Worum geht es? Es geht dort weiter, wo Schneerot aufgehört hat, nämlich mit dem Aufbruch nach Ren Ima. Während Wite sich damit beschäftigt, möglichst vielen Petu zu helfen und ihre Heilkenntnisse zu teilen, ist Rota fasziniert davon, die ihr unbekannte Stadt zu erkunden. Nachdem ich zu Beginn von Schneerot mit dem Worldbuilding und damit einhergehenden vielen Neologismen leicht überfordert war, viel mehr der Einstieg hier so viel leichter. Das Buch wird dem Werbeversprechen, eine Gute Laune- wohlfühl- Märchenadaption zu sein wirklich gerecht. Es wird sich viel Zeit genommen, Rotas und Wites Alltag zu beleuchten und ihren Erkundungstouren beizuwohnen. Nachdem ich zuletzt zwei Trilogien beendet hatte, die aufgrund der Thematiken weitaus „hektischer“ geschrieben und emotional aufwühlender waren, war Rosenweiß eine wirklich gelungene Abwechslung, die einen unaufgeregt, aber nicht minder gut, in die Welt hineinzieht. Die Reihe ist definitiv eine Empfehlung, die ein entspanntes, unaufgeregtes Leseerlebnis wollen, dass dennoch sehr viel Tiefgang hat, indem es viele Denkanstöße gibt. Gerade im Hinblick darauf, wie man mit anderen umgeht, die „anders“ sind, Verständnis zeigt und Differenzen überwindet. Einzige Mankos für mich sind zum einen, die auch schon bei Schneerot angesprochene Kapitellänge. Ich kann verstehen, warum die Kapitellängen so gewählt wurden, es untermauert das Erzähltempo und passt ins Konzept. Als eine Leserin, die ungerne in Kapiteln pausiert und der es weiterhilft, wenn Akzente durch kürzere Sinnabschnitte geschaffen werden, war es für mich persönlich etwas schwierig. Das Problem habe ich für mich gelöst, indem ich das Buch innerhalb eines Tages gelesen habe. Ein anderer Wunsch von mir, den man gut mit kürzeren Kapiteln hätte einbringen können, wären verschiedene Erzählperspektiven. Ich liebe Rota und Wite, auch Juliano und seine Schwester sind wirklich interessante Charaktere, daher wuchs während des Lesens bei mir der Wunsch, auch ihre Sicht der Dinge lesen zu können. Gerade weil es um die Überwindung von Unterschieden und auch Vorurteilen geht. Primär hätte ich, wenn man den alleinigen Hadablick haben möchte, mir dennoch Kapitel aus Wites Sicht sehr gewünscht. Obwohl wenn Rota viel Verständnis für ihre Schwester aufbringt, ist sie als Erzählerin dennoch wertend, indem Wites Verhalten für sie anders, manchmal unfreiwillig komisch für andere eventuell irritierend ist. Folglich wäre es sehr schön gewesen, Wites Gedanken von ihr selbst, ohne diese Wertung zu bekommen. Vielleicht liegt es daran, dass mir Wites Logik, beschrieben durch Rota, manchmal viel einleuchtender als die der anderen Charaktere erschien und sie zu meinem Lieblingscharakter geworden ist. Mit etwas Glück wird mein Wunsch in Band 3 erfüllt, den ich mir definitiv in absehbarer Zeit bestellen möchte.
28. Sept.Sep 28, 2024
Rosenweißby Elenor AvelleBoD – Books on Demand
