Nicht empfehlenswert
Dystopisches Setting, Handlung langweilig und gewollt juicy, Thema hätte viel mehr hergegeben
Nicht empfehlenswert
Dystopisches Setting, Handlung langweilig und gewollt juicy, Thema hätte viel mehr hergegeben
Beklemmend
Eindringlicher Roman, der in einer Welt spielt, die das Ruder beim Klimawandel nicht rechtzeitig herumgerissen hat. Europa ist nahezu entvölkert. Wer immer konnte, ist nach Norden geflüchtet, nach Sibirien oder Grönland, wo sich die Menschen in riesigen überbevölkerten Städten ballen. Hauptfigur ist Fausto, der mit einigen wenigen in einem verlassenen Dorf in Frankreich verharrt. An Nahrung herrscht kein Mangel, zwar wächst nichts mehr, aber die Geflohenen haben in ihren Häusern ausreichend Dosennahrung und Co hinterlassen. Nachts, wenn es nur noch unerträglich und nicht mehr mörderisch heiß ist, macht Fausto sich auf den Weg, um seine Vorräte aufzustocken. In seinem Dorf leben noch eine alte Dame und der Pfarrer. Das sind die einzigen sozialen Kontakte. Etwas entfernt hat sich eine 7köpfige Bauernfamilie auf ihrem Hof verschanzt, zu der aber kein Kontakt besteht. Fausto und die beiden alten Menschen haben sich halbwegs in ihrem Leben eingerichtet. Sie überleben auf niedrigem aber halbwegs stabilen Niveau. Dann taucht aus dem Nirgendwo eine geheimnisvolle Frau auf, der, obwohl sehr hellhäutig, die Hitze nichts auszumachen scheint und die Fausto und die übrigen Dorfbewohner vor Rätsel stellt. Beklemmend finde ich an dem Buch, dass das beschriebene Szenario durchaus so kommen könnte, glaubt man Wissenschaftlern. Und die Welt, an die Fausto sich aus seiner Kindheit erinnert, ist die, in der wir heute leben.
Das Buch ist eine Enttäuschung für mich. Die Beschreibung des ewigen Sommers und der Trostlosigkeit ist zwar gelungen, aber der Story fehlt für mich die Spannung.
Die Menschen erwarten das Unvorstellbare, jahrelang passiert aber - NICHTS. Doch dann wird die Sonne immer unbarmherziger, kein Regen mehr, alles verdorrt, es wird von Jahr zu Jahr früher heiß und heißer. Eine Seuche geht um, eine BioGen Firma soll schuld sein. Die war ausnahmsweise unschuldig 😉 Einige wenige überleben und bleiben für sich. Sie ertragen die Hitze, gehen nur noch Nachts raus. Versuchen zu überleben. Fausto, einer der Überlebenden, bekommt die Liebe seines Lebens quasi ins Nachbarhaus geliefert. Er umwirbt sie, lädt sie in sein Haus ein und sie bleibt bei ihm. Damit beginnt das Abenteuer. Ein typischer Eschbach. Sehr gut zu lesen, macht nachdenklich was sein kann. Hoffen wir das Beste, dass diese Weltuntergangsthese nur im Buch besteht.
Viel erhofft, leider nicht bekommen
Ich mag super gerne Dystopien und das Setting mit den Folgen des Klimawandels hat mir gut gefallen. Leider war die Geschichte langweilig und wäre sie nicht so kurzweilig, hätte ich abgebrochen.
Ungewohnt fahle Dystopie des Autors
Unbarmherzig und schonungslos sticht die Sonne vom Himmel und brennt sich tagein und tagaus in das mittlerweile verdorrte Land und die wenigen, verbliebenen Menschen. Große Teile der Menschheit hat eine Pest dahingerafft, der andere Teil kämpft ums Überleben, während ganze Landstriche mittlerweile unbewohnbar sind. Einer dieser Kämpfer ist Fausto. Sein Leben ist mühsam, schwer und nur von wenigen Nachbarn begleitet. Bis eines Tages Valérie im Haus neben ihm einzieht und mit ihr ein dunkles Geheimnis. Normalerweise bin ich großer Fan von Andreas Eschbach und hatte mich schon sehr auf sein neues Buch „Ins fahle Herz des Sommers“ gefreut, zumal es mein erstes Hörbuch von ihm sein sollte. Sprecher Matthias Koeberlin hat seine Sache auch wirklich gut gemacht, so dass es eine Freude und sehr angenehm war seinen Worten zu lauschen. Leider verhielt es sich mit der Story und auch den Protagonisten, für meinen Geschmack, da anders. Diese konnten mich diesmal leider nicht überzeugen. Fausto & Co. erschienen mir nicht greifbar und blass gezeichnet, die Story eindimensional und vorhersehbar. Irgendwie in sich nicht schlüssig, bzw. unfertig, so als sei lediglich ein Kapitel aus einem Buch herausgenommen worden und während Dreiviertel so vor sich hin geplätschert sind, hat das letzte Viertel dann versucht alle „Action“ aufzuholen. Absolut grandios waren jedoch Eschbachs Schilderungen von Klima, Land und Leuten. Hier ist es ihm so meisterhaft gelungen die beklemmende Stimmung und düstere Atmosphäre zu transportieren, dass ich mich beim Hören, am Liebsten meines Shirts und der langen Hose entledigt hätte. Fazit: Erstmals, dass ich zu einem Eschbach sagen muss - kann man hören/lesen muss man aber nicht. Ein interessantes, jedoch recht fahles Gedankenexperiment.
Super vorhersehbar…
… und daher langweilig. Außerdem viel zu wenig wissenschaftliche Erklärung. Furchtbar misogyner und unbelehrbarer Protagonist. Nee, das war nix.
Andreas Eschbach ist mit diesem Buch eine erschreckend realistische Distopie gelungen, die uns allen zeigt wie vergänglich die Gegenwart ist. Fausto , Erzähler und Hauptcharakter dieses Romanes kämpft unermüdlich den täglichen Kampf des Überlebens . In einer Welt in der der Klimwandel die Menschen genn Norden getrieben hat, harrt er mit einigen wenigen Überlebenden in Mitteleuropa aus . Getrieben von purer Überlebenskraft beginnt der zarte Keim der Hoffnung zu wachsen . Hoffnung in Form von Liebe .... Mich hat der Roman tief bewegt .... sprachlich konnte mich das Buch dort einfangen wo Fausto lebt : in einer kaputten Welt , in der binnen kürzester Zeit nichts mehr ist wie es wahr . Eschbach schafft es sehr authentisch zu beschreiben wie es Fausto geht ... man fühlt und leidet mit ihm mit , so als ob man sich beinahe selber auf dem unerträglich heißen Boden befindet, der die Sohlen der Schuhe zum schmelzen bringt . Hier ist es gelungen, ein brandaktuelles Thema mit wenigen Worten und wenigen Charakteren gekonnt zu einem mahnenden Plot zu spinnen . Mir hat es gefallen , dass der Roman mit wenigen Figuren auskommt , die oftmals nur schemenhaft dargestellt werden . Der Fokus liegt hier , anders als in den meisten Romanen, nicht auf den Figuren und deren Konstellation . Das Endzeitszenario zeigt dem Leser das 5 vor 12 vorbei ist und mit welchen Konsequenzen WIR , die den Klimawandel viel zu lange missachtet haben und immer noch missachten , rechnen müssen . Ich bin beinahe davon überzeugt , dass die Realität so , oder so ähnlich wie sie hier beschrieben wird , eintreten wird . Das Buch hält uns den Spiegel vor und zeigt worauf es hinauslaufen wird .... Ein wirklich gelungener Roman .... spannend und doch völlig anders als der Mainstream . Das Buch lässt Platz für ganz viele eigene Gedanken und Interpretationsmöglichkeiten ... es beschränkt sich auf das Wesentliche und bietet dabei ganz viel Platz für eigene Gedankenexperimente ....
Hab mehr erwartet
Ich wollte seit langem Mal etwas von Andreas Eschbach lesen und nun befürchte ich, dass ich das falsche Buch für den Einstieg gewählt habe. Es ist eine kurze Geschichte, eine Dystopie. Dystopien mag ich grundsätzlich sehr gern und diese hier. Macht ihrem Namen alle Ehre. Es ist eine trostlose Szenerie mit fulminanter Endzeitstimmung und ich muss ein wenig spoilern, aber erwartet hier nicht die große Erlösung. Was passiert mit uns Menschen, wenn die Hitze uns einholt. Wenn das Leben nicht mehr lebenswert ist und nur der hohen Norden so etwas wie Hoffnung birgt? Fausto, der Protagonist, der mir so fremd in seinem Wesen bleibt, weil wir so wenig über ihn erfahren, über seien Ambitionen über seinen nicht vorhandenen Willen, ein anderes Leben zu finden. Er kommt mir vor wie ein Tagelöhner, der von einem Tag zum anderen lebt. Und dann tritt Valerie auf, in Faustos Augen ein engelsgleiches Wesen. Mir ist sie von Anfang suspekt und die Beziehung, in die sie sich stürzen kann ich nicht ernst nehmen. Ich spüre auch kein Prickeln, keine Liebe. Alles erscheint irgendwie zweckmäßig und obwohl ich lange selbst nicht weiß, was Sache ist. Erscheint mir Fausto viel zu blind, für das was vor ihm geschieht. Das Ende, ja das Ende. Es endet, wie ich mich die ganze Zeit beim Lesen fühle. Merkwürdig.
Endzeitstimmung, Apokalypse, Umweltdystopie
Der Roman "Ins fahle Herz des Sommers" erschafft ein Zukunftsszenario, das beklemmend skurril ist und doch tatsächlich so stattfinden könnte. Die globale Erderwärmung ist vorangeschritten, es gab Überflutungen und eine Seuche hat Teile der Menschheit dahingerafft. Fast alle Überlebenden sind geflüchtet, nur einige wenige sind geblieben, unter ihnen Fausto. Tags kann er aufgrund der Hitze kaum das Haus verlassen. Nachts geht er auf Raubzüge durch die verlassenen Häuser um Nahrungsmittel, Waschpulver oder Hygieneartikel zu suchen. Es gibt keine Ärzte, Strom läuft über Solarzellen, die Telefonleitungen sind größtenteils lahmgelegt. Eines Tages begnenet Fausto Valérie. Die Hitze scheint ihr nichts auszumachen. Ihre Haut bleibt kühl und auch sie selbst wirkt oft emotional eher unbeteiligt und distanziert Trotzdem beginnt Fausto eine Liebesbeziehung mit ihr. Die Geschichte hat dystopische und ein wenig fantastische Elemente. Die Stimmung ist bedrückend, hoffungslos und zielt in der Hauptsache auf das Überleben ab. Aber hat die Menschheit so überhaupt noch eine Chance zu überleben? Ich fand den Roman beängstigend und kann mir vorstellen, dass dies Szenario weniger Fiktion ist, als wir uns wünschen. Viele Menschen aus Gebieten, die mit den Folgen des Klimawandels zu tun haben, müssen bereits flüchten oder ums Überleben kämpfen. Die Liebesgeschichte hat mir nicht so gut gefallen. *Spoiler* Ich vermute, es soll verdeutlicht werden, den Untergang der Menschheit zu veranschaulichen (z.B durch die Fehlgeburt). Das alttestamentarische Finale, das Verlassenwerden von einem strafenden Gott und die abgeschlachtete Bauernfamilie verabschieden die Menschheit zugunsten einer angepassteren Spezie. Ich habe das Buch in der derzeitigen politischen Situation mit gemischten Gefühlen gelesen, kann es aber durchaus empfehlen.
Eine beklemmende Dystopie
Mit "Ins fahle Herz des Sommers" hat Andreas Eschbach einen Roman verfasst, der beklemmt und nachdenklich macht. Ich habe den Roman als Hörbuch im Rahmen einer Hörrunde gehört, eingelesen hat ihn Matthias Köberlin. Fausto, der Hauptprotagonist des Romans, lebt allein in einem Dorf in Nordfrankreich. Aufgrund einer vorangegangenen Pandemie und unerträglicher Hitze gibt es außer ihm fast keine Menschen mehr in der Gegend. Nur noch eine ältere Dame, der Pfarrer der Gemeinde und eine Familie, die alles an sich reißt, leben außer ihm dort. Der Rest ist entweder durch die Pandemie gestorben oder in den hohen Norden geflüchtet. Fausto fährt nachts mit dem Fahrrad in andere Orte, um sich seinen Lebensunterhalt zu organisieren. Eines Tages taucht Valerie im Dorf auf. Sie hat eine kühle Haut und isst nur Kakteen. Zwischen den beiden entwickeln sich Gefühle. Die Dystopie hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil von Eschbach vermittelt nicht nur die Gefühle der Protagonist*innen, er beschreibt auch die Umwelt sehr genau. Man spürt die Hitze, die Verzweiflung aber auch die Hoffnung. Ich konnte mich gut in Fausto hineinfühlen. Trotz der widrigen Umstände verliert er die Hoffnung nicht. Aber: lest oder hört selbst! Der Roman umfasst nur 240 Seiten bzw. etwas über 5 Stunden als Hörbuch, Der Inhalt hat es aber in sich und regt zum Nachdenken an. Können wir als Einzelne etwas gegen den Klimawandel tun? Wie nah ist solch ein Szenario? Was hat es mit Valerie auf sich? Matthias Köberlin liest den Roman mit einer angenehmen Stimme, unaufgeregt, präzise und einfühlsam zugleich. Er passt gut zum Inhalt des Romans, er hat außerdem schon einige (wenn nicht alle?) Romane von Eschbach eingelesen. Am Ende des Romans bleiben ein paar Fragen offen, was für mich aber genau zum Thema passend war. Lesende, die kein Problem mit offenen Enden haben, werden den Roman mögen. Lesende, die ein "Happyend" erwarten, werden enttäuscht sein. Meine Erwartungen hat das Hörbuch (leider eine gekürzte Fassung) vollumfänglich erfüllt. Viel gekürzt worden scheint allerdings nicht zu sein, die Printversion ist ja auch eher eine Kurzgeschichte. Trotz der Kürzungen bekommt es von mir 5 Sterne!
Ein Pageturner, Dystopie und daher sehr beklemmend. Klimaroman
Eröffnet ein düster-interessant kreiertes Zukunftsszenario, konzentriert im Verlauf aber zu stark auf die Lovestory und die wirklich spannenden Fragen laufen ins Leere - schade! 🤷🏻♂️
Kleine Dystopie für zwischendurch
Hat mir gut gefallen. Eschbach schreibt wie immer unterhaltend. Dieses Mal geht es um die letzten Menschen, die nach Eintreten des Klimawandels, der weite Teile der Erde unbewohnbar gemacht hat, und nach einer verheerenden Seuche ausharren. Irgendwie überleben. Das macht auch Fausto - und er ist geschickt darin. Plündert sich zusammen, was er benötigt und harrt aus. Nicht weil es Hoffnung gäbe, sondern weil es alternativlos, eine Flucht in den Norden nicht mehr möglich ist. Doch dann taucht plötzlich eine Fremde im Haus nebenan auf…
Dystopie mit unerwarteter Wendung
Andreas Eschbach erzählt in seinem Buch „Ins fahle Herz des Sommers“ eine nachhallende Geschichte in einer besonderen Atmosphäre in einer dystopischen (von Menschen prophezeiten und erschaffenen) Zukunft. Dieses Buch erzeugt mit seinen nur 240 Seiten – für diesen Autor damit eher eine lang geratene Kurzgeschichte – eine dichte, auf den Hauptstrang fokussierte Handlung. Im Zentrum steht Fausto, der sich in eine Situation verstrickt, deren Bedeutung sich erst allmählich entfaltet. Dabei bleibt vieles unausgesprochen, was den Reiz der Erzählung ausmacht. Eschbach arbeitet mit Andeutungen: Begegnungen mit anderen Personen in anderen Städten sind flüchtig, fast wie Schatten am Rand der Wahrnehmung, und auch die wenigen Nebenschauplätze wie positive und negative Nachbarn lassen noch viel Spielraum für Fragen und Fantasie. Gerade dadurch entsteht jedoch ein Gefühl von Tiefe und Unruhe, als würde sich hinter dem Sichtbaren eine größere Geschichte verbergen. Von dieser wird nur die Spitze des Eisbergs wirklich erzählt. Die am Anfang – passend zur Hitze – vor sich hinfließende Geschichte mit ruhigen bedachten Bewegungen in der unausstehlichen Hitze, überschlägt sich in den letzten Sätzen zu einem etwas überspitzen Sprint-Finale. Sprachlich ist der Text zumeist ruhig und präzise, mit einer unterschwelligen Spannung, bricht jedoch kurzzeitig und ganz bewusst daraus aus. „Ins fahle Herz des Sommers“ hat mich auf jeden Fall überrascht. Zu Beginn bekam ich die erwartete klare, dystopische und bildhaft beschrieben andere Welt in der Fausto lebt. Jedoch brachte das Auftauchen „der jungen Frau“ eine für mich unerwartete Wendung mit sich. Insgesamt ein vergleichsweise kurzes Buch mit einem kompakten Stil, einer ungewöhnlichen Geschichte, und einem Nachhall der Dystopie der erstmal bleibt und zum Nachdenken und Hinterfragen anregt. Was passiert mit dem Klimawandel? Ist dies ein Ausblick in unsere Zukunft?
Der Roman Ins fahle Herz des Sommers von Andreas Eschbach zeichnet ein beklemmendes Zukunftsbild nach einer sich über Jahre zuspitzenden Klimakatastrophe, die schließlich abrupt eskaliert. Nur wenige Menschen sind in einem abgelegenen Dorf zurückgeblieben, unter ihnen Fausto, der dort unter extremen Bedingungen ums tägliche Überleben kämpft. Die unerträgliche Hitze prägt den Alltag und lässt das Leben auf ein Minimum zusammenschrumpfen. Als plötzlich eine junge, geheimnisvolle Frau auftaucht, verändert sich alles: Fausto verliebt sich in sie, und damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, was diese Verbindung in einer nahezu kollabierten Welt bedeuten kann. Die Geschichte entfaltet dabei eine dichte, fast schon mystische Atmosphäre, die den Leser zunehmend in ihren Bann zieht. Besonders eindrücklich ist die permanente Bedrohung durch das realistisch wirkende Zukunftsszenario, das beim Lesen ein Gefühl von Angst und Ausweglosigkeit entstehen lässt. Inhaltlich ist der Roman stark von Klimawandel-Thematik und gesellschaftlichem Zerfall geprägt. Besonders interessant ist die Konstellation zwischen Fausto als „Zurückgebliebenem“ und Valérie als Fremdkörper mit Geheimnis. Diese Mischung aus Dystopie, Liebesgeschichte und Mystery entspricht Eschbachs Stärke, große Ideen über individuelle Figuren erfahrbar zu machen und eine konzentrierte und atmosphärische Erzählung entstehen zu lassen. Insgesamt ist der Roman emotional schwer verdaulich und stellenweise sehr deprimierend, überzeugt jedoch durch seine fesselnde Erzählweise und die eindringliche Darstellung einer möglichen Zukunft, die erschreckend nah erscheint.

Zu viel Nebensächliches, zu wenig Gedankenexperiment
Andreas Eschbach gehört zu meinen deutschen Lieblingsautoren, doch von seinem neuen Roman "Ins fahle Herz des Sommers" bin ich letztendlich etwas enttäuscht zurückgeblieben. Doch zuerst, worum geht es eigentlich: Die Klimakrise ist zu einer echten Klimanot geworden. Seit Jahren schon, ist es unerträglich heiß und die Sonne brennt gnadenlos. Während der Süden mittlerweile unbewohnbar ist, nimmt der Norden kaum noch Menschen auf - abgesehen davon, dass das Leben im Norden auch nicht erstrebenswert ist. Doch ein paar wenige Menschen halten an ihrer Heimat fest. So auch Fausto, der in seinem Dorf geblieben ist. Außer ihm lebt dort noch der Pfarrer, die alte Madame Mareveaux und die Braques, eine unfreundliche Bauernfamilie, die für sich bleibt. Ihrer aller Alltag ist hart und ein stetiger Kampf ums Überleben. Eines Tages taucht eine junge, stille Frau auf, die Fausto nicht mehr aus dem Kopf geht. Die Hitze macht ihr scheinbar gar nichts aus und ihre Haut fühlt sich angenehm kühl an. Welches Geheimnis verbirgt sie? "Wahrscheinlich brachte es überhaupt nichts, nachzudenken. Wann hatte das je etwas gebracht? Leben ist das, was stattfindet, während man Pläne schmiedet. Leben ist das, was man nie versteht, egal, wie viel man nachdenkt. Pläne sind das, was man sich zurechtlegt, ehe man irgendwas anfängt, das dann völlig anders abläuft." Normalerweise glänzt Eschbach mit großartigen Gedankenexperimenten, mit denen er mich in seinen Bann zieht und die mich diese Ideen weiterspinnen lassen. In diesem Roman gibt es zwar auch ein Gedankenexperiment, das aber nur am Rande stattfindet. Für mich dreht sich alles zu sehr um das langweilige Leben im Dorf und die Liebesgeschichte zwischen Fausto und Valérie. Grundsätzlich hätte Eschbach hier definitiv mehr aus diesem Experiment herausholen können, denn das Potenzial dafür ist definitiv vorhanden. Ein wenig stört es mich auch, dass Eschbach scheinbar auf den Zug der Klimakrise-Romane aufspringt, die in letzter Zeit den Markt überschwemmen - langsam kann ich diese ehrlich gesagt auch nicht mehr sehen. Was ich Eschbach aber zugutehalte ist, dass er nicht die ganze Zeit mit erhobenem Zeigefinger durch das Buch läuft - was mich bei anderen Autoren schon oft genervt hat. Auch ist sein Schreibstil gewohnt süffig und klar und die Geschichte in sich schlüssig und nachvollziehbar. Ich bin grundsätzlich ein Riesenfan von Andreas Eschbach, und seine Bücher "Billion Dollar", "Das Jesus Video", wie auch "Herr aller Dinge" gehören zu meinen Lieblingsbüchern von ihm. Alle glänzen mit diesen genialen Ideen, die ich wegen ihrer Gedankenexperimente so liebe, daher hat mich "Ins fahle Herz des Sommers" einfach sehr enttäuscht. Jeder Autor darf mal daneben liegen, ich hoffe sehr, dass mich sein nächstes Buch wieder packen kann. Am Ende des Büchleins finden wir einen Auszug aus Eschbachs neuem Roman "Novembersommer", der im Herbst diesen Jahres erscheinen soll. Auch hier wird es wieder um das Klima gehen, allerdings hoffe ich, dass wir hier wieder etwas von Eschbachs großartigen Gedankenexperimenten zu lesen bekommen.
Diese distopische Geschichte spielt zu einer Zeit, in der der Klimawandel und eine Seuche die Welt quasi unbewohnbar gemacht hat. Es ist unendlich heiß. Nur wenige haben es geschafft, in die ehemals kalten nordischen Länder zu flüchten. Unser Protagonist gehört nicht dazu. Er lebt da, wo es kaum noch Menschen gibt und auch generell kaum Leben. Als plötzlich eine junge unbekannte Frau kommt, der die Hitze nichts ausmacht, wird sein Leben auf den Kopf gestellt. An sich fand ich die Geschichte recht interessant. Sind wir mal ehrlich, so unwahrscheinlich ist es nicht, dass es wirklich mal zu solchen Umständen kommt. Die Handlungsgeschwindigkeit war mir aber leider zu langsam, um mich wirklich zu fesseln. Das Ende war mir auch nicht aufgelöst genug.
Ich mag den Synchronsprecher. Der Autor schafft eine düstere Stimmung und düstere Zukunft. Am Ende blieb ich ratlos.
Eine großartige, beklemmende und atmosphärische Geschichte rund ums Klimakatastrophe. Sehr zu empfehlen. 👍Ausführliche Rezension folgt am 27.04.26