Faszinierende, action- und spannungsreiche Geschichte
„(…) alles an diesem Weg und meinen Entscheidungen ist persönlich. Ich habe den Preis bereits längst bezahlt. Viele Male. Deshalb ist es für mich völlig unerheblich, wie ich dieses Ziel erreiche. Wichtig ist ein-zig, dass ich es erreiche!“ (S. 273) Bradley Lenville will sich rächen - für den Verlust seiner Eltern, seiner Kindheit und seiner körperlichen Unversehrtheit. Und immer, wenn diese Rachegefühle in ihm überhand nehmen, wird er zu Painmaker. Wie ein Racheengel zieht er dann durch Metalhain und sucht gezielt jene auf, die ihn als Kind gequält haben. Aber wer steckt eigentlich hinter diesem Elend? Wer ist dafür verantwortlich, dass ein Labor und der Roboter „Cube“ Bradeys einzige Erinnerungen an seine Eltern sind? In einer düsteren, vom Steampunk inspirierten Atmosphäre erzählt das Buch von einer Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit. Neben der gegenwärtigen, action- und spannungsreichen Handlungsebene offenbaren Rückblenden und Erinnerungen, wie Painmaker erschaffen wurde. Und das ist - wie viele der Aktionen in der Gegenwart - nichts für schwache Gemüter. Zu lesen, wie aus Menschen Kleinholz gemacht wird, war für mich in seiner Konsequenz und Grausamkeit teilweise schwer auszuhalten. Glücklicherweise werden diese Episoden durch Dialoge mit Cube aufgelockert, die zwischen den Zeilen einen ganz eigenen Humor aufscheinen lassen. Dieser Roboter, der mich in seiner Art ein wenig an C-3PO aus Star Wars erinnerte, sorgt für Bradley und hinterfragt dessen Aktionen. Durch seinen klaren, analytischen Blick auf die Situation und seine Appelle an Bradleys Menschlichkeit, werden dessen Aktionen ins Verhältnis gesetzt. Und nicht nur einmal steht die Frage im Raum, ob man Gewalt wirklich mit Gewalt vergelten sollte. Obwohl ich Bradley als Figur faszinierend fand und seinen dunklen Gefühle bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen kann, war es für mich immer wieder erschreckend zu sehen, wenn aus dem Menschen das Monster wurde, das Painmaker darstellt. An einer gewissen Stelle musste ich sogar vorzeitig schauen, welches Ende das Ganze nimmt, um nicht vor Angst und Anspannung zu platzen. Als ich dann wirklich am Ende angekommen war, hatte ich Tränen in den Augen… Insgesamt finde ich diesen Roman wirklich gelungen und empfehle ihn Fans dunkler Phantastik, die rohe Gewalt in Büchern aushalten können, gerne weiter.




