6. Juni
đŸ”Ș Unter der glĂŒhenden Sommerhitze Tokios lauert etwas viel Dunkleres als die Nacht.
Rating:3.5★

đŸ”Ș Unter der glĂŒhenden Sommerhitze Tokios lauert etwas viel Dunkleres als die Nacht.

Als in Tokio zwei kleine MĂ€dchen verschwinden und eines von ihnen wenig spĂ€ter tot aufgefunden wird, beginnt fĂŒr Kommissar Saeki eine Ermittlung, die ihn immer tiefer in menschliche AbgrĂŒnde fĂŒhrt. Gleichzeitig sucht ein trauernder Vater Trost bei einer Glaubensgemeinschaft, deren Einfluss zunehmend bedrohliche Ausmaße annimmt. Tokyo: Schwarzer Sommer ist kein klassischer Thriller, der mit Spannung und rasanten Wendungen um sich wirft. Der Autor nimmt sich bewusst Zeit, die Charaktere und die gesellschaftlichen HintergrĂŒnde der Handlung detailliert auszuarbeiten. Genau das war fĂŒr mich gleichzeitig StĂ€rke und SchwĂ€che des Buches. Die bedrĂŒckende AtmosphĂ€re und die Einblicke in das Japan der frĂŒhen 90er-Jahre haben eine besondere Stimmung geschaffen. Gleichzeitig empfand ich den ErzĂ€hlfluss ĂŒber weite Strecken als sehr langsam. Gerade zu Beginn fiel es mir schwer, wirklich in die Geschichte hineinzufinden, und die Spannung blieb lange Zeit eher unterschwellig. Besonders der Handlungsstrang rund um Matsumoto und die Glaubensgemeinschaft konnte jedoch mein Interesse frĂŒh wecken. Mit fortschreitender Handlung greifen die verschiedenen Ereignisse und Perspektiven immer stĂ€rker ineinander, wodurch auch die Figuren zunehmend greifbarer werden. Einige Entwicklungen haben mich tatsĂ€chlich ĂŒberrascht. Erst im letzten Drittel entfaltet die Handlung ihr volles Potenzial. ZusammenhĂ€nge werden sichtbar und die Geschichte gewinnt deutlich an Tempo. Ab diesem Punkt konnte mich das Buch schließlich doch noch fesseln. Schade nur, dass dieser Sog erst so spĂ€t eingesetzt hat. Fazit: Nicht der spannendste Thriller, den ich gelesen habe, dafĂŒr aber eine atmosphĂ€rische und tiefgrĂŒndige Geschichte mit einem gelungenen Schluss und interessanten Einblicken in die japanische Gesellschaft. 3,5 ⭐

Tokyo
Tokyoby Tokuro NukuiLĂŒbbe
5. Juni
Irgendwie mehr erhofft...
Rating:3★

Irgendwie mehr erhofft...

Ich liebe japanische Literatur und auch Thriller, aber dieses Buch hat sich wirklich sehr gezogen. Es ist mehr ein Krimi wie ein Pageturner. Man bekommt viel erklÀrt und das leider auch sehr emotionslos erzÀhlt. Der Twist am Ende ist gut und ich hab das Buch auch gerne gelesen, aber umgehauen hat es mich leider nicht...

Tokyo
Tokyoby Tokuro NukuiLĂŒbbe
5. Juni
Habe viel zu lange gebraucht, um mit der ErzÀhlweise warm zu werden. Liest sich wie ein sehr langsam erzÀhlter Podcast.
Rating:3★

Habe viel zu lange gebraucht, um mit der ErzÀhlweise warm zu werden. Liest sich wie ein sehr langsam erzÀhlter Podcast.

Ich hatte am Anfang ein paar Schwierigkeiten mit dem Schreibstil, da es auch etwas trocken zuging. Man erfĂ€hrt viel ĂŒber die MachtgefĂ€lle und polizeiliche Strukturen innerhalb Japans. Der Thriller wird aus zwei Perspektiven erzĂ€hlt und gewann so fĂŒr mich einiges an Spannung. Allerdings war die Story bis ungefĂ€hr 60-65% eher zĂ€h und ich musste mich einige Male zum weiterlesen ĂŒberwinden. Ich hĂ€tte mir etwas mehr Spannung gewĂŒnscht. Es gibt zwei HandlungsstrĂ€nge. Einmal verfolgen wir den Kommissar Saeki, der die FĂ€lle der ermordeten Kinder ermittelt. Im anderen Handlungsstrang verfolgen wir Matsumoto, der einer Glaubensgemeinschaft beitritt. TatsĂ€chlich fand ich diesen Part anfangs viel interessanter und greifbarer. Je weiter die Story fortschreitet, desto mehr greift ineinander und die Charaktere wurden fĂŒr mich greifbarer. Es gibt einige Dinge, mit denen ich persönlich nicht gerechnet habe. Das letzte Drittel legte einen rasanten Sprint hin und fesselte mich vollends ans Buch. Das hĂ€tte ich mir schon viel eher gewĂŒnscht. Fazit Ein interessanter und komplexer Thriller, bei dem man aufmerksam alles lesen sollte. Die ErzĂ€hlweise ist eher ruhiger und zielt auf komplexe Verstrickungen ab. Das letzte Drittel war Ă€ußerst spannend. Empfehlenswert, jedoch wird es nicht alle GeschmĂ€cker treffen. Als Hörbuch sehr zu empfehlen. Ist, als wĂŒrde man einen True Crime Podcast hören.

Tokyo
Tokyoby Tokuro NukuiLĂŒbbe
3. Juni
Rating:4★

TOKIO ZEIGT SEIN DUNKELSTES GESICHT – UND DIESER TWIST HAT MICH KALT ERWISCHT đŸ—Œ

"Tokyo" von Tokuro Nukui hat mich bereits mit Titel und Klappentext sofort angesprochen. Ich lese viel Thriller, aber ein Thriller aus Japan verspricht oft eine ganz andere Art von Spannung – und genau das bekommt man hier auch. Die Geschichte beginnt mit einem schockierenden Verbrechen und entfaltet sich anschließend zu einem komplexen Netz aus Ermittlungen, gesellschaftlichen Strukturen und persönlichen Schicksalen. Dabei geht es nicht nur um die Suche nach der Wahrheit, sondern auch um die Schattenseiten einer Millionenmetropole und die Institutionen, die hinter den Kulissen agieren. Was mir direkt aufgefallen ist: Dieser Thriller ist komplett anders aufgebaut als viele westliche Thriller. WĂ€hrend hierzulande oft schon auf den ersten Seiten ein Spannungsfeuerwerk gezĂŒndet wird, nimmt sich der Autor viel Zeit fĂŒr HintergrĂŒnde, Figuren und Strukturen. Die ersten etwa 40 % des Buches waren fĂŒr mich deshalb ehrlich gesagt etwas zĂ€h. Statt rasanter Spannung bekommt man zunĂ€chst viele Informationen ĂŒber die handelnden Personen, ihre Verbindungen und auch ĂŒber Institutionen wie die japanische Polizeibehörde und ihre Arbeitsweise. In dieser Phase war ich noch nicht komplett gefesselt und habe mich stellenweise gefragt, wann die Geschichte endlich Fahrt aufnimmt. Aber dann kam der Wendepunkt. Irgendwann greifen plötzlich alle ZahnrĂ€der ineinander. Die Figuren gewinnen an Tiefe, ZusammenhĂ€nge werden klarer und die Spannung zieht spĂŒrbar an. Ab diesem Moment konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Was vorher wie ein langsamer Aufbau wirkte, entpuppt sich rĂŒckblickend als sehr bewusst gesetztes Fundament fĂŒr das, was noch kommt. Besonders beeindruckt hat mich, wie vielschichtig die Geschichte am Ende wird. Immer wieder werden Erwartungen unterlaufen, neue Informationen verĂ€ndern die Perspektive auf die Ereignisse und man merkt, dass hier vieles deutlich komplexer ist, als es zunĂ€chst scheint. Und dann dieses Ende. Dieser Plot Twist ganz am Schluss hat mich wirklich kalt erwischt. Ich dachte mehrfach, ich hĂ€tte inzwischen verstanden, worauf die Geschichte hinauswill – und lag damit nicht ganz richtig. Einen Kritikpunkt habe ich allerdings: Ich hĂ€tte mir zu Beginn des Buches eine Triggerwarnung gewĂŒnscht. Themen wie Gewalt gegen Kinder und Tiere spielen eine Rolle und könnten fĂŒr manche Leser:innen sehr belastend sein. Das kam fĂŒr mich unerwartet und hĂ€tte meiner Meinung nach vorab kommuniziert werden dĂŒrfen. Fazit: Ein ungewöhnlicher, anspruchsvoller japanischer Thriller, der Geduld verlangt, diese aber belohnt. Wer einen klassischen Pageturner ab Seite eins erwartet, könnte anfangs Schwierigkeiten haben. Wer sich jedoch auf die besondere ErzĂ€hlweise einlĂ€sst, bekommt eine intensive und ĂŒberraschende Geschichte mit einem Finale, das lange nachhallt.

Tokyo
Tokyoby Tokuro NukuiLĂŒbbe
3. Juni
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Rating:4★

Rezension [ Genre: Thriller] F: Was wĂŒrdest du tun ,wenn dein Kind entfĂŒhrt wird? ,, Tokyo: "Schwarzer Sommer”, von Tokuro Nukui verfasst, ist der Auftakt einer Buchserie. Ich hoffe, dass die weiteren BĂ€nde ĂŒbersetzt werden! In der ersten HĂ€lfte war ich kurz davor abzubrechen, da das Tempo in der Geschichte sehr ruhig ist und auch die private Geschichte rund um den Dezernatsleiter ziemlich ermĂŒdend beim Lesen fĂŒr mich war. Mich interessieren nicht RĂ€nge und was fĂŒr Beef in der Soko herrscht. Aber dieses Element ist trotzdem super wichtig. Das, was mich fasziniert hat, ist das Thema mit der Religionsgemeinschaft und wie viel macht die hatten zumindest damals Anfang der 90er ,aber ob es heute noch so ist ?! Ja,ich weis ich habe auch zuerst gedacht ,warum lese ich jetzt was ĂŒber Askese ,warum ĂŒber Kabbala und Leute die sich melken lassen wie eine Kuh ,aber auch da kann ich sagen es wird alles einen Sinn machen! Es ist definitiv ein Thriller, der anders Angst machen wird,weil die Art und Weise wirklich jedes Kind locken kann. Aber das Mordmotiv macht mich einfach sprachlos . Am Ende bin ich so froh, es gelesen zu haben, denn dieser Twist macht sprachlos. Ich kann nur sagen, gibt dem Buch eine Chance.Das ist eine andere Art von Thriller. Der Schreibstil ist sehr hölzern und in der dritten Perspektive geschrieben. 2 Pov ein Geheimnis, kannst du es herausfinden? Manchmal lohnt es sich, ein paar Seiten mehr zu lesen. Vielen Dank fĂŒr das Bereitstellen des Leseexemplars an die Bloggerjury. Alles Gute,eure Jassy!

Tokyo
Tokyoby Tokuro NukuiLĂŒbbe
2. Juni
Rating:3★

Mit „Tokyo“ liefert Tokuro Nukai einen psychologisch dichten Noir-Krimi, der vor allem durch seine dĂŒstere AtmosphĂ€re besticht. Die Handlung fĂŒhrt uns in den schwĂŒlen Sommer des Jahres 1991: Das Verschwinden zweier kleiner MĂ€dchen erschĂŒttert die Stadt. Als eines der Kinder tot in einem Flussbett entdeckt wird, flĂŒchtet sich der verzweifelte Vater in die FĂ€nge einer Sekte. Kriminalbeamter Saeki ĂŒbernimmt den Fall und wird dabei nicht nur mit den AbgrĂŒnden des Verbrechens, sondern auch mit seiner eigenen inneren Leere konfrontiert. SpĂ€testens als ein weiteres Kind verschwindet, erwartet man als Leser einen rasanten Wettlauf gegen die Zeit – doch der Autor schlĂ€gt einen ganz eigenen Weg ein. Dank der auktorialen Perspektive und gut platzierten RĂŒckblenden gewĂ€hrt Nukai tiefe Einblicke in die vielschichtigen Charaktere. Das grĂ¶ĂŸte Highlight des Buches ist jedoch das Setting: Die drĂŒckende Hitze und die dĂŒstere Grundstimmung Tokios werden spĂŒrbar lebendig eingefangen. Trotz der starken Figurenentwicklung (insbesondere bei Saeki) blieb mir der Ermittler emotional allerdings seltsam fremd. Auch wenn der Schreibstil bildhaft und elegant ist, bremst das sehr langsame ErzĂ€hltempo die Spannung spĂŒrbar aus. Was eine intensive Milieustudie sein soll, zog sich fĂŒr mich streckenweise leider sehr zĂ€h dahin. Die Exkurse in das japanische Polizeisystem und die Mechanismen von Sekten besitzen zwar gesellschaftliche Relevanz, blieben im Gesamtkontext aber etwas ungreifbar. Zudem fordern die vielen, teils sperrigen Namen Geduld – ich musste mir beim Lesen mental BrĂŒcken bauen, um nicht den Faden zu verlieren. Fazit: Ein atmosphĂ€rischer und tiefgrĂŒndiger Gesellschaftskrimi fĂŒr Fans von ruhigen, soziokulturellen Noir-Geschichten. Wer allerdings einen packenden, dynamischen Ermittlungsthriller sucht, könnte sich hier etwas im zĂ€hen ErzĂ€hlfluss verlieren.

Tokyo
Tokyoby Tokuro NukuiLĂŒbbe
1. Juni
Rating:4★

Puh, ich finde es schwer bei diesem Thriller die passenden Worte zu finden. Anfangs hatte ich Schwierigkeiten, besonders bei den Kapitel aus der Perspektive von Matsumoto. Diese empfand ich als Langweilig und hĂ€tte diese am liebsten bis zur Mitte des Buchs ĂŒbersprungen. Der Hinweis, dass seine Tochter tot ist und er nun Hoffnung in eine neue Religion setzt, hĂ€tte mir anfangs vermutlich gereicht.. bzw. hĂ€tte vielleicht, fĂŒr meinen Geschmack, der Aufbau des Buch anders gestaltet sein können.. Aber ab ca. Mitte des Buchs wurde es spannend! WĂ€hrend ich fĂŒr die erste HĂ€lfte 5 Tage gebraucht habe, habe ich die zweite HĂ€lfte in 2 Tage verschlungen. .. und das Ende: Wow, was ein Plot!

Tokyo
Tokyoby Tokuro NukuiLĂŒbbe
1. Juni
Rating:3★

Ein Buch, bei dem es mir schwer fĂ€llt, eine Beurteilung zu verfassen. GrundsĂ€tzlich finde ich sowohl die Optik, als auch den Klappentext super ansprechend. Der Schreibstil hat mir soweit auch gut gefallen, wobei die typisch fernöstliche emotionslose Sprache in diesem Kontext fĂŒr mich oft verwirrend anmutet. Aufgrund vieler kultureller Unterschiede fiel mir das Lesen teilweise etwas schwerer. Inhaltlich hĂ€tte ich mir vor allem im Mittelteil mehr Spannung gewĂŒnscht, dieser war fĂŒr mich durch viele LĂ€ngen gekennzeichnet. Gegen Ende hin hat das Buch allerdings noch mal an Spannung aufgenommen, diese hĂ€tte gerne ausfĂŒhrlicher sein dĂŒrfen. Zudem war mir das Ende zu offen gehalten, was mir persönlich nicht gefĂ€llt. Fazit Ein fĂŒr den westlichen Geschmack meiner Ansicht nach sehr ruhiges Buch, fĂŒr mich damit auch kein Thriller. Wer gerne in die japanische Kultur abtauchen möchte, könnte hier fĂŒndig werden.

Tokyo
Tokyoby Tokuro NukuiLĂŒbbe
1. Juni
Rating:5★

Sehr geschickt konstruierter Thriller

"Tokyo" von Tokuro Nukui ist ein sehr geschickt konstruierter Thriller. Einmal drin im Geschehen, wollte ich ihn nicht mehr weglegen. Der Thriller spielt im Jahr 1991. In Tokyo sind innerhalb kurzer Zeit zwei Kindergartenkinder spurlos verschwunden. Eines der MĂ€dchen wird tot aufgefunden. Kommissar Saeki und sein Dezernat stehen vor einem RĂ€tsel. WĂ€hrend die Polizei noch rĂ€tselt, ob die FĂ€lle der beiden MĂ€dchen zusammenhĂ€ngen, , verschwindet ein weiteres Kind. Ein Vater ,der sein Kind verloren hat und Trost in einer religiösen Glaubensgemeinschaft sucht, scheint mit den FĂ€llen zu tun zu haben. Wir lernen aus zwei Perspektiven die Hauptprotagonisten kennen. Da ist Matsumoto, der verzweifelte Vater, den wir in seiner Verzweiflung ĂŒber den Verlust seiner Tochter begleiten. In einer merkwĂŒrdigen Religionsgemeinschaft mit Sektencharakter findet er Hoffnung. Die zweite Perspektive handelt von den Ermittlungen, insbesondere wird hier Kommissar Saeki beschrieben, der zu den sogenannten Karrierebeamten gehört. Das Dezernat ist geprĂ€gt von Feindseligkeiten zwischen Karrierebeamten und Nicht-Karrierebeamten, Beleidigungen sind an der Tagesordnung. Ob es diese Hierarchien in Japan wirklich gab oder gibt, kann ich nicht beurteilen und habe dazu auch nichts im Internet gefunden. Deutlich wird in diesem Thriller die Kultur Japans, das niemals GefĂŒhle zeigen und nicht aus der Haut fahren. Mir tat Saeiki wirklich leid, ich hĂ€tte mich nicht zurĂŒckhalten können und hĂ€tte Contra gegeben. Beide HandlungsstrĂ€nge sind jeder fĂŒr sich spannend und ergĂ€nzen sich bestens. Nukui beschreibt glaubwĂŒrdig, bildhaft, atmosphĂ€risch und trotzdem ruhig. Sein Schreibstil ist lebendig, die einzelnen Kapitel nicht zu lang. Die GefĂŒhlswelt der Charaktere wird nachvollziehbar geschildert, dabei steigt die Spannung kontinuierlich. Die Auflösung kam fĂŒr mich unerwartet und hat mich total ĂŒberrascht. Ich hatte mit viel gerechnet, damit nicht! Meine Vermutungen gingen in eine völlig andere Richtung. Perfekt! Ein Problem hatte ich mit den vielen fĂŒr mich manchmal Ă€hnlich klingenden japanischen Namen. Nachdem ich mir dann aber eine Liste der Namen und den Funktionen der Personen angelegt hatte, war auch das kein Problem mehr. Trotz der "Zusatzarbeit" bekommt der Thriller von mir verdiente 5 Sterne. Ich kann ihn auf jeden Fall weiterempfehlen, nicht nur an Freunde asiatischer Literatur!

Tokyo
Tokyoby Tokuro NukuiLĂŒbbe
1. Juni
Rating:3.5★

Tokyo, 1990. Mehrere Morde an Kindern erschĂŒttern die Bevölkerung. Kommissar Saeki steht unter Druck, die FĂ€lle schnell aufzuklĂ€ren, liegt sein rasanter Aufstieg die Karriereleiter hinauf doch auch in bestimmten familiĂ€ren Beziehung begrĂŒndet. Gleichzeitig irrt Matsumoto durch die Straßen, völlig verzweifelt und auf der Suche nach einem neuen Sinn in seinem Leben. Als er diesen in einer Sekte findet, geht es fĂŒr ihn endlich wieder bergauf. Dann aber bemerkt er erste Unstimmigkeiten und hört GerĂŒchte ĂŒber dunkle Machenschaften in den höheren RĂ€ngen. Was spielt sich hinter den Kulissen der Sekte ab? „Tokyo. Schwarzer Sommer“ ist der DebĂŒtroman des japanischen Schriftstellers Tokuro Nukui und erschien im Original bereits 1993. Die deutsche Übersetzung verfasste Heike Patzschke. Die Geschichte wird im Wechsel aus zwei verschiedenen Perspektiven erzĂ€hlt: auf der einen Seite verfolgen wir die Ermittlungen rund um die mysteriöse Mordserie, auf der anderen Seite beobachten wir das Abgleiten eines verzweifelten Mannes in die FĂ€nge einer Sekte. Es ist klar, dass diese beiden StrĂ€nge sich irgendwann treffen werden, wann und wie bleibt aber lange unklar. Der Thriller gibt einen guten Einblick in die Strukturen der japanischen Polizei. Saeki ist ein so genannter Karrierebeamter, der durch entsprechende Förderung viel schneller einen hohen Rang erreicht hat, als das bei andere Kandidaten möglich wĂ€re. Das macht ihn bei seinen Kollegen nicht besonders beliebt, so dass er mit Anfeindungen zu kĂ€mpfen hat und jeder nur darauf wartet, dass er einen Fehler macht. Auf der anderen Seite stehen Glaubensgemeinschaften im Fokus, die Menschen in bestimmten Lebenssituationen ausnutzen. An Matsumotos Beispiel wird sehr deutlich, wie eine solche Sekte den Selbstwert eines Menschen zu eigenen Zwecken wieder aufbaut und eine Art Ersatzfamilie vortĂ€uscht. Lange war ich ĂŒberzeugt, durchschaut zu haben, wie die beiden HandlungsstrĂ€nge zusammenhĂ€ngen, doch dann kam am Ende noch ein echtes Überraschungsmoment. Gestört hat mich jedoch, dass nicht alle FĂ€lle aufgeklĂ€rt werden – ich hoffe, es existiert ein Folgeband?

Tokyo
Tokyoby Tokuro NukuiLĂŒbbe
31. Mai
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Rating:4★

Die PrĂ€misse von Nukuis DebĂŒtroman hat mich schon sehr gereizt. Und was soll ich sagen? Konstruktion und Plot sind wirklich ein absoluter Geniestreich. ​Das Buch wechselt kapitelweise zwischen zwei Perspektiven: Auf der einen Seite steht der verzweifelte Polizeichef Saeki, der im Tokio der 90er Jahre eine grausame Serie von KindesentfĂŒhrungen aufklĂ€ren muss. Auf der anderen Seite erleben wir aus der Ich-Perspektive den psychischen Verfall eines traumatisierten Vaters, der in die FĂ€nge einer obskuren Sekte gerĂ€t. Nukui seziert hier ganz hervorragend und erschreckend prĂ€zise, wie Isolation, unbewĂ€ltigte Trauer und die manipulative Dynamik neureligiöser Gruppierungen einen Menschen komplett ruinieren können. Das ist stellenweise richtig harter Stoff, regt enorm zum Nachdenken an und gipfelt in einem der wohl brillantesten und bittersten Plottwists, die ich je in diesem Genre gelesen habe. Da passt am Ende einfach jedes Puzzleteil. ​ Warum also keine 5 Sterne? ​So faszinierend die psychologischen AbgrĂŒnde auch geschildert sind, hat das Buch fĂŒr mich eine spĂŒrbare SchwĂ€che: den Schreibstil. Nukui schreibt sehr sachlich, fast schon distanziert. Obwohl wir es hier mit absolut hochemotionalen Themen wie dem Verlust eines Kindes und wahnsinnigem Schmerz zu tun haben, fĂŒhlte ich mich beim Lesen eher wie eine auf Abstand gehaltene Beobachterin. Man schaut den Figuren dabei zu, wie sie zerbrechen, aber man leidet nicht so richtig mit ihnen, weil der Funke durch die kĂŒhle ErzĂ€hlweise nicht ganz ĂŒberspringen will. Das nimmt der Tragödie im Mittelteil leider ein wenig die Wucht. Allerdings ist das fĂŒr einen ostasiatischen, ins Deutsche ĂŒbersetzten Roman nicht so ungewöhnlich. Man muss diese ErzĂ€hlart mögen. ​Fazit: Trotz der stilistischen Distanz ist das Buch ein absolut lesenswerter, hochgradig cleverer Psychokrimi fĂŒr alle, die komplexe Strukturen und dĂŒstere AbgrĂŒnde mögen. Wer ein emotionales MitfĂŒhl-Drama sucht, wird hier vielleicht enttĂ€uscht, wer aber ein verdammt stark konstruiertes RĂ€tsel mit gesellschaftskritischem Unterton sucht, sollte hier definitiv zugreifen. Das Buch lohnt sich!

Tokyo
Tokyoby Tokuro NukuiLĂŒbbe
26. Mai
Rating:3★

Durchwachsener japanischer Krimi

"Tokyo" fĂ€llt zwar offiziell ins Genre Thriller, fĂŒr mich persönlich war es aber eher eine Mischung aus Drama und Krimi. FĂŒr mich fehlte hier der Spannungsbogen und es mangelte etwas an Tempo, daher fĂ€llt es mir schwer, das Buch als Thriller zu betiteln. Inhaltlich dreht sich das Buch um eine Reihe von vermissten Kindern in Tokyo, die die Gesellschaft und vor allem die zustĂ€ndigen Polizeibeamten erschĂŒttern. Alles voran der Dezernatsleiter Saeki, der mir ganz eigenen familiĂ€ren Problemen zu kĂ€mpfen hat und auf den die Aufmerksamkeit fĂ€llt, denn es fĂ€llt ihm schwer, bei den Ermittlungen voran zu kommen. Weiterhin spielt die Figur Matsomoto eine entscheidende Rolle. Durch ihn erfahren wir als Leser so einige interessante Details zu den Religionsgemeinschaften in Japan. Die Menschen in diesen Releigionsgemeinschaften sind oft angetrieben von dem Wunsch nach VerĂ€nderung, Gott nĂ€her zu sein, verborgene KrĂ€fte zu Tage zu fördern oder einfach nur glĂŒcklich zu sein oder einen Sinn im Leben zu entdecken. Matsumoto selbst hat seine Tochter verloren und bekommt dadurch recht schnell den AnknĂŒpfungspunkt zu diesen Religionsgemeinschaften. Hier hĂ€tte ich mir im Nachwort des Autos einen Hinweis gewĂŒnscht, ob diese Thematik der Religionsgemeinschaft tatsĂ€chlich mit so einer Deutlichkeit in Tokyo bzw. Japan existiert oder ob es eher fiktiver Natur ist. Das werde ich anschließend noch selbst recherchieren, da ich das recht interessant finde. Wie zuvor schon erwĂ€hnt, hat mir ein wenig Spannung und Tempo in dem Plot gefehlt. Ein großer Fokus liegt auch auf den LebensumstĂ€nden der Figuren und die eigentlichen Ermittlungen zu den Kindern wird da etwas in den Hintergrund gedrĂ€ngt, was ich teils schade und langweilig fand. Am Ende gibt es nochmal einen großen Plottwist, mit dem ich nicht gerechnet hĂ€tte, der mir aber nochmal gut gefallen hat und dem Buch ein schlĂŒssiges Ende beschert.

Tokyo
Tokyoby Tokuro NukuiLĂŒbbe
24. Mai
Rating:5★

Noch auf den letzten Seiten ĂŒberraschend! Ein Thriller, wie man sich das wĂŒnscht. Spannend bis zum Ende. In Tokio sind zwei kleine MĂ€dchen verschwunden. Es gibt keine Hinweise auf den TĂ€ter. Als von einem der verschwundenen MĂ€dchen die Leiche gefunden wird, kommt eine SoKo zusammen unter der Leitung von Saeki. Die Ermittlungen kommen nur schwer voran und ein weiteres Kind verschwindet. Das Buch wechselt zwischen zwei verschiedenen Ebenen. Die Ermittlungen der Polizei, wir haben die Perspektiven von Saeki und Okamoto. Viele Infos zu beiden Ermittlern und ihren Lebens. Die zweite Perspektive ist die eines Mannes. Zu Beginn ist nicht viel bekannt, nur dass er unter einem schweren Verlust leidet. Wir lernen ihn auf seiner Suche nach dem GlĂŒck immer besser kennen. Er gerĂ€t in die FĂ€nge einer obskuren Glaubensgemeinschaft. Ich habe lange nicht verstanden, in welchem Zusammenhang diese beiden Perspektiven stehen. Zeitweise war ich mir nicht sicher, ob es ĂŒberhaupt einen gibt. Nach etwa der HĂ€lfte habe ich dann gedacht, jetzt habe ich’s verstanden. Nö, falsch gedacht, auf den letzten Seiten wurde ich völlig ĂŒberrascht. Durch die beiden Perspektiven ist es schwer zu erraten, welche Verbindung es gibt. Der Thriller ist ruhig geschrieben, wie ich es schon von anderen japanischen Thrillern kenne. Die Spannung ist von Anfang an da, man rĂ€tselt mit und versucht, sich zurechtzufinden. Das Buch ĂŒberzeugt nicht durch Action oder weil es blutig ist. Es baut eine realistische Spannung auf und man ist gefesselt von den Figuren und der Entwicklung. Von mir eine absolute Leseempfehlung!

Tokyo
Tokyoby Tokuro NukuiLĂŒbbe