
Philosophischer Fantasy Roman mit ungewöhnlichem Verlauf
Die Sci-fi Kurzgeschichten von Katja Jansen fand ich so famos, dass ich ihren (zuvor erschienen) Roman auch lesen musste. Und ich kann sagen: Ich wurde gut unterhalten. Der Schreibstil von Jansen ist zentriert. Es wird nicht zu viel beschrieben, es ist nicht verblühmt, was mir sehr gefiel. Die Welt wird beschrieben, verliert sich aber nicht in große Ausschweifungen. Das ist etwas, was sehr meinen Geschmack trifft, Fantasy Fans vielleicht aber zu wenig ist. Insgesamt erfahren wir von der Welt nicht sehr viel. Einerseits, weil der Protagonist selbst nichts weiß und es erkunden muss, dabei aber nur das Nötigste erfragt und auch nicht immer Erklärungen erhält. Die Geschichte hat von Anfang einen klaren "Auserwählte" Plot, wobei es einen netten Kniff hat, dass eben der Vater eigentlich der richtige Retter war (dessen Geschichte mich interessiert hätte). Zum eigentlichen Plot kommt es allerdings lange nicht, weil der Weg dahin den Hauptteil des Buches ausmacht. Das Buch ist in vielen Bereichen sehr philosophisch. Was ist echt, was ist Traum, wie unterscheide ich es? Nicht umsonst ist Decartes eins der meistgenannten Zitate. Ich mag Philosophie und konnte mit den Theorien auch viel anfangen, wer da weniger Interesse und teilweise Wissen hat, wird wohl einige Stellen eher langatmig empfinden. Auch das Ende ist extrem philosophisch und, weil der Weg das Ziel war, eher überstürzt und kurz. Für mich hat es gut gepasst, kann mir aber vorstellen, dass es nicht für jeden was ist. Noch was zum Layout: Den Buchsatz fand ich nicht besonders gut, sehr eng. Das hat es etwa anstrengend zum Lesen gemacht (vor allem im Zusammenhang mit dem Inhalt, der eh teilweise schwer ist).





