zu ermitteln. Manche Entscheidungen konnte ich nicht nachvollziehen, genau wie Gunni. Auch hat das Buch mich emotional total gepackt. Die Tätersuche, die falschen Beschuldigungen. Was genau kann ich nicht näher ausführen, sonst würde ich ein wichtiges Detail der Story verraten. Einzig das Motiv hätte für mich persönlich etwas ausführlicher beschrieben werden können. Mich hat dieser Auftakt der neuen Krimireihe total begeistert und ich freue mich auf die weiteren Teile. Klare Leseempfehlung von mir und 4,5 Sterne.

Solider Auftakt
Inhalt: Im schwedischen Trelleborg kam es im Jahr 1989 zu einem schrecklichen Verbrechen. Die junge Polizeimeisterin Gunni Hilding wird deswegen überraschend ins Dezernat für Gewaltverbrechen rekrutiert. Ein achtjähriger Junge ist im Wald verschwunden und bisher nicht wieder aufgetaucht. Gunni und ihre Kollegen begeben sich auf die Suche. Fünf Jahre später wiederholt sich ein ähnlicher Sachverhalt. Auch hier ist wieder ein Junge in der Nähe des Waldes verschwunden - Gunni sieht als erste die Parallelen zum alten Fall. Kann sie es jetzt endlich schaffen, den wahren Täter hinter Gitter zu bringen? Meinung: Das Cover finde ich toll gestaltet. Es wirkt einfach total stimmig und man erkennt sofort, dass es sich um einen skandinavischen Krimi handelt. Ich bin sehr gut in das Buch gestartet. Durch die kurzen Kapitel und den tollen Schreibstil des Autors konnte ich die Zeit total vergessen. Die Geschichte selbst fängt spannend an. Man erfährt viel über den Fall, aber auch über Gunni. Man lernt sie immer besser kennen, was mir gut gefallen hat. Auch ihre Ängste und ihre Probleme sind gut eingeflossen. Ich hätte sie teilweise gerne in den Arm genommen, weil sie mir so sympathisch war. Zum Ende hin ging es dann etwas ruhiger zu. Das Ende selbst hat mich aber eher weniger überrascht. Für mich war es ein gelungener Einstieg in die neue Serie und ich freue mich auf weitere Teile.
Neue Reihe mit gutem Start
Das war nicht mein erstes Buch von Matthias Edvardsson. Ich mag den Schreibstil sehr und finde es toll, wie er innerhalb von ein paar Seiten die Protagonisten beschreibt, ein Bild von ihnen zeichnet und man innerhalb kurzer Zeit voll in die Geschichte abtauchen kann. Die Polizistin Gunni Hilding ist an der Suche nach einem kleinen Jungen in einem Wäldchen beteiligt und nach kurzer Zeit wird das Kind gefunden - ermordet. Gunni erhält der Chance, für das Dezernat für Gewaltverbrechen zu arbeiten und nimmt das gern an. Fünf Jahre später kommt wieder ein kleiner Junge ums Leben und nur Gunni erkennt die Gemeinsamkeiten zum ersten Fall. Die Spannung baute sich sehr schnell auf, ließ aber nach einiger Zeit etwas nach. Das Privatleben der Ermittlerin Gunni Hilding nimmt im ganzen Buch einiges an Raum ein. Anfangs fand ich das gut, um sie richtig kennenzulernen und um ihre Lebensumstände besser zu verstehen, zum Schluss hin war es mir etwas zuviel. Diesen Raum hätte ich lieber dem Fall gewidmet gesehen, die Auflösung hätte umfangreicher und detailreicher sein dürfen, das ging mir ein bisschen zu schnell. Trotzdem nahm der Fall eine Wendung, die mich überraschte und handwerklich ist der Thriller gut gemacht. Wenn ich auch dem Klappentext "Auftakt einer hoch spannenden Ermittlerkrimireihe" nicht ganz zustimmen kann. Dieses Buch reicht nicht ganz an "Die Bosheit " oder "Die Lüge " heran. Trotzdem eine Leseempfehlung von mir, freuen wir uns auf weitere Fälle aus Trelleborg !
Matthias Edvardssons "Tatort Trelleborg" ist der Auftakt zu einer Krimi-Reihe rund um Gunni Hilding. Der Verlag Blanvalet bezeichnet den Kriminalroman auf der Rückseite des Romans als "Auftakt der neuen hoch spannenden Ermittlerkrimireihe (...)". Um es vorweg zu nahmen: "Hoch spannend" ist für mich anders. "Tatort Trelleborg" kommt zunächst schnell zur Sache: Ein Kind wird ermordet aufgefunden, das Dezernat für Gewaltverbrechen übernimmt naturgemäß den Fall und Gunni Hilding, die bei der Schutzpolizei arbeitet, wird in das Ermittllungsteam aufgenommen. Matthias Edvardsson schafft es, in nur wenigen Worten seine Charaktere und das ländliche Schweden auferstehen zu lassen. Seine unaufgeregte Erzählweise hat mir durchweg zugesagt. Mit Gunni hat er außerdem eine sympathische Protagonistin geschaffen. Ich fand allerdings die Fokussierung auf ihre Vergangenheit auf Dauer etwas ermüdend. Anfangs ergab das noch Sinn für mich, um sie besser zu verstehen, am Ende war es aber ein bisschen zu viel des Guten, zumal sich dann herausstellte, dass es nicht nur darum ging, uns Gunni nahezubringen, sondern auch einen Cliffhanger zum zweiten Teil vorzubereiten. Mich hat dieser Fakt verärgert. Sehr gut herausgearbeitet wurde, was fehlerhafte Ermittlungsergebnisse mit dem Leben derjenigen anrichten, die fälschlicherweise als Täter gebrandmarkt wurden. Auch, wie die Mutter des ermordeten Kindes mit dem Verlust umgeht, wird einfühlsam aufgegriffen. Ansonsten ist der Krimi in vielerlei Hinsicht durchwachsen. Durch die bereits erwähnten ausführlichen Betrachtungen Gunnis Vergangenheit und Privatlebens geraten die Ermittlungen selbst immer wieder in den erzählerischen Hintergrund. Sie verlangsamen das ohnehin schon tendenziell gemächliche Tempo und nehmen viel Spannung. Außerdem bleiben ihre Kolleg*innen blass, weil sie für den Autor offenbar eher Staffage sind - zumindest werden sie so behandelt. Die Kapitel sind meistens sehr kurz. Das hat den Vorteil, dass es einlädt, weiterzulesen, andererseits waren viele Kapitel so kurz, dass der Wechsel zum nächsten Kapitel (und damit Themenfeld) mir persönlich teilweise zu abrupt kam. Schade ist, dass das Ende - gemessen am vorangegangenen gemächlichen Erzähltempo - sehr plötzlich kam und vor allem sehr schnell und sehr oberflächlich abgehakt worden ist. Ich muss nicht alles lang und breit und bis ins kleinste Detail vorgekaut bekommen, aber dieser Abschluss des Mordfalls wirkte auf mich überhastet. Ich habe es als alles in allem unbefriedigend empfunden. Immerhin lag ich in meiner These, wer der Mörder ist, richtig. Ich bin kein Fan von Cliffhangern, insofern begeistert mich der Cliffhanger am Ende dieses Romans nicht, ist aber insofern erträglich, als der Kriminalfall selbst abgeschlossen ist. Fazit: Es wurde viel Potential verschenkt. Ich hätte mir mehr Ermittlungsarbeit und weniger persönliche Gunni-Befindlichkeiten gewünscht. Von der vom Verlag versprochenen "hoch spannenden Ermittlerkrimireihe" kann keine Rede sein. Ein netter Krimi für zwischendurch ist "Tatort Trelleborg" dennoch.






