22. Mai
Rating:3.5

Emotionaler als erwartet🥺

Ein Schicksalsschlag nach dem anderen. Ich bin zwar schon mit der Erwartung an das Buch rangegangen, dass es emotional wird, aber mit allem, was dort passiert ist, hätte ich wirklich nicht gerechnet. Es werden so viele ernste Themen aufgegriffen und manche davon waren echt heftig. Ein Thema hat mich sogar ein bisschen angeekelt, aber dazu kann ich natürlich nichts sagen, ohne zu spoilern 😅 Damit hätte ich in diesem Buch wirklich niemals gerechnet. Besonders gefallen haben mir der Schreibstil, die vielseitigen Charaktere und die Atmosphäre. Die Landschaft wurde so bildlich beschrieben, dass ich manchmal wirklich das Gefühl hatte, selbst irgendwo auf dieser abgelegenen Farm in Westaustralien zu stehen. Außerdem mochte ich die verschiedenen Zeitebenen total gerne. Was mich manchmal etwas gestört hat, war, dass die Kapitel etwas durcheinander wirkten. Man sprang ständig zwischen verschiedenen Jahren und Perspektiven, ohne direkt zu wissen, bei welcher Person man gerade ist. Das hat den Lesefluss manchmal kurz unterbrochen, auch wenn man später besser reinkam. Teilweise wurden mir auch manche Themen etwas zu ausführlich erklärt, zum Beispiel politische Themen oder alles rund um die Schafwolle damals. Da habe ich zwischendurch auch mal ein paar Stellen übersprungen und am Ende hat mir das auch nicht gefehlt, weil es nicht wirklich viel zur eigentlichen Hauptstory beigetragen hat. Trotzdem fand ich das Buch insgesamt wirklich richtig gut. Emotional, intensiv und definitiv eine Geschichte, die zum Nachdenken bringt.

Ein weites Leben
Ein weites Lebenby M. L. StedmanBlanvalet
21. Mai
„Am Ende suchen wir doch alle nur einen Ort, an dem wir die Stürme des Lebens überstehen können.“
Rating:4

„Am Ende suchen wir doch alle nur einen Ort, an dem wir die Stürme des Lebens überstehen können.“

„Ein weites Leben“ ist eine große und dramatische Familiengeschichte der Mcbrides. Der Schreibstil ist leicht und blumig, so dass man schnell vorankommt. Die Autorin hat den Protagonisten und auch den Nebencharaktere unglaublich viel Leben eingehaucht. Jeder hatte ein Schicksal, welches zu einem neuen Erzählstrang führte. Ich konnte mich darauf einlassen, habe aber in einigen Rezensionen gelesen, dass das Buch daher langatmig wurde. Mir hat diese Vervollständigung des Umfeldes der Protagonisten gut gefallen. Der innerliche Kampf von Matt hätte meiner Meinung nach ein wenig mehr beleuchtet werden können. Zu Teilen hat gerade dieser die Geschichte getragen. Insgesamt ein kurzweiliger Roman trotz der 528 Seiten.

Ein weites Leben
Ein weites Lebenby M. L. StedmanBlanvalet
19. Mai
Sternebewertung fiktiv
Rating:5

Sternebewertung fiktiv

13 Jahre nach ihrem letzten auf Deutsch erschienenen Roman meldet sich M. L. Stedman endlich zurück und allein das hat mich schon neugierig gemacht. Nach diesem Buch überlege ich tatsächlich sehr ernsthaft, ihr Erstlingswerk noch einmal zu lesen, weil mich dieser ruhige, atmosphärische Schreibstil wieder komplett abgeholt hat. Ein weites Leben, erschienen im Blanvalet Verlag und übersetzt von Cornelius Hartz, beginnt im heißen Australien der 50er Jahre. Staubige Straßen, flirrende Hitze, endlose Weite und mitten darin die Familie McBride. Die Familie McBride ist mit ihrem Wagen unterwegs, bis ein Lastwagen in einer einzigen Sekunde alles zerstört. Der Vater und einer der Söhne sterben sofort. Nur der junge Matt überlebt schwer verletzt. Als er nach langer Zeit aus dem Krankenhaus zurück auf die Farm kommt, ist nichts mehr wie vorher. Die Farm wirkt wie ein Ort, an dem die Zeit stehen geblieben ist. Seine Mutter funktioniert nur noch irgendwie weiter, seine Schwester Rose versucht zwischen Trauer, Verantwortung und ihrem eigenen Wunsch nach Freiheit zu bestehen, und Matt selbst kämpft nicht nur mit den körperlichen Folgen des Unfalls, sondern auch mit Erinnerungslücken und diesem Gefühl, sich selbst verloren zu haben. Genau das hat mich an diesem Roman so berührt. M. L. Stedman erschafft eine unglaublich dichte Atmosphäre. Diese australische Landschaft fühlt sich beim Lesen lebendig an, trocken, heiß, weit und gleichzeitig bedrückend. Man spürt förmlich die Einsamkeit der Farm und diese permanente Schwere, die über allem liegt. Besonders gelungen fand ich die Figurenzeichnung. Niemand wirkt perfekt oder glatt. Alle tragen ihre eigene Trauer, ihre eigenen Konflikte und Verletzungen mit sich herum. Vor allem das Verhältnis zwischen Matt, seiner Mutter und Rose ist unglaublich intensiv beschrieben. Dieses Zusammenleben voller unausgesprochener Vorwürfe, Schuldgefühle und Überforderung hat mich stellenweise wirklich mitgenommen. Rose zieht irgendwann nach einem Streit in die Stadt, weil das Leben auf der Farm und die Spannungen zuhause sie erdrücken. Dadurch verändert sich die Dynamik der Familie noch einmal komplett und genau hier entwickelt der Roman für mich eine besondere Stärke. Aus einem stillen Familiendrama wird nach und nach eine Geschichte voller neuer Entwicklungen, Geheimnisse und emotionaler Wendungen. Was mir ebenfalls sehr gefallen hat. Der Roman ist multiperspektivisch erzählt und verbindet viele verschiedene Handlungsstränge miteinander. Zu Beginn hatte ich zwar Einstiegsschwierigkeiten aber alles greift irgendwann ineinander. Und gerade im letzten Abschnitt passiert noch einmal unglaublich viel. Dinge, mit denen ich nicht gerechnet habe und die der Geschichte am Ende etwas sehr Rundes und gleichzeitig Schmerzhaftes geben. Ein Familienroman über Verlust, Schuld, Veränderung und darüber, wie ein einziger Moment ein ganzes Leben auseinanderreißen kann.

Ein weites Leben
Ein weites Lebenby M. L. StedmanBlanvalet
13. Mai
Rating:5

Manche Bücher schleichen sich ganz langsam ins Herz der Lesenden.

So war es bei mir in diesem Fall. Wobei ich korrekterweise von "Hörenden" sprechen müsste. Gerade erst bei mir eingezogen wurde es mir bei einer Challenge sofort ausgewählt. Kurz dachte ich zu Beginn es sei ein Fehler gewesen, mich für das Hörbuch zu entscheiden, weil ich für den Moment von den Perspektivwechseln irritiert war. Aber dann entwickelte diese Geschichte trotz aller Tragik, ganz ruhig ihre Wirkung. Jetzt wäre ich gerne noch länger in Meredith Downs geblieben um das Leben weiter mit liebgewonnenen Charakteren zu teilen. Die Hitze Australiens ist, trotz aktiven Eisheiligen, hier durch das Wohnzimmer geflirrt während des Lesens. Die Landschaft hat mich fasziniert und ich habe manches gelernt, über die Menschen, über Australien und seine Geschichte. Ich sah sie förmlich heran nahen die Tragödien der MacBrides, unaufhaltsam und sehr authentisch dargestellt. Viele schlugen über ihnen zusammen und begruben manchen und manches unter sich. Einige drohten nur und verliefen sich im Sande. Wenige, eher heimtückische, brachen ohne Ankündigung über uns herein. Fesselnd geschrieben und mit viel Zwischenmenschlichem gefüllt... Dieses Buch kann ich jedem Leser/Hörer empfehlen, der Familiengeschichten mag und der trotzdem Spannung sucht. Je ein kürzerer Anfangs- und Endteil begleitet einen in die und aus der Story. Dazwischen taucht man tief ein in Australiens Weite. Für alle die, die wie ich, das Buch wegen des Klappentextes auswählen, sei noch kurz erwähnt: Der Teil, der mich an dieser Beschreibung am meisten angesprochen hat, ist nur ein kleiner Teil der Geschichte. Aufmerksamere Leser als ich können sich das aber vermutlich denken.

Ein weites Leben
Ein weites Lebenby M. L. StedmanBlanvalet
10. Mai
Rating:4.5

Dramatische Familiengeschichte

Ein unglaublich dramatischer, schockierender aber auch schöner Roman mit einer Familiengeschichte, die über mehrere Jahre erzählt wird. Hauptsächlich verfolgen wir Matt, der einen schweren Unfall überlebt und schwer gezeichnet ist. Es passieren viele Dinge, die verheerende Nachwirkungen haben. Nebenbei erfahren wir als Leserin aber auch jede Menge über Westaustralien, die Geschichte des Landes und über Schaffarmen. Auch wenn das Buch nicht so leicht zu lesen, war es dennoch absolut lohnenswert. Eine epische Geschichte, die mir oft hat die Tränen in die Augen steigen lassen. Absolut und uneingeschränkt lesenswert!

Ein weites Leben
Ein weites Lebenby M. L. StedmanBlanvalet
21. Apr.
Rating:5

Fabelhaft! Einfach großartig. 👏🏻. Ich würde es nochmal von vorne lesen… und 10 Sterne⭐️ geben- wenn ich könnte! Ich bin noch völlig geflasht… wirklich! Wem epische Erzählungen oder große Familiengeschichten gefallen- der hat hier das richtige Buch gefunden. Definitiv ein Highlight dieses Jahr… Ich fand tatsächlich ‚Das Licht zwischen den Meeren‘ von der Autorin gar nicht soooooo fantastisch aber dieses Buch hier ist wirklich groß. Wie ein Blockbuster auf Papier!

Ein weites Leben
Ein weites Lebenby M. L. StedmanBlanvalet
16. Apr.
Verloren in der Wildnis Australiens
Rating:4.5

Verloren in der Wildnis Australiens

Ich konnte mir gar nichts unter diesem Buch vorstellen und jetzt habe ich es beendet und bin so froh, dass ich es gelesen habe. Hier geht es um die Familie MacBride, eine Familie die einsam und seit Generationen eine Schaffarm, im Westen Australiens betreibt. Nach einem schweren Unfall stirbt der Vater und der älteste Sohn, nur der jüngste Sohn Matt, überlebt schwerverletzt. Nach dem Unfall ist er allerdings gezeichnet, seine Erinnerung lückenhaft und er ist nicht mehr der Selbe. Mehrere Schicksalsschläge machen es Matt, fast unmöglich ein normales Leben zu führen. Hauptsächlich geht es um das Leben auf der Farm, um Familie, Schmerz, Trauer und Verlust. Aber auch Entscheidungen, die ein ganzes Leben beeinflussen. Ein wunderbares Buch, ich konnte den roten Sand auf der Haut spüren, die Hitze Australiens. M.L. Stedman hat eine tolle Sprache und das Buch ist keineswegs kitschig. Ich mag die Art, wie sie verschiedene Charaktere in Szene setzt und jedem sein eigenes Schicksal mit auf den Weg gibt. Wirklich lesenswert. ▪️Schaffarm▪️Rosie▪️Andy▪️Familie▪️Sneaky Snook▪️Peachey ▪️Meredith Downs▪️Old Wally ▪️Geheimnisse▪️Vergesserung

Ein weites Leben
Ein weites Lebenby M. L. StedmanBlanvalet
13. Apr.
Rating:5

Die McBrides werden innerhalb kurzer Zeit von zwei schweren Schicksalsschlägen heimgesucht. Und trotzdem gelingt es den Familienmitgliedern, sich ins Leben zurückzukämpfen und schließlich ihr Glück zu finden. Dieser Familienroman schildert eindrücklich das arbeitsreiche und harte Leben auf einer Schaffarm in Westaustralien in den 1960er Jahren. Gut geschrieben, spannend, geht zu Herzen. Auf jeden Fall ein Lesehighlight 2026 für mich!

Ein weites Leben
Ein weites Lebenby M. L. StedmanBlanvalet
12. Apr.
Eine bewegende Geschichte von „Vergesserung“
Rating:5

Eine bewegende Geschichte von „Vergesserung“

„Wir glauben, zu wissen, wer wir sind und dass wir jeden Morgen, wenn wir die Augen aufschlagen, mehr oder weniger dieselbe Person sind. Doch so wie selbst ein Felsen nach und nach verwittert, werden auch wir vom Lauf der Zeit und von dem, was wir erleben, geformt und verändert, bis wir diese Welt schließlich verlassen und keine einzige Zelle unseres Körpers mehr dieselbe ist wie bei unserer Geburt. Während sich das Band des Lebens immer weiter entrollt, ist der Mensch, der morgens aufwacht, jedes Mal ein kleines bisschen anders als derjenige, der abends schlafen gegangen ist. Aber manchmal bleibt es nicht bei dieser unmerklichen Veränderung, manchmal wandelt ein einziges Ereignis jemanden komplett um – und wenn das passiert, verändern sich alle, die denjenigen gern haben, gleich mit. (S. 86) „Ein weites Leben“ ist ein bewegender Gesellschaftsroman, der die Farmerfamilie McBride über Jahrzehnte hinweg begleitet und auch die wirtschaftlichen Geschehnisse und Entwickungen vom Ende der 1890er Jahre bis ins Jahr 2000 in Australien thematisiert. Die McBrides ereilt am 10. Januar 1958 ein derber Schicksalsschlag - ein Unfall, bei dem einer der zwei Söhne und der Vater stirbt. Matt, der jüngste Sohn, erleidet so starke Verletzungen, dass er Monate benötigt, bis er sich davon erholt. So bleiben zunächst nur Mutter Lorna und Schwester Rosie, die sich um die Farm kümmern können. Auf diesen ersten Schicksalsschlag, folgt ein Jahr später ein weiterer und der 10. Januar zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Es gibt heftige Ereignisse, die die Charaktere für immer prägen werden und ihre Entscheidungen für ihr ganzes Leben lang beeinflussen werden. Neben der McBride-Familie gibt es aber auch zahlreiche Nebencharaktere, allen voran der Känguruh-Jäger Pete Peechey, der zu meinem persönlichen Sympathieträger und Held wurde. Die Menschen, ihre Schicksale und ihr Leben über die Jahrzehnte hinweg haben mich sehr eingenommen und bewegt und mein Auge auch nicht trocken gelassen. Die Wortneuschöpfung „Vergesserung“ spielt hier auch eine besondere Rolle. Und das Ende fand ich sehr stimmig und versöhnlich gewählt, sodass das Buch doch noch zu einem kleinen Highlight wurde. Ich würde den Roman auch all denjenigen empfehlen, die die Bücher von Chris Whitakter mögen - von mir eine klare Leseempfehlung 👍

Ein weites Leben
Ein weites Lebenby M. L. StedmanBlanvalet
9. Apr.
Rating:4.5

Australische Familiengeschichte   Die Familie MacBride lebt seit Generationen auf der Schafsfarm Meredith Downs in Westaustralien. Ein schwerer Unfall im Jahr 1959 verändert ihr Leben unwiderruflich. Über Jahrzehnte hinweg prägen Verlust, Schweigen und ein verborgenes Geheimnis das Schicksal der Familie. Der Roman erzählt leise und eindringlich, wie die MacBrides versuchen, mit ihrer Vergangenheit zu leben, und zeigt eindrucksvoll, wie lange ein ungelöstes Geheimnis nachwirken kann. Die Figuren sind insgesamt gut ausgearbeitet und wirken glaubwürdig in ihrem Umgang mit Trauer und Verdrängung. Eine gewisse Distanz blieb für mich jedoch zur Mutter Lorna. Ihre innere Gedankenwelt bleibt weitgehend verschlossen, wodurch es schwerfällt, eine emotionale Nähe zu ihr aufzubauen. Dennoch überzeugt der Roman als stille, berührende Familiengeschichte, die lange nachhallt.

Ein weites Leben
Ein weites Lebenby M. L. StedmanBlanvalet
31. März
"Matty mein Schatz. Sei nicht traurig. Neunundachzig ist doch eine ordentliche Leistung. Ich hatte ein schönes Leben und ich habe so viel Liebe erfahren. Mehr kann man sich nicht wünschen, oder? ❤️
Rating:4

"Matty mein Schatz. Sei nicht traurig. Neunundachzig ist doch eine ordentliche Leistung. Ich hatte ein schönes Leben und ich habe so viel Liebe erfahren. Mehr kann man sich nicht wünschen, oder? ❤️

Der Roman Ein weites Leben beginnt im Jahr 1958 im Westen Australiens, wo die fünfköpfige Familie McBride eine Schaffarm betreibt. 🐑🌾 Das Leben im Outback ist geprägt von Hitze, Dürre und harter Arbeit – und dennoch von Zufriedenheit. 🌞 Bis ein tragischer Unfall alles verändert und das fragile Glück der Familie erschüttert. 💔 Von diesem Moment an entfaltet sich eine leise, tief bewegende und zugleich wunderschön erzählte Geschichte. 📖✨ Der Schreibstil von M. L. Stedman ist ruhig, bildhaft und von großer Einfühlsamkeit getragen. Ihre Figuren sind so authentisch und detailliert gezeichnet, dass man sich mühelos in ihre Gedanken und Gefühle hineinversetzen kann. Die Sprache ist emotional und eindringlich, sie lässt einen mitfühlen, mitleiden und selbst schwierige Entscheidungen nachvollziehen. 😢🤍 Trotz seines ruhigen Tons entwickelt der Roman eine erstaunliche Spannung, fast wie ein Thriller, jedoch ohne spektakuläre Wendungen. 🔍 Vielmehr entsteht sie durch die feine psychologische Ausarbeitung und das stetige Fortschreiten der Zeit. Man liest weiter, weil man verstehen möchte, welche Konsequenzen Entscheidungen haben und wie lange vergangene Ereignisse nachwirken. ⏳ Besonders beeindruckt haben mich die Naturbeschreibungen. 🌿 Das Setting des australischen Outbacks ist atmosphärisch dicht und unglaublich schön eingefangen, man spürt die Weite, die Härte, aber auch die Faszination dieser Landschaft. 🌄 Für die volle Punktzahl hat es bei mir dennoch nicht ganz gereicht. ⭐ Einige Handlungsstränge wurden begonnen, aber nicht konsequent weitergeführt oder aufgelöst, was etwas unbefriedigend wirkte. 🤔 Trotzdem bleibt es eine klare Leseempfehlung – ein berührender, intensiver Roman, der noch lange nachhallt. 💫 ★★★★☆

Ein weites Leben
Ein weites Lebenby M. L. StedmanBlanvalet
30. März
Rating:4

Ein fein geschriebenes Familiendrama

EIN WEITES LEBEN ist ein ruhiger, sehr berührender und tragischer Roman mit Tiefgang. M.L. Stedmann gelingt es einmal mehr, ProtagonistInnen mit der nötigen Feinheit und Tiefe zu zeichnen und Themen wie Schicksalsschläge, weitreichende Entscheidungen und Wendepunkte eines Lebens eindringlich zu erzählen. Die Sprache ist feinfühlig und detailreich, stellenweise fast poetisch und führt den/die LeserIn durch das Leben auf einer Schaffarm im australischen Outback. Besonders gefallen hat mir die emotionale zwischenmenschliche Tiefe des Romans. Durch die präzisen Beschreibungen gelingt Stedmann Landschaft und Lebensumstände sehr lebendig vor Augen zu führen. Dramatische Erlebnisse werden dabei nicht reißerisch, sondern klar und zurückhaltend geschildert, ohne unnötig aufzutragen. Oft bleiben Umstände nicht restlos geklärt, sondern schwingen nach- als LeserIn kann man sich seinen/ihren eigenen Teil dazu denken mit und Schlussfolgerungen ziehen. Ganz frei von kleinen Schwächen ist der Roman jedoch nicht. Einige sprachliche Ungenauigkeiten, Vereinzelte Rechtschreib- und Flüchtigkeitsfehler haben mich persönlich gestört, was bei einem so hochwertig gestalteten und inhaltlich anspruchsvollen Buch etwas schade ist. Das trübte stellenweise den ansonsten sehr runden Eindruck. Zudem wurden im Verlauf der Handlung einzelne Erzählfäden angedeutet, die später nicht weiter aufgegriffen oder zu Ende geführt wurden. Diese offenen Ansätze wirkten auf mich teilweise etwas verloren und hätten- zumindest in Teilen mehr Klarheit oder eine stärkere Einbindung in den Gesamtbogen vertragen. Trotz dieser Punkte ist EIN WEITES LEBEN ein äußerst berührender Roman. Meiner Meinung nach wird er vor allem Leserinnen und Leser ansprechen, die eine ruhige, präzise Erzählweise schätzen und sich eine Kulisse gern bildhaft vorstellen. Ich empfehle das Buch allen, die einen ruhigen literarischen Stil mit viel emotionaler Tiefe lieben.

Ein weites Leben
Ein weites Lebenby M. L. StedmanBlanvalet
27. März
Wie viel Wert hat die Wahrheit?
Rating:4

Wie viel Wert hat die Wahrheit?

“Etwas, woran man sich erinnert, nennt man doch Erinnerung. Aber wie nennt man das, was man vergisst?” Zugegeben, als ich “Ein weites Leben” angefangen hatte, hatte ich irgendwie recht wenig Erwartungen – und wurde durchaus positiv überrascht! Die Geschichte entpuppt sich als vielschichtige Zwiebel, die mehrere Perspektiven und Zeitsprünge umfasst. Im Mittelpunkt stehen die MacBrides, eine Familie, die auf Meredith Downs im australischen Outback lebt und dort eine große Schaffarm betreibt. Wir steigen 1958 in ihr Leben ein, als Vater Phil und Sohn Warren bei einem Unfall sterben und nur Sohn Matthew überlebt – allerdings mit starken Kopfverletzungen, die sein Gedächtnis und seine generelle Wahrnehmung beeinträchtigen. Als wäre dieser Schicksalsschlag nicht schon schlimm genug, schlägt das Schicksal schon bald ein zweites Mal zu. Und es gibt Geheimnisse, die (fast) mit ins Grab genommen werden. Kurz gesagt: Ein komplexes Familiendrama über 3 (eigentlich fast 4) Generationen, das voll unerwarteter Wendungen steckt und definitiv keine seichte Unterhaltung ist. Man braucht etwas, um in die Geschichte inklusive der Nebenstränge reinzukommen, aber ist man einmal drin, entwickelt sich ein regelrechter Sog. Ich fand die Geschichte zu keiner Zeit langweilig (und wir reden hier immerhin von 526 Seiten), für den relativ nüchternen Erzähl-/Schreibstil ziehe ich allerdings einen Stern ab.

Ein weites Leben
Ein weites Lebenby M. L. StedmanBlanvalet
25. März
Rating:3

Eine emotionales Familienepos im australischen Outback

„Ein weites Leben" von M.L. Stedman ist ein emotionales Familienepos, das im australischen Outback in den 50er und 60er Jahren spielt. Im Roman dreht sich alles um die Familie MacBride, deren Leben durch einen tragischen Unfall, bei denen zwei Familienmitglieder sterben, zerstört wird. Es steht der Überlebenskampf und das Zurückfinden ins Leben des Sohnes Matthew im Vordergrund, der vom Unfall schwer getroffen wurde. Zentrale Themen des Romans sind in erster Linie Schicksal, Trauer, Schuld und Verlust. Ich empfand die Handlung rund um die Familie MacBride und das Leben im australischen Outback als sehr langatmig. Die vielen Figuren, Naturbeschreibungen und Erzählstränge machten es mir schwer in die Handlung zu finden. Auch die ständigen Zeitsprünge und Persepektivwechsel störten mich. Die Autorin hat einen sehr nüchternen und sachlichen Schreibstil gewählt. Das ist nicht ganz mein Geschmack, vor allem wenn dramatische und tragische Dinge passieren. Da hätte ich mir mehr Emotionalität und Tiefe gewünscht. Durch die nüchterne Beschreibweise konnte ich auch mit den Figuren nicht richtig warm werden. Gefallen hat mir das Setting. Ich habe viel über das entbehrungsreiche Leben im australischen Outback in den 50er und 60er Jahren erfahren. Die Autorin beschreibt dies sehr detailreich und intensiv, sodass ich ein gutes Bild vom Leben damals bekommen habe. Hier hat mir die bildhafte Sprache sehr gefallen, da ich mir die unvorstellbaren Weiten Australiens sehr gut vorstellen konnte. Der Familienroman ist definitiv kein Buch für zwischendurch, da man als Leser mit vielen Figuren, Namen und Umständen konfrontiert wird. Wer mehr über das karge Leben im australischen Outback erfahren möchte und tragische Familienepen mag, liegt mit der Wahl des Buches richtig.

Ein weites Leben
Ein weites Lebenby M. L. StedmanBlanvalet
24. März
Rating:4

Schicksal, Schuld & Vergesserungen

M.L. Stedman Roman „Ein weites Leben“ spielt Ende der 50er Jahre im westaustralischen Outback, wo Familie McBride bereits seit Generationen Schafzucht betreibt. Angepasst und im Einklang mit der kargen Natur, führen Phil und Lorna, gemeinsam mit ihren drei Kindern Warren, Matt und Rose, auf Meredith Downs, ein zwar arbeitsames, aber zufriedenes und glückliches Leben. Bis eines Tages ein großes Unglück über sie hereinbricht, bei dem Phil und ihr ältester Sohn Warren auf tragische Weise bei einem Autounfall ums Leben kommen und nur Matt, mit großem Glück, jedoch starker Beeinträchtigung überlebt. Von einem auf den anderen Tag verändert sich für die McBrides alles und es soll nicht bei diesem einen Schicksalsschlag bleiben. Vielleicht lässt sich daraus schon erahnen, dass „Ein weites Leben“ definitiv keine leichte Kost, sondern sehr tiefgreifend ist. In die Erzählweise musste ich erst einmal hineinfinden, wobei M.L. Stedman unheimlich atmosphärisch schreibt und es dabei auch wahnsinnig gut schafft Stimmungen und Schwingungen rüberzubringen. Ohne dass es jetzt total negativ klingen soll, hat es der erste Teil der Geschichte sogar geschafft, mich in meiner Stimmung so runterzuziehen, mir eine solch spürbare Beklemmung zu verschaffen, dass ich das Buch erstmal für ein paar Tage zur Seite legen und unterbrechen musste. Die Story ist nicht nur tragisch, berührend und fesselnd, sondern eben auch nachvollziehbar, ebenso wie die Handlungen und Gedanken der Protagonisten, die ich durchweg sehr gelungen und authentisch fand. Ebenso die Nebencharaktere, deren Geschichten und Schicksale auch teilweise sehr geschickt mit eingeflochten werden. Ein wenig Probleme haben mir die vielen Zeitsprünge bereitet, auf die ich mich nicht immer sofort einlassen konnte, auch mit den vielen Namen bin ich teilweise ganz schön ins Stolpern geraten. Fazit: Alles in Allem eine wirklich interessante und ebenso bewegende Familiengeschichte mit sehr viel Leid, Scham, Schuld und Unausgesprochenem. Auf jeden Fall sehr lesenswert, wenn auch nichts für nur mal so „zwischendurch“.

Ein weites Leben
Ein weites Lebenby M. L. StedmanBlanvalet
17. März
Rating:4

Emotional, dramatisch und ein eindrückliches Setting

Australien in den 50er Jahren: Der Vater der Macbride Familie ist mit seinen 2 Söhnen mit dem Auto unterwegs. Nach einem Unfall überlebt nur der Sohn Matthew Macbride.Aber auch er trägt schwere Schäden des Unfalls zurück, die ihn noch lange beeinträchtigen. Zu Hause lebt er weiter mit seiner Schwester Rose und Lorna. Schon bald ereilt sie ein nächster Schicksalsschlag, der die Stellung der Macbride Familie in kein gutes Licht rückt. Mein Fazit: Der Einstieg in die Geschichte fiel mir tatsächlich etwas schwer, da ich mit den Zeitsprüngen und der Vorstellung der Protagonisten meine Schwierigkeiten hatte. Im weiteren Verlauf löste sich der Knoten aber und die Geschichte zog mich in ihren Bann. Besonders das australische Setting in den 50er Jahren ist sehr gelungen und authentisch beschrieben. Eine Geschichte, die emotional, dramatisch und berührend ist, unter anderem aber auch Explizite Themen behandelt. Aufgrund möglicher Spoiler möchte ich da aber nicht weiter drauf eingehen. Der Autorin ist es allerdings sehr gut gelungen, diese Themen sanft zu umschiffen und nicht reißerisch auszuschmücken. Mir persönlich fehlte da sogar ein wenig der Kontext, um eine gewisse Handlung nachvollziehen zu können. Allgemein hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten entfaltete sich mit der Zeit eine Sogwirkung und ich konnte es stellenweise nicht aus der Hand legen. Einige Stränge wären für mich allerdings nichts notwendig gewesen, wobei ich mir vorstellen kann, dass diese genutzt wurden, um den Leser auf eine falsche Fährte zu führen.

Ein weites Leben
Ein weites Lebenby M. L. StedmanBlanvalet
26. Jan.
Rating:4.5

Australien in den fünfziger Jahren. Die drei Männer der Familie Macbride sind mit ihrem Auto unterwegs, als ihnen ein Känguru in den Weg springt. Zwei der drei Insassen verunglücken tödlich. Einzig der jüngere Sohn Matthhew überlebt schwer verletzt. Nach einer langen Phase der Regeneration kehrt er nach Hause zurück. Doch kaum angekommen, geschieht bereits das nächste Unglück. Und sein Leben gerät endgültig aus den Fugen. Die ganze Familie steht vor der Aufgabe in einen geregelten Alltag zurückzukehren und muss dabei nicht nur eine Herausforderung bewältigen. "Ein weites Leben" ist ein Buch welches definitiv keine leichte Kost ist und noch eine Weile in mir nachhallen wird. Bevor ich mit dem Lesen angefangen habe, wusste ich natürlich durch den Klappentext, dass mich auf jeden Fall eine tragische Geschichte erwartet, die mich mitnehmen und berühren wird. Dass sie aber meine Vorstellungen bei weitem übersteigen wird, damit habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Es gibt vor allem ein sehr einschneidendes Ereignis, welches mich wirklich schockiert und nachhaltig bewegt hat. Ich war mir lange Zeit nicht sicher, wie ich zu diesem Ereignis stehe, finde aber dass es recht gut in die Geschichte eingebettet wurde. Man hätte allerdings noch etwas mehr zu eventuellen Hintergründen sagen können. Ich kann an dieser Stelle nicht mehr dazu sagen, sonst würde ich spoilern, aber, diejenigen, die das Buch gelesen habe, wissen vermutlich, was ich meine. Zu Beginn der Geschichte habe ich mich ehrlicherweise etwas schwer getan. Das Setting Australien, die Zeit in den fünfziger Jahren, die vielen Personen. Das alles zusammengenommen hat mir den Einstieg nicht ganz so leicht gemacht. Zudem gibt es recht viele Zeitsprünge in die verschiedensten Richtungen, die mir ebenfalls etwas den Lesefluss genommen haben. Doch mit der Zeit gewöhnte ich mich an die Art der Autorin. An ihre Schreibweise, an ihre Art Geschichten zu erzählen, Und sobald ich drin war in der Geschichte, flogen die Seiten tatsächlich nur so dahin. Die Geschichte ist fast über die komplette Zeit extrem packend. Die tragischen Ereignisse sind auf ihre Art fesselnd, berührend und mitnehmend. Immer wieder das kleine Pflänzchen Hoffnung zwischendurch, welches Licht in die Geschichte bring. Das Buch schaffte es extrem mit meinen Emotionen zu spielen. Die Autorin legt ihren Finger genau dahin, wo es richtig wehtut. Sie schon weder ihre Protagonisten, noch uns Leser. Auch vor Tabus macht sie keinen Halt. Und genau das macht das Buch so besonders. Tatsächlich würde ich es aber gar nicht so schlecht finden, wenn das Buch auch Triggerwarnungen hätte, da es stellenweise wirklich heftig ist. Die Protagonisten mochte ich auch sehr gerne. Einzig die vielen Nebencharaktere hätten nicht unbedingt sein müssen. Das waren für meinen Geschmack etwas zu viele. Und bei manchen wäre es für die Geschichte nicht so schlimm gewesen, wenn es sie nicht gegeben hätte. Sie haben zum Verlauf nicht so viel beigetragen und mich mit ihrer Einführung eher mehr verwirrt, weil ich dachte, dass sie eine bedeutende Rolle spielen müssen. Ich habe die Geschichte tatsächlich sehr gerne gelesen und so mit den Figuren mitgelitten. Auch das Setting Australien konnte ich mich letztendlich extrem überzeugen. Ich habe wahnsinnig viel über Schafbauern und die Landwirtschaft in den Fünfzigern in Australien gelernt. Geschichtlich ist das Buch für mich ein ganz besonderes Highlight. Das Ende hätte ich mir ein bisschen anders gewünscht bzw. vorgestellt. Ich hatte gehofft, dass es nochmal einen Plott-Twist gibt, der aber ausgeblieben ist. Das Ende ist trotz allem stimmig und passt so auch sehr gut zum Verlauf, aber ich hätte mich auch gefreut, wenn es am Ende nochmal eine Überraschung gegeben hätte. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das Buch nicht für jeden Leser geeignet ist. Die besonders Erzählweise passt vermutlich nicht zu jedem . Wer aber gerne eine gut geschriebene, wunderbar erzählte Geschichte mit Tiefgang lesen möchte, die sicherlich auch einige sehr schwere Kapitel enthält, ist hier genau richtig. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Empfehlung!

Ein weites Leben
Ein weites Lebenby M. L. StedmanBlanvalet