Ein flacher Liebesroman mit vielen Zufällen.
Aufgrund des Klappentextes hatte ich mich sehr auf einen schönen romantischen Liebesroman gefreut, um vom Alltagsstress auszubrechen. Leider wurde ich nach der Hälfte des Buches enttäuscht. Grund dafür war der verlorene rote Faden, denn dieser war nach dem dritten Wiedersehen auf der Insel zur Nebensache geworden (in zwei Kapiteln wurde die angedeutete Liebesgeschichte aus dem Klappentext abgearbeitet, sodass sie dann sofort ein Paar waren). Danach ging es eigentlich nur noch um unrealistische Erlebnisse und Lebensvorstellungen von Svea. Sie entpuppte sich für mich immer mehr zu einer oberflächlichen, empathielosen und Ich-bezogenen Person. Bent wiederum wurde mir mit der Zeit immer sympathischer und auch seine Offenheit zu seiner Aktion von früher fand ich sehr lobenswert. Was mich aber am allermeisten störte, war nicht der verlorene rote Faden, sondern die sehr oft zu detaillierten Beschreibungen von Gedanken, Ortschaften und Informationen, die meines Erachtens an vielen Stellen unnötig, überflüssig und unpassend waren. Aufgrund der vielen und langen Unterbrechungen durch diese Beschreibungen wurden meines Erachtens die Dialoge zerrissen und blieben dadurch sehr flach und bei zwischenmenschlichen Beziehungen fehlte deshalb für mich das gefühlvolle, um die Liebe der beiden richtig spüren zu können. Gerade weil es ein Liebesroman war und keine Nacherzählung oder Familienstruktur- oder Ortsbericht. Demzufolge fehlte für mich nicht nur die Spannung (was ich bei Liebesromanen auch nicht immer erwarte), sondern auch das Gefühl zwischen den Menschen. Ich finde es einfach sehr schade, da der Klappentext sehr neugierig macht, humorvoll geschrieben ist und so viel Gefühl verspricht. Wenn man es so nimmt, faßt dieser komplett die ersten 14 Kapitel zusammen und damit hätte man soviel draus machen können, denn die erste Hälfte war ja wirklich toll. Nun aber noch ein paar Fakten zum Aufbau des Buches. Das Buch wurde in unregelmäßigem Abstand Kapitelmäßig von beiden Hauptcharakteren geschrieben, was mich an sich nicht gestört hat und es auch sehr aufgelockert hat. Der Schreibstil ist einfach gehalten und somit leicht lesbar. Nur wirkte er oft sehr flach und nicht aussagekräftig. Ich tue mich bei diesem Buch sehr schwer mit der Bewertung. Denn die letzte Hälfte hat mir wirklich die Lust zum Weiterlesen genommen und mich auch sehr gelangweilt. Aber aufgrund des gutes Starts und der für mich gut gelungenen Weiterentwicklung von Bent, gebe ich gerade noch so 3 von 5 Sternen.
