Toller Krimi mit einem Trauerredner als Ermittler, überraschenden Wendungen und vielen Schmunzelmomenten
Bereits der Beginn des Buches fällt besonders aus, und man startet gleich mit einem Schmunzeln auf dem Gesicht und hat Lust auf mehr. Und diese Lust auf einen Krimi, bei dem man auch mal schmunzeln muss, wird auch über die gesamte Handlung bedient. Das liegt sicher am sympathischen Mads Madsen — doch auch die übrigen Figuren sind fein gezeichnet und besitzen jeweils eine eigene Persönlichkeit.
Aber auch die Handlung im Buch ist gut aufgebaut. So gibt es immer wieder Wendungen im Fall, die man nicht voraussieht und ahnt und man dadurch gerne das Buch weiterliest. Dazu tragen auch die kurzen Kapitel bei und der Erzählstil des Autors. So fliegen die Seiten nur so dahin! In der Handlung wird der eigentliche Fall, die Freundschaft von Mads und Patrick in der Vergangenheit, aber auch der Tod von Mads Mutter, als er noch ein Kind war, geschickt vom Autor miteinander verbunden.
Besonders gut hat mir auch gefallen, dass der Krimi regional sehr stark in der Region um Glücksburg und Flensburg verortet ist. Immer wieder beschreibt der Autor Gebäude und Sehenswürdigkeiten der Region, sodass man das Gefühl hat, selbst vor Ort zu sein. Für mich war "Über die Toten nur Gutes" ein toller Krimi, der zum einen durch den Fall selbst überzeugt, aber auch dadurch, dass mit Mads Madsen als Trauerredner ein nicht typischer Ermittler die Ermittlungen übernommen hat! Von daher gibt es eine klare Leseempfehlung von mir!
Mir war bisher noch gar nicht bewusst, dass es überhaupt den Beruf eines Totenredners gibt. Mads ist ein eben solcher und schlägt sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Sein Vater macht ihm zudem den Alltag alles andere als einfach. Als er vom Tod eines alten Freundes erfährt, überschlagen sich die Ereignisse und er findet sich mitten im Chaos wieder.
Die Story an sich ist recht originell, jedoch so manches Mal verwirrend mit all den aufkommenden Namen (wenn man mal das Buch wie ich für längere Zeit beiseite legt). Es hat mich leider nicht ganz so begeistert, es waren spannende Stellen dabei, aber es ist eher ein Roman mit Thriller/Krimi Anlehnung als wirklich ein Thriller oder Krimi an sich.
In „Über die Toten nur Gutes“ steht ein überschaubarer Kriminalfall im Mittelpunkt. Die Ermittlungen sind klar geführt und gut nachvollziehbar. Der Reiz entsteht weniger aus Sensationen als aus den Figuren und ihrem Umfeld in Glücksburg und Flensburg.
Über die Toten nur Gutes von Andreas Izquierdo ist ein ruhiger, handwerklich sauberer Krimi. Der Fall bleibt bodenständig und lässt sich ohne Umwege verfolgen. Die Sprache ist ausgewogen, die Dialoge klingen echt. Man merkt, dass der Autor weiß, was er tut.
Die große Stärke des Romans sind die Figuren. Der Ermittler und die Mitspieler wirken sympathisch und glaubwürdig. Man bleibt gern bei ihnen, auch wenn die Handlung nicht auf maximale Spannung setzt. Zwischendurch fühlt sich das Buch wie ein Regionalkrimi an. Glücksburg und Flensburg sind anschaulich beschrieben.
Das Buch liest sich angenehm und flüssig. Ein feiner Humor blitzt immer wieder auf. Insgesamt ist es eine runde, unterhaltsame Lektüre für zwischendurch. Das ist ausdrücklich positiv gemeint.
Ein sympathischer Regionalkrimi mit norddeutschem Flair.
Über die Toten nichts Gutes punktet weniger mit Spannung als mit Charme, Humor und liebenswerten Figuren. Der Hauptprotagonist ist angenehm bodenständig, das Setting erinnert stellenweise an Tatort Münster. Ein entspannter Heimatkrimi zum Abschalten – ideal als Comfort Read.
Über die Toten nichts Gutes ist ein klassischer Regionalkrimi, der klar auf Atmosphäre, Humor und Wiedererkennungswert setzt. Die Handlung spielt in Flensburg-Luxburg und vermittelt ein sehr stimmiges norddeutsches Setting, das besonders Leser*innen aus Schleswig-Holstein oder Hamburg ansprechen dürfte.
Der Hauptprotagonist ist von Anfang an sympathisch und wirkt mit seiner Art fast ein wenig putzig. Die Figuren sind insgesamt liebevoll gezeichnet, mit kleinen Eigenheiten, die für humorvolle Momente sorgen. In der Dynamik erinnerte mich das Buch stellenweise an Tatort Münster – weniger düster, dafür mit einem Augenzwinkern erzählt.
Spannung im klassischen Thriller-Sinn sollte man nicht erwarten. Der Kriminalfall steht nicht permanent unter Hochdruck, sondern entfaltet sich ruhig und angenehm. Genau darin liegt aber auch die Stärke des Buches: Es liest sich entspannt, unterhaltsam und eignet sich hervorragend als „Comfort Read“.
Über die Toten nichts Gutes ist kein herausragendes Highlight, aber ein solides, gut lesbares Buch, das ich bedenkenlos weiterempfehlen würde – besonders an Leser*innen, die Heimatkrimis mögen oder einfach eine leichte, humorvolle Krimilektüre suchen. Ein Buch, das man auch guten Gewissens an die eigenen Eltern verschenken kann.
Ein wunderbarer Kriminalroman voller Spannung und Witz, der mich absolut überzeugen konnte und dennoch rundum weiterempfehlen kann!
Mit viel Witz erzählt Andreas Izquierdo hier von Mads Madsen, einem Trauerredner, den die ungewöhnlichen Todesumstände eines Freundes aus Kindheitstagen als Ermittler der besonderen Art auf den Plan rufen.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und stellenweise sehr bildhaft. Die Kapitel sind recht kurz, wodurch die Geschichte leicht zu lesen ist und problemlos jederzeit unterbrochen werden kann.
Der Roman hat alles zu bieten, was für mich ein perfektes Leseerlebnis ausmacht: ich habe mich sehr gut amüsiert, gespannt mitgefiebert, konnte das eine oder andere dazulernen und war von einer Passage auch sehr berührt.
Mads ist ein Trauerredner der dem kurriosen Ableben seines Freundes aus Kindertagen auf den Grund geht.
Mit humorösen Geplänkel und "Bobby" an seiner Seite, ein Krimi der zum Schmunzeln einlädt.
Ein gelungener, urkomischer und dennoch spannender Kriminalroman. Ich liebe die Bücher des Autors und auch wenn dieses hier anders war, so habe ich den Autor darin erkennen können. Es hat mich sehr begeistert und nahm besonders zum Ende hin noch einmal echt Fahrt auf 🥰
Auch mein zweiter Roman des Autors konnte mich richtig abholen. Es scheint der Auftakt einer Ermittlerreihe zu sein und ich finde sie sehr gelungen.
Mads Madsen, Trauerredner soll die Rede für einen verstorbenen Jugendfreund halten. Sie hatten sich in jungen Jahren durch Umzug aus den Augen verloren. Der Jugendfreund ist leider auf Abwege geraten. Mads ermittelt nun in zwielichtigen Kreisen.
Der Autor hat ein sehr gutes Händchen für Charaktere. In diesem Roman lebt das Buch davon. Mads ist ein bisschen schrullig und konservativ, gleichzeitig agiert er manchmal so unüberlegt und naiv, dass man ihn am Liebsten schütteln möchte. Die Verbindung zu seinem Vater ist eine besondere. Auch der Charakter des Vaters ist sehr eigen und gut gezeichnet.
Der Plot ist stringent und zielführend, spannend bis zum Schluss. Der Bösewicht ist böse ohne karrikativ zu sein. Die Nebencharaktere sind ebenfalls gut ausgearbeitet und fügen sich wunderbar in die Geschichte.
Ich denke, an der Reihe bleibe ich dran.
4/5 Sterne
Da habe ich endlich mal wieder einen Krimi gelesen und Mads und sein Umfeld waren so sympathisch, dass ich ziemlich schnell in der Story drin war. Die kurze Kapitellänge war auch sehr perfekt für mein ständig unkonzentriertes Hirn.
Wir haben hier eine Mischung aus Humor und Unterhaltung und ernsten, emotionaleren Momenten. Manchmal kam der Wechsel so abrupt, dass ich gar nicht wusste, ob ich das jetzt gut fand oder nicht. Denn auf der einen Seite ist das schon interessant, dass es mich an einigen Stellen so gekonnt erwischt hat, auf der anderen Seite hätte ich die Gefühle auch gerne mehr und länger zugelassen. Irgendein Spruch hat das dann aber ganz schnell wieder zunichte gemacht. 😄 Besonders die Dynamik zwischen Mads und Fridtjof war herrlich. Der Fall an sich war ganz spannend, aber auch traurig bzw. tragisch. Freundschaft kann so prägend sein besonders in so jungem Alter, aber manchmal passieren einfach Dinge, die alles kaputt machen und mir tat es leid, wie unfair das Leben ist. Vielleicht war der Humor also doch ganz gut, sonst hätte es mich mehr deprimiert. 🫠 Der Titel scheint ein erster Teil einer Reihe zu sein und ich bin sehr gepannt, was da noch so auf Mads und Co. zukommt.
Ein Trauerredner ermittelt, ist mal ein bisschen was anderes. Ich habe es mir viel ruhiger vorgestellt als es im Endeffekt dann war. Ich wurde aber nicht enttäuscht ;)
Wenn der Trauerredner zum Detektiv wird – 4/5 Sterne
Ich gebe es zu: Die ersten Kapitel haben mich fast zur Verzweiflung gebracht. Zu viele Figuren auf einmal, zu viel Setup, zu wenig Sog. Ich hatte schon überlegt, abzubrechen. Aber dann – irgendwo zwischen Minute 40 und 50 – hat mich dieses Hörbuch gepackt und nicht mehr losgelassen.
Die Grundidee ist brillant: Mads schreibt Trauerreden, kennt also alle Leichen im Keller der Verstorbenen. Wenn man beruflich zwischen Wahrheit und Schönfärberei navigieren muss, entwickelt man ein Gespür für Lügen. Genau dieses Gespür macht ihn zum perfekten Amateur-Ermittler, auch wenn er das gar nicht will. Patrick, sein toter Freund, war offenbar kein bisschen so, wie ihn alle in Erinnerung haben wollen. Und genau diese Diskrepanz zwischen öffentlichem Bild und Realität – das ist der Motor dieser Geschichte.
Was funktioniert: Die norddeutsche Atmosphäre, diese Mischung aus Gemütlichkeit und unterschwelliger Kälte. Der verschrobene Vater Fridtjof, Fiete der Bestatter, sogar die mürrische Kommissarin Mills – alles Figuren mit Ecken und Kanten. Keine Klischees, sondern Menschen, die man sich problemlos in einem Café in Glücksburg vorstellen kann. Und die Malteserhündin Bobby? Genial eingesetzt, ohne kitschig zu werden.
Die Schwäche: Dieser zähe Anfang. Zu viel Exposition, zu wenig Vertrauen in die Leser. Man merkt, dass hier jemand alle Figuren sorgfältig einführen will, aber es dauert einfach zu lange, bis die Geschichte wirklich Fahrt aufnimmt. Hätte man straffer erzählen können.
Aber sobald das Netz aus Geheimnissen sich spannt, sobald Mads merkt, dass er nicht nur einem Toten hinterherjagt, sondern selbst zur Zielscheibe wird – da ist alles vergessen. Die Spannung steigt kontinuierlich, die Twists fühlen sich verdient an, nicht konstruiert. Und der Ton bleibt dabei immer auf dieser feinen Linie zwischen Ernst und norddeutschem Humor.
Fazit: Durchhalten lohnt sich. Wer die ersten Kapitel übersteht, bekommt einen soliden Mystery-Thriller mit Herz, Humor und einer verdammt cleveren Prämisse. Ich hätte mir gewünscht, dass der Autor mutiger reingegangen wäre – weniger erklären, mehr vertrauen. Aber unterm Strich: definitiv hörenswert.
Leider hat diese Geschichte meinen Nerv nicht getroffen.
Allerdings mag ich es generell nicht gerne, wenn „Privatmenschen“ selbst zu Ermittlern werden.
Hier hat mich die Story leider nicht abgeholt und somit verlor ich immer mehr das Interesse am Ausgang der Geschichte.
Sehr schade, denn bisher hat mir alles, was ich von diesem Autor gelesen habe richtig gut gefallen.
Als Mads vom Tod seines Kindheitsfreundes Patrick erfährt, möchte er eigentlich nur seine Trauerrede halten. Doch je mehr Informationen er über sein Leben einholt, desto weniger glaubt er an einen Unfall. Recht bald rückt er nicht nur für die Polizei in die Reihen der Verdächtigen, sondern muss auch um sein eigenes Leben bangen.
Obwohl hier durchaus auch einige humoristischen Passagen zu finden sind ( die fast alle mit Mads' schrulligem Vater zusammenhängen), hatte der Krimi durchaus auch einige gar nicht mal so harmlose Szenen.
Alles in allem ein gut konstruierter und spannend erzählter Kriminalfall mit Potenzial für wiete Einsätze des smarten Trauerredners.
Mads Madsen, der Trauerredner mit der tollen Stimme
"Über die Toten nur Gutes" von Andreas Izquierdo habe ich als Hörbuch gehört, eingelesen von Uve Teschner.
Wir lernen in diesem Roman Mads Madsen kennen, der Trauerredner ist. Er lebt mit seinem schrulligen Vater Fridtjof zusammen, was nicht ganz einfach ist. Fridtjof ist besessen vom Bingospiel und will unbedingt gewinnen, nicht des Preises wegen, sondern aus Prinzip.
Mads erhält eines Tages eine Botschaft von seinem Schulfreund Patrick, in Geheimschrift verfasst. Mit dieser Geheimschrift haben sich die Freunde früher verständigt. Patrick ist tot, bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Er bittet Mads in seinem Brief, bei seiner Beerdigung die Trauerrede zu halten, was nicht so einfach ist, haben Patrick und Mads sich seit so langer Zeit nicht mehr gesehen und auch keinen Kontakt zueinander gehabt. So begibt sich Mads auf eine Reise in die Vergangenheit und auf die Spuren von Patrick. Dabei stößt er auf Hinweise, die darauf schließen lassen, dass Patrick ermordet wurde. Er selbst gerät im Verlauf der Story nicht nur ins Visier von Kommissarin Mills. Nach und nach werden seine Familie und seine Freunde mit in die Story hineingezogen.
Ich bin anfangs etwas schwer in das Hörbuch hineingekommen, dann nahm es aber Fahrt auf und ich habe den Rest am Stück durchgehört. Mir hat die Sprache richtig gut gefallen, präzise, lebendig, bildhaft und mit einem Schuss Humor, der durch die (wieder einmal wunderbare) Interpretation von Uve Teschner unterstützt wird. Sympathien und Antipathien waren schnell vergeben, ein liebenswerter Protagonist, eine verbissene und immer schlecht gelaunte Kommissarin, ein nerviger Vater....Ab einem bestimmten Punkt war klar, wer hinter allem steckt, aber ich wollte unbedingt wissen, auf welche Weise die beteiligten Personen überführt werden. Mehr verrate ich an dieser Stelle nicht!
Insbesondere der Sprecher Uve Teschner macht diese Story besonders, daher bin ich froh, sie gehört und nicht gelesen zu haben. Die Bingoepisoden hätten kürzer sein können, trotzdem haben sie mir Fridtjof näher gebracht. Allerdings wurde dadurch die Spannung etwas ausgebremst, ich habe es als Füllmaterial betrachtet, daher gibt es auch Punktabzug.
Alles in allem ein solider Krimi mit einem ungewöhnlichem Ermittler. Ich bin persönlich bin jedenfalls schon gespannt auf Mads' nächsten Fall!
4 Sterne und eine Hörempfehlung gibt es von mir!
„Über die Toten nur Gutes“ ist ein Roman, der mit leiser Ironie und scharfem Blick in die Abgründe menschlicher Moral blicken lässt. Darf man Verstorbene idealisieren – oder sollte man die Wahrheit auch dann aussprechen, wenn sie unbequem ist?
Die Handlung entfaltet sich fast beiläufig, und gewinnt gerade dadurch an Intensität. Immer wieder wechseln sich feiner schwarzer Humor und tiefgründige Nachdenklichkeit ab. Besonders gelungen sind die Dialoge – pointiert, manchmal sarkastisch, oft entlarvend. Sie bringen nicht nur die Charaktere näher, sondern spiegeln auch gesellschaftliche Heuchelei und die Angst vor ehrlicher Erinnerung.
Im Mittelteil etwas langatmig. Einige Nebenstränge hätte ich nicht gebraucht. Dennoch bleibt das Buch durch seine Themen und die emotionale Spannung interessant.
Für mich ein solides, kluges Buch, das mit bissigem Humor und moralischer Ambivalenz überzeugt.
Das Cover verspricht schon große Gegensätze. Im Mittelpunkt steht ein schwarzer Sarg - allerdings vor sonnengelbem Hintergrund. Auf den zweiten Blick sieht man dann einen kleinen weißen Hund, der sein Beinchen gegen den Sarg hebt.
Man erwartet also eine Mischung aus schweren, dunklen und hellen, lustigen Begebenheiten - und wird nicht enttäuscht.
Mads Madsen ist Trauerredner. Das klingt nach einem langweiligen Beruf. Wenn man aber von einem Kindheitsfreund, den man seit Jahrzehnten nicht gesehen hat, den Auftrag bekommt, bei seiner wahrscheinlich bevorstehenden Beerdigung zu sprechen, kann das aufregender werden, als einem lieb ist.
Andreas Izquierdo verbindet einen unverwechselbaren humorvollen Schreibstil mit regionalen Bezügen aus Flensburg und der Jagd nach Hinweisen auf das plötzliche Ableben des Freundes. Dies führt zu mafiösen Strukturen und bringt nicht nur Mads in tödliche Gefahr.
Empfohlen für alle, die gut geschriebene Cosy-Crime mögen.
Letzte Worte, dunkle Wahrheit – Mads Madsen ermittelt
Worum geht’s?
Mads Madsen ist Trauerredner – einer, der es wagt, mehr zu sagen als die üblichen Floskeln. Er will die Wahrheit erzählen, auch wenn das unbequem sein kann. Als sein Kindheitsfreund Patrick stirbt und er die Rede halten soll, steht er vor einer Frage, die alles verändert: Wer war Patrick wirklich?
Meine Meinung:
Andreas Izquierdo hat diese seltene Gabe, mit Sprache ganze Welten entstehen zu lassen. Seine Worte sind nie zufällig, sie sind wie Pinselstriche, die Bilder malen, Gefühle auslösen und mitten ins Herz treffen. Auch in „Über die Toten nur Gutes – ein Trauerredner ermittelt“ gelingt ihm ein Auftakt, der unter die Haut geht und dabei so viel mehr ist als ein Krimi.
Mads ist eine Figur, die man nicht nur liest, sondern kennenlernt. Ein junger Mann, kaum dreißig, aber mit einer Aura, als sei er aus einer anderen Zeit herübergeschlendert. Intelligent, empathisch, mit einem ganz eigenen Charme. Um ihn herum versammelt Izquierdo ein Figuren-Ensemble, das man sofort ins Herz schließt: sein verschrobener Vater Fridtjof, der mit seinen Eigenheiten Szenen voller Humor und Wärme schenkt, aber auch im richtigen Moment ernst sein kann; seine Geschwister und Famkes Ehemann Robert, die zusammen einen chaotisch-liebenswerten Familienhaufen bilden; Fietje vom Beerdigungsinstitut, Mads’ unverzichtbarer Begleiter im Alltag; und der stille Herr Barnardy, dessen Präsenz so unscheinbar wie unverrückbar ist. Jeder von ihnen trägt dazu bei, dass diese Geschichte lebendig wirkt, voller Farben und voller Herz.
Das Buch selbst ist ein Wechselbad der Gefühle: Es gibt Szenen, die Tränen in die Augen treiben, so ehrlich und feinfühlig sind sie geschrieben. Dann wieder Momente voller Spannung, packende Ermittlungen, lebensgefährliche Wendungen. Und mittendrin Humor, der wie kleine Sonnenstrahlen zwischen die Wolken fällt. Es geht um Drogen, verlorene Freundschaften, Abhängigkeiten, mafiöse Strukturen und um die stille, wichtige Arbeit eines Trauerredners, der zwischen den Toten und den Lebenden Brücken baut. Izquierdo verknüpft all das so kunstvoll, dass die Seiten im Flug vergehen. Dazu dieses Finale! Ein Showdown, der einen förmlich durchrüttelt: klug aufgebaut, emotional aufgeladen und so fesselnd, dass man das Buch am Ende mit Herzklopfen zuklappt – und gleichzeitig sofort nach mehr lechzt. Denn Mads und seine Welt fühlen sich nicht wie Romanfiguren an, sondern wie Menschen, die man ins Herz geschlossen hat. Man will wissen, wie es mit Mills weitergeht, welche Geheimnisse Laura noch birgt, die unscheinbare Frau mit dem spitzbübischen Kern, und welche neuen Facetten dieser wundervollen Figuren Izquierdo uns noch zeigen wird.
Fazit:
Andreas Izquierdos Krimi „Über die Toten nur Gutes – ein Trauerredner ermittelt“ ist ein Auftakt, der alles hat: Spannung, Gefühl, Humor und eine Sprache, die selbst die dunkelsten Themen in leuchtende Geschichten verwandelt. Für mich ein Lese-Highlight, das lachen lässt, bewegt, mitreißt und nachklingt.
Glasklare 5 Sterne – und die ungeduldige Vorfreude auf Band zwei!
Locker, leicht und mit einer guten Prise Humor - allein schon der ermitteltende Trauerredner, der sich um Kopf und Kragen ermittelt, ist schon eine tolle Idee.
Spannend wurde es für mich erst ab dem ersten Drittel - bis dahin wirktd das Ganze etwas ziellos. Aber dann hat es mich doch noch gepackt. Die Charaktere mochte ich gern, Glücksburg habe ich auch kennengelernt (hat Regionalkrimi-Charakter) und kleine wohl dosierte Einblicke in das Bestatterwesen (wirklich nicht viel) gab es obendrein. Def Schreibstil ist leicht und unterhaltsam. Alles in allem eine nette Lektüre, aber die Fortsetzung muss ich mir nicht geben.
Mit viel Witz und seinem unverwechselbaren, gewitzten Schreibstil stellt uns Izquierdo den Trauerredner Mads und seine skurrile Familie vor. Wir lernen einiges über seinen Beruf, seinen besten Freund Fiete (passenderweise Bestatter), und über die verstorbene Mutter – ein Thema, das in der Familie seit Jahren „totgeschwiegen“ wird. Bald beginnt Mads selbst zu ermitteln und gerät auf teils absurde Weise immer tiefer in den Sumpf des Verbrechens – stets begleitet von schwarzem Humor und einer guten Portion Sarkasmus.
Manches war mir persönlich ein wenig zu „crazy“ und klischeehaft, aber insgesamt habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt.
Und – kleiner Minispoiler – das Ende passt zur Geschichte wie der Tote in den Sarg. 😉
Es könnte durchaus der Auftakt zu einer Serie sein, ich bin gespannt!
Meine Bewertung:
7/10 COVERS 📗
Starke Punkte:
- toller Schreibstil
- authentische Charaktere
- spannender Plot mit absolut passendem Setting
Kritische Aspekte:
- teilweise sehr skurril
- etwas zu viele Klischee-Gangster
Für wen & wann:
- Krimifans mit Faible für Whodunits
- perfekt zum Abschalten als pure Unterhaltung
- ideal für einen kuscheligen Herbsttag mit heißer Schoki auf der Couch
Von Andreas Izquierdo habe ich die Wege der Zeit-Trilogie und Kein guter Mann sehr gern gelesen, letzterer zählt zu meinen All Time Favorites, das Buch habe ich schon mehrfach empfohlen und verschenkt.
Mads Madsen, 29, ist Trauerredner. Er lebt mit seinem Vater und der Malteserhündin Bobby zusammen. Eines Tages bekommt er einen Brief von seinem Kindheitsfreund Patrick, der in der Grundschulzeit sein bester Freund war und damals in einer Nacht und Nebelaktion weggezogen ist. Der Brief beginnt mit „Wenn du das hier liest, bin ich wahrscheinlich tot.“ Er bittet Mads nicht nur darum, an seinem Grab eine Rede zu halten, sondern auch, die Umstände seines Todes zu aufzuklären. „Aber was du auch suchst, such es heimlich – wie ein Agent.“ (S. 62).
Mads möchte die letzte Bitte seines Kindheitsfreunds, den er nie vergessen hatte, erfüllen und taucht dafür in die Abgründe der organisierten Kriminalität ab, denn sein Freund ist in den letzten Jahren auf die schiefe Bahn geraten.
Bei seinen Ermittlungen zu Patricks Tod lernt Mads die attraktive Kommissarin Mills kennen, die aufgrund ihrer wenig zugänglichen Art bei der Polizei als „Mills kills“ bekannt ist.
Mein Lieblingscharakter ist Mads Vater Fridtjof, der seine eigene Beerdigung akribisch plant, (k)ein bekennender Udo Jürgens-Fan ist und sich nichts sehnlicher wünscht, als beim Bingo-Spiel den Hauptgewinn abzuräumen. Dank Bingo gelingt es Mads, ein Familiengeheimnis aufzudecken.
Der heimliche Star des Romans ist Bobby, die Malteserhündin, die immer in den unpassendsten Momenten und an den unmöglichsten Orten ein natürliches Bedürfnis verspürt und Mads als ihr persönliches Eigentum betrachtet.
Über die Toten nur Gutes würde ich dem Genre cosy crime zuordnen. Ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert und weniger gegruselt, und das obwohl Mads Leben im Laufe seiner Ermittlungen ein- oder zweimal am seidenen Faden hing. Von mir fünf Sterne und eine Leseempfehlung für den Auftakt der Reihe, die ich sehr gern weiterverfolgen möchte.
Wenn Endzwanziger Mads Madsen nicht gerade mit seinem schrulligen Vater Fridtjof Bingoabende zelebriert, ist er mir Herz und Seele Trauerredner und somit immer auf der Suche nach den richtigen „letzten“ Worten. Kein Wunder also, dass es ihn im seltsamen Todesfall seines alten Freundes Patrick noch einmal mehr nach (Ant)Worten dürstet. Also begibt er sich kurzerhand auf eine gefährliche Spurensuche in die Vergangenheit, die in der Gegenwart nicht nur sein Leben, sondern auch das seiner Liebsten bedroht.
Mit lockerem und zudem äußerst humorvollem Schreibstil beschreibt Andreas Izquierdos nicht nur liebevoll und detailreich die Charaktere seines neuen Kriminalromans „Über die Toten nur Gutes“, sondern erzählt eine ebenso abgedrehte, wie spannende Geschichte. Dabei ist die Handlung zwar durchaus überraschend, da nach und nach immer wieder neue Geheimnisse gelüftet werden, aber auch ziemlich dubios und für mich als Kriminalroman, im eigentlichen Sinne, irgendwie nicht ernst zu nehmen. Was mir jedoch wirklich gut gefallen hat sind die absolut skurrilen Figuren des Buches und natürlich die grundsätzliche Idee, einen Trauerredner zum Ermittler zu machen.
Fazit: Auch wenn mir das Lesen des Buches stellenweise wirklich Spaß gemacht und mich zum Schmunzeln gebracht hat, so war mir die Geschichte alles in allem doch ein wenig zu unglaubwürdig und überspitzt. Ich hatte irgendwie etwas anderes erwartet. Von daher wird es für mich nach diesem Buchreihen-Auftakt wohl eher nicht weitergehen.
Inhalt: Mads Madsen ist Trauerredner aus Leidenschaft. Für ihn gehört der Tod einfach zum Leben dazu. Doch plötzlich bekommt er einen Brief aus dem Jenseits. Sein toter Freund Patrick hat ihm einen Brief zukommen lassen, den nur Mads durch ein paar Tricks lesen kann. Mads ahnt allerdings noch nicht, dass ihn dieser zu einem Ermittler wider Willen macht. Patrick hat nämlich mehr als ein Geheimnis, doch seine Wegbegleiter sehen ihn nur als Lügner. Als er dann auch noch erfährt, dass Mads ermordet wurde, nimmt er die Ermittlungen sofort auf. Dass er dabei in große Gefahr gerät, ist ihm aber noch nicht bewusst.
Meinung: Das Cover finde ich schon sehr skurril, aber es passt definitiv zum Inhalt! Der locker-leichte Schreibstil, gespickt mit einer großen Prise Humor, war sehr angenehm zu lesen. Beim Lesen habe ich alles um mich herum vergessen können. Mads mochte ich durch seine chaotische, aber zeitgleich einfühlsame Art sehr gerne. Er war ein richtiger Wohlfühlcharakter für mich. Die Spannungsmomente waren in dem Buch zwar eher rar, trotzdem hat es mir sehr gut gefallen. Es war halt etwas komplett anderes als der typische Krimi und doch wollte ich immer wissen, was hinter den ganzen Geheimnissen lauert. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!
Ein Trauerredner auf Schnitzeljagd
„…, wenn du das hier liest, bin ich wahrscheinlich tot.“ (S. 62) Trauerredner Mads Madsen ist es gewohnt, die richtigen letzten Worte zu finden. Aber als er diese Nachricht von seinem Schulfreund Patrick auf der Fußmatte findet, verbunden mit der Bitte, seine Totenrede zu halten und sich dafür an alles von früher zu erinnern, ist er irritiert. Patrick kam bei einem Unfall mit Fahrerflucht ums Leben – wie konnte er da seinen Tod vorhersehen?
Mads hat Patrick zuletzt vor 20 Jahren gesehen und weiß nichts über sein Leben seitdem. Also befragt dessen Mutter, die ihn an seinen Freund Timo verweist. Über Timo findet er Jessica. Die drei waren jahrelang unzertrennbar, aber jetzt wollen die beiden nicht mehr über ihn reden, weil er an etwas Schuld war und es zu gefährlich wäre. Mads lässt sich nicht davon abschrecken, sondern folgt den Spuren, die ihm Patrick nach und nach wie bei einer Schnitzeljagd zukommen lässt.
Leider konnte mich Andreas Izquierdo mit diesem Cozy Krimi nicht überzeugen. Ich mochte den aus der Zeit gefallenen Mads mit seiner Vorliebe für altmodische Anzüge und Schuhe und seinen ungewöhnlichen Beruf, die philosophische Tiefe, mit der er das Leben und Sterben betrachtet. „Nicht der Tod machte Angst, sondern das, was er offenbarte.“ (S. 35) Darum passen seine Ermittlungen und wie er sich in gefährlichen Situationen verhält, für mich auch nicht richtig zu ihm.
Außerdem fand ich die Handlung etwas zu gemütlich und den Fall zu konstruiert. Die ersten 200 Seiten passiert nicht viel, ab und an tauchen plötzlich Hinweise aus dem Nichts auf oder Mads erinnert sich an etwas, das ewig zurückliegt. Erst danach nimmt das Buch endlich Fahrt auf und gipfelt in einem etwas übertriebenen Showdown.
„Über die Toten nur Gutes“ lebt vor allem von den skurrilen Protagonisten. Mads wohnt in einem Haus mit seinem nach Bingo verrückten Vater, der ihm seinen Tagesablauf (früh aufstehen) und Musikgeschmack (Udo Jürgens) aufdrückt und ihn lieber beim Radio statt als Trauerredner sehen würde, schließlich hat er eine soooo schöne Stimme! Auch Mads Familie hat ihren Anteil an den Ermittlungen (sein Bruder ist Arzt und sein Schwager Anwalt), bleibt ansonsten aber blass. Mein heimlicher Liebling des Buches ist Mads Malteserhündin Bobby, die immer den richtigen Leuten ans Bein pinkelt. Außerdem unterstützt ihn sein bester Freund Fiete, der Bestatter ist und unter der Fuchtel seiner dominanten Mutter steht. Ihr gehört übrigens ein Bestattungsinstitut inkl. einem rätselhaften Mitarbeiter, der sicher noch für einige Überraschungen sorgen wird.
Kann man über die Toten nur Gutes sagen? Mads Madsen ist Trauerredner. Er spricht am Ende eines Lebens über die Verstorbenen. Dazu ist es wohl sinnvoll, mit den Angehörigen und Freunden zu reden. Mads macht das gerne, mit den Hinterbliebenen über den Verblichenen zu reden und schreibt dann eine besondere Trauerrede. Aber was ist, wenn der Verstorbene ein alter Freund ist? Wenn eben dieser vor langer Zeit einfach aus dem Leben, in diesem Fall aus Mads Leben, verschwunden ist? Mads Erinnerungen scheinen in einem Nebel zu liegen. Um mehr über seinen alten Freund Patrick herauszufinden, muss er wohl ein paar alte Freunde aufsuchen. Und dann bekommt er auch noch einen geheimnisvollen Brief ...
Mads erhält die Nachricht, dass sein vor 20 Jahren verschwundener Freund Patrick aus Kindertagen bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Das weckt Erinnerungen bei dem Trauerredner und er wüsste doch zu gerne, was damals geschehen ist. Warum ist damals sein bester Freund verschwunden? Mads weiß erst gar nicht, wo er anfangen soll und besucht als Erstes die Mutter des Verstorbenen. Aber auch sie weiß nichts über ihren Sohn, außer dass er kurz vor seinem Tod sie noch einmal im Pflegeheim besucht hat. Einzig der Satz von der Mutter verwirrt Mads ein bisschen: "Es begann auf dem Friedhof und endet auf dem Friedhof", dieser Satz lässt irgendetwas in ihm anklingen. Das muss man doch herausbekommen und so macht der Trauerredner sich daran, dieses Rätsel zu lösen.
Trauerredner und Schnüffler
Mads ist eine sympathische Figur. Er hat Stil, kleidet sich ein wenig altmodisch, liebt seinen kleinen Malteser - Hund und lebt mit seinen 30 Jahren immer noch mit seinem Vater in einem Haus. Der Vater Fridtjof ist ein wenig hyperaktiv und kann ziemlich nervig sein. Aber er belebt diesen Krimi mit seiner durchgeknallten Art. Dann sind da noch verschiedene andere Figuren, die teilweise mit kriminellen oder mit freundlichen Charakteren darstellen. Der Krimi liest sich wirklich sehr flott und macht gute Laune. Es tauchen sehr viele Figuren auf, aber man findet sich ganz gut zurecht. Wie gesagt, Mads ist ein super sympathischer Kerl. Als er am Ende auch noch ein eigenes Familienereignis aufklärt, tat er mir noch ein bisschen Leid. Ein richtig unterhaltsames Buch.
Dieses Buch ist ein bisschen wie eine Tüte Chips: schnell geöffnet, schnell vernascht und am Ende ist man sich nicht ganz sicher, ob man wirklich satt geworden ist.
Mads Madsen (ja, wirklich) ist Trauerredner und das jüngste Kind seines Vaters Fridtjof, mit dem er unter einem Dach lebt. Als Mads die Nachricht vom Tod seines Jugendfreundes Patrick erreicht, ist es für ihn selbstverständlich, die Abschiedsrede zu halten. Doch um die richtigen Worte zu finden, muss er mehr über das Leben seines alten Freundes erfahren. Und so beginnt Mads seine Recherche, die schnell zu einer gefährlichen Reise in die Vergangenheit wird.
Der Einstieg gelingt gut: die ersten Kapitel sind kurzweilig und lesen sich angenehm weg. Der anekdotenhafte Schreibstil sorgt dafür, dass man schnell hineinkommt – perfekt für einen vollen Kopf nach einem langen Tag.
Nach dem ersten Drittel verliert die Geschichte an Schwung. Spannung bleibt aus und die Versuche, am Ende der Kapitel kleine Cliffhanger einzubauen, wirken eher bemüht. Der Hauptprotagonist wirkt leicht infantil und auch die Charaktere entwickeln sich sehr rasch, manchmal nicht ganz nachvollziehbar – etwa, wenn zentrale Konflikte innerhalb weniger Zeilen gelöst sind.
Dafür gibt es hier und da einen gewissen Witz, der mich doch auch mal schmunzeln ließ.
Große Überraschungen darf man also nicht erwarten, aber genau darin liegt vielleicht auch der Charme. Ich wäre gern mehr gefordert worden. Am Ende ist es eine leichte, unterhaltsame cozycrime-Lektüre für zwischendurch, ohne verzwickte Rätsel.
Krimi, Comedy, Feelings... Das war so gelungen!!!
Mehr dann in der Rezension!
Inhalt:
Mads Madsen ist Trauerredner in Glücksburg und hat ein Faible für Budapester, feinen Zwirn und seine Hündin Bobby.
Eines Tages erreicht ihn eine Nachricht quasi aus dem Jenseits seines jüngst unter merkwürdigen Umständen verstorbenen Jugendfreundes Patrik. Und Mads kann sich nicht bremsen, er muss einfach nachforschen und zum Hobbyermittler werden, weil ihm das Schicksal seines einstigen Freundes nicht zur Ruhe kommen lässt. Und ganz nebenbei sorgt er sich um seinen Vater und merkt zunächst nicht, dass er sich und seinen Vater in Gefahr bringt…
Meine Meinung:
Bingo!
Ich weiß jetzt gar nicht, wo ich anfange… Am besten bei diesem witzigen Cover. Also eigentlich sind Krimis mit genau solchen Covern nicht zwingend meins, ich hab ja eigentlich ganz gern was härter, thrilliger, böser. Nun, das alles verheißt dieses Cover nun wirklich nicht. Wobe… der Titel ist schon was böse, wenn man die Ironie darin sieht. Und der Hund, der am Sarg das Beinchen hebt, nun ja… Und ich kann wirklich jetzt auch nach dem Lesen sagen, das täuscht alles so dermaßen!
Ja, es wird echt zwischendurch richtig witzig, ich habe lauthals gelacht und das mehrmals. Aber wie gesagt, das täuscht. Ich hatte mich ganz bewusst für dieses Buch entschieden und sehr gefreut, Teil einer tollen Leserunde sein zu können über einen „cozy“ Krimi. Irgendwann kommt dann aber der Zeitpunkt, da packt der Autor mächtig was aus, krimimäßig, eigentlich auch schon mit Thrilleranklängen und eben weil man das nicht mal ansatzweise erwartet, erwischt einen das eisekalt. Und dieses überraschende macht einfach noch mal einen Tucken mehr Spaß!
Hinzu kommen die großartigen Figuren, Mads als sehr spezieller Trauerredner, sein Vater Fritjof (das ist eine Type!!!), Fiete, der stille Herr Barnardy, Mads´ Geschwister. Man gewinnt sie im Laufe der Geschichte wirklich lieb und ich kann mir gut vorstellen, dass nicht nur ich am Ende feuchte Augen hatte und mir den 2. Teil, den es im nächsten Jahr geben soll, gleich mal auf die Wunschliste gesetzt habe.
Der Titel meiner Rezension hat auch einen Grund! Einmal Bingo weil dieses Buch wirklich ein einziger Spaß war und Bingo, weil das Spiel Bingo keine unwesentliche Rolle spielt und ich irgendwie nach dem Lesen auch Lust habe, mal Bingo zu spielen 😊
Die ganz besondere Art und Weise, mit der Andreas Iziquierdo erzählt hat mich nicht zum ersten Mal sehr berührt, mitgenommen und einfach begeistert. Er bestätigt einfach immer wieder, dass er es einfach drauf hat, in verschiedenen Genres die Leser mitzunehmen.
Fazit:
Ein vermeintlicher cozy, witziger Kriminalroman, der es faustdick hinter den gelben Buchdeckeln hat und bestimmt grundsätzlich die Krimiliebhaber begeistert. Hat ein bisschen was vom Münster-Tatort!
Eine Geschichte die mit ziemlich viel Humor beginnt und plötzlich unglaublich spannend und gefährlich wird. Voller Erinnerungen, Mal falsch mal schmerzhaft, und festem Zusammenhalt. Für mich eine großartige Überraschung.