| Rᴇᴠɪᴇᴡ | Rezensionsexemplar
.ೃ࿔*:・ Statt aus dem Fenster zu schauen - Anna Katharina Scheidemantel.ೃ࿔*:・
★★★★/5
In dem Buch geht es um Sophie die sich immer mehr von den Erwartungen und Regeln löst die ihr Leben bisher bestimmt haben. Schritt für Schritt beginnt sie ihren eigenen Weg zu gehen auch wenn dieser oft unsicher wirkt und nicht immer einfach ist. Dabei geht es viel um Selbstfindung Mut und die Frage ob man wirklich das Leben lebt das man selbst möchte.
Dieses Buch ist definitiv eher leise als laut. Wer eine Geschichte voller Spannung und großer Wendungen erwartet wird hier wahrscheinlich enttäuscht sein denn das Buch nimmt sich unglaublich viel Zeit und erzählt sehr ruhig.
Trotzdem hatte die Geschichte etwas unglaublich Beruhigendes an sich. Besonders der Schreibstil hat dafür gesorgt dass man komplett in die Atmosphäre eintauchen konnte. Alles fühlt sich weich ruhig und gleichzeitig sehr nahbar an.
Im Kern geht es für mich vor allem darum sich von einem System zu lösen das einem immer als richtig beigebracht wurde. Sich zu trauen gegen Erwartungen zu handeln und trotz Angst ins kalte Wasser zu springen auch wenn sich dieser Weg zwischendurch falsch oder unsicher anfühlt.
Die Geschichte zeigt sehr schön dass Selbstfindung selten geradlinig ist. Oft stehen einem Stolpersteine im Weg und manchmal muss man sich erst verlieren bevor man wirklich bei sich selbst ankommt.
Auch wenn mir persönlich stellenweise etwas mehr Spannung gefehlt hat mochte ich die ruhige Atmosphäre und die Botschaft hinter der Geschichte sehr gerne. Es ist kein Buch das durch Action überzeugt sondern eher durch seine stillen Gedanken und Gefühle die noch lange nachhallen.
„Das kann doch nicht der Sinn des Lebens sein, jeden Tag auf einen Bildschirm zu starren“
„Statt aus dem Fenster zu schauen“ ist eine ruhige, aber sehr wertvolle Geschichte. Wir wandern mit Sophie von einem lauten, fast schon sinnlosen Alltag aus Excel-Tabellen in einer Großstadt, hin zu dem stillen Landleben in Nordostdeutschland. Dort kauft sie für einen „Schnäppchenpreis“ ein baufälliges Haus und ist plötzlich auf sich alleine gestellt. Etwas naiv, aber mit viel Mut stellt sie sich dieser Aufgabe und findet sich langsam aber sicher jeden Tag etwas mehr.
Da ich ungefähr im gleichen Alter wie Sophie bin, konnte ich ihre Gedanken oft sehr gut nachvollziehen. Wer bin ich? Was mache ich? Und wo will ich hin?
Der Roman zeigt sehr gut auf, was man im Alltag sehr leicht vergisst: Niemand hält dich auf, das zu tun, was du willst. Sei es ein Urlaub, ein anderer Job oder auch die Anschaffung von 5 wilden Hühnern.
Eine absolute Herzensempfehlung für alle, die Entschleunigung vom Alltag brauchen. Sophie entführt euch in ihr Häuschen und stellt die wichtigen Fragen im Leben.
Wenn man sich erst einmal auf Sophies Planlosigkeit einlassen kann, die häufig so gar nicht zum westlich bevorzugten Sicherheitsverhalten passt, ist es ein wunderbar entschleunigender Roman.
Stellenweise amüsant, jedoch auch zum Nachdenken:
Wie würde der Sprung aus dem Hamsterrad bei mir aussehen? Wäre es überhaupt ein Sprung, oder vielmehr ein vorsichtiges Rantasten? Wo wäre mein Zufluchtsort? Könnte ich das auch - endlich etwas mit den Händen schaffen? Würde ich einen Stall für fünf Kaninchen bauen?
Welchen winzig kleinen Schritt hin zu diesem Gefühl, das das Buch hinterlässt, kann ich heute schon gehen - oder muss ich doch springen?
Dieses Buch hat mir so viel gegeben, diese Leichtigkeit, die Sophie findet im Tun ohne Ahnung von Renovierung, Gartenanbau und Hühnern und trotzdem macht sie einfach und lernt und entdeckt so viel. Klar könnte man an der ein oder anderen Stelle noch mehr Themen, die da sind, aufgreifen. Und ich hätte alles davon gerne gelesen, damit dieses Buch nicht endet. Es hat mich total abgeholt. Perfekt für einen Frühlingstag auf der Gartenliege, mit Sonne im Gesicht. Leicht und trotzdem ist zwischen den Zeilen so viel Platz zum Nachdenken über das eigene Leben. Gerade bin ich selber im Umbruch und dieses Buch hat mich an vielen Stellen berührt und mir Mut und Hoffnung gemacht.
Was wäre wenn ich von heute auf morgen meinen Praktikumsplatz aufgebe, und einfach ein verfallenes Haus mitten in der Pampa kaufe? Wer soll mich aufhalten? Niemand! Und genau das tut Sophie, dann auch nachdem sie eine Anzeige auf Kleinanzeigen entdeckt hat.
Am Anfang war ich kurz skeptisch, ob das Buch etwas für mich ist. Es liest sich fast ein wenig wie ein Tagebuch, da wir sehr viel in der Gedankenwelt der Protagonistin verweilen. Es gibt auch keine kurzen Kapitel oder ähnliches, sondern einfach nur 4 Abschnitte.
Aber der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, ich habe mir sehr sehr viele Zitate markiert und Gedanken die ich toll fand, und auch der Humor war nach meinem Geschmack.
Nichtsdestotrotz muss man natürlich auch sagen, dass viele Dinge natürlich absolute First World Problems sind, und die Lösung nicht für alle sein kann sich ein Haus mit Harten zu kaufen. Die Protagonistin ist sich ihres Privilegs aber auch durchaus bewusst. Und ich denke viele von uns erkennen sich in dem Bürojob Alltag wieder, und diesem Leistungsdruck, vor allem nach dem Studium. Aber es ruft einem einfach in Erinnerung, was man alles mit seinen Händen schaffen kann, dass die Welt sich noch weiter dreht auch wenn man nicht diese eine Power Point fertig gemacht hat etc. Und diese Erinnerungen an die vermeintlich einfachen Dinge im Leben haben sehr gut getan. Wie Gen Z sagen würde: Touch some grass oder so. Und dass man am Ende des Tages selbstbestimmt leben sollte, und sich auch mal trauen kann Dinge zu tun, die nicht in das geradlinige Bild passen.
Für mich war es ein Wohlfühlbuch mit vielen schönen Gedanken, die ich mitnehmen konnte.
Nach einer Lesung von der Autorin, war ich angefixt.
Sophie studiert, hat scheinbar den perfekten Lebenslauf. Aber richtig glücklich ist sie dennoch nicht.
Aus einem Impuls kauft sie ein Haus, weit weit weg, da hält nicht mal die Bahn.
Aus anfänglicher Verzweiflung entwickelt sich ein ganz neues Gefühl zum Leben, der Natur ganz wichtig den Hühnern.
Sophie merkt, dass sie ihr Leben eigentlich nur noch zwischen Excel-Tabellen und Tagträumen verbringt. Also macht sie etwas maximal Unvernünftiges: Sie kauft spontan ein altes Haus in einem kleinen Dorf in der ostdeutschen Provinz, für 3000 Euro. Ohne Plan, ohne Ahnung.
Und genau dieses Unvernünftige macht das Buch gut.
Während überall ständig von Selbstoptimierung und „dem perfekten Leben“ geredet wird, geht es hier einfach ums Losgehen, Ausprobieren, Scheitern, Improvisieren und darum, nicht alles komplett zu zerdenken.
Das Buch ist ruhig erzählt und gleichzeitig voller Leben. Man begleitet Sophie beim Renovieren, Überfordertsein, Kartoffeln pflanzen und dabei, wie sie Stück für Stück wieder mehr bei sich selbst ankommt.
Besonders mochte ich auch diese Dorfatmosphäre und die Menschen dort. Direkt, trocken, unaufgeregt.
Kein kitschiger „Alles wird gut“-Roman, sondern eine authentische Geschichte darüber, was passiert, wenn man aufhört, nur aus dem Fenster zu schauen und einfach losgeht.
Und auch wenn Sophie grade mal 25 Jahre alt ist, kann ich das Buch allen unabhängig vom Alter empfehlen. Wir alle vertragen eine Erinnerung das Leben im „Jetzt“ zu genießen und nicht ständig an ein „Danach“ zu denken.
Für mich hatte das Buch leider aber doch einige Längen…
Dieses Buch war eins meiner größten Überraschungen in diesem Jahr! 🐓🏡🍓
Statt aus dem Fenster zu schauen ist so besonders, dass man es kaum beschreiben kann. ✨
Der Schreibstil der Autorin ruhig aber mitreißend, teilweise humorvoll und aber auch sehr gefühlvoll. Ich mochte ihn sehr sehr gerne.
Ich mochte Sophies Reise. Man konnte sich nie komplett sicher sein wohin es denn geht und ihre Unsicherheit und irgendwie auch Ahnungslosigkeit, was das Renovieren eines Hauses (besser gesagt Ruine) angeht, war sehr sympathisch und fesselnd.
Ich habe mich beim Lesen ganz entschleunigt und wohl gefühlt, da sich die Geschichte bewusst langsam entwickelt und wir uns so gut wie nur in Sophies Gedankenwelt befinden. Viel passiert nicht, aber es regt einen auf jeden Fall zum Nachdenken an.
Ich wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen! Die Autorin nimmt einen mit auf eine sehr schöne und heilsame Reise. 🌾
Eine große Empfehlung von mir!
Eines der schönsten Cover, die ich bislang gesehen habe.
Es gibt keinen krassen Spannungsbogen und alles ist ein bisschen erwartbar, aber genau dadurch ist es für mich ein sehr gutes Buch für den Sommerurlaub. Die Autorin schafft eine ganz wunderbare Stimmung, in der die Geschichte langsam und ganz sanft vor sich hinplätschern kann. Man taucht mit Sophie in eine andere Welt ab, in der es plötzlich ganz andere Prioritäten gibt.
Mir fehlte allerdings etwas die charakterliche Tiefe, sowohl bei Sophie als auch in ihren Beziehungen.
„Mone lacht. Sie hat ein schönes Lachen, das zwei Grübchen in ihre Wangen pflanzt und ihre Augenwinkel mit kleinen Fältchen umkränzt, was sie aber nicht alt aussehen lässt, sondern lebendig.“
„Am nächsten Tag bin ich komplett gerädert und schlecht gelaunt, aber in meinem Kopf erzähle ich bereits meinen hypothetischen Enkelkindern davon, wie ich unter freiem Himmel geschlafen habe und es ganz wundervoll war. Ich wünschte, ich wäre jetzt schon die Person, um die sich meine Erzählungen in der Zukunft drehen werden.“
Das Buch hält ein, was es verspricht. Beim Lesen fühlt es sich an, als würde man selbst aus dem eigenen Alltag entfliehen und sich auf einem einsamen Haus auf dem Land wieder finden. Da ich mich im selben Alter wie die Protagonistin befinde, konnte ich ihre Gedankengänge gut nachvollziehen. Gerade gegen Ende der Geschichte realisiert Sophie ein paar Weisheiten, die sie in ihrem Leben weiterhin beholfen möchte und gibt den Lesenden ein paar Denkanstöße.
Insgesamt ein tolles und atmosphärisches Buch für alle, die eine kleine Zuflucht in ihrem Alltag suchen und einfach mal das Leben entschleunigen wollen 🌞
Ich wollte die letzten Seiten gar nicht zu Ende lesen, weil ich mich noch nicht von dem Buch trennen wollte.
Das Buch ist so still, so angenehm und trotzdem nicht langweilig. Anna Katharina Scheidemantel hat einen Roman geschrieben, der einen den Sommer spüren lässt, einen das Bedürfnis gibt einen eigenen Garten anzulegen und im See zu schwimmen.
Das ist der perfekte Roman zum Abschalten, jedoch der trotzdem in die Tiefe geht. Ich habe nichts daran auszusetzen. 🥰
Der Roman erzählt von Sophie, die sich im stressigen Alltag zwischen Studium und Routinen gefangen fühlt und zunehmend unzufrieden mit ihrem Leben ist. Spontan kauft sie im Internet ein günstiges Haus, weit entfernt von ihrem bisherigen Zuhause. Dort beginnt sie, über ihre Wünsche, ihren Lebensweg und den Sinn des Lebens nachzudenken.
Das Buch ist ruhig, leicht und atmosphärisch erzählt. Große Wendungen oder viel Handlung gibt es kaum . stattdessen lebt die Geschichte von ihrer entschleunigten Stimmung. Es liest sich angenehm nebenbei, bietet aber eher Wohlfühlatmosphäre als tiefgehende neue Erkenntnisse.
Ich kann absolut nichts schlechtes über dieses Buch sagen. Es ist ein richtiger cozy-read, der perfekt zum Frühling/Sommer passt.
Es finden wenig Dialoge und Handlungen statt, aber das verleiht dem Buch eine wundervolle Atmosphäre, zu der man gerne zurückkehrt.
Es hat mich total entspannt und beseelt.
Wer etwas unaufgeregtes sucht, bei dem die Protagonistin entgegen der Erwartungen von anderen handelt und sich dabei positiv entwickelt, der ist hier an der richtigen Stelle.
Die vielen Metaphern und wunderschönen Zitate lassen einen Inne halten und regen zum Nachdenken an. Ein total schöner Schreibstil! 👏🏻
Der wundervoll entspannende Schreibstil vereint mit der ruhigen, entschleunigenden Geschichte hat bei mir unglaublich viel innere Ruhe geschaffen. Gerade weil die Geschichte so unaufgeregt erzählt wird, hat es sich wie eine Fantasiereise angefühlt, auf die man als Leserin mitgenommen wird. Passt perfekt in den Frühsommer und in jede Quarterlifecrisis ◡̈
« Das Leben ist kurz. Und ich muss gar nichts, außer zu leben. »
Das Buch "Statt aus dem Fenster zu schauen" habe ich sehr genossen. Im Buch gibt es relativ wenige Dialoge, aber dafür bekommt man viel von den Gedanken der Protagonisten mit. Sehr erfrischend fand ich auch, dass es keine Kapitel gab. Das Setting im Irgendwo im Nirgendwo in Ostdeutschland fand ich neu, aber interessant. Das Buch spielt im Sommer und ich konnte beim Lesen förmlich den leichten Sommerwind auf der Haut spüren. Ein neues Jahreshighlight für mich.🐓🌳🏚🥔💐🍅🚲
Ein Buch zum nachsinnen und um sich selbst zu hinterfragen
Ein ganz besonderer Schreibstil, der absolut entschleunigt. Alleine schon der Weg zu Sophies Kleinanzeigen-Schnäppchen scheint unendlich zu sein. Als Leser habe ich bereits hier sämtliche Emotion gemeinsam mit der Protagonistin durchgemacht. Der Schreibstil bleibt locker, leicht, obwohl es um tiefgründige Themen geht. Selbstfindung, Lebensziele und Perspektiven, Erfolge und Rückschläge. Alles eingebettet in ein fantastisches Setting. Ich war hin und her gerissen zwischen Kopfschütteln und Respekt und Achtung für Sophie. Genau das hat mich so gut unterhalten. Eine absolute Empfehlung.
Bei mir hat sich in diesem Monat einiges verändert, weshalb ich kaum Zeit fürs Lesen gefunden hatte. Deshalb war „Statt aus dem Fenster zu schauen“ genau das richtige Buch für mich. Es ist ein langsames, ruhiges und nachdenkliches Buch. Es passiert nicht viel im Äußeren, aber dafür ganz viel im Inneren.
Der Anfang hatte mich sofort gepackt. Sophie sitzt im Büro ihres langweiligen Praktikums und klickt sich durch Kleinanzeigen im Internet. Aus einem Impuls heraus kauft sie ein verfallenes Haus mitten im Nirgendwo im Osten Deutschlands für 3000 Euro und verlässt sofort, ohne jemandem Bescheid zu geben, ihre langweilige Praktikumsstelle. In ihrer WG-Wohnung angekommen, packt sie ihre wenigen Besitztümer in ihren Reiserucksack und ihre übrigen Sachen in eine Plastiktüte, mit einem Zettel als Info an die Mitbewohner, dass sie diese Tüte demnächst abholt. Sie nimmt ihr Fahrrad, kauft ein Bahnticket und fährt in die ostdeutsche Provinz. Dort angekommen, mitten in der Ruhe, kommt sie zum Nachdenken.
Was fast ein wenig romantisch klingt, ist gar nicht so romantisch. Das Haus hat ein Loch im Dach, liegt weit weg von der nächsten Ortschaft und Sophies Erspartes ist dank des Hauskaufs fast aufgebraucht. In ihrem Haus gibt es anfangs keinen Strom, Internet ist auch nicht vorhanden und dafür viel Zeit zum Grübeln. Zeit, in der Sophie darüber nachdenken kann, ob sie mit ihren 25 Jahren wirklich genau da angekommen ist, wo sie ankommen wollte, oder sich in ihrem Leben dort befindet, wo all die anderen sie sehen wollten. Ist es sinnvoll, nach dem Studium einem Job nachzugehen, der sie langweilt, oder allein in der Pampa ein Haus zu sanieren, einen Kartoffelacker anzulegen, Gemüse anzubauen und Hühner zu halten?
Mir hat dieses Buch richtig gutgetan und geholfen, in meinem momentan turbulenten Leben etwas zur Ruhe zu kommen. Gedanken fließen zu lassen, mitzuerleben, wie Sophie einfach anpackt, ohne darüber nachzudenken, wie es weitergeht. Bleibt sie wirklich in diesem Haus mitten im Nichts oder geht sie doch wieder zurück in ihr „vorgeplantes“ Leben? Es war eine Wohltat zu lesen, dass nicht immer alles Sinn machen muss und trotz allem sinnvoll sein kann. Ich kann dieses Buch nur empfehlen, für alle, die ein wenig eine Mischung aus Einsiedlerleben und Coming-of-Age lesen möchten.
Ich war mir zwischendurch nicht sicher, ob es wirklich ein Buch für mich ist. Denn die Geschichte kommt sehr ruhig daher und schwingt sehr stark zwischen den Zeilen mit. Aber irgendwie hat sie mich dann doch perfekt abgeholt, da ich mich in so vielen Gedanken wieder gefunden habe.
Ein Haus im nirgendwo zu kaufen und es von Grund auf zu renovieren, einen Garten anzulegen und Hühner zu halten - ehrlich gesagt, ist das etwas, dass mir schon sehr viele Jahre im Kopf herumschwirrt. Aber irgendwie kam es mir immer ganz weit weg vor. Und nun ein Buch über eine junge Frau zu lesen, die einfach aus dem Nichts genau dieses Abenteuer verfolgt.
Ja, stellenweise war es mir zu langsam. Und ja, unsere Protagonistin ist mir teilweise auch wirklich auf die Nerven gegangen. Wobei ich ihre beste Freundin wesentlich schlimmer fand. Aber trotzdem hat mir das Buch irgendwas gegeben, was ich nicht genau beschreiben kann.
Für mich war das Buch ein echtes Highlight. Auch wenn in der Story gar nicht so viel passiert, hat mich vor allem die Protagonistin total abgeholt. Der Schreibstil hat mich richtig überzeugt und die eine traurige Szene hat mich echt mitgenommen. Das Ende hat sich für mich rund und passend angefühlt, insgesamt habe ich es sehr genossen.
Ein Buch bei dem man das Gefühl bekommt, selbst eine Auszeit zu nehmen und beim lesen zu Entschleunigen.
In dieser Geschichte muss man sich einfach wohlfühlen, es gibt keine große Handlung keine Spannung. Einfach nur eine junge Frau die in ihren Augen oft, eine fragwürdige Entscheidung getroffen hat, in meinen Augen extrem mutig ist einfach auszusteigen. Ein völlig marodes Haus zu kaufen, allein mitten im nirgendwo zu leben - das ganze ohne Ahnung zu renovieren ( zumindest ein wenig ) einen Garten anzulegen und einfach in den Tag zu leben. Dabei immer wieder Rückschläge erleben immer wieder zweifeln immer wieder einfach leben. Dieses Buch weckt die Sehnsucht nach Ruhe und erfüllt sie gleichzeitig mit einem unaufgeregten Schreibstil.
Ich habe es sehr genossen zu lesen
“Letztendlich sind wir alle nur erwachsen gewordene Kinder.”
Statt aus dem Fenster zu schauen war für mich ein ganz wundervolles Buch über das Sich-selbst-Finden und das Umherirren in seinen Zwanzigern, zwischen gesellschaftlichem Druck, Erwartungen und gleichzeitig dem Wunsch, einfach frei zu sein und das Leben irgendwie zu verstehen.
Ich habe wirklich alles daran geliebt: das wechselnde Erzähltempo, die Sprache, den Humor, die Geschichte selbst und vor allem die feinen zwischenmenschlichen Beziehungen, die wir begleiten dürfen. Auch diese Mischung aus Naivität, Lebensliebe und Mut hat mich unglaublich berührt.
Es ist schon lange her, dass ein Buch mir beim Lesen wirklich Gänsehaut gegeben hat oder ich mich in so vielen Gedanken und Gefühlen so verstanden gefühlt habe. Gleichzeitig hat es dieses warme, fast schon wohlig-tröstliche Gefühl hinterlassen, nachdem ich die letzte Seite beendet hatte.
Das Buch lebt dabei vor allem vom inneren Monolog der Protagonistin, ihren Gedanken, Gefühlen und ihrem Umherirren im Leben und genau das habe ich unglaublich gerne gelesen. Alles fühlte sich sehr echt, nahbar und ehrlich an.
Für mich ein absolutes Highlight und außerdem ein perfektes Buch für Frühling und Sommer, weil die Atmosphäre hier einfach ganz wundervoll dazu passt.
“Nur, weil die Straße geradeaus führt, heißt das nicht, dass ich nicht einen Umweg über einen eldweg nehmen kann, einfach nur, weil ich es will.”
Lustig, erfrischend, zum Nachdenken und ja auch zum Nachmachen irgendwie. Ich habe es geliebt und auch die Wirkung die es auf mich hatte und hat......in diesem Sinne: Iss den Nachtisch zuerst
Grundsätzlich hat mir das Buch und die Idee der Story gefallen. Es wurden die gesellschaftlich vorgegebenen Pfade verlassen, was sehr inspirierend war.
Trotzdem bin ich mit der Protagonistin nicht ganz warm geworden, konnte einige ihrer Gedanken nicht nachvollziehen.
Auch der Ort in dem sie lebte, wurde mir etwas zu klischeehaft beschrieben.
Insgesamt ist die Idee ganz schön, aber für mich ehr anstrengend zu lesen gewesen.
🏡🌷🐓🥔
Was für ein Buch! Es ist so schön geschrieben und man fühlt sich einfach so gut und so nah beim Lesen! Es gefällt mir wirklich richtig gut. Das Buch ist was Besonderes!
Für mich war "Statt aus dem Fenster zu schauen" von Anna Katharina Scheidenmantel das Highlight aus dem neuen Programm von pola. Das Cover und der Klappentext konnten mich auf gleiche Weise neugierig machen und so musste ich das Buch einfach direkt lesen.
Das Cover finde ich wunderschön. Es hat einen sehr modernen Touch und trotzdem mag ich den Zeichenstil und die Abbildung der Landschaft sehr gerne. Es strahlt für mich eine gewisse Ruhe aus, was ich richtig schön finde.
Sophie ist eine großartige Protagonistin, die mir schnell ans Herz gewachsen ist. Ich habe mich in vielen Punkten in ihr wieder erkannt und hatte so manchmal das Gefühl einen Spiegel vorgehalten zu bekommen. Umso schöner war es dann aber auch zu sehen, welche Entwicklung sie durchmacht.
Die Handlung an sich konnte mich auch direkt von sich überzeugen, auch wenn ich fand, dass die Geschichte am Anfang mit einem sehr schnellen Tempo voran gegangen ist, hat dies gut zu Sophie und ihrer Entwicklung gepasst. Ihr Leben ist sehr beherrscht von dem Druck der auf ihr liegt und so entwickelt sie sich in diesem Buch weiter und damit verändert sich auch das Tempo der Geschichte. Sie scheint mehr zur Ruhe zu kommen und das Haus um das sie sich nun kümmert, gibt ihr so viel Stärke und Energie, zeigt aber gleichzeitig auch eine achtsamere Art zu leben. Auch Sophies Versuche mit Hilfe von YouTube Videos ihr Haus ganz im DIY-Sinne neues Leben einzuhauchen hat mir wirklich sehr gefallen. Sie haben auch für einige sehr unterhaltsame Momente in der Geschichte gesorgt.
Das Buch hatte eine wirklich tolle Atmosphäre, die mich direkt in seinen Bann ziehen konnte. Ich wollte am liebsten gar nicht mehr aufhören zu lesen und habe auch das ganze Setting wahnsinnig geliebt. Zudem hat das Buch in mir auch den Wunsch geweckt das bald Sommer wird, dabei liebe ich eigentlich den Frühling. Aber dieses Buch ist auch die perfekte Lektüre für den kommenden Sommer.
Der Schreibstil von Anna Katharina Scheidemantel hat mich auch von der ersten Seite packen können und so bin ich der Geschichte einfach schnell verfallen und wollte sie gar nicht mehr aus der Hand legen.
Letztendlich sind wir alle nur erwachsen gewordene
Kinder.
Per Zufall bzw. durch Bookstagram auf das Buch gestossen. War zuerst sehr skeptisch, da ich Bücher nicht so gerne mag, die keine Kapitel haben. Ich hatte die Befürchtung, dass es sich ziehen wird.
Ich wurde aber des Besseren belehrt. ☝🏻 Es machte total Sinn, dass es keine Kapitel gab - unsere Protagonistin Sophie lernt nämlich im „Hier“ und „Jetzt“ zu leben. Halt eben mal auf der anderen Seite des Fensters - statt nur immer raus zu schauen. 🪟🌞
Die Autorin schaffte es die idyllische Umgebung bildhaft darzustellen, ganz ohne Klischees. Manchmal waren gewisse Stellen etwas repetitiv aber mich störte das gar nicht.
Es ist kein Buch, dass man „man schnell weg liest“ - aber das sollte man auch gar nicht. Genau so wie Sophie darf und soll man auch einfach mal in der Gegenwart bleiben & es geniessen. Die Zitate, die einem gefallen vielleicht auch mal zweimal lesen. Zurückblättern & Sätze anstreichen. Durchatmen. Eine Kaffe holen. Das schöne Cover zwischendurch bestaunen! 🌿🏚️🌾
Den Schluss am Meer fand ich ganz toll! Und auch die Lösung, die Sophie für sich und das Haus gefunden hat. Overall eine Wohlfühlgeschichte, die aber viele wichtigen Themen anspricht und das Erwachsenwerden hinterfragt. Wer bin ich? Wo möchte ich hin? Und wie schaff ich es Pausen einzulegen & doch den Anschluss nicht zu verpassen? 🍅🥔🐓
Für Fans der Wilden Hühner & für Leute, wie mich, die in den 20er sind und nicht wissen, wohin der nächste Zug fährt. 🚆
Dieses Buch hat Stellen in mir geheilt, von denen ich nicht wusste, dass sie existieren. So unfassbar entschleunigend und zutiefst ehrlich. Mit einem malerischen Erzählstil hat es die Autorin geschafft, das in meinem Kopf ein Film ablief. Dieses Buch ist kein Selbsthilfe Buch, aber es schenkt einfach Seelenfrieden. Ich glaube viele in ihren Zwanzigern (oder auch darunter/drüber, aber vor allem die Zwanziger) können sich darin wiederfinden, zumindest in irgendeinem Charakter. Ich hoffe die Autorin schreibt noch mehr solcher Geschichten!! Große Empfehlung!!🩷
Ich fands ganz toll. Das Buch zu lesen hat unglaublich gut getan und war total entschleunigend. Gemeinsam mit Sophie zu zweifeln, zu wagen und vor allem zu leben hat mich irgendwie total geerdet. Die Autorin hat es geschafft, dass man sich Sophie nah fühlt, als würde man beim Lesen ihre eigenen Emotionen spüren und wäre nicht nur stille Beobachterin. So ist das Buch ganz zu Beginn etwas hektischer aber dann tritt mit dem Landleben nach und nach so ein wholesomes Gefühl ein, sodass man am liebsten selbst einen Kartoffelacker graben und Hühner halten würde.
Das Buch schafft es dabei, mit einem gefühl- aber auch humorvollen Ton, daran zu erinnern, worauf es im Leben ankommt - nämlich im hier und jetzt zu sein und die vermeintlich kleinen Dinge wahrzunehmen und zu schätzen. Die Umgebung ist dabei wirklich anschaulich beschrieben. Es braucht keine krassen Plottwists, wilde Spekulationen und Durcheinander um eine Geschichte mit starkem Ausdruck und einer kraftvollen Botschaft zu verfassen und das hat dieses Buch ganz wunderbar gezeigt.
Toll! 💛
“Statt aus dem Fenster zu schauen” von Anna Katharina Scheidemantel handelt von der Studentin Sophie, die spontan ein abbruchreifes Haus in der ostdeutschen Provinz kauft und ihr unbezahltes Praktikum schmeißt, um es auf Vordermann zu bringen. Orientierungslos, was ihr weiteres Leben betrifft, verbringt sie einen Sommer in ihrem Haus.
Der Roman soll bewusst entschleunigen und den Blick aufs Wesentliche lenken, so gibt es auch keine strukturierenden Kapitel, sondern lediglich vier große Teile, die den Text gliedern. Auch inhaltlich triebt die Handlung dahin; anfangs noch werden Sophies Tage detailliert beschrieben, später, nachdem auch für sie alles nicht mehr neu ist, gibt es Sprünge von mehreren Wochen.
Mir kam dieses Buch leider weder inhaltlich noch formal nahe. Einerseits haben mich Impulsivität und Naivität der Protagonistin innerlich sehr aufgeregt und so das Gegenteil von entspannend gewirkt, anderseits fand ich das ganze Unterfangen von vornherein aussichtslos und, bedenkt man den Zustand des Hauses, auch die Auflösung zum Schluss unbefriedigend. Auch die nicht vorhandene Struktur (Teile/Kapitel im Umfang von 80 Seiten) haben mich eher gestresst, als mir Lesefreude zu schenken. Letztlich ist dies wohl ein typischer Fall von “Buch und Leser*in passen nicht zusammen”, da an sich an diesem Werk nichts auszusetzen war und ich mir durchaus vorstellen kann, warum viele Lesende davon begeistert waren.
*Das ebook wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Manche Bücher leben nicht von ihrer Handlung, sondern von ihrem Gefühl und genau dazu gehört „Statt aus dem Fenster zu schauen“.
Die Geschichte begleitet eine junge Frau, die sich bewusst gegen den vorgegebenen Weg entscheidet und stattdessen den Schritt ins Ungewisse wagt: ein altes Haus in der Provinz, fernab von Tempo, Erwartungen und ständiger Erreichbarkeit.
Was dieses Buch besonders macht, ist seine ruhige, fast leise Erzählweise. Es passiert nicht viel im klassischen Sinne – stattdessen entsteht eine Atmosphäre, die sich wie eine langsame Annäherung an sich selbst anfühlt. Gedanken, Zweifel und kleine Erkenntnisse stehen im Vordergrund.
Dabei schwingt immer wieder eine gewisse Nostalgie mit, die für mich einen leichten Wilde Hühner-Vibe hatte: dieses Gefühl von Freiheit, Selbstbestimmung und dem Wunsch, das Leben anders zu gestalten. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass solche Entscheidungen nicht nur romantisch sind, sondern auch Unsicherheiten und Überforderung mit sich bringen.
Gerade dieser Kontrast zwischen Vorstellung und Realität hat das Buch für mich spannend gemacht. Es zeigt, dass Veränderung nicht immer laut oder eindeutig ist, sondern oft in kleinen, stillen Momenten passiert.
Für mich persönlich kam die Geschichte vielleicht nicht ganz zur richtigen Zeit, da ich mich aktuell eher nach Bewegung, Austausch und neuen Eindrücken sehne. Trotzdem konnte ich die ruhige Stimmung und die Gedankenwelt der Protagonistin sehr schätzen.
Fazit:
Ein stiller, atmosphärischer Roman, der weniger erzählt als fühlen lässt. Besonders geeignet für Leser:innen, die sich mit Themen wie Selbstfindung, Ausbruch aus dem Alltag und einem entschleunigten Leben beschäftigen möchten.
Dieser Roman hat den Frühling so wunderbar verkörpert und war ein toller Einstieg in sommerliche Lektüren. Die Stimmung war durchweg ruhig und gemütlich. Man konnte sich sehr gut in Sophie hineinversetzen und hat mit ihr gehadert, ob sie in Günderode bleiben soll oder eben nicht.
Auch die Metaphern in diesem Buch sind hängen geblieben 💭
STATT AUS DEM FENSTER ZU SCHAUEN - Anna Katharina Scheidemantel - POLA - ET 30.03.2026 - 352 Seiten
Worum geht‘s?
Roman über Aufbruch, Freiheit, Selbstfindung, Landleben
Mein Leseeindruck:
Es hat Spaß gemacht, der mutigen Protagonistin zu folgen. Viele können sich bestimmt damit identifizieren, einfach mal aus dem Hamsterrad ausbrechen zu wollen und träumen davon auf einer Farm, einem Bauernhof frei leben wollen. Es lässt einen innehalten, was man wirklich möchte ob wir mit dem glücklich sind, was unseren Alltag ausmacht. Oder ob wir lieber ursprünglich leben wollen. Die herausragende Sprachgestaltung lässt einen durch die Seiten gleiten. Scheidemantel entführt ihre Leser mit dieser romantischen Geschichte in die Natur, Kultur und Kulinarik des Landlebens, lässt uns einen ursprünglichen Neuanfang mit allen Sinnen erleben. Ein Roman, der sich mit dem Dilemma der Leistungsgesellschaft und der Entfremdung von der Natur beschäftigt. Fesselnd, berührend, cosy, unterhaltsam. Leseempfehlung!
Still und leise und kleiner Stupser, sich Gedanken darüber zu machen, was man selber wirklich möchte
Ich hatte wenige Erwartungen an das Buch, der Klappentext klang nett, das Cover war schön. Und dann bin ich eingetaucht und wurde in den Sog gezogen. Die Autorin schreibt unaufgeregt über Sofie, die das Leben hinter den Bürofenstern der Großstadt satt hat, und die sich mal so eben über Kleinanzeigen ein Haus auf dem Land kauft. Man verfolgt Sofie bei ihrem Umzug aufs Land, den ersten Tagen im einsamen Haus, ihren (Selbst)Zweifeln und ihren zart formulierten Wünschen. Das Buch hat nur vier Abschnitte, keine Kapitel, und dieser Schreibstil passt super zur Geschichte. Da wenige andere Charaktere auftauchen, gibt es wenig wörtliche Rede, manchmal plätschert das Buch auch etwas vor sich hin. Ich mochte es, weil die Gedanken von Sofie vieles widerspiegelten, was in ihrer Generation, glaube ich, viele beschäftigt, und wo auch ich mich wiedergefunden habe. Ich hatte das Gefühl, mit Sofie in diesem Haus auf dem Land zu leben, mit ihr im Garten zu sein, zu werkeln.
Ich kann das Buch empfehlen, wenn man etwas Leichtes mit etwas Tiefe sucht, ein paar sommerliche und vor allem ländliche Vibes haben will.
Ein absolutes Jahreshighlight. Ich habe mich auf das Buch gefreut, seit ich es in der Ankündigung vom Verlag entdeckt habe. Und ich habe genau das bekommen, was ich mir gewünscht habe.
Dieses Buch ist perfekt für warme Frühlingstage, um mit einer Tasse Tee oder Kaffee draußen zu sitzen, und zu lesen. Es ist entschleunigend diese Geschichte zu lesen und gleichzeitig regt sie so sehr zum Nachdenken an, dass man selbst kurz davor ist Koffer zu packen und das alte Leben einfach zurückzulassen.
Ich habe Sophies Mut bewundert. Ein Haus für 3000€ zu kaufen, irgendwo im Nirgendwo und das gesamte Leben von jetzt auf gleich aufzugeben, das ist schon ein sehr großer Schritt.
Aber ich habe alles an diesem Buch geliebt. Auch die Wortwahl der Autorin. Ich hätte das ganze Buch als Zitat markieren können.
Ein wirklich tolles Buch, mit einer tollen Message. Jeder sollte auch mal etwas wagen im Leben, vor allem wenn die Routinen irgendwann zu eintönig werden. Man lebt nur einmal!
Dieses Buch hat mich sehr angelacht vom Cover und es hat mir wirklich gut gefallen. Es war mal etwas ganz anderes. Ein absolutes Wohlfühlbuch, das eher ruhig ist und ohne Schnick Schnack daher kommt. Während es im Äußeren eher ruhig war, so war es in Sophies Kopf sehr laut, und es war spannend wohin ihre Reise/Entwicklung geht. Die Zweifel, die Selbstironie, nicht zuletzt die Hühner haben mich einfach sehr gut unterhalten.
Ein Haus zu kaufen, ist eine wirklich wichtige Angelegenheit, da sollte man sich Rat holen und möglichst jemanden an der Seite haben der einen unterstützt. Sophie hat sich dagegen entschieden, und zwar ganz spontan
Sie hat ihre erste Midlifecrisis. Kaum im Berufsleben angekommen, stellt sie schon infrage, ob es das denn so sein soll. Sie ist unzufrieden und so tut sie etwas, was normale Mensch vermeiden würde: sie kauft spontan im Internet ein Haus, ohne es gesehen zu haben. Und dann auch noch am anderen Ende Deutschlands, im Nordosten. Sie selbst wohnt in München und reist direkt zu ihrer neuen Bleibe, ohne irgendjemandem Bescheid zu sagen.
Als sie ankommt, ist es natürlich genauso, wie ich mir das sofort gedacht habe – das Haus steht irgendwo sehr einsam ist halb verfallen und der Typ, der es ihr verkauft ist irgendwie auch nicht so ganz sauber. Er möchte das Geld in bar, einen Notar kann man ja irgendwie mal an Land ziehen, und Verträge braucht es nicht
Mein Gemütszustand beim Lesen wechselte zwischen verzweifeltem Stöhnen, starkem Augenrollen und dem Drang, das Buch wegzulegen, weil so viel Naivität irgendwie dann für mich doch nicht zu ertragen war.
Aber irgendwie wollte ich’s dann doch wissen und siehe da: es wandelte sich! Es tauchen zwar genau die Typen, auf die man sich in diesen Teil Deutschlands klischiert so vorstellt, aber der Roman thematisiert nicht die Opferrolle und den netten Rechtsextremen von nebenan. Nein, er beschäftigt sich im wesentlichen mit der inneren Auseinandersetzung der Protagonistin. Sie philosophiert nämlich, während sie ganz unprofessionell mit einem Eimer Farbe über die Tapete streicht (und sich nachher nicht so richtig wundert, dass das nicht besonders schön aussieht). Sie stellt Dinge infrage, die urbanes Leben vielleicht automatisch als selbstverständlich voraussetzt. Eine Arbeit, die einem viel Freizeit ermöglicht und hauptsächlich im Kopf stattfindet. Hier ist sie gefordert, mit ihren Händen etwas zu schaffen und das gefällt ihr. Zwar kann sie ihren Drang nach Spontankäufen nicht so richtig im Zaum halten, aber sie nimmt ihre Situation schon ernst, und findet für sich am Ende tatsächlich eine Lösung, die auch mir nachvollziehbar erscheint.
Natürlich klappt dieses „ein bisschen Farbe, ein bisschen Tapete und das sieht wieder wie neu aus“ - Prinzip nicht unbedingt, aber sie lernt auch ihre Ansprüche ganz runter zu schrauben. Die Frage nach dem, wie man leben möchte und was wirklich wichtig im Leben ist steht im Mittelpunkt ihrer inneren Monologe, denen man sehr gut folgen kann. Das Buch hat mich manchmal an Marlen Haushofer „Die Wand“ erinnert. Es passiert nicht viel, doch in Sophie arbeitet es stark. Am Ende fand ich sie nicht mehr so naiv, sondern eher mutig, auch wenn manches hier vielleicht dann doch zu glatt ging.
Stilistisch hat mich das voll abgeholt und die Scheidemantel hat nur ab und zu die Gedanken ein bisschen in die Länge gezogen. Ich wollte auf jeden Fall wissen, wie dieses Szenario ausgeht, und war von den sprachlichen Mitteln der Autorin sehr angetan. 
Ich empfehle euch das sehr, wenn ihr vielleicht auch mal darüber nachdenkt, auszusteigen oder genau das Gegenteil davon präferiert, die absolute Sicherheit! Mit dieser Lektüre könnten sich neue Welten öffnen.
Ein kleines, warmes Buch, das daran erinnert, langsamer zu werden und einfach zu sein.
„Statt aus dem Fenster zu schauen“ von Anna Katharina Scheidemantel hat sich für mich angefühlt wie eine leise, warme Umarmung, genau das, was ich gebraucht habe. Ein Buch, das nicht laut sein will, sondern Raum schafft zum Innehalten.
Besonders berührt haben mich die Zeilen:
„Und ich frage mich, ob irgendwann der Punkt im Leben kommt, an dem man weiß, was man tut … oder ob einem einfach nur immer bewusster wird, dass niemand weiß, was er oder sie tut …“ – ein ehrliches, tröstendes Hinterfragen dieses ständigen Funktionierens.
Und dann diese schlichte Wahrheit:
„Das Leben ist kurz. Und ich muss gar nichts außer Leben.“
Das Buch lädt dazu ein, sich dem Moment hinzugeben, die Geschwindigkeit rauszunehmen und das Leben nicht nur zu bewältigen, sondern zu spüren. Unaufgeregt, klar und wohltuend echt. Eine kleine Pause zwischen all dem Müssen.
Eine klare Empfehlung!
„Statt aus dem Fenster zu schauen“ ist ein Roman, der leise beginnt und eine erstaunliche Tiefe entwickelt. Was zunächst wie eine spontane Aussteigergeschichte wirkt, entpuppt sich schnell als kluge, fein beobachtete Auseinandersetzung mit Selbstbestimmung, Leistungsdruck und der Frage, wie man eigentlich leben möchte.
Im Zentrum steht Sophie, eine junge Frau, die auf dem Papier alles „richtig“ macht – gutes Studium, vielversprechende Zukunft, ein klar vorgezeichneter Weg. Doch innerlich fühlt sich ihr Leben leer und fremdbestimmt an. In einem impulsiven Moment kauft sie ein heruntergekommenes Haus in der ostdeutschen Provinz und steigt aus ihrem bisherigen Alltag aus. Was folgt, ist kein romantisiertes Landleben, sondern ein oft mühsamer, manchmal frustrierender, aber zutiefst ehrlicher Prozess der Selbstannäherung.
Gerade diese Ehrlichkeit ist eine der größten Stärken des Romans. Die Renovierung des Hauses wird nicht verklärt, sondern als das gezeigt, was sie ist: körperlich anstrengend, überfordernd und voller Rückschläge. Gleichzeitig spiegelt sie Sophies inneren Zustand wider – Stück für Stück baut sie nicht nur ein Haus, sondern auch ein neues Verständnis von sich selbst auf.
Der Schreibstil von Anna Katharina Scheidemantel ist dabei besonders hervorzuheben. Die Geschichte wird stark von Sophies Gedanken getragen, oft in Form innerer Monologe. Diese sind pointiert, intelligent, manchmal ironisch und häufig überraschend treffend. Die Autorin findet Worte für diffuse Gefühle, die viele kennen: das Gefühl, nicht zu wissen, wohin man gehört, oder die leise Rebellion gegen Erwartungen, die nie wirklich die eigenen waren.
Auffällig ist auch das Erzähltempo: Äußerlich passiert wenig, innerlich dafür umso mehr. Der Roman lebt von Stimmungen, Reflexionen und kleinen Momenten – vom Alleinsein, von Stille, von der Auseinandersetzung mit Langeweile. Gerade darin liegt seine besondere Wirkung. Er fordert keine spektakulären Wendungen, sondern lädt dazu ein, innezuhalten und mitzudenken.
Sophie als Protagonistin ist dabei bewusst ambivalent gezeichnet. Sie ist mutig und gleichzeitig unsicher, entschlossen und doch zweifelnd. Genau diese Widersprüchlichkeit macht sie glaubwürdig und nahbar. Man begleitet sie nicht, weil sie alles richtig macht, sondern weil sie sich traut, überhaupt Fragen zu stellen.
Thematisch trifft der Roman einen Nerv, insbesondere für eine jüngere Generation: den Druck, „etwas werden zu müssen“, die Überforderung durch scheinbar unendliche Möglichkeiten und die Sehnsucht nach einem einfacheren, selbstbestimmten Leben. Dabei liefert das Buch keine einfachen Antworten – und genau das macht es so stark.
„Statt aus dem Fenster zu schauen“ ist ein kluger, poetischer und überraschend humorvoller Roman über das Ausbrechen aus vorgezeichneten Lebenswegen. Ein Buch, das weniger von äußeren Ereignissen lebt als von innerer Bewegung – und gerade deshalb lange nachhallt. Ideal für alle, die sich zwischen Erwartungen und eigenen Wünschen wiederfinden und den Mut zum Innehalten schätzen.
Und noch ein kleiner Tipp: Zur besonderen Entschleunigung empfehle ich das Hörbuch, fantastisch eingelesen von Chantal Busse!
»Vielleicht ist das Ganze Leben mehr DIY und learing by doing als ich dachte.«
Das Buch hat über eine Buch-Box den Weg zu mir gefunden, denn ich selbst hätte definitiv nicht dazu gegriffen: Weder das Cover noch der Klappentext haben mich anfangs angesprochen.
Aber ich wollte diesem Buch und seiner Geschichte eine faire Chance geben - ohne große Erwartungen.
Und vielleicht war genau das richtig so, denn ich habe das Buch als heilsam empfunden. Der Erzählstil ist sehr entschleunigt und legt erzählerisch viel Wert auf kleine Details, die mir im Alltag zum Beispiel nicht wirklich auffallen.
Auch wenn objektiv gesehen nicht viel passiert, mochte ich es unfassbar gern, mitzuerleben, wie sich Sophie immer mehr in ihrem Haus und in ihrem selbstgewählten Leben zurechtfindet. Sie probiert aus, macht Fehler und lernt dazu.
Das ist etwas, von dem ich den Eindruck habe, dass es im wahren Leben oft fehlt. Es wird immer erwartet, dass man einen Plan hat, dass man weiß, wie es weitergeht — selbst bei Rückschlägen. Aber wie soll man einen Plan fürs Leben haben, wenn die Bedienungsanleitung auf Altgriechisch und rückwärts verfasst wurde?
Ähnliche Fragen stellt sich auch Sophie, während sie ihr Haus renoviert. Ich habe ihre Gedanken gern mitverfolgt und mich dabei verstanden gefühlt.
Vor allem, weil am Ende des Buches eine sehr wichtige Message mitschwingt: Du musst dich nicht für Entweder-oder entscheiden — du darfst dich für beides entscheiden.
Was ich ganz persönlich als eine sehr wichtige Botschaft empfinde. Ich selbst hatte jahrelang das Gefühl, ich müsse mich festlegen: auf entweder das eine oder das andere. Aber die Wahrheit ist: Ich war immer schon ein „Und-Mensch“.
Genau deshalb finde ich dieses Buch so heilsam und wichtig. Nicht, weil es große Erkenntnisse liefert, sondern weil ich, genau wie Sophie, einfach so existieren darf, wie ich bin. Und vielleicht ist das die wichtigste Lektion von allen.