28. Juni
Rating:3

Schnelllebig, verworren, bedrückend

Ich muss ehrlich gestehen, ich weiß nicht was ich über das Buch denken soll. Man wird mitten in die Handlung geworfen, die Schauplätze wechseln schnell und die Geschichte fühlt sich nicht abgeschlossen an. Ich hatte beim Lesen mehrfach den Eindruck das etwas fehlt, es ist als würde man nur den Hauptteil lesen, kein Spannungsbogen, keine Führung durch eine Geschichte die durchaus potential hat. Es gleicht einer Kurzgeschichte, endet genauso abrupt wie es anfängt. Es war ein nettes Intermezzo, eine kurze Unterhaltung die ich brauchte um eine andere Reihe weiterlesen zu können und kurzweilig. Aber wirklich abgeholt hat es mich leider nicht obwohl ich auf skurrile Geschichten sonst sehr stehe. Schade. Man kann es durchaus lesen, es war absolut keine Zeitverschwendung aber auch nicht wirklich zufriedenstellend.

The Sapphic Travel Guide to Hell
The Sapphic Travel Guide to Hellby Nathalie Bitterbluttolino media
16. Juni
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Rating:4

Ich habe wirklich noch nie etwas gelesen, das sich auch nur annähernd so angefühlt hat wie „The Sapphic Travel Guide to Hell". Das Buch ist in drei Akte unterteilt, hat super kurze Kapitel mit passenden Titeln und wir begleiten Goya und Raffa auf einem sehr speziellen Roadtrip - zuerst durch den deutschen Schwarzwald, später ins Death Valley und nach Mallorca. Und obwohl ich düstere Settings eigentlich liebe, hatte dieses Buch etwas an sich, das mich auf eine seltsame Weise abgestoßen hat. Die Atmosphäre war rau, düster, rauchig, fast schon makaber. Irgendwie abgestanden. Aber: Ich konnte trotzdem nicht aufhören zu lesen. Der Schreibstil ist wahnsinnig bildhaft und poetisch-düster, aber gleichzeitig total flüssig. Man wird direkt in die Handlung geworfen, weiß kaum etwas über die Figuren, aber genau das hat es spannend gemacht. Ich mochte besonders, dass Goya und Raffa keine typischen Protagonistinnen sind. Goya ist kontrolliert, distanziert, mit einer eigenen, düsteren Geschichte. Raffa ist groß, stark, schweigsam, mit Zigarrenduft im Haar und einer gefährlichen Ruhe. Die beiden passen auf eine seltsame Weise perfekt zueinander - es ist keine klassische Liebesgeschichte, sondern eine, die sich entfaltet, irgendwo zwischen Schuld, Schmerz und Zuneigung. Was ich besonders spannend fand: Das, was ich eigentlich als Ende erwartet habe, kam schon nach zwei Dritteln - und dann wurde es nochmal richtig intensiv. Ich habe das Ende nicht kommen sehen. Dieses Buch war anders, wild, verstörend und dabei doch irgendwie schön.

The Sapphic Travel Guide to Hell
The Sapphic Travel Guide to Hellby Nathalie Bitterbluttolino media