Kuriose Geschichte über zwei junge Frauen. Mir etwas zu abstrakt formuliert und irgendwie ist der Funke nicht übergesprungen. Andererseits war der Schreibstil spannend und ich wollte wissen, was passiert und wie die jungen Charaktere noch zu sich finden. Das Buch hinterlässt mich zwiegespalten…

Faule Äpfel & Urin
Was für ein weirdes Buch. Ich habe es total gern gelesen, die Sprache und Atmosphäre war wunderschön. Allerdings fürchte ich, dass ich wenig verstanden habe. Johanna kommt für ihr Studium aus Norwegen nach Australien, ihr Erleben als Europäerin im anglophonen Ausland, wo das Essen weich, süß, salzig und groß ist beginnt erstmal sehr real. Sie zieht zu Carral in eine verottende Brauerei und ihr Erleben wird immer surrealer. Das Ganze ist extrem sinnlich beschrieben, man weiß immer wie sich alles anfühlt und riecht, egal wie realistisch es ist. Dafür, dass mir eine lesbische Liebesgeschichte versprochen wurde, ging es irgendwie doch viel um Männer. Aber vielleicht war das nur auch wieder ein Symbol, das ich nicht verstehe. Insgesamt stand für mich irgendwie eher die Brauerei im Mittelpunkt, ich glaube dass sie etwas mit den Protagonisten macht, mehr als sie miteinander, aber das scheint keine verbreitete Interpretation zu sein.
Schräg, eigen, aber ein gelungenes Debüt. Gibt mir allerdings ein zu schnelles Tempo vor und einigen Momenten hätte eine kurze Atempause gut getan, vor allem, weil der Roman voll mit absurden und außergewöhnlichen Augenblicke gefüttert wurde, deren Wirkung nicht ganz ihr Ausmaß finden konnten.
Queerer Coming-of-Age-Roman. Subtiler Horror gepaart mit düsterer Erotik. Einzigartig und fernab von Mainstream-Literatur
Um was geht es? Jo studiert Biologie und zieht dafür von Norwegen in die Stadt Aybourne. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Zimmersuche findet sie eine Wohnmöglichkeit bei Carral in einem alten Fabrikgebäude. Wir schauen Jo zu, wie sich ihr Leben hauptsächlich an Uni und in der Fabrik-WG abspielt, während Jo und Carral sich näher kommen… Wie hat es mir gefallen? „Perlenbrauerei“ ist ein queerer Coming-of-Age-Roman. Jo und Carral begegnen sich, kommen sich nahe und bleiben sich doch auch zu großen Teilen fremd. Ein Buch über Nähe und Distanz, Begierde und Verlangen, Neid und Eifersucht. Die Sprache von Jenny Hval ist eigen und bildreich. Ich hatte alles direkt vor meinem inneren Augen, manches mehr als mir lieb war. Durch die Ich-Erzählweise, wirkt es, als ob man als Lesende Jo bei allem begleitet und über die Schulter blickt. Ein wahrhaft ungewöhnliches Buch mit subtilem Horror und düsterer Erotik. Ich mochte den Industriecharme der Fabrikwohnung, Jos norwegisches Gemüt (Ja, jeg elsker dette landet 🇳🇴) Am Ende lässt es mich etwas verloren und ratlos zurück, so wie auch Jo. Vermisst habe ich eine Contentnote, gab es doch zwei, drei kleine Stellen, die mein Trauma triggerten. Ich werde mich in Kürze dem unlängst erschienenen neuen Werk der Autorin widmen.
Kuriose Geschichte über zwei junge Frauen. Mir etwas zu abstrakt formuliert und irgendwie ist der Funke nicht übergesprungen. Andererseits war der Schreibstil spannend und ich wollte wissen, was passiert und wie die jungen Charaktere noch zu sich finden. Das Buch hinterlässt mich zwiegespalten…



