„Sandira – Die Weltenwanderin“ ist nicht mein erstes Buch von L. X. Willhelm, dennoch muss ich ehrlich sagen, dass ich mit diesem hier nicht richtig warm geworden bin.
Vor allem die Protagonistin Sandira konnte mich nicht abholen – sie blieb mir über weite Strecken unsympathisch. Ähnlich ging es mir mit ihrer Oma Ingeborg, die von Anfang an eine seltsame Aura hatte und sich zum Ende hin tatsächlich als die böse Figur entpuppt, die man irgendwie schon kommen sah. Im Kern erzählt das Buch eine bekannte Geschichte: Menschen sind gierig, zerstören für ihre Ziele fast alles – sogar ihre eigenen Familien. Dieser Aspekt ist nicht neu, wird hier jedoch mit dem Thema Weltenwanderung kombiniert, was ich tatsächlich als spannend empfand. Die Idee, durch Portale in andere Welten zu reisen, um den zerstörten Lebenszyklus der Erde zu retten, hat Potenzial und gehört für mich zu den stärkeren Punkten der Geschichte. Zur Handlung: Sandira muss ihre Ferien bei ihrer Oma Ingeborg verbringen, da ihre Patentante Ronja im Krankenhaus liegt. Dort entdeckt sie ein Portal im Keller, mit dem Ingeborg in andere Welten reist. Der Zweck dieser Reisen soll edel sein – die Heilung der Erde. Doch dafür nimmt Ingeborg Sandiras Hilfe mehr oder weniger freiwillig in Anspruch. Mit jeder Reise opfert Sandira mehr von sich selbst, verliert Stück für Stück ihre eigene Identität und wird zum Mittel für fremde Ziele. Insgesamt hatte die Geschichte interessante Ansätze und eine spannende Grundidee, doch die Figuren – allen voran Sandira – konnten mich emotional nicht überzeugen. Für Leser*innen, die gerne moralisch düstere Geschichten mit Fantasy-Elementen mögen, könnte das Buch dennoch einen Blick wert sein. Für mich persönlich blieb es leider hinter seinen Möglichkeiten zurück.





