
Flache Charaktere in einer mäßig spannenden Geschichte
Aus heiterem Himmel macht sich mitten in der chinesischen Provinz eine Herde von 15 Elefanten auf den Weg quer durch das Land. Alle rätseln, was es mit der Wanderung der Tiere auf sich hat. Zum einen ist da der Zoologe Peter, der direkt vor Ort ist & Unterstützung erhält von der chinesischen Ingenieurin Sui; sie verfolgen die Herde, versuchen sie zu schützen & zu verstehen. Gleichzeitig häufen sich auf der ganzen Welt ähnlich mysteriöse Verhaltensmuster bei anderen Tieren, z. B. Vögel in den USA oder Affen in Bangkok. Parallel lesen wir von den Forschungen des Archäologen Abel (Peters Vater) in der antiken Ruinenstadt Teotihuacán/Mexiko. Das, was Peter beobachtet & das, was Abel entdeckt, scheint trotz der zeitlichen & räumlichen Distanz miteinander in Verbindung zu stehen. Anfänglich hatte ich so einen leichten Vibe von "Indiana Jones trifft The Da Vinci Code". Das Buch lässt sich flüssig lesen, verliert aber gerade in der Mitte sehr an Rasanz & plätschert dahin, während Peter & Sui über Seiten hinweg der Elefantenherde folgen. Da gefiel mir der Handlungsstrang mit Abel um Längen besser. Die Charaktere bleiben überwiegend oberflächlich; da gibt's das zerrüttete Vater-Sohn-Verhältnis, das schwierige Mutter-Tochter-Verhältnis, den machtgierigen Jäger (der doch allen Ernstes mit Nachnamen Vilain heißt!!!)... Aber keiner gewinnt wirklich an Tiefe oder erzeugt Sympathie. Gegen Ende hatte ich noch irgendwie mit einem Knall gerechnet, einer total überraschenden Auflösung des seltsamen Tierverhaltens. Das war dann jedoch dermaßen unspektakulär, dass es das Buch insgesamt zu einer Enttäuschung macht.









