⚠️ Achtung: Könnte Spoiler enthalten! Bitte nur weiterlesen, wenn du das Buch „Hidden Spirits- Schneeweiß “ von Nina Linz bereits gelesen hast oder Spoiler okay für dich sind. ⚠️
Ich habe Hidden Spirits – Schneeweiß von Nina Linz vor ein paar Minuten beendet – und ich bin ehrlich gesagt komplett sprachlos. So richtig. Dieses Buch hat etwas mit mir gemacht, was bisher noch kein anderes geschafft hat. In dem Moment, in dem ich es aufgeschlagen habe, gab es für mich keine Erde mehr. Keine Realität. Es gab nur noch diese Welt und dieses Buch. Und das war nicht einfach nur dieses typische „Ich bin in der Geschichte drin“, sondern eher: Ich war weg. Was mich besonders beeindruckt hat, ist, wie Nina Linz mit Figuren und Ereignissen umgeht. Ein gutes Beispiel dafür ist die Familie aus dem Urlaub. Sie waren da, Ayden hat noch den Zettel in den Briefkasten geworfen, und dann sind sie heimgefahren. Ich habe noch einige Seiten an diese Familie gedacht, vielleicht zehn, und irgendwann dachte ich mir einfach: Ja, okay, das war’s jetzt mit der Familie. Sie ist halt nicht mehr da. Genau deshalb hat mich ihr späteres Wiederauftauchen so überrascht. Diese extreme Unwahrscheinlichkeit, dass sie sich wirklich melden, tritt plötzlich ein – und man sitzt da und denkt nur: Huch. Die gibt’s ja noch. Man hat es überhaupt nicht mehr erwartet, und genau das macht es so stark. Und dann ist da Boy. Der Hund. Ich liebe Hunde, und jedes Mal, wenn Tiere in Büchern vorkommen, habe ich automatisch tausend Gefühle mehr. Aber bei Boy war es anders als sonst. Er war nicht einfach nur „auch da“. Ich habe ständig darüber nachgedacht, wo Boy ist, was mit ihm passiert, wenn sie in die andere Welt gehen, und wie es ihm dabei geht. In vielen Büchern vergesse ich Tiere irgendwann einfach – hier nicht. Nina Linz hat es geschafft, dass Boy sich wie ein echtes Familienmitglied anfühlt. Ein kleiner Punkt hat mich persönlich allerdings gestört, und das ist wirklich der einzige Kritikpunkt, den ich habe. Als Boy gefunden wird und sie danach einfach wieder nach Hause gehen, habe ich mich gefragt, warum sie ihn nicht mit ins Schlafzimmer nehmen. Für mich ist ein Tier ein Familienmitglied. Ein Fellkind. Ich würde meinen Hund niemals allein lassen, genauso wenig wie man sein Kind allein lassen würde. Aber das ist nur meine persönliche Ansicht. Andere sehen das anders, und das ist vollkommen okay. Von Seite 1 bis Seite 484 war ich komplett gefangen. Egal, wo ich war – im Auto, auf der Toilette oder nachts um fünf Uhr morgens – ich konnte nicht aufhören zu lesen. Nicht, weil es mir egal war, sondern weil ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen konnte. Ich musste weiterlesen. Ich musste wissen, was passiert. Wie es weitergeht. Ich habe sogar beim Essen gelesen, obwohl ich das sonst nie mache, weil ich Angst habe, mein Buch dreckig zu machen. Bei diesem Buch war mir das egal – nicht, weil es egal war, sondern weil ich unbedingt weiterlesen musste. Eigentlich hat das ganze Buch geschmerzt. Von der Hochzeit über Boy, über die andere Welt bis hin zum Urlaub. Alles hat wehgetan. Natürlich ist Hidden Spirits eine Trilogie, und man merkt auch, dass es drei Bücher sind. Aber nicht so extrem wie bei vielen anderen Reihen. Es fühlt sich trotzdem wie eine große Geschichte an. Wie ein Buch. Bei vielen Reihen, die ich gelesen habe, wechseln die Perspektiven so, dass ein Buch mit einem Charakter endet und das nächste plötzlich mit einem anderen anfängt – und ich sitze da und denke mir: Nein. Ich will doch wissen, wie es mit dieser Perspektive weitergeht. Vor allem, wenn die Figuren an verschiedenen Orten sind. Das reißt mich komplett raus. Hier war das anders. Der Übergang fühlt sich natürlich an, nicht erzwungen. Und dann der Titel. Eisblau. Feuerrot. Und Schneeweiß. Ich habe mich lange gefragt, warum dieser Band so heißt – bis zu dieser einen Stelle. Als ich dieses Wort gesehen habe, als letztes Wort auf der Seite, hat es mich komplett zerrissen. Ich habe gelacht. Ich habe geweint. Ich habe an so vielen Stellen laut gelacht, und beim Epilog hat es mich noch einmal komplett erwischt. Der Epilog war für mich eines der schönsten Dinge im ganzen Buch. Hidden Spirits – Schneeweiß ist für mich kein normales Fünf-Sterne-Buch. Es ist ein Sechs-von-Fünf-Sterne-Buch. Ein Hundert-von-Fünf-Sterne-Buch. Ein Unendlich-von-Fünf-Sterne-Buch. Und ich weiß ganz genau: Dieses Buch werde ich nie vergessen. Das ist meine persönliche Meinung. Und sie kommt aus vollem Herzen. 🤍📖



