
Anmerkung: Es handelt sich um den 2. Teil der Reihe und es lässt sich nicht vermeiden, gewisse Spoiler zu nennen. Es ist notwendig, den ersten Teil zu kennen, um hier nicht zuviel vorweggenommen zu bekommen. Inhalt: Milena ist nun eine frisch gewandelte Vampirin. Und alles scheint anders zu sein. Ihre Welt, ihre Empfindungen, neu gewonnene Selbstsicherheit…. Doch da ist auch Rico, der nun ein Sklave, gebunden durch den Blutschwur, der Blutgräfin ist. Um Milena zu retten, hat er sich dem hingegeben und ist nun auch nicht mehr er selbst. Und die Gräfin strebt die alleinige Macht an. Was für alle Vampire, alle Clans, Unterwerfung bedeutet. Was keiner will. Doch können die wenigen, die noch übrig sind, die den Mut haben, etwas gegen diese übermächtige Gegnerin ausrichten. Und für Milena am wichtigsten, können sie Rico retten? Meine Meinung: Der Titel ist Programm! Nach dem rasanten, guten ersten Teil musste ich Luft holen. Aber nicht zu lange, viel zu neugierig war ich darauf, wie es für Milena und Rico weitergeht. Hatte ich im ersten Teil noch den da schon tiefschwarzen Humor sehr gemocht, so blitzt dieser im 2. Teil nicht mehr ganz so durch, ist aber noch vorhanden. Man muss aber auch sagen, die Geschichte von Milena und Rico gibt auch kaum viel Spielraum für witziges. Vielmehr wird’s buchstäblich tiefschwarz. Die Abgründe der vampirischen Seele wird hier schonungslos offenbart. Und auch wenn einem das als Vampir-Fan nicht ganz fremd sein dürfte, in der Ausprägung und Deutlichkeit lässt einen so manche Szene schon mal die Augenbrauen hochziehen oder gedanklich ein „Oh bitte nicht!“ ausrufen. Milena hat sich nicht nur physisch zum Vampir gewandelt. Ihre ganzen Ängste, die vermeintlich zu ihrer Persönlichkeit gehörten, scheinen wie weggeblasen. Neuer Mut fließt durch sie, lässt sie unvorsichtig werden und man bekommt richtig Angst um sie. Andererseits kann ich es total verstehen, dass sie es genießt, frei zu sein, frei von den menschlichen Zwängen oder auch den sinnbildlichen Fesseln, die ihr ihre Geschichte und auch die Angst ihrer Schwester um sie ihr auferlegt waren. Süß finde ich die Geschichte mit Vic, was sich zwischen den beiden entwickelt und es ging mir durch den Kopf, wie selbstverständlich für uns Leser die Bisexualität der Vampire erscheint und wie schwer sich manche denn doch mit dem Thema tun, wenn es bei Menschen darum geht. Jedenfalls sind die Szenen mit Vic zum Teil sehr gefühlvoll und scheinen wie Highlights aus der sonst sehr düsteren Story. Deswegen passt der Titel einfach perfekt!! Und für Rico scheint auch alles tiefschwarz zu sein. Sein „Leben“ besteht nun daraus, der Blutgräfin zu Willen zu sein. Egal, worum es geht. Innerlich ist da seine Weigerung sehr deutlich, aber durch den Blutschwur kann er sich nicht entziehen. Besonders perfide Dinge tun sich da auf, die mir das Herz brechen wollten. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf! Es gibt ja noch ein paar Teile, da hat jede Figur noch Zeit, sich zu entwickeln und lose Enden können sich verbinden. Klar, dass das Ende wieder keins ist und ich jetzt schon buchstäblich an der Tischkante nage, bis es weiter geht! Kurz noch zum Cover, mein Exemplar hat das „neue“ Cover mit dem wunderschönen Falter, der es mir furchtbar angetan hat und so finde ich alles sehr gelungen, bis zum tiefschwarzen Buchschnitt. Wer die Bücher liest, wird hier ganz viele Verbindungen vom Äußeren zum Inneren entdecken. Genau wie bei den Illustrationen im Buch. Die Veränderung Milenas z.B. Da sind Kleinigkeiten, die einem ganz deutlich zeigen, dass die Autorin sich hier wirklich viele Gedanken gemacht hat, wie sie alles miteinander verbindet und zeigt. Großartig! Fazit: Ein zweiter Teil einer Dark Vampirfantasy, der wirklich tiefschwarz anmutet und einem schonungslos etliche Facetten der literarischen Vampire aufzeigt und zwar so, dass einem das „normal“ erscheint, eben das Alltagsleben der Vampire in unserer Gesellschaft. Sehr zu empfehlen, wenn man den ersten Teil schon geliebt hat, da wird man hier einfach weiterlesen müssen!





