Das Buch ist wirklich schwer zu bewerten… ewig hing ich auf den ersten 100 Seiten fest, es nahm keine Fahrt auf, es packte nicht und war zudem sehr kompliziert geschrieben. Irgendwann jedoch zog es mich regelrecht in seinen Bann.
Endlich mal keine gute Geschichte, kein Happy End und eine vielmehr schwierige Charakter Entwicklung
350 Seiten persönlicher Verfall
Ich bin mir bis zum Schluss nicht sicher, was die Autorin mir erzählen will. Die Erzählung startet wortwörtlich mit einem Knall und sorgt direkt für Verwirrung.
Die Erzählweise ist inkonsistent und sprunghaft, das Lesen braucht sehr viel Konzentration, um bei den Zeit- und Szenensprüngen mitzukommen. Trotzdem ist es insofern spannend, dass maus ja wissen will, was das jetzt alles zu bedeuten hat.
Ich kann mir vorstellen, dass die Erzählweise das Innenleben der Protagonistin widerspiegeln soll, finde die Geschichte dennoch zu gewollt, zu konfus und am Ende ist keine einzige Frage beantwortet und alles hat sich nur im Kreis gedreht.
Es passiert viel, aber gleichzeitig irgendwie nichts
Das Buch hat mich wegen des Klappentextes direkt abholen können, aber nicht so wirklich mit dem eigentlichen Inhalt - leider.
Ich finde das Buch ist gar nicht schlecht geschrieben, aber am Ende bin ich mir gar nicht so sicher, was nun Sinn der ganzen Geschichte sein sollte, weil so wirklich Charakterentwicklung gab es in meinen Augen nicht und auf eine kaum nachvollziehbare, impulsive Handlung folgte unreflektiert die Nächste. Kein Handlungsstrang, vor allem bezüglich anderer Charakter fühlt sich abgeschlossen an, sondern eher nur wie angerissen und dann liegen gelassen.
Ich würde mich auch als nostalgischen Mensch einordnen, daher habe ich mich unter anderem auch für das Buch entschieden - aber entweder bin ich dann nur leicht zur Nostalgie neigend oder die Protagonistin hängt krankhaft in der Vergangenheit, denn gefühlt keine Situation spielt so wirklich in der Gegenwart, weil sie im Kopf sofort wieder an damals denkt und dadurch dann sogar fragwürdige und vielleicht auch grenzwertige Entscheidungen trifft.
Rosa schweift vehement ab, deshalb empfinde ich, dass die Geschichte sich sehr repetitiv und irgendwie auch unauthentisch und wirr anfühlt (man liest vor allem das Wort Nützenberg gefühlt auf jeder Seite - es geht eigentlich um nichts anderes).
Ich möchte das ganze Buch gar nicht so schlecht oder negativ darstellen, denn potential hatte es in meinen Augen auf jeden Fall, aber vielleicht relate ich einfach zu wenig mit der Protagonistin um zu verstehen was Phase war und um das Handeln, ihre Gefühlswelt und Gedanken nachvollziehbar zu finden..
Ein tolles Buch, mit dem ich aber erstmal warm werden musste! :)
Rosa ist absolut besessen von der Vergangenheit und dem Leben ihrer früh verstorbenen Mutter Conny.
Auch die alten Geschichten um das Internat, wo sowohl Conny als auch Rosa selbst zur Schule gegangen sind, spukt ihr täglich im Kopf herum.
Mit Ende 20 hat sie selbst noch nicht ihren "Sinn" im Leben gefunden und genauso wird Rosa und ihre Gefühlswelt auch dargestellt - chaotisch, durcheinander, total wirr und voller Zweifel.
Sie lebt eigentlich viel mehr in ihrem Kopf und ihrer Vergangenheit, als in der Gegenwart. Was ich aber toll zu lesen fand, außerdem auch eine aktuelle Thematik🙃
Mir fiel es anfangs sehr schwer, in das Buch reinzukommen, die ersten 100 Seiten haben sich sehr gezogen, dann ging es aber endlich los!
Ich bin insgesamt aber etwas hin- und hergerissen!
Rosa als Protagonistin finde ich super interessant, vorallem ihre Gedanken und Verhaltensweisen. Ich muss aber sagen, so ganz habe ich sie bis zum Ende hin noch nicht verstanden😂 - ihre Gedanken sind so durcheinander und irgendwie hat sie eine ganz verzerrte Wahrnehmung der Realität.
Aber genau das macht dieses Buch aus, Rosa ist eine sehr spezielle Protagonistin, genauso wie die ganze Geschichte auch.
UND: Unfassbar schönes Cover, ein echter Hingucker!!🩷🩷
Bild erstellt mit KI, Buchcover von "Nowhere Heart Land", Emily Marie Lara.
Hat mir leider garnicht gefallen.
Der Schreibstil war für mich wahnsinnig schwierig rein zu kommen, weshalb ich dann auch nicht in die Geschichte gekommen bin. Die Protagonisten war einfach nur anstrengend & verwirrend. Ich habe ganz viel ihrer Handlungsweisen nicht verstanden & finde auch viele sehr übergriffig. Es ist wirklich traurig das ihre Mutter so früh gestorben ist aber vielleicht wäre eine Therapie doch die bessere Option.
ein wildes und teilweise insanes buch, aber ich mag das. rosa ist definitiv keine sympathische protagonistin, trotzdem fand ichs toll, ihre gedankenströme so verfolgen zu können.
Ein Ort, an dem Vergangenheit, Schmerz und Hoffnung aufeinandertreffen… und mittendrin: Rosa 💔 - faszinierend und real!
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Wie fand ich das Buch? 📖
Es hat mich wirklich gepackt! Rosas Geschichte ist voll von Schmerz, als sie nach Jahren im Ausland wieder in das kleine deutsche Dorf zurückkehrt in dem sie aufgewachsen ist 🏠. Immer wieder drängt sich dabei die Vergangenheit auf und lässt die Grenze zwischen Realität und Nostalgie verschwimmen. Im Gegensatz zu vielen anderen Romanen begegnet uns hier mit Rosa eine Protagonistin, die auf den ersten und zweiten Blick nicht unbedingt sympathisch ist. Und das ist unglaublich ehrlich erzählt, denn sie ist verletzt, sie trägt schweres emotionales Gepäck mit sich, sie hat keinen Grund immer zu fröhlich zu sein 💔.
Rosa zeigt: Wer nicht aufs Leben vorbereitet wird, wird davon überrollt.
Ihre Geschichte ist intensiv, schmerzhaft 😢 und erschütternd – aber genau das macht sie so besonders. Ein Happy-End? Gib es zwar, aber nicht ohne Bedingungen. Und das macht Rosas Entwicklung um so glaubwürdiger.
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Für mich war das ein Roman mit echter Sogkraft, der emotional trifft und lange nachhallt 💔💥.
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Triggerwarnung: Emotionale Wucht! ⚠️
Auch meinen Freundeskreis hat sie schon erreicht: Die Quarter Life Crisis. Kennen wir doch alle. Einige meiner Freund:innen haben beschlossen, doch nochmal in ein ganz anderes Berufsfeld einzusteigen, einige haben ganz klischeehaft mit dem Rennradfahren und Marathonlaufen begonnen und ich selbst habe nach meiner Hashimoto-Diagnose meine ganze Ernährung auf glutenfrei und zuckerarm umgestellt und habe jetzt einen Buchweizen-Sauerteig namens Herbert daheim. Und ja, ich habe eine emotionale Bindung zu Herbert. Nein, ich will dazu nichts hören (außer, dass Herbert perfekt ist! Das immer gerne!). Daher war ich mir sicher, dass ich mich in diesem Buch bis zu einem gewissen Grad wiederfinden würde.
Rosas Quarter Life Crisis beginnt aber ein bisschen krasser als die der Menschen in meiner Umgebung: Sie prügelt sich mit ihrem Arbeitskollegen. Mit einem blauen Auge und angekratztem Ego flüchtet sie sich danach zurück nach Deutschland, in die Kleinstadt, in der sie aufgewachsen ist. Hier soll sie sowieso einige Angelegenheiten für ihre demente Großmutter regeln, die sie inzwischen seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Macht sie nicht gerne, aber zurück ins Büro kann sie vorerst mal nicht. Zurück in der Heimat wird Rosa aber schnell von ihrer Vergangenheit überwältigt. Ihre Mutter ist früh gestorben, sie selbst im Internat zur Schule gegangen und bei den Großeltern aufgewachsen. Von dieser Kindheit und Jugend ist nicht mehr viel übrig. Der Großvater ist inzwischen ebenfalls tot, die Großmutter schwer dement und das Internat wurde schon während Rosas Schulzeit abgerissen. Und ihre Freundinnen aus dem Internat haben sich im letzten Jahrzehnt auch weiterentwickelt, was Rosa mehr überrascht, als es das meiner Meinung nach tun sollte. Sie haben Kinder, Beziehungen, eine Karriere. Sie sind erwachsen geworden.
Ganz im Gegensatz zu Rosa. Sie schwelgt in Erinnerungen, auch wenn sie sich an vieles gar nicht mehr so wirklich erinnern kann, löst jedes Problem mit Alkohol, verhält sich gegenüber ihrer Schulfreundin Leni übergriffig, was sogar zu rechtlichen Maßnahmen führt. Auf einen Grund für dieses Verhalten wartet man als Leserin vergeblich. Wir folgen Rosa durch ihren trostlosen Alltag, beobachten einen alkoholinduzierten Absturz nach dem anderen und verzweifeln an der Tatsache, dass sie sich auch mit knapp 30 Jahren weigert, Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Am Ende blieb ich mit vielen offenen Fragen zurück und war ehrlich gesagt ziemlich unzufrieden.
Leider also keine Leseempfehlung!
Es ist dem Thema und der Vorgeschichte der Hauptperson geschuldet, dass es irgendwie wirr, wild und verworren ist. Für mich persönlich war es anstrengend, da es so viele Wiederholungen gab. Es findet zwar Entwicklung statt aber irgendwie auch nicht weil kaum Dinge tatsächlich gelöst werden? Irgendwie unbefriedigend insgesamt
Leider konnte Nowhere Heart Land mich nicht überzeugen und ich musste das Buch bei ca 35% abbrechen..
Der Anfang war sehr holprig. Ich bin eigentlich gar nicht reingekommen. Der Schreibstil war wirr und die Zeitsprünge haben dabei nicht geholfen. Allerdings hat es das Buch auch irgendwie ausgemacht und zur Protagonistin gepasst.
Mit Rosa konnte ich mich aber ebenso nicht anfreunden. Sie wurde sehr von ihren Emotionen getrieben und ich konnte ihre Handlungen nicht nachvollziehen. Ich mag es eigentlich sehr, wenn Protagonisten Ecken und Kanten haben, aber hier wurde ich leider gar nicht warm.
Die Themen des Buchs waren sehr wichtig und auch tiefgründig: Trauer, Verlust, Erwachsenwerden und Freundschaften, was ich besonders schätze. Nur ist der Funken leider nicht übergesprungen.
*Werbung: Danke an den Pola Verlag für das Rezensionsexemplar! 💛
- > Keine Sternebewertung, da ich das Buch abgebrochen habe.
Das Buch folgt der Protagonistin Rosa, die eigentlich in London lebt, jedoch nach einem handgreiflichen Vorfall in Ihrer Medienfirma & einigen Bürokratischen Dingen die geklärt werden müssen nach Deutschland zurück kehrt.
Rosa verbindet Deutschland mit vielen Erinnerungen aus Ihrer Jugend, die Sie in dem humanistischen Internat verbrachte, sowie an Ihre junge verstorbene Mutter und an Ihre alte Freundinnen, die keinen Kontakt mehr zu Ihr haben.
Die Grenze zwischen Nostalgie und Realität verschwimmt immer wieder und Rosa versucht heraus zu finden, was zwischen den ganzen Geschichten wirklich die Wahrheit ist..
Um es kurz zu fassen: Rosa ist ein Charakter, den ich einfach nicht leiden konnte, da Sie eigentlich nur negative Eigenschaften ausweißte. Vom Egoismus, Alkohol- und Zigarettensucht, gewalttätigen Zügen, dem selbstzerstörerisches Verhalten bis hin zu Ihren Stalker Momenten.
Sie akzeptiert die Grenzen anderer in keinster Weise, versteht nicht, dass andere sich mit dem älter werden entwickeln und eventuell auch Verändern & man sich so auch auseinander leben kann.
Die Schuld sucht Sie stets bei allen anderen, jedoch nie bei sich selbst, auch wenn man Ihr ein riesen Schild mit der Antwort vor die Nase halten würde, wären immer noch die anderen schuld.
Durch das Buch hinweg hatte sie kaum bis gar keine richtige Charakterentwicklung.
Das Buch besteht aus 90% Gedankengänge von Rosa, diese sind wirr, wiederholen sich immer und immer wieder und werden häufig viel zu langatmig, was es schwierig machte, dem Buch irgendwann noch zu folgen.
Die Idee des Buches war super, leider fand ich persönlich die Umsetzung schwierig & war zeitweise genervt, von dem ständigen Teufelskreis in dem Rosa sich befand. Man hatte das Gefühl man liest immer wieder das gleiche, jedoch in anderer Ausführung. Vielleicht war das so gewollt, da die Protagonistin ja auch sichtlich feststeckt in diesem Kreis, jedoch fand ich das Ganze etwas too much für den Leser.
Sprachlich fand ich das Buch wirklich toll, die Formulierungen & der Ausdruck von Gefühlen, das manchmal stumpfe & trockene in Ihren Gedanken hat mir sehr Gefallen.
Am besten zu lesen fand ich tatsächlich die Rückblicke in Rosas Zeit am Internat.
Ein Buch, dessen Idee wirklich gut war, wo es aber für mich persönlich noch an der richtigen Ausführung fehlte. Es macht einen dennoch teilweise sehr nostalgisch und sprachlich war es definitiv ein Hingucker!
Von dem Cover fangen wir gar nicht erst an: ich liebe es!
Für mich leider nur 2,5/5☆, aber ich bin dennoch gespannt, was die Autorin zukünftig noch mit uns teilen wird!
Leider konnte mich das Buch nicht abholen. Die ersten 50 Seiten waren ok. Gerade weil das Buch mitten in der Geschichte einsteigt und nicht erst langsam anläuft. Inhaltlich passiert dann aber nicht viel. Es wechseln sich zwei Zeitsprünge ab, deren Inhalt aber tatsächlich wenig Aufschluss über den weiteren Verlauf der Geschichte gibt oder irgendwie Sinn macht.
Die Protagonistin entwickelt sich auch nicht weiter. Völlig unreflektiert und ohne Tiefe bekommt man gar keinen echten Einblick in ihr Innenleben.
Irgendwann habe ich mich dann doch fragen müssen, worum es in diesem Buch überhaupt geht.
„Nowhere Heart Land“ ist die Geschichte einer Frau Ende 20, die in einer ziemlichen Lebenskrise steckst, aus London zurück in ihren Heimatort muss, um das Haus ihrer Großmutter zu verkaufen, ihren Job verliert und geplagt wird von Erinnerungen aus ihrer Schulzeit im örtlichen Internat.
Leider hat mir das Buch gar nicht gefallen, die Handlung hat sich für mich ziemlich in die Länge gezogen, obwohl eigentlich nicht viel passiert ist. Durch den Schreibstil konnte ich mich auch nicht in die Protagonistin hineinversetzen und andere Figuren gibt es, außer aus Erzählungen und Randfiguren, nicht wirklich.
Schade, weil sich der Klappentext und die Beschreibungen recht vielversprechend angehört haben!
Ehrlich gesagt habe ich die Geschichte nicht immer verstanden. Die vielen Rückblenden und die sprunghafte Erzählweise haben es mir schwer gemacht, den roten Faden zu finden. Ihr ständiges Grübeln war mir manchmal zu viel.
Trotzdem mochte ich die Atmosphäre. Die ruhige, fast poetische Sprache hat etwas eigenes und an manchen Stellen hat mich das Buch nachdenklich gemacht, besonders über alte Freundschaften und darüber, wie sehr Erinnerungen uns täuschen können.
Für mich waren es am Ende 🌟🌟🌟: interessant, aber eher anstrengend zu lesen.
In Ansätzen konnte ich Rosas Gedanken und Emotionen fühlen und nachvollziehen und fand es am Ende doch zu wirr und anstrengend. Rosa lebt zwischen Manie und Realitätsverlust, nervt mich teilweise mit ihren unverständlichen Verhaltensweisen. Ich hätte ihr gerne zu einem Therapeuten verholfen, der es gut mit ihr und ihrer schweren Vergangenheit und Kindheit meint.
Ein Debütroman über die Schatten - und Sonnenseiten des Jungseins. Leider konnte mich dieser nicht begeistern.
Es fiel mir schwer mich in die Protagonistin hineinzuversetzen und ihr Handeln nachzuvollziehen. Schwere Thematiken werden hier aufgegriffen, teils werden Dinge aufgefasst, aber nie richtig erklärt oder aufgelöst.
Die depressive und nostalgische Grundstimmung, hat es mir sehr schwer gemacht und mich überwiegend runtergezogen.
Es hat mich mit gemischten Gefühlen, vor allem aber Wut, zurück gelassen. Auch das Ende konnte mich nicht zufriedenstellen, habe mir dort mehr Auflösung gewünscht.
Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass dort ein riesiges Durcheinander herrschte aufgrund der vielen Zeitsprünge. Einige Kapitel fühlten sich sehr langatmig an.
Positiv hervorzuheben ist der ausdrucksstarke Schreibstil der Autorin, wortgewaltig und tiefsinnig. Das Cover konnte mich von Anfang an überzeugen.
Nostalgie und Schwermut gepackt in einen tollen Schreibstil.
„Man kann nicht so lange mit den gleichen Menschen frühstücken, Unterricht haben, nachmittags vor den Nonnen Verstecken spielen und abends in den Gemeinschaftsräumen romantische Komödien aus den Achtzigern […] gucken […], ohne für immer befreundet zu sein. Dachte ich." (Kapitel 4)
Worum geht’s´?
Rosa muss sich als einzige lebende Verwandte um den Verkauf des Hauses ihrer Großmutter kümmern. Wie passend, dass sie gerade in London gekündigt wurde, weil sie ihrem Kollegen eine verpasst hat. Also fliegt sie zurück in die alte Heimat. Dort schwelgt sie in Erinnerungen an ihre Mutter, die früh starb und ihre Zeit im Internat mit ihren besten Freundinnen, zu denen sie keinen Kontakt mehr hat. Und während ihr 3. Geburtstag vor der Tür steht, versucht sie ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen.
Wie war’s?
Nowhere Heart Land ist Nostalgie pur, die sich sowohl im Inhalt als auch in der Erzählweise konsequent durch das Buch zieht. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir gut. Er ist wortgewandt und gleichzeitig jugendlich. Passt absolut zu Rosa. Generell passt auch die Erzählweise total zu Rosa. Sie ist eigenbrötlerisch, unzufrieden, verträumt und sprunghaft. Dies spiegelt sich durch wenige Dialoge, viele zeitliche Sprünge zwischen dem Jetzt und der Vergangenheit und ein ständiges Abschweifen ihrer Gedanken wider.
So passend dies auch war, so anstrengend hat es für mich jedoch teilweise das Lesen gemacht, denn ich habe wiederholt den Faden verloren. In der Handlung gibt es immer wieder kurze interessante Momente. Durch den starken Fokus auf Rosas innere Auseinandersetzungen, passiert insgesamt jedoch eher wenig. Auch Rosa als Protagonistin hat mich manchmal einiges an Nerven gekostet. Ihr Struggle ist völlig nachvollziehbar, dennoch sind es viele ihrer Handlungen und Gedanken für mich überhaupt nicht und auch die Beziehung zu ihren Freundinnen wird für mich nicht wirklich fassbar.
Alles in allem ein wirklich gut geschriebenes Buch. Inhaltlich trifft es aber leider weniger meinen Geschmack.
Ein perfekter Schreibstil trifft auf eine schwierige Protagonistin
„Nowhere Heart Land“ erzählt die Geschichte von Rosa Konert, die lost im Erwachsensein ist. Und weil die Dinge immer anders laufen als erwartet, landet sie auf einmal wieder in der deutschen Kleinstadt, in der sie aufgewachsen ist. Hier brechen alte, nicht geheilte Wunden wieder auf und Rosa versucht ihre chaotischen Erinnerungen, die in ihre Gegenwart gespült werden, vergeblich zu ordnen.
Der Schreibstil ist perfekt für diese Art von Geschichte! Assoziativ, fragmentarisch und teilweise willkürlich mit vielen Streams of Consciousness wird der Gemütszustand Rosas auf der Erzählebene abgebildet. So habe ich direkt ein Gefühl für ihren mentalen Zustand bekommen. Das ist die Art von Schreibstil, die ich liebe! Sehr nah an der Protagonistin und an vielen Stellen in dem Chaos wunderschön, aber auch nachdenklich stimmend.
Es gibt häufig Rückblenden in die Vergangenheit am Internat, wenn Rosa sich zurück erinnert. Diese sind teilweise sehr willkürlich oder leicht deplatziert, vermitteln jedoch ein gutes Gefühl für Rosas Aufwachsen und ihre Art, daran zurückzudenken.
Leider hatte ich so meine Probleme mit Rosa. Ich empfand sie an einigen Stellen als sehr anstrengend. Ich verstehe genau, warum sie so ist, wie sie ist. Sie agiert sehr kindisch, weil sie nicht erwachsen sein möchte, ist impulsiv, hat viele (Generationen-)Traumata, gerade was ihre Mutter und Großmutter betrifft, nicht verarbeitet und sehnt sich nach ihrer Internatszeit zurück, die sie wieder in die Gegenwart zu holen versucht. Dennoch ging sie mir oft auf die Nerven und ich finde ihr Verhalten anderen Personen gegenüber unfair und kopflos. In mancher Hinsicht ist sie unvorhersehbar, weil mir trotz des Schreibstils nicht ganz einleuchtete, was genau in Rosas Kopf vorgeht. Das hat mein positives Leseerlebnis etwas eingeschränkt, weil ich an bestimmten Stellen einfach nur den Kopf geschüttelt habe und mir ihr Verhalten nicht mehr erklären konnte.
Nichtsdestotrotz hat „Nowhere Heart Land“ meine vorherige Erwartungshaltung erfüllt und obwohl ich Rosa so schwierig finde, macht gerade das das Buch so besonders. Auch wenn es nicht mein liebstes Buch ist, kann ich es empfehlen, weil es definitiv außergewöhnlich ist!
Mit „Nowhere Heart Land“ habe ich mir ein wenig schwer getan. Ich hätte es gerne geliebt, aber leider muss ich mich anderen Rezensionen anschließen, die ich zu dem Buch schon bei anderen gelesen habe.
Nachdem Rosa eine Zeit lang in London gelebt und gearbeitet hat, kehrt sie nach einem Zwischenfall wieder in ihre deutsche Heimat zurück, auch um das Haus ihrer Großmutter zu verkaufen. Das ist die Handlung in einem Satz zusammengefasst und viel mehr passiert auch nicht wirklich. Die Story lebt von der Melancholie, die mit den Zeilen mitschwingt und das hat die Autorin wunderbar umgesetzt. Rosa schwelgt in Erinnerungen, denkt an das Aufwachsen mit ihren beiden besten Freundinnen im Heim und an den viel zu frühen Verlust ihrer Mutter Conny. Sie verliert sich geradezu in diesen Erinnerungen, es wird immer wieder Bezug genommen, zum frühen Tod ihrer Mutter und dem Internatsleben. Ich konnte leider nicht so wirklich ein Ziel erkennen, das die Geschichte dabei verfolgt.
Die Protagonistin war schwierig - einerseits verurteilt sie ihre Schulfreundinnen für ihr vermeintlich langweiliges Leben, hält sich für was besseres und gleichzeitig nimmt sie geradezu stalkerhafte Züge an, nachdem ihre ehemals beste Freundin ihr klar macht, dass sie sie in Ruhe lassen soll. Die Handlung dreht sich im Kreis, Rosa wird immer manischer und verliert sich immer weiter in Erinnerungen. Gegen Ende wird die Geschichte etwas greifbarer, aber so richtige Erkenntnisse konnte ich aus den Geschehnissen nicht wirklich ziehen.
Fazit: Ein Buch über…? Vielleicht Verlust? Ich kann es nicht richtig greifen. Es ist nostalgisch, es ist deprimierend und verwirrend. Eher keine Leseempfehlung, nur wenn man auf eine melancholische Story ohne viel Handlung Lust hat. 3 ⭐️
Bis hierhin bin ich ein riesiger Pola-Fan, aber dieses Debut hat mich wirklich gelangweilt, genervt und enttäuscht. Der Klappentext war so vielversprechend und auch die Thematiken empfinde ich als wirklich bedeutsam, aber die Entwicklung der Handlung war inhaltlich wie sprachlich schleppend, die Protagonistin war nervig und es gab für mich wenige Momente innerhalb der Handlung, die ich (in viel zu langen Kapiteln) genießen konnte. Am meisten Spaß bereitet haben mir die Kate Nash Lyrics.
„Schneidet man in den Zellkern des Erwachsenseins hinein, quillt gelierte Einsamkeit heraus, dazu läuft leise Popmusik.“
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„Nowhere Heart Land“ erzählt die Geschichte von Rosa, die sich plötzlich in ihrer alten Heimatstadt wiederfindet; dabei dachte sie, sie hätte diese längst hinter sich gelassen. Zwischen alten Schulbüchern, zerknitterten Fotos, Staub und Erinnerungen versucht Rosa das Puzzle ihrer Familie zusammenzusetzen - was ist wahr, was nur verklärt? Die Grenzen verschwimmen und je fester Rosa sich an die Vergangenheit klammert, desto schneller scheint sie ihr durch die Finger zu rinnen.
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„Nowhere Heart Land“ und ich haben einige Seiten gebraucht, bis wir einander verstanden haben. Anfangs konnte ich den bildhaften Erzählstil nur schwer greifen, Rosa nicht wirklich folgen. Sie erzählte in Fragmenten, Zeitsprünge durchzogen die Geschichte und an vielen Stellen war nicht klar, ob die Dinge wirklich so passiert sind oder Rosa sie im Nachhinein nur verklärt hat. Vergangenheit und Gegenwart verschwammen, die Realität wirkte weichgezeichnet.
Doch als ich mich daran gewöhnt hatte, habe ich die Geschichte sehr geliebt. Nostalgie war allgegenwärtig, tropfte fast von den Buchseiten. Rosa war in ihrem Verhalten oft nicht stringent, dennoch hätte ich sie an vielen Stellen gern in den Arm genommen - ihr Verlorensein hat etwas in mir ausgelöst. Sie erinnerte mich an eine moderne, weibliche, ältere Version vom „Fänger im Roggen“, meinem ersten Lieblingsbuch. Ähnlicher Vibe. Hat viel mit mir gemacht.
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Ein Buch, das von atmosphärischer Dichte lebte und Bilder im Kopf entstehen ließ. Immer ein bisschen an der Grenze zur Weird-Girl-Fiction, nie darüber hinaus. Oft traurig, schlussendlich leise hoffnungsvoll. Ich mochte es wirklich gerne.
ET: 28. März 2025
Autorin: @emily_marie_lara.docx
Verlag: @pola_stories
Viel Vibes, wenig Einsicht - Viel Potenzial, wenig Umsetzung
Rosa fällt, weil sie nicht weiss, wer sie ist. Sie wächst im Schatten ihrer legendären Mutter und zwischen zwei charakterstarken Freundinnen auf. Dabei scheint sie nicht imstande zu sein, ein eigenes Selbst zu entwickeln. Sie definiert sich über Umstände und ihre Beziehungen zu anderen Menschen. Und als sie dann als Erwachsene aufhört Erwartungen zu erfüllen fällt sie in sich zusammen wie ein Kartenhaus. Daraufhin schweift sie immer mehr in ihre Vergangenheit und ihre Erinnerungen ab, so dass sie den Bezug zur Gegenwart und zur Realität zunehmend verliert. In ihrer Verzweiflung versucht sie andere Menschen von Damals mitzuziehen in ihrer Achterbahn der Nostalgie – stösst dabei jedoch auf Ablehnung, die sie weder versteht noch akzeptiert und gerät schlussendlich immer tiefer in Isolation und Einsamkeit. Dabei ist sie in ihrer Verzweiflung sehr selbstgerecht. Sie sieht nur ihr eigenes Leid und kann keine anderen Standpunkte verstehen. Ihre Problemlösungsstrategie besteht aus Alkohol, Zigaretten, Sex und Stalking. Das muss man beim Lesen erstmal aushalten.
Und hier beginnt meine Kritik. Rosas Verhalten wird nicht reflektiert. Ihr Charakter erlebt kaum Wachstum und die Geschichte keine wirkliche Auflösung. Als Leserin blieb es mir überlassen, mich ob Rosas aneckendem Verhalten selbst zu reflektieren – aber ich hätte mir gewünscht, dass diese Themen im Buch diskutiert werden und die Botschaften nicht lediglich durch «Vibes» und zwischen den Zeilen mitschwingen.
Allgemein ist dieser Roman nahe an der Kategorie «Just Vibes» angesiedelt. Es gelingt der Autorin auch hervorragend, die Stimmungen zu transportieren. Die Nostalgie tropft geradezu von den Seiten. Doch ich frage mich, ob nahezu psychotisches Verhalten das richtige Ausgangsmaterial ist für «Just vibes».
Fazit: Für mich war «Nowhere Heart Land» eine unangenehme Lektüre, die mich etwas verstört und mit vielen Fragen zurückgelassen hat. Das Lesevergnügen war nicht besonders gross und dafür konnte ich schlussendlich zu wenig mitnehmen. Ich sehe jedoch das Potenzial in der Autorin – die über ein erstaunliches Gefühl für Sprache verfügt. Ich bin gespannt, wie sich ihre Werke entwickeln werden.
Nowhere Heart Land - Emily Marie Lara
Rosa ist vor vielen Jahren aus ihrer Heimatstadt nach London geflohen. Doch nun muss sie zurück in dieses Nest, in das Haus ihrer Großmutter, welches sie verkaufen will, um die Pflege für selbige bezahlen zu können. In London wartet nicht mehr viel auf sie, da sie sich an ihrem Arbeitsplatz zu viel zu Schulden kommen hat lassen. Und so streift sie durch diese Stadt, die einst ihre war und in der einst ein katholisches Internat stand, in dem sie, genau wie damals ihre Mutter, den größten Teil ihrer Jugend verbracht hat, von Nonnen erzogen und ihrer besten Freundin Leni geliebt. Diese wehrt heute, viele Jahre später, Laras Kontaktversuche vehement ab. Doch was ist passiert? Wie konnte es soweit kommen?
Lara läuft durch Straßen, bewegt sich an Orte, die einst ihr Zuhause waren. Immer mit den Gedanken in der Vergangenheit, in diesem Internat, das irgendwie an Hogwards denken lässt und das so eng mit ihrer und der Geschichte ihrer Mutter, die viel zu früh gestorben ist, verknüpft ist. Dabei wird Lara immer obsessiver, da sie verstehen möchte. Sie raucht, sie trinkt, sie betäubt sich.
Ich mochte den Vibe der dabei entstand; ein bisschen Herbst, ein bisschen dark academia (so stelle ich mir das zumindest vor 😅). Alte Gemäuer, Altgriechisch, alte Nonnen. Das Buch hat ein besonderes Gefühl in mir ausgelöst und ich bin Lara gerne gefolgt, auch wenn ihre Wege oft nicht rational und etwas absurd waren (plötzlich werden da zum Beispiel brennende Kerzen durch Ikea geworfen). Ich mochte Laras Verlorenheit und ich mochte auch die Sprache der Autorin. Ja, etwas kompliziert und nicht geradlinig, aber meinen Nerv hat sie getroffen (auch wenn ich den ein oder anderen Satz mehrfach lesen musste).
Ein spannendes Buch, mit einer Geschichte, die ich so oder so ähnlich noch nicht gelesen habe und welches ich wohl bevorzugt für den Herbst empfehlen würde.
Rezension | Nowhere Heart Land
Dieses Buch ist kein Ort. Es ist ein Gefühl.
Ein leises, dunkles, manchmal wunderschön trauriges Gefühl. Nowhere Heart Land erzählt keine klassische Geschichte – es ist mehr ein Streifzug durch Erinnerungen, Sehnsucht , das Ringen mit der eigenen Leere und der Vergangenheit.
Die Sprache ist poetisch, fast traumartig. Manchmal brüchig, manchmal messerscharf. Nichts ist eindeutig, und gerade das macht es so intensiv.
Wer Geschichten mit klarem Plot sucht, wird hier vielleicht nicht glücklich.
Ich musste mich auch erstmal an den Stil gewöhnen.
Aber wer Bücher liebt, die eher wie ein Riss im Herzen wirken , sowie ein düsteres Märchen – der wird dieses Buch fühlen.
Es bleibt still. Und es bleibt.
Worum geht es ?
Rosa, eine junge Frau Ende 20, kehrt nach Jahren in London in ihre deutsche Heimatstadt zurück. Sie wacht mit einem blauen Auge auf und wird von Erinnerungen an ihre Jugend in einem humanistischen Internat, den frühen Tod ihrer Mutter und alte Freundschaften heimgesucht. Hin- und hergerissen zwischen Nostalgie und Realität sucht Rosa die Wahrheit zwischen alten Geschichten.
Die 29-jährige Rosa reist nach einer Prügelei in ihrem Londoner Job zurück in ihren Heimatort, um das Haus ihrer Großmutter zu verkaufen. Dort verliert sie sich in Erinnerungen an ihre Schulzeit auf einem Internat. Sie ist geradezu besessen davon, obwohl sie ihre Schulfreunde von früher für ihr vermeintlich langweiliges Leben verachtet. Außerdem stalkt sie ihre ehemals beste Freundin, die aus guten Gründen nichts mehr mit ihr zu tun haben will.
Dabei reflektiert sie an keiner Stelle in irgendeiner Form ihr Leben, sondern benimmt sich die ganze Zeit komplett kindisch, emphatielos und ich-bezogen.
Ich habe nicht immer etwas gegen unsympathische Protagonisten, aber Rosa und ihre oberflächliche Gedankenwelt gingen mir so unheimlich auf die Nerven, dass ich fast abbrechen wollte. Auch diese ganzen banalen Betrachtungen über das Leben und die vielen Details und Wiederholungen, die die Story unnötig in die Länge gezogen haben, waren für mich echt schlimm. Ich habe es dann in fast doppelter Geschwindigkeit als Hörbuch gehört, weil ich gehofft hatte, dass noch irgendetwas passiert. Das war aber leider nicht der Fall, das Ende war so langweilig wie das ganze Buch.
Ich hatte mich so sehr auf mein 7. Buch vom pola Verlag gefreut, wurde aber leider total enttäuscht. Die Prota war nicht auf die „es ist auch mal okay, wenn eine Prota unsympathisch ist“-Art unsympathisch , sondern auf die unsympathisch-unsympathische Art unsympathisch! Und so inflationär wie ich mit den Wort unsympathisch umgehe, geht die Autorin mit Schachelsätzen um. Vielleicht bin ich nicht Zielpublikum für dieses Buch. Vielleicht bin ich aber auch nur zu dumm für dieses Buch.
Die Protagonistin hat mich leider nicht so richtig abgeholt und der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig.
Insgesamt ist mir das Buch ein bisschen zu wirr, was allerdings auch beabsichtigt sein kann. Gerade die vielen Wechsel und Verschmelzungen zwischen Rosas Vergangenheit und Gegenwart geben dem Roman einerseits einen spannenden Twist, machen es stellenweise aber andererseits auch schwierig der Handlung zu folgen. Außerdem fällt es mir schwer mich in Rosa hineinzuversetzen. Am Anfang des Buches schon, aber zum Ende hin immer weniger.
Oft wusste ich nicht, ob ich die Protagonistin mag und manchmal nahm ich sie gedanklich in den Arm, damit sie mit all dem nicht alleine ist.
Der Roman lässt mich etwas ratlos zurück … .
Leider kann ich mich gar nicht mit der Protagonistin identifizieren und sie ist mir extrem unsympathisch. Das ist natürlich auch so gewollt, aber einfach nicht mein Geschmack - auch wenn ich das Buch sonst unterhaltsam fand und auch schnell reingekommen bin.
Leider nicht meins. Die Protagonistin war einfach nur anstrengend und total Ich-Bezogen. Sehr verwirrend teilweise und keine Auflösung.
Eine junge Frau wacht mit einem blauen Auge in ihrer Heimatstadt in der deutschen Provinz auf. Eigentlich wollte Rosa immer weit weg, doch nun, nach vielen Jahren in London, ist sie zurück und wird von verwirrenden Erinnerungen an ihre Jugend in einem humanistischen Internat, an ihre Mutter, die jung verstarb, und an alte Freundinnen, die nicht mehr mit ihr sprechen, heimgesucht.
Puh, leider konnte mich Rosa so überhaupt nicht abholen. Sie ist sehr Ich-Bezogen und lebt total in der Vergangenheit. Sie ist in ihrer Blase stehen geblieben und weigert sich Erwachsen zu werden. Ihre Freunde sprechen nicht mehr mit ihr und man kann absolut nachvollziehen, wieso das so ist. Rosa ist einfach nur anstrengend und unreflektiert, sucht die Schuld immer woanders fand ich teilweise echt narzistisch.
Der Schreibstil ist zwar gut, aber es switcht so schnell von der Vergangenenheit und Gegenwart hin und her, ohne dass es irgendwie ersichtlich gemacht wurde und das hat mich sehr oft verwirrt. Ich habe jetzt lange gebraucht, das Buch zu beenden, weil es mich in ne Flaute gezogen hat.
Für mich hat das Buch keine Richtung und alles wird nur vage und verwirrend angesprochen. Gefühlt hab ich auch die Auflösung verpasst.
Leider nichts für mich.
Eines Tages, in einem Londoner Büro, bringt ihr Kollege und ein Anruf aus der Heimat das Fass zum Überlaufen. Es endet mit einer gebrochenen Nase für Greg und mit einem blauen Auge für Rosa. Sie reist zurück in ihre Heimat, in der sie auf demselben Internat war, das bereits ihre Mutter Conny besuchte, wo ihre Großeltern sie großgezogen haben und sie die Zeit mit ihren Freundinnen Leni und Theresa verbracht hat.
Connys Geschichte ist genauso prominent wie die ihrer Tochter Rosa. Wir springen ständig in die Vergangenheit und dann wieder in die Gegenwart. Mal erzählt Rosa, mal bekommen wir Schnipsel aus Connys Sicht erzählt. Hauptschauplatz ist das Nützenberg Internat. Zu Connys Zeiten gab es einige Gerüchte um sie und die frühe Schwangerschaft. Als Rosa auf das Internat kommt verfolgt Connys Geist sie buchstäblich.
Für mich wurden viel zu viele Fragen gestellt die nicht beantwortet wurden, Rosa wirkte oft verloren und überfordert. Ihre Taten und Entscheidungen konnte ich nicht nachvollziehen und fand sie zum Teil überspitzt. Der Roman ist eine Achterbahnfahrt durch die Vergangenheit, Identitätskrise und zerbrochenen Verbindungen. Leider konnte mich der Schreibstil und die Geschichte nicht abholen. Es war mir zu wirr und zu zäh. Ich glaube nicht nur ich sondern auch Rosa selbst ist mit unbeantworteten Fragen zurückgeblieben. Schade, ich wollte gerne das ich das Buch mag. Aber es waren zu viele Erzählansätze mit zu wenig Aufklärung.
Instagram: leeexieh
Stillstand und Selbstsuche
Die Geschichte hatte mich im Vorfeld sehr angesprochen – sie versprach dieses gewisse Etwas, das emotional mitreißt. Schon zu Beginn wird deutlich, dass die Protagonistin entschlossen ist, ihr Leben zurückzugewinnen. Sie versucht, sich mit den Herausforderungen des Alltags auseinanderzusetzen und ihren eigenen Weg in den Zwanzigern zu finden. Dabei wirkt sie oft ziellos und lässt sich von ihren Erlebnissen treiben – ein Zustand, der durchaus Parallelen zur heutigen Generation erkennen lässt.
Allerdings hat das Buch auch Schwächen. Es besteht aus vielen inneren Monologen, die in längeren Passagen leider das Tempo herausnehmen und einen emotionalen Abstand zur Geschichte schaffen.
Insgesamt konnte mich das Buch nicht vollständig überzeugen. Die Hauptfigur Rosa durchläuft keine spürbare Entwicklung, stattdessen verliert sie sich immer wieder in einem Strudel aus Selbstmitleid.
Das Konzept hat Potenzial, doch in der Umsetzung hätte ich mir eine reflektiertere Perspektive und mehr Dynamik gewünscht.
Es fällt mir gar nicht so leicht etwas zu diesem Buch zu schreiben und es zu bewerten, weil es viel mit mir gemacht hat. Das Cover finde ich sehr gelungen. Es hat mich direkt angesprochen und auch die Thematik fand ich sehr spannend. Rosa ist wahrscheinlich nicht die sympathischste Protagonistin - was es für mich in diesem Buch aber auch nicht gebraucht hat, da es vielmehr um ihre Innenwelt und die Stimmung geht. Zudem schienen weder Rosa noch ihre alte Schulfreundin Leni, noch irgendeine Person in diesem Buch greifbar - was jedoch genau das Gefühl der Perspektivlosigkeit aufgreift, was sich durch das komplette Buch zieht. Und vielleicht der Realität nahe kommt in der man oft auch nichtdie Beweggründe von Menschen kennt.
Die nostalgische, melancholische Stimmung hat mich von Beginn an eingenommen. Teilweise fand ich es kompliziert, dem sehr sprunghaften Schreibstil, der die Gedankensprünge der Protagonistin zeigt, zu folgen. Zwischendurch habe ich pausiert und den Inhalt wirken lassen - bin rausgegangen weil der Inhalt teilweise sehr erdrückend ist. Die ganze Schwere der Vergangenheit und die Perspektivlosigkeit und Verzweiflung der Protagonistin haben mich manchmal sehr mitgenommen. Gleichzeitig habe ich mich gefragt wie es aus- und weitergeht mit Rosa. Wo die Handlung hingeht.
Zum Schluss hätte ich mir eine stärkere Entwicklung der Protagonistin gewünscht, auch wenn Ansätze da waren.
Insgesamt war das Buch mit viel Humor und Tiefsinn geschrieben und hat sich teilweise angefühlt wie ein Fiebertraum.
Auch wenn ich nicht das Gefühl habe, erfassen zu können was die Essenz des Buches ist mochte ich es. Dieses Buch hat mir keine Fragen beantwortet und irgendwie war das ok.
Ich bin ohne große Erwartungen an nowhere heart land gegangen – und ehrlich gesagt, war das auch gut so. 😬 Schon auf den ersten Seiten hat mich die Atmosphäre etwas an meine eigene Schulzeit erinnert, besonders wegen dem religiösen Background.
Die Geschichte dreht sich um ziemlich schwere Themen: früher Verlust der Mutter, keine Vaterfigur, der Opa stirbt, die Oma wird dement. Dazu eine Hauptfigur, die keine Grenzen akzeptiert und deren Wahrnehmung durch traumatische Erlebnisse ziemlich verschoben ist. Die Nostalgie steht total im Vordergrund – die Gegenwart findet eigentlich kaum statt.
Das Buch plätschert leider ziemlich vor sich hin, ohne richtige Triebkraft. Es passiert nicht viel, und irgendwann war ich einfach nicht mehr richtig dabei.
Obwohl ich den Verlag echt liebe, hat mich nowhere heart land diesmal nicht überzeugt. Von mir gibt’s leider nur 2,5 Sterne.
In „Nowhere Heart Land“ begleiten wir Rosa auf einer emotionalen Reise in ihre Vergangenheit. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter und der Schließung ihres geliebten Internats hat sie sich in London ein neues Leben aufgebaut. Jahre später kehrt sie in ihre Heimat zurück – ein Ort, den sie lange gemieden hat. Dort trifft sie auf ihre demente Großmutter, ihre einst beste Freundin, die kein Wort mehr mit ihr wechseln will, und eine Vielzahl unbeantworteter Fragen, die sie endlich zu klären versucht.
Wie eigentlich alle Bücher aus dem Pola-Verlag hat mich auch dieses Buch sehr angesprochen. Leider bin ich dieses Mal nicht so begeistert.
Nachdem ich Probleme hatte, in die Geschichte reinzukommen, bin ich schnell auf das Hörbuch umgestiegen, was für mich dann auch besser funktioniert hat. Leider konnte mich das Buch trotzdem nicht ganz abholen. Ich konnte das Verhalten der Protagonistin nicht immer nachvollziehen, war eher genervt von ihr und hatte generell viele Fragen im Kopf. Die Handlung des Buchs ist sehr langsam und repetitiv und ich wusste bis zum Ende nicht wirklich, was die Autorin damit aussagen will.
Das Buch ist nicht schlecht. Die Autorin kann schreiben und es gab auch einige Szenen, die mir gut gefallen haben. Insgesamt hat es aber leider nicht meinen Lesegeschmack getroffen.
In "Nowhere Heart Land" folgen wir Protagonistin Rosa dabei, wie sie durch eine Verkettung von Ereignissen kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag plötzlich erwachsen wird. Nachdem sie im Affekt einem Kollegen die Nase gebrochen hat und aus ihrer Wahlheimat London zurück nach Deutschland flieht, um das Haus ihrer Großeltern zu verkaufen, damit sie den Platz im Pflegeheim für ihre Großmutter weiterhin zahlen kann, irrt sie durch ihre vergangenes Leben, trauert um ihre verstorbene Mutter und vergangene Freundschaften sowie das Internat, in dem sie aufgewachsen ist und dass vor ihrem Schulabschluss abgerissen wurde.
"Nowhere Heart Land" ist eine Spurensuche danach, wie unsere Vergangenheit und unser Wissen um uns selbst uns prägt. Dies wird jedoch auf teils recht konfuse, sich oft wiederholende Art erzählt und man fragt sich, wie Rosa in den letzten zwölf Jahren so durchs Leben gekommen ist, denn die Zeichnung ihres Charakters ist so unreif und egoistisch, dass man ihr nicht abnehmen mag, dass sie sich selbst ein Leben inklusive Studium in einem anderen Land aufgebaut haben kann und damit recht gut gefahren zu sein scheint.
Ich fand die erste Hälfte des Buches viel zu lang und zu langweilig und auch redundant, erst in der zweiten Hälfte nahm die Handlung und die Entwicklung der Protagonistin langsam Fahrt auf, sodass ich daran geblieben bin und es irgendwann auch gern gelesen habe. Insgesamt konnten mich aber weder Handlung noch Figuren überzeugen.
Leider bin ich mit dem Buch nicht warm geworden. Der Erzählstil war mir etwas zu messy, auch fand ich die Protagonistin nicht sehr relatable oder sympathisch.
Die Nostalgie auf die im Buch eingegangen wurde, fand ich an sich sehr gelungen, allerdings war ich damit als Gen Z der falsche Ansprechpartner.
Ein sprachlich starkes, melancholisches Buch über Erinnerung, Verlust und das Suchen nach Halt.
In „Nowhere Heart Land“ kehrt Rosa in ihre Heimat zurück, um die Angelegenheiten für ihre an Demenz erkrankte Großmutter zu regeln. Doch dort angekommen, holen sie die Erinnerungen an ihre Kindheit, ihre verstorbene Mutter und die Zeit am Internat ein. Nach und nach versucht sie, ihre Vergangenheit zu verstehen, ist sich aber oft selbst nicht sicher, was wirklich passiert ist und was nicht.
Der Einstieg ins Buch war für mich nicht ganz einfach. Ich hatte Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzufinden. Besonders Rosa als Protagonistin macht es mir nicht leicht, weil ihre Gedanken oft sehr sprunghaft und durcheinander sind, was es mir schwer gemacht hat, ihr zu folgen.
Im Laufe der Geschichte wurde das besser, aber durch die wenigen Dialoge blieb ich weiterhin fast ausschließlich in Rosas Gedankenwelt gefangen. Sie hat viele Fragen, Erinnerungslücken und lebt irgendwie in der Vergangenheit. Sie kämpft mit ihren Zweifeln und Gedanken und hat niemanden, an den sie sich wirklich wenden kann.
Der Schreibstil bringt diese innere Zerrissenheit sehr gut rüber. Es gab einige Stellen, die mir im Kopf geblieben sind, weil sie sprachlich wirklich stark waren und die melancholische Stimmung perfekt eingefangen haben. Aber an manchen Stellen hatte ich das Gefühl, dass die Handlung fast zum Stillstand kam, wodurch das Lesen mühsam wurde.
Ab der Hälfte hat das Buch für mich wieder an Spannung gewonnen und ich wollte dann doch unbedingt wissen, wie alles ausgeht.
Es geht um Vergangenheit, Freundschaften, Verluste und vielleicht auch darum, wie schwer es manchmal ist, irgendwo wirklich anzukommen.
Am Ende war es für mich ein sprachlich starkes Buch, das mich aber oft auf Distanz gehalten hat, weil ich Rosas Gedanken und Handlungen nicht immer folgen konnte.
Hui, das war wild!
Melancholie und Nostalgie hängen quasi noch im Raum, wenn ich an dieses Buch zurückdenke.
Wir begleiten in diesem Buch Rosa. Eine junge Frau Ende 20, die seit einigen Jahren in London lebt.
Nun zieht es sie plötzlich in ihre Heimat. Der Ort, der in ihr quasi präsenter ist, als ihre eigentliche Gegenwart.
Sie wird mit so einigen Erinnerungen an ihre verstorbene Mutter, ihre beste Freundin und ihre Schulzeit am Internat konfrontiert und versucht diese Gedanken, Gefühle und Erinnerungen einzuordnen.
Rosa muss sich gleichzeitig um den Verkauf des Großelterlichen Hauses kümmern. Doch möchte sie auf der Reise in ihre Heimat lieber Antworten suchen - hat sich doch so viel verändert, was sie nicht einordnen kann.
Der Schreibstil hatte mich sofort!
Die Autorin schreibt dieses Buch mit einem wunderschönen und poetischen Schreibstil. Sie bringt die Stimmungen so gut rüber, dass man teilweise denkt, man wäre auch auf dem Internat und hat den Alltag mit Rosa erlebt.
Es kommt so gut rüber, wie die Erlebnisse in der Kindheit sie geprägt haben.
Mir war es manchmal etwas zu wild, zu viele Gedanken und ich konnte mich nicht ganz mit der Protagonisten identifizieren. Die Geschichte empfand ich teilweise etwas zäh.
Aber insgesamt war es für mich eine toll geschriebene Geschichte über Vergänglichkeit, die Last der Gedanken und verlorene Freundschaft, die mich stellenweise sehr berührt hat!
Das Cover ist eine 10/10!
Von »Nowhere Heart Land« ist mir der Schreibstil in der Leseprobe besonders aufgefallen – genau deshalb war ich auch so neugierig auf den Rest des Romans. Ein bisschen frech, ein bisschen I-don’t-give-a-fuck. Es hat gedauert, bis ich mich in den auch extrem sprunghaften Schreibstil einfinden konnte, aber es hat sich gelohnt: Im weiteren Verlauf empfand ich ihn als sehr packend.
Rosa war dann allerdings mit großem Abstand die übergriffigste und anstrengendste Protagonistin, die mir seit langer Zeit begegnet ist. Ich wollte sie so gerne verstehen, habe aus diesem Antrieb heraus Seite um Seite gelesen. Wollte ihre verzweifelte Fixierung auf ihre Schulzeit im Internat, Leni und Conny verstehen. Ihre Nostalgie. Ihren Realitätsverlust. Warum sie dem Strudel der Vergangenheit nicht einmal versuchte zu entkommen. Rosa hat sich irrational und unberechenbar verhalten, gleichzeitig aber so unorganisiert und planlos, dass ihr Weg stellenweise wirklich schmerzhaft zu lesen war.
Ich habe lange gehofft, dass die Geschichte irgendwann einen ausgeglichenen Punkt findet. Eine Erklärung für alles, eine Auflösung. Gleichzeitig habe ich mich intensiv mit der bisherigen Erzählung auseinandergesetzt, da ich möglicherweise ein wichtiges Detail, das fehlende Puzzlestück, übersehen habe.
Aber letztendlich war es nicht so und das hat mich unzufrieden zurückgelassen. Ich bin ratlos wegen »Nowhere Heart Land«, orientierungslos und weiß nicht so recht, was für eine Geschichte ich nun eigentlich gelesen habe. Es war zu viel von allem, zu vage, zu viele Richtungen ausprobiert, und alles hat sich unkontrolliert verlaufen. Aber hey, das schätze ich letztendlich auch an einem Roman: Wenn er mich gedanklich tagelang nicht mehr loslässt und ich vieles hinterfrage.
✨ Rezension ✨
Nowhere Heart Land | Emily Marie Lara | pola Verlag | 350 Seiten | ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Not gonna Lie… Ich brauchte nen Moment um mich an den Stil zu gewöhnen. Lange, verschachtelte Sätze, super kurze Sätze, eine Prise Latein oder Griechisch? Zu finden! Aber jetzt kommt schon nur noch positives!
Was ein wildes Abenteuer! Wir begleiten Rosa ein Stück beim Erwachsenwerden und mit jeder Seite wird klarer, wieso ihr das so schwer fällt. Wie oft wollte ich sie in den Arm nehmen, ihr sagen, das sie nicht alleine ist, das sie genug ist, gut ist. Nostalgie und Wehmut, Trauer und laute Einsamkeit tropfen von den Seiten und haben mir so einige Tränen abgerungen. Manche vor Lachen, viele von unglaublichem Mitgefühl, gepaart mit eigenen Nostalgischen Gedanken. An die Schulzeit, verlorene Freunde, die Vergänglichkeit des Lebens. Genug Chaos findet man ausserdem und Feminismus und Ehrlichkeit, Fehler… Hier versteckt sich die Essenz des Erwachsenwerdens.
Mein erstes pola Buch, aber bestimmt nicht mein letztes und hoffentlich auch nicht das letzte was wir von Emily Marie Lara lesen.
Ich weiß nicht genau, wie ich das Buch bewerten soll. Gut gefallen haben mir die Beschreibungen über London, die Szene im Seniorenheim und einige random Bemerkungen. Die nostalgische Stimmung in den Abschnitten zu Rosas Vergangenheit im Internat war so unglaublich gut beschrieben, ich konnte mich richtig in die Szenen hineinversetzen. Man fragt sich vielleicht, warum Rosa so an dem Internat hängt, aber wie an einer Stelle beschrieben wird „die Schule war ihr Mutter und Vater zugleich“ und das spürt man definitiv.
Überhaupt nicht gefallen haben mir aber leider die Abschnitte aus der Gegenwart. Ich fand Rosa so anstrengend und mochte sie gar nicht. Außerdem fand ich, dass einige Fragen ungeklärt blieben. Und dem Schreibstil fand ich auch sehr schwer zu folgen, weil ständig zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her gesprungen wurde und ich den Wechsel oft nicht mitbekommen habe.
Wir begleiten Rosa durch eine klassische Adoleszentenkrise.
Alles nimmt seinen Ursprung im Moment des Tods der britischen Queen. Die Situation am Londoner Arbeitsplatz der Protagonistin eskaliert und Rosa findet sich in ihrer Heimatstadt wieder. Nur leider erwartet sie dort niemand und sie beginnt in Nostalgie bezüglich ihrer alten katholischen Internatschule zu versinken. Das Band zu ihren FreundInnen ist zerrissen, ihre Großmutter kann sich aufgrund ihrer fortgeschrittenen Demenz nicht an sie erinnern. Von allen Seiten prasseln Erwachsenen-Leben-Anforderungen auf Rosa ein, der Heimplatz ihrer Oma wird teurer, woher das Geld nehmen? Hausverkauf? Anrufe aus London? Alles kommt ins Wanken. Auch weil Rosa komplett entwurzelt und unter der Trauer um ihre Mutter, die sie sehr früh verloren hat, zusammenzusacken scheint. Immer wieder geht es um die mittlerweile abgerissene Schule, die auch ihre Mutter besuchte, als sie als Teenagerin mit Rosa schwanger wurde.
Entlang der gesamten Lektüre spürte ich, dass ich nicht mehr zur Zielgruppe gehöre, auch wenn ich einzelne Sätze, Zitate und Anekdoten wirklich wunderschön fand. Eine Protagonistin muss mir nicht unbedingt sympathisch sein, damit das Buch als Ganzes mir gefällt, aber hier hat leider weder das eine, noch das andere funktioniert. Es fiel mir sehr schwer, mit Rosa mitzufühlen, ich fand die Schilderung ihrer Konflikte und auch der London-Referenzen sehr redundant. Ihr Stalking-Verhalten und ihre Verachtung für andere Lebensentwürfe empfand ich als wirklich störend. Letztlich mangelte es für mich auch an echter Eigenverantwortung und Charakterentwicklung.
Als gut gelungen möchte ich die Schilderung des Abgleitens ins Derealisationserleben hervorheben, auch der Lateinbezug und natürlich das Cover haben mir sehr gut gefallen.
Nowhere Heart Land von Emily Marie Lara
Nostalgie pur.
„Schneidet man in den Zellkern des Erwachsenseins hinein, quillt gelierte Einsamkeit heraus, dazu läuft leise
Popmusik.“
Im Mittelpunkt dieses Romans steht Rosa, die seit etwa zehn Jahren in London lebt und unglaublich viel grübelt. Als der Tod der Queen eine Kettenreaktion auslöst, welche dafür sorgt, dass sie vermutlich ihren Job verliert, reist sie zurück in ihre alte Heimat in der deutschen Provinz.
Dort will sie eigentlich nur das Haus ihrer Großeltern verkaufen – doch stattdessen holen sie alte Erinnerungen ein: an das Internat, welches auch ihre Mutter zu ihrer Jugendzeit besuchte, das Rosa mit zwei engen Freundinnen besuchte. Sie erinnert sich an ihre Jugend, an schmerzhafte Verluste und Halb-Wahrheiten. Die Freundinnen reden nicht mehr mit ihr und auch sonst ist vieles anders als früher. In Rückblicken und Gedanken erfahren wir, wie Rosa zu der geworden ist, die sie heute ist – oft unsicher, voller Fragen, aber mit einem feinen Gefühl für das, was zwischen den Zeilen passiert.
Nowhere Heart Land ist ein melancholischer Roman über Freundschaft, Familie und die zerstörerische Kraft des Grübelns. Ein Buch für alle, die sich selbst schon mal in Gedanken verloren haben und mal wieder in ihre Schulzeit zurückkatapultiert werden wollen.
3.5⭐️
Titel: Nowhere Heart Land
Autor:in: Emily Marie Lara
Genre: zeitgenössische Literatur
Verlag: Pola
Reihe: Einzelband
„Nowhere Heart Land“ von Emily Marie Lara ist ein bedrückendes Debüt, das existenzielle Fragen stellt. Bei diesem Buch ist mir die Entscheidung bei der Sterne-Vergabe schwer gefallen. Wie bewertet man ein Buch, dessen Protagonistin man selbst sein könnte? Ich war sehr neugierig auf „Nowhere Heart Land“, da ich in der Hauptfigur Rosa so viel von mir selbst sehe. Ich bin im selben Alter, bin mit den selben Songs aufgewachsen. Ich war ebenfalls auf einer Klosterschule und habe Latein und Altgriechisch gelernt. Selbst die Abbildung auf dem Cover sieht mir ähnlich?! Die Referenzen zu Songtexten und das willkürliche switchen von deutsch zu englisch, Latein und Altgriechisch stelle ich mir für viele Leser:innen verwirrend vor, mich hat es aber nur noch mehr abgeholt. Ich habe die Textpassagen verstanden und mich dadurch verstanden gefühlt. Rosa gets it.
Cover: Das Cover und die Klappentexte finde ich sehr ansprechend gestaltet, wie eigentlich alle Werke, die im Pola Verlag erscheinen. Pola trifft hier mal wieder direkt auf den Nerv der twenty-thirty-somethings. Sehr gelungen.
Inhalt: In dieser Erzählung passiert nicht viel, aber genau dieser Stillstand ist das Thema. Rosa befindet sich an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Sie kann nicht in ihren alten Job zurück und weiß nicht, wohin sie als Nächstes gehen soll. Überfordert von ihrer Situation flüchtet sie sich in Nostalgie und Melancholie, mit einer guten Prise Selbstmitleid. Alles immernoch besser als die harsh reality. Sie ist fixiert auf den Verlust ihrer ehemaligen, inzwischen abgerissenen Schule, die für Rosa symbolisch für die vielen Verluste in ihrem Leben steht - der frühe Tod ihrer Mutter, kein Kontakt zu ihrem Vater, zerbrochene Freundschaften. In den Trümmern des Nützenberg Internats sucht sie nach den Trümmern ihrer eigenen, heilen Welt.
Der Schreibstil von Emily Marie Lara ist bewusst sprunghaft, verwirrend, oft bedrückend und dabei stets poetisch. Einige Textpassagen könnten direkt als Poetry Slam vorgetragen werden. Für mich war dies kein leichtes Wohlfühl-Buch, ich musste es in mehreren Etappen lesen, immer wieder Pausen machen und mich im Mittelteil etwas zum Durchhalten zwingen. Therapeutisch habe ich mit Rosa ihre und auch meine Vergangenheit aufgearbeitet.
Charaktere: Rosa fällt in die Kategorie ‚weird girl fiction‘. Ich bin eine Freundin von unbequemen FMC‘s, die anecken und sich nicht an die Regeln halten. Trotzdem fand ich ihr Verhalten zu destruktiv sich selbst und anderen gegenüber und teilweise schwer nachvollziehbar. Rosas grenzüberschreitendes Verhalten ihrer besten Freundin Leni gegenüber fand ich zudem sehr problematisch und unreflektiert. Ich habe das ganze Buch über geschwankt, ob ich Rosa lieber ‚get a grip!‘ entgegenschreien oder sie in den Arm nehmen möchte. Vermutlich beides.
Tropes: contemporary literature, weird girl fiction
Fazit: Auch wenn es kein einfaches Buch ist, bin ich froh, Rosas Geschichte gelesen zu haben. Ich würde „Nowhere Heart Land“ nicht uneingeschränkt empfehlen. Aber wenn ihr euch auch gerade in einer Krise befindet oder an einem Wendepunkt steht, könnt ihr in Rosa eine gute Freundin finden.
Vielen Dank an Vorablesen und den Pola Verlag für das Rezensionsexemplar.
Rosa kehrt aufgrund ihrer dementen Großmutter aus London zurück in ihre kleine Heimatstadt in Deutschland und wird dort von Erinnerungen an ihre Schulzeit und an die ihrer Mutter Leni heimgesucht. Sie versucht im Laufe des Romans vermeintliche Schlüsselmomente ihrer Schulzeit zu rekonstruieren und nachzuvollziehen. Dabei stößt sie immer wieder auf Unverständnis ihrer ehemaligen Schulkamerad:innen, Lehrer und anderen Bezugspersonen, mit denen sie versucht Kontakt aufzunehmen. Vieles was für Rosa einen erheblichen Einfluss auf ihr Leben hatte, ist für ihre ehemaligen Freund:innen von keiner Relevanz mehr. Trotzdem hält sie an ihren trügerischen Erinnerungen fest, und lässt sich aus ihrer delusion nicht befreien. Immer wieder verschwimmen hier die Grenzen zwischen Realität, Einbildung und echten Erinnerungen. Daran, was sie nach der Schule eigentlich erlebt hat, kann sie sich kaum erinnern, dafür bleibt sie um so mehr in ihrer Nostalgie hängen. Ihre Freundinnen hingegen haben ihr Leben weitergelebt, haben Haus und Kinder oder eine Karriere, und keine Zeit und Lust mit Rosa auf Spurensuche in der Vergangenheit zu gehen.
In Nowhere Heart Land passiert nicht viel und gleichzeitig hat es viel mit mir gemacht. Wir folgen die gesamte Zeit nur Rosas sehr verqueren Gedankengängen, ihrer Nostalgie und ihrem sehr eigensinnigen Verhalten. Zu Beginn des Buches war ich noch sehr überzeugt davon, dass das Buch zu einem Highlight werden könnte. Die Geschichte lässt sich zwar als „weird girl fiction“ einordnen, aber ich liebe solche besonderen Protagonistinnen immer sehr und konnte mich auch häufig in Rosa wiederfinden. Auch wenn ihre Gedanken teilweise wirklich sehr wirr sind, so hatte ich oft das Gefühl die Autorin hätte in meinen eigenen Kopf geschaut. Rosa erinnern selbst die kleinsten Details im Alltag an Momente aus ihrer Schulzeit auf dem Nützenberg, wobei die Erzählung nach keiner nachvollziehbaren Logik erfolgt und es dadurch sehr chaotisch wirkt. Auch ich kann wie Rosa bis heute meine Schulzeit nicht wirklich loslassen und versinke oft im Alltag in nostalgische Erinnerungen, auch wenn ich nicht wie sie ein von Nonnen geführtes Internat besucht habe. Da ich ein Interview der Autorin auf der Buchmesse mitbekommen habe, wusste ich schon vor der Lektüre, dass sie das Buch collagenartig und zunächst auch aus einer anderen Perspektive geschrieben hat, und diesen Eindruck hatte man auch beim Lesen. Was man allerdings positiv dabei bewerten kann, ist, dass (zumindest mir) keine Logikfehler aufgefallen sind, auch wenn das Buch immer wieder zeitliche Sprünge macht. Auch mochte ich die nostalgische Stimmung, die erschaffen wurde, wenn beispielsweise von dem Geruch nach „Tafelschwammstaub“, Window-Color oder VHS-Kassetten gesprochen wurde. Der Schreibstil war hier ein ganz besonderer, der mir sehr zugesagt hat.
Allerdings ist dieser zunächst positive Eindruck ungefähr bei der Hälfte des Buchs für mich gekippt. Es passiert nämlich einfach nichts und die Erzählung wird leider sehr repetitiv, was versucht wird aufzubrechen, indem Rosa ein völlig abwegiges, sinnloses und absurdes Verhalten an den Tag legt, welches ich nicht länger nachvollziehen konnte. Ab einem gewissen Zeitpunkt hat mich das dann ehrlicherweise nur noch genervt. Auch fragte ich mich gegen Ende hin, was nun eigentlich der Sinn der Geschichte ist, und auch Rosa schien den Fokus verloren zu haben. Am Ende blieben viele Fragen offen, und die Auflösung wurde für mich sehr künstlich herbeigeführt. Zurück blieb bei mir ein sehr bedrückendes Gefühl und ich fühlte mich nach dem Buch viel schwerer als davor. Dadurch war das Buch für mich leider doch kein Highlight, was ich sehr schade finde, da mich das Cover, der Schreibstil und das Thema so sehr angesprochen hatten.