Wie ein Pen&Paper-Abenteuer
Die Geschichte war das erste Buch von Evelyne Aschwanden, das ich gelesen hab (Spoiler: Teil 2 liegt schon bereit und viele weitere ihrer Bücher sind nach dem Lesen dieses Buchs auf meiner Wunschliste gelandet!) Zugegeben, das Setting allein (ein alternatives viktorianisches Zeitalter, bisschen Lovecraft-Steampunk-Vibes) hat bei mir einfach einen Stein im Brett und die Autorin hat das sehr gut ausgearbeitet. Das Worldbuilding/Magiesystem ist nicht uberbordend groß und es musste auch nicht viel bis ins kleinste Detail erklärt werden. Dadurch blieb mehr Raum für die sehr gut gemachten Charaktere. Und mit "gut gemacht" meine ich einerseits, dass sie alle individuelle Motivationen und Backstorys hatten, ohne dass sich viel verheddert hat. Auch hatten alle unterschiedliche "Klassen", würde ich beinahe sagen, fast wie in einem RPG (Schurken, Krieger ... Einige hatten Schlösserknacken geskillt, andere Charisma oder Täuschung.) So wurden Plot und Characterbuildung zu einem runden Gesamtpaket. Aber ich mochte auch, dass kein Charakter 100% sympathisch war. Aiden ja sogar zutiefst bedenklich, trotzdem hab ich ihn, seine Cleverness und sein Dandy-Getue geliebt. Der Plottwist um Aiden hat sich früh angekündigt, dennoch fand ich ihn spannend. Noch spannender allerdings war die Auflösung, was sich wirklich am Ende das Coups befand. Die Konflikte der Charaktere waren sehr emotional und vielschichtig, wenn auch kein tragischer Heartbreak für mich. (Soll heißen: Ich hab an einigen Stellen gedacht "Heftig! Wie krass!", aber ich bin nicht in Tränen ausgebrochen.) Am Ende zieh ich leider doch einen halben Punkt ab, weil die Textfehler und vor allem Wiederholungen von Formulierungen mich manchmal ein wenig haben stolpern lassen. Der Geschichte selbst und vor allem der ganzen Stimmung des Buchs hat das jedoch keinen Abbruch getan und ich würde "Die Diebe" jederzeit weiterempfehlen, vor allem Fans von RPGs, dem Cthulhu-Pen&Paper oder auch den Sherlock-Holmes-Filmen von Guy Ritchie.












