20. Sept.
Rating:4.5

Eine sehr tiefgründige und emotionale Liebesgeschichte, die mich sehr mitgenommen hat.

Hier handelt es sich um die Fortsetzung des Buches “Der Tag, an dem dein Flieger ging”, der aber unabhängig vom Vorband gelesen werden kann. Ich selbst kenne bisher auch noch nicht den ersten Teil, bin zwar jetzt dennoch neugierig, aber habe nicht das Gefühl, dass ich irgendetwas verpasst hätte. Diese Geschichte hat es in sich und geht einem wirklich unter die Haut. Ich musste sogar zwischendurch einige Pausen einlegen, was eher selten bei mir vorkommt, weil die so extrem, realitätsnahe Story mir den Boden unter den Füßen weggerissen hatte. Die Charaktere wirkten regelrecht lebendig und sympathisch auf mich und ihr handeln war meiner Ansicht nach mehr als authentisch. Aber nicht nur die Hauptcharaktere schafften es, mein Herz zu erobern, sondern auch alle Nebencharaktere. Somit litt ich nicht nur mit den Hauptprotagonisten mit, sondern auch mit all den anderen. Deshalb fiel mir am Ende der Abschied schwer, vor allem der Prolog verlangte noch einmal extrem viel von mir ab. Etwas verwirrend fand ich zu Beginn den Titel, denn dier ergab für mich einfach keinen Sinn. Doch irgendwann, aufgrund eines Gespräches, machte es bei mir Klick und ich fand seitdem den Titel wirklich super passend. Weshalb gebe ich dennoch diesem tollen Buch nur 4,5 Sterne? Ich muss leider gestehen, dass ich zu Beginn etwas Probleme mit dem Schreibstil hatte und ich immer mal wieder Probleme hatte, der Geschichte zu folgen. Irgendwann gewöhnte ich mich daran, doch die vielen Gefühlsbeschreibungen und Gedanken nahmen dennoch weiterhin sehr viel Raum ein. Weshalb sich die Geschichte oftmals etwas in die länge gezogen anfühlte. Zusätzlich verlor ich durch den Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart den Faden, was mich leider oftmals kurz verwirrte. Was ich auch etwas ungünstig fand, aber meckern auf hohem Niveau ist, dass es keine klare Kapiteleinteilung gibt. Wechsel zwischen der Erzählperspektive von Malte oder Tanja, wurde nur mit einem großen Buchstaben markiert. Aber somit erschlug mich leider extrem der Text und ich verlor schon dadurch die Lust am Lesen. Es gab somit kaum eine einfache Möglichkeit, das Buch an dieser Stelle zu pausieren, ohne mittendrin zu stoppen. Was ich persönlich nicht so mag. Somit gebe ich diesem Buch 4,5 Sterne, aufgrund der zwischendurch langatmigen Gedanken-Beschreibungen, und möchte von Herzen eine klare Leseempfehlung aussprechen. Wenn ihr also tiefgründige und emotionale sowie lebensnahe Geschichten mögt, dann ist dieses Buch auf jeden Fall etwas für euch.

Der Tag, an dem er Vater wurde
Der Tag, an dem er Vater wurdeby Jutta KröpflBoD – Books on Demand
22. Sept.
Rating:5

Und dann war da eine Geschichte. Ein zweiter Teil. Ein Titel, der auf eine bestimmte Situation hindeutet. Tja, und dann kam alles anders... So oder so ähnlich fühle ich mich gerade. Als Jutta mir erzählt hat, dass ich den Band ohne Vorkenntnisse lesen kann, war ich skeptisch, denn Band 1 lässt auf viel Handlung schließen, die hier fortgesetzt wird. Aber ich hab es dennoch gewagt. Zu Beginn gibt es eine Zusammenfassung von Band 1. Die hab ich tatsächlich auch gebraucht, um den Zusammenhang zu verstehen. Aber ich musste das Buch tatsächlich nicht gelesen haben, um dieses hier zu fühlen. Dieses Buch ist - ähnlich wie das Cover - erstmal unscheinbar. Es ist nicht laut, es geht nicht schnell voran. Dafür ist es intensiv mit einem sehr speziellen Schreibstil, der erst irritiert und dann fesselt. Jutta schreibt sehr klar, sehr intensiv. Viele kurze Sätze, um das Gesagte zu vertiefen und intensiveren. Und jedes Mal hab ich mich wieder angesprochen gefühlt. Es geht um Tanja, die nach einem Unfall einen Teil ihrer Erinnerung verloren hat. Dieser Unfall liegt 10 Jahre zurück. Seither ist viel passiert und Tanja kämpft mit einer sehr starken Depression. Die Phasen ihrer Depression sind sehr gut herausgearbeitet und sehr intensiv beschrieben. Das muss man wissen, wenn man glaubt, die Geschichte zieht sich in die Länge. Tut sie nicht. Depression ist nicht von heute auf morgen heilbar, schon gar nicht ohne Hilfe. Die Handlung selbst hat mir richtig gut gefallen. Malte ist ein unglaublicher Charakter. Stark, sensibel, einfühlsam, manchmal zu forsch und so unglaublich verliebt, dass man die Liebe zu dieser Frau in jeder Zeile fühlen kann. Und nichts ist ihm zu anstrengend, um ihr Herz zu gewinnen. Tanja gefällt mir ebenfalls richtig gut. Sie hat sich nur ein wenig verloren. Aber das ist nichts, für das sie sich schämen müsste. Sie muss es nur akzeptieren und einen Weg zurück finden. Ihre Familie, besonders ihren Bruder möchte ich ganz fest drücken! Solch einen Rückhalt kann sich jede*r, der erkrankt ist, wünschen. Die Entwicklung der Geschichte hat mir Freude bereitet. Ohne zu wissen, was in Australien wirklich passiert ist, hab ich alles fühlen können. Und am Ende fügt sich alles. Die Geschichte, die Entwicklung, der Titel. Es macht alles Sinn. Epiloge und ich werden wohl nie die besten Freunde werden und auch diesen hier fand ich schwierig, aber auch irgendwie passend. Trotzdem doof. Und schön. Und... ach ich lass es lieber und bleib bei "Epiloge und ich"

Der Tag, an dem er Vater wurde
Der Tag, an dem er Vater wurdeby Jutta KröpflBoD – Books on Demand