27. Dez.
Rating:4

Mike Ladin hat mich vor etwa einem Jahr (oder sind es schon zwei?) mit seinem Erstlingswerk "Rote Tränen" überzeugt. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass er sich auch mit seinem zweiten Buch bei mir gemeldet hat. Die Thematik ist hier eine ganze andere: Statt blutigem Thriller geht es hier um die Flucht aus der DDR. Schnell habe ich allerdings auch hier Krimielemente wieder gefunden, was ich gut fand. Die Figuren sind auch hier meiner Meinung nach wieder gut gelungen. Gerade Martin war für mich eine angenehme Überraschung. Zu Beginn hätte ich nicht geglaubt, dass er mir so sympathisch werden könnte. Auch Delphine, die Tochter von Martins Ex, die später noch eine größere Rolle spielt, mochte ich. Wegen ihr habe ich eventuell die ein oder andere Träne verdrückt. Die Geschichte startet eher langsam, allerdings lohnt es sich, dranzubleiben. Spätestens ab der Mitte bekommt das Buch so ordentlich Tempo, dass es für mich unmöglich war, den Roman zur Seite zu legen. Und das Ende hat mich wirklich überrascht. Die Idee mit diesem Zeitsprung (hier kommt der junge Mann aus dem Klappentext ins Spiel) war gewagt, die Umsetzung ist meiner Meinung nach aber gelungen. Einen Stern muss ich leider abziehen, da sich hier Rechtschreibfehler eingeschlichen haben. Das ist sehr schade, gerade weil vieles davon Fehler waren, die eigentlich auffallen hätten müssen. Gerade bei Selfpublisher:innen verstehe ich, wenn hier und da ein Tippfehler übersehen wird, aber hier waren es mir einfach zu viele. Mein Fazit? Habe ich gern gelesen. Ich halte für dieses Buch für gut gelungen, allerdings sind da noch ein paar Rechtschreibfehler drin, die noch ausgebessert werden sollten.

Flucht
Fluchtby Mike LandinBoD – Books on Demand
22. Jan.
Rating:4

Nachdem mich der Autor mit seinem ersten Buch damals positiv überraschen konnte, war ich gespannt auf dieses Büchlein. Dieses Mal dreht es dich, wie der Titel schon vermuten lässt, um das Thema Flucht. Und zwar Flucht aus der DDR. Direkt zu Beginn begleiten wir Thomas und Martin, beide Journalisten in der DDR, in ein Bautzener Gefängnis zu jener Zeit in dem es ziemlich übel zugehen soll. So etwas hat zumindest eine Sendung im Westfernsehen aufgedeckt. Natürlich sollen die Beiden die Spekulationen widerlegen die aufgetaucht sind. Die Wahrheit interessiert dabei nicht. Sondern der Schein muss gewahrt bleiben. Martin trifft während des "Reportagebesuchs" auf einen Bekannten, der versucht hat aus der DDR zu fliehen. Martin macht ein Versprechen und will dieses auch einlösen. Von jetzt auf gleich wird das allerdings nichts und so fängt er vorerst damit an, als Fluchthelfer zu arbeiten. Ich bin zwar zu DDR Zeiten und im Osten geboren, hab aber tatsächlich nur wenig mitbekommen. Ich war 5 als die Mauer fiel. Vom Hörensagen weiß man, dass es für Jeden schwierig war, der am System zweifelte, dies auch laut äußerte und auch für solche, die nicht in der Partei waren. Darum geht es auch in "Flucht". Jeder "kennt" die Wahrheit oder bekommt etwas mit, aber man traut sich nicht es laut auszusprechen. Durch die Stasi und ihre Spitzel, kann man nur wenigen trauen. Viele wollen die DDR hinter sich lassen, aber eine normale Ausreise ist so gut wie unmöglich und Flucht mehr als gefährlich. Man bekommt verschiedene Personen vorgestellt, welche man begleitet. Bedeutet, verschiedene Blickwinkel, verschiedene Lebenssituationen und Gründe die DDR zu verlassen. Doch es geht nicht nur darum. Denn Jemand ist ihnen auf den Fersen und droht ihre Pläne zu vereiteln. Man findet sich in einem spannenden Szenario wieder, wo es plötzlich nicht mehr nur um die Flucht aus dem Land geht, sondern auch um die Flucht vor Jemanden, der es mittlerweile auf alle Beteiligten abgesehen hat und auch nicht vor Mord zurück schreckt. Der Autor schafft es einmal mehr Bilder im Kopf entstehen zu lassen und die richtige Atmosphäre in den jeweiligen Situationen zu vermitteln. Man fiebert förmlich mit. Trotzdem war es für mich nicht komplett rund. Fazit Ein gelungener Roman der mitreißen kann und viel Spannung bereithält. Was man als Erstes für eine Flucht aus der DDR hält, entwickelt sich zu einer aufregenden Handlung die sich sehen lassen kann. Hier und da war mir etwas zu viel Glück und Zufall im Spiel. Im Großen und Ganzen ist hier aber ein tolles Buch gelungen, das am Ende 4 Sterne und eine Leseempfehlung von mir bekommt.

Flucht
Fluchtby Mike LandinBoD – Books on Demand
12. Juli
Konnte meine vorurteilsbehaftete Meinung vom Selfpublishing extrem verbessern!

Konnte meine vorurteilsbehaftete Meinung vom Selfpublishing extrem verbessern!

Interessiert ihr euch für Geschichten während der innerdeutschen Teilung? Ich hab immer schon viele Geschichten aus und über die DDR und das Leben damals dort gehört, daher hat mich der Roman „Flucht“ auch direkt angesprochen, als Selfpublisher Mike Landin mir gemailt hatte. Ein Blick in die Leseprobe hat mich dann vollends überzeugt. Die Geschichte spielt in mehreren Zeitetappen: Das Ende 2021, der Anfang 1979 und das Mittendrin 1989, 1994 und 2006. Diese Stränge werden miteinander verknüpft. 1979 besucht Journalist Martin mit seinem Jugendfreund und Kollegen Thomas das Bautzener Stasi-Gefängnis, da sie genötigt werden, eine Gegendarstellung zu einem West-Bericht über die furchtbaren Verhältnisse dort zu schreiben. Bei der Besichtigung begegnet ihnen unerwartet Frank, ein weiterer Jugendfreund, mit dem die beiden in jungen Jahren immer wieder über Republikflucht gesprochen hatten. Frank wurde beim Versuch erwischt. In den wenigen Sekunden, die sie sich gegenüberstehen, verspricht Martin, Franks Tochter Delphine rüber zu bringen, egal wann, Hauptsache raus aus der DDR. Martin macht sich auf die Suche nach dem damals 8-jährigen Mädchen, sieht jedoch zunächst keine Chance aus Ost-Berlin wegzukommen. Trotzdem ist dies der Auslöser, sich seinem Cousin Claus anzuschließen, der Fluchthelfer ist. Jahre später hat sich die Situation für Delphine weiter zugespitzt und Martin beschließt mit Claus und Paula, die mittlerweile ebenfalls zum Team gehört, dass es Zeit für die Flucht ist. 2021 beginnt ruhig, doch auch im 21. Jahrhundert werden die Geschehnisse turbulent als alte Feinde wieder auftreten. Davon bekommt Martin jedoch nichts mehr mit, denn er ist 2021 bereits lange tot… Mir hat die Geschichte richtig gut gefallen. Viele Aspekte des DDR-Lebens kannte ich aus den Erzählungen meiner Eltern und ihrer Freunde, was alles noch greifbarer für mich gemacht hat. Die Spannung wurde hoch gehalten und auch die Zeitenwechsel trugen eher zur Verschleierung der Abläufe bei als dass sie etwas vorab verraten hätten. Die Charaktere hatten alle ihre Eigenarten, die sie nahbar und echt gemacht haben – teilweise sogar mit unverkennbarem Vokabular. Sprache ist insgesamt ein wichtiger Punkt, denn es wird an vielen Stellen deutlich, dass der Autor im Osten aufgewachsen ist und immer noch lebt. Da sind die Brötchen und „Pfannkuchen“, die beim Bäcker gekauft wurden, noch die bekanntesten Unterschiede. Aber auch „geradezu“ anstelle von „geradeaus“ scheint nicht nur eine thüringische Eigenart zu sein. Insofern bin ich doch ab und an mal über die ein oder andere Formulierung gestolpert, doch im Großen und Ganzen unterstreicht dies den Roman und seine Erzählweise noch. Ich gebe zu, dass ich, was das Lektorat angeht, dem Selfpublishing immer etwas skeptisch gegenüber stehe, doch hier haben der Autor und Lektorin Gundula Gödecke meiner Meinung nach sogar besser gearbeitet als einige der renommierten Verlage es tun. So sind mir beispielsweise viel weniger Tippfehler aufgefallen als im Durchschnittsbuch der letzten Zeit. An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Einbeziehung der gesamtpolitischen Situation der DDR gewünscht, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Ihr könnt (und solltet!) das Buch in jeder Buchhandlung bestellen, es dauert allerdings ein wenig, da es ein Book on Demand ist, also erst gedruckt wird, wenn die Bestellung eingegangen ist. Seid ihr mal im Fluchtmuseum am Checkpoint Charlie gewesen?

Flucht
Fluchtby Mike LandinBoD – Books on Demand
27. Apr.
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Stellt euch vor, ihr seid auf der Flucht vor der Stasi, mit einer Schwangeren und wollt die DDR verlassen. Genau das versuchen nämlich Martin, Claus und Paula zusammen mit der Schwangeren Delphine. Was ein Versprechen alles auslösen kann. Obwohl der Klappentext nicht daraus schließen lässt, ist dieses Buch Energiegeladen, Actionreich. Es geht um Vertrauen, Misstrauen, Gewalt, Flucht, Loyalität und Versprechen. Kann Martin sein Wort halten? Ein echt gutes Buch, ohne dass Szenen unnötig in die Länge gezogen wurden oder kapitellange Monologe von Protagonisten. Das Buch hat definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient!

Flucht
Fluchtby Mike LandinBoD – Books on Demand