Nachdem Teil 1 mit einem Cliffhänger endete, konnten meine Kinder und ich es kaum erwarten den zweiten Teil zu lesen. Heute habe ich die letzten 80 Seiten vorgelesen. Dieses Buch hat uns wieder absolut in den Bann gezogen. Es war spannend, unvorhersehbar, mitreißend und wir haben manche Träne vergossen.
Parzival ist mein absoluter Held. Sein Optimismus, diese Hingabe und auch seine Verzweiflung haben mich mit durch das Buch getragen.
Lest dieses Buch. Auch ich als Erwachsene wollte wissen wie es weiter geht.
Mitten ins Herz des Labyrinths – Ein Vater-Tochter-Abenteuer voller Magie
Also… eigentlich wollten wir nur „mal reinschnuppern“. Ein Kapitel lesen. Vielleicht zwei. Tja. Drei Stunden später sitzen meine Tochter und ich mit Chips, Taschenlampe und völlig übernächtigt im Wohnzimmer und schreien gleichzeitig: „MINNA, TU’S NICHT!“ – was sie dann natürlich trotzdem tut. Klassisch.
Diese Fortsetzung hat uns völlig eingesaugt – genau wie das Labyrinth den einen oder anderen unvorsichtigen Charakter. Während ich versuchte, all die klugen Anspielungen auf Klassiker und Bücherhelden zu entziffern, hat meine Tochter einfach schneller gelesen und mich dabei mit einem „Na, alter Mann?“ aufgezogen. Charmant.
Der Mix aus Staubmagie, geheimen Bücherpfaden und dieser merkwürdigen, bittersüßen Suche nach der alten Mutter ist einfach nur genial. Minna ist eine starke Heldin mit Herz und Hirn – was ich mir manchmal auch von ihr bei Mathe wünschen würde, aber das ist ein anderes Thema.
Wir haben viel diskutiert – zum Beispiel, ob man jemanden retten darf, der sich selbst längst verloren hat. Und ob wir auch zu so einer Gesellschaft gehören wollen, in der man durch Bücherwände rennt und Patronen austrickst (Antwort: 1000x ja!).
Zwischendurch haben wir uns gegenseitig Zitate vorgelesen, die einfach zu schräg oder zu schön waren, um sie für sich zu behalten – besonders die mit den Schatten und dem Gänsehautfeeling.
Lia Visirins Illustrationen? Eine Augenweide! Selbst ich, der sonst Comics lieber schwarzweiß mag, war hin und weg. Und meine Tochter hat versucht, die Patronen nachzuzeichnen – Spoiler: Ihre „Staub“-Version sieht aus wie ein muffiger Wackelpudding.
Fazit: Dieses Buch ist wild, magisch, emotional – und ja, wir haben beim Ende beide ein bisschen geschluckt. Sie heimlich. Ich offensichtlich. Wer behauptet, Kinderbücher können einen als Erwachsener nicht berühren, der hat nie mit seiner Tochter im Schatten eines Bücherlabyrinths gelesen.
5 von 5 Sternen – für Magie, Chaos und ganz viel Herz.