Gute Themen, aber die Erzählweise war leider gar nicht meins
Sister, Sister erzählt von den Schwestern Sigrid und Margit, die in einem schwierigen Elternhaus aufgewachsen sind und sich als Erwachsene zunehmend voneinander entfremdet haben. Im Mittelpunkt steht Sigrid, die mit ihrer Vergangenheit, psychischen Problemen und dem Gefühl kämpft, nirgends wirklich dazuzugehören. Die Geschichte beleuchtet ihre Familiengeschichte und die Beziehung der beiden Schwestern, während Sigrid versucht, ihr Leben und ihre Erfahrungen zu verarbeiten. Zuerst ist mir aufgefallen, dass der Klappentext weit vom Inhalt entfernt ist, weshalb ich etwas anderes erwartet hatte. Hätte ich gewusst, dass große Teile des Romans aus Abschiedsbriefen und sehr fragmentarischen Erinnerungen bestehen, hätte ich vermutlich gar nicht erst zu dem Buch gegriffen. Leider konnte mich die Erzählweise nicht überzeugen. Schon nach wenigen Seiten war ich extrem verwirrt und habe mich ständig gefragt, worauf die Geschichte eigentlich hinauswill. Die vielen Erinnerungen, Zeitsprünge und Gedankensprünge wirkten auf mich sehr wirr und ohne erkennbare Struktur. Die ganze Zeit hatte ich im Hinterkopf die Frage: Wo führt das eigentlich hin? und je länger ich gelesen habe, desto mehr hat mich das frustriert. Besonders schwierig fand ich die Perspektive der unzuverlässigen Erzählerin. Viele Leser:innen mögen dieses Stilmittel, für mich hat es jedoch dazu geführt, dass alles noch chaotischer wirkte. Ich hatte das Gefühl, niemandem und nichts wirklich vertrauen zu können, wodurch für mich kaum ein roter Faden erkennbar war. Statt Spannung zu erzeugen, hat mich diese Erzählweise eher wütend gemacht, weil viele Zusammenhänge unklar blieben und sich vieles für mich nicht schlüssig angefühlt hat. Auch insgesamt fehlten mir eine klare inhaltliche Struktur und ein wirklicher Spannungsaufbau. Einige Entwicklungen erschienen mir unlogisch und bis zum Ende habe ich mich gefragt, was mir das Buch eigentlich sagen wollte. Schade, denn die zugrunde liegenden Themen fand ich durchaus interessant. Die gewählte Form und die sehr fragmentarische Erzählweise haben mir jedoch den Zugang zur Geschichte leider erschwert.



