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Das Buch "Die Interessanten" handelt von einer sechsköpfigen Gruppe von Freunden die sich Anfang der Siebziger Jahre in einem Sommercamp bildet. Die Gruppe stammt aus unterschiedlichen sozialen und gesellschaftlichen Schichten. In den verschiedenen Kapiteln wird das Leben von 4, indirekt 5, der Freunde betrachtet. Zwei der anderen sind nur im ersten Drittel dabei und tauchen dann nur zwischendurch oder in Erzählungen nochmal auf. Die Betrachtungen der Leben, und gerade der Rückblicke in die Zeit vor der Freundschaft, zeigen das Spannungsfeld sozialer und gesellschaftlicher Ungleichheit in den USA auf (die heute immer noch besteht), an einem der Charaktere wird auch das Problem der Drogen in der Folkszene und das Tabu von Homosexualität in den Siebziger bis Zweitausender Jahre inkl. der Aids-Krise thematisiert. Anhand des später hinzugekommenen Ehemanns von Jules wird auch das Themengebiet der Depressionen in der Männerwelt dieser Zeit betrachtet, an dem Charakter Ash wird auch kurz auf das Problemfeld von sexueller Belästigung gezeigt. Die Interessanten ist pure Kritik an der amerikanischen Gesellschaft, die sich in einigen Teilen auch auf Deutschland übertragen lässt, ohne dabei explizit politisch (wobei Gesellschaftskritik immer politisch ist) zu sein. Er endet mit dem Tod von Ethan, und lässt dabei viele Fragen offen. Der Zehnjahresplan behandelt das Leben von 4-6 "jungen" Müttern um die 40 die in der Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs (gesellschaftlich, sozial und familär) Anfang der 2000er leben. Während die Frauen noch in den mehr oder minder klassischen Rollenbild leben und nach der Geburt der Kinder zuhause bleiben, erkennen sie in den 10 Jahre jüngeren Frauen schon den Umbruch und haben eigentlich auch den Wunsch nach Vereinbarkeit von Familie und Karriere. Der Roman ist spannend geschrieben, auch wenn die Sprünge zwischen den Personen teilweise recht abrupt und verwirrend sind. Es hat aber sehr viel Spaß gemacht es zu lesen.
