Besser als der erste Band, aber immer noch nicht ganz meins
Mir hat der zweite Teil von „Menduria“ um einiges besser gefallen als der erste, aber ich habe trotzdem einige Kritikpunkte.
Es hat sich stellenweise, besonders am Anfang, gezogen. Zum Beispiel ist Lina zu Beginn des Buches noch in der wirklichen Welt, was mir zu lange gedauert hat. Der Schreibstil hat mir wie im ersten Band nur mittelmäßig gefallen. Es gibt einige Wortwiederholungen und er trifft einfach nicht ganz meinen Geschmack.
Mit den Charakteren konnte ich meistens mitfühlen, hatte aber eine emotionale Distanz, was aber auch an der er/sie Perspektive liegen könnte.
Die Geschichte hat mich teilweise überrascht, die Wendung zum Schluss habe ich so nicht vorhersehen können. Somit war ein gewisser Spannungsfaktor da.
Nach dem, was am Ende passiert ist, habe ich allerdings das Gefühl, dass sich im nächsten Band die Handlung wieder so ähnlich wiederholt, irgendwie dreht sie sich im Kreis und kommt nicht wirklich voran.
Das Worldbuilding mochte ich sehr gerne, während Menduria mir im ersten Teil eher flach und nicht besonders originell gestaltet vorkam, hat man hier mehr Details erfahren und die Welt wurde komplexer.
Es ist auf jeden Fall eine Steigerung zum ersten Teil, und ich werde weiterlesen, da es mich schon interessiert wie die Geschichte weitergeht. Ich hoffe nur, dass sich im dritten Band nicht alles wiederholt und dass es sich weiter steigert!
5 Sterne! Für diese atemberaubende Fortsetzung kann man einfach nichts anderes vergeben!
Ich hatte wahnsinnig hohe Erwartungen an dieses Buch und die waren wirklich verdammt schwer zu erfüllen.
Aber hier stehe ich und kann nicht anders, als zu sagen: Diese Erwartungen wurden sogar noch meilenweit übertroffen.
Und das lag zu großen Teilen am Schreibstil, der einfach nur märchenhaft ist, und das meine ich im vollsten Sinne des Wortes. Er ist äußerst klug und präzise auf den Punkt gebracht und wirkt dennoch nicht zu reduziert, sondern fast schon überfüllt, trotz seiner Kürze. Die Beschreibungen von Personen und Orten entfalten innerhalb von zwei oder drei Sätzen ein komplexes Bild im Kopf, was nicht nur ein umfassendes Kopfkino heraufbeschwört, sondern ein 4D-Kino blass erscheinen lässt.
Dabei wirkt jedes Wort sorgfältig ausgewählt und Sätze sind in ihrer Struktur zwar klar und manchmal auch simpel, aber sie verfehlen es niemals, dem Leser genau das zu vermitteln, was gerade passiert oder was in den Köpfen der einzelnen Charaktere vorgeht.
Formulierungen sind hier ein ganz großes Stichwort, denn diese sind wirklich großartig!
Ich komme nicht umhin zu sagen, dass die Sätze so fließend sind, als wären sie Tinte, die aus einem umgekippten Tintenfass läuft, und trotzdem eine gewählte und berührende Sprache entfalten, die einen nicht mehr loslässt.
Ich bewundere Ela Mang für diesen märchenhaften Schreibstil!
Der kann nämlich nicht nur verträumt und märchenhaft, sondern auch Kämpfe, Schmerz, Wortgefechte, Liebe, Streit und Freude vermitteln. Und das in einem so rasanten Tempo, dass einem manchmal gar nicht auffällt, was denn nun alles passiert ist.
Ich konnte schwer von diesem Buch ablassen, denn immer wieder habe ich wieder zu diesem wunderschön aufgemachten Buch gegriffen, dessen Geschichte sich wie ein Abbild der Sonne, in die man zu lange geblickt hat, in mein Gedächtnis eingebrannt hat.
Und das ist es, was an diesem Buch und an der ganzen Reihe so fasziniert: Es geht einfach nicht mehr aus dem Kopf! Ich habe wirklich versucht, mir dieses Buch aufzusparen und es zu genießen, weil ich a) zu wenig Lesestoff zur Verfügung hatte und b) wusste, wie sehr ich dieses Buch lieben würde, da ich den ersten Band schon vergöttert habe.
Und ich konnte trotzdem einfach nicht davon ablassen. Immer wieder streiften meine Gedanken zurück zu Darian und Lina, zu der Situation Mendurias und zu den Geschehnissen allgemein. Wie es weitergehen sollte und wie denn die Zukunft aussehen sollte, war die ganze Zeit meine größte Sorge.
Und das ist verdammt faszinierend: Denn auch bei vielen Büchern, die ich persönlich als sehr gut bewerte, blieben mir die Geschichten während der Lesezeit nicht die ganze Zeit im Kopf hängen. Diese Geschichte aber bleibt die ganze Zeit im Hinterkopf und man rätselt und fiebert mit und will direkt wieder zum Buch greifen. Deshalb ist es wohl nicht verwunderlich, dass diese knapp 400 Seiten einfach viel zu schnell herum waren, oder?
Im Übrigen kann ich nicht anders, als das eine an dieser Reihe in den Himmel zu loben: Diese Idee!
Nicht genug, dass eine Welt gibt, die allein aus unserer Fantasie entsteht, es gibt auch noch eine Gesellschaft aus verschiedensten Wesen, die so Klischee sind, dass sie schon nicht mehr dem Klischee entsprechen. Die Charaktere sind wirklich einzigartig und haben alle einen innovativen Charakter und ihre ganz eigenen Wesenszüge.
Aber das soll erst gleich besprochen werden, denn diese Idee erfordert mehr Zuwendung: Denn die Grundidee hierbei ist, dass Lina in eine Zeit von Menduria reist, die vor der Zeit liegt, in die sie schon einmal gereist ist. Dieses Spielen mit der Zeit und mit der Zeitlinie ist immer gut gemacht und verdammt gut durchdacht und umgesetzt. Am Ende klärt sich alles auf, dass ist wohl sicher