Brutal und emotional mit starkem Zusammenhalt – erzählerisch noch etwas holprig
🔥 Düster. Beklemmend. Brüderlichkeit im Dreck. Mit Rainbow Band 1 bin ich direkt ins kalte Wasser geworfen worden. Kein sanfter Einstieg, kein langsames Kennenlernen – die Story zieht dich rein und drückt dich erstmal ordentlich runter. Und genau das hat mich gleichzeitig gepackt und ein bisschen überrumpelt. Wir sind im Japan von 1955, zehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach außen wirkt das Land im Wiederaufbau, aber unten in der Gesellschaft sieht es ganz anders aus. Die sechs Jungs landen in einer Jugendstrafanstalt, die alles ist – nur kein Ort für zweite Chancen. Gewalt, Machtspielchen, Demütigung. Die Atmosphäre ist dauerhaft angespannt, fast schon stickig. Man merkt schnell: Hier überlebt nur, wer sich anpasst oder dagegenhält. Was mir richtig gefallen hat, ist der Zusammenhalt der Jungs. Gerade Sakuragi hat eine starke Präsenz – ruhig, kontrolliert, fast schon wie ein Fixstern in diesem Chaos. Die Freundschaft und dieses Versprechen, irgendwann gemeinsam in Freiheit zu stehen, sind eigentlich das Herzstück des Bandes. Ohne das wäre es einfach nur ein düsteres Gefängnisdrama. Storytechnisch war ich aber nicht komplett überzeugt. Vieles wird sehr direkt erzählt, teilweise mit dem Holzhammer. Die Grausamkeit ist deutlich – vielleicht stellenweise sogar etwas zu deutlich. Ich hätte mir hier und da mehr Feingefühl gewünscht, mehr Raum für leise Momente. Manchmal wirkt es, als wolle der Manga unbedingt zeigen, wie schlimm alles ist, statt es einfach wirken zu lassen. Zeichnerisch musste ich mich auch erstmal einfinden. Der Stil ist kantig, nicht unbedingt „schön“ und teilweise etwas sperrig. Aber je länger ich gelesen habe, desto besser hat es für mich funktioniert. Die Härte im Zeichenstil passt zur Geschichte. Die Emotionen kommen direkt rüber – Wut, Verzweiflung, Trotz. Das ist vielleicht nicht ästhetisch im klassischen Sinn, aber stark umgesetzt. Am Ende bleibt bei mir weniger die Gewalt hängen, sondern dieses Gefühl von Hoffnung gegen alle Widerstände. Dieses „Wir halten zusammen, egal was kommt“. Und genau das macht neugierig auf mehr. Ich will wissen, ob dieses Versprechen wirklich trägt.














