Ich habe Peter Märkert im Januar 24 auf der OsnaBuch kennengelernt. Bei seiner Lesung hat er mich mit "Natalies Traum" gefesselt. Natalie - ein 14 jähriges Mädchen mit einer sehr traurigen Jugend. Der Vater verliert seinen Job und wird zum Alkoholiker. Die Mutter kommt damit nicht klar und macht ihm - zu Recht (?) - Vorwürfe, verlässt die Wohnung und zieht zu ihrem neuen Freund. Der Vater hält sich immer häufiger bei seinen Freunden im Park auf, bis auch er nicht mehr nach Hause kommt. Auch als der Vater bei einem Unfall ums Leben kommt, ist Natalie auf sich allein gestellt, da die Mutter lieber bei ihrem Liebhaber bleibt. Um sich ihrem Vater nahe zu fühlen, putzt sie weiterhin bei dessen Freund, wo er bis zu seinem Tod gewohnt hat. Als dieser immer aufdringlicher wird, beschließt Natalie mit zwei Freundinnen, ihn auszurauben. Die Situation eskaliert jedoch und Natalie landet im Jugendgefängnis. Peter Märkert beschreibt auf sehr traurige Weise, wie das Leben durch Alleinsein und Vernachlässigung verlaufen kann. Natalie versucht, den Schein eines schönen Lebens aufrecht zu erhalten. Sie erzählt niemandem, dass sie allein lebt, bis die Polizei vor ihrer Tür steht. Dem Autor ist es gelungen zu berichten, wie schwer der Weg in ein normales Leben nach dem Knast sein kann, wenn einem jegliche Unterstützung und Liebe der Eltern fehlt, wie schnell man Vertrauen zu den falschen Personen entwickelt, nur, weil sie einem für den Moment geben, was man jahrelang vermisst hat. Der Schreibstil ist flüssig, so dass man nur so durch das Buch fliegt. Die Kapitel sind meist angenehm kurz. Ich habe mit Natalie gefühlt und gelitten. Zum Teil standen mir die Tränen in den Augen. Von mir eine klare Leseempfehlung und verdiente ⭐️ ⭐️ ⭐️ ⭐️ ⭐️
26. Apr.Apr 26, 2025
Natalies Traumby Peter MärkertBoD – Books on Demand
