
Die Story ist wie ein Unfall, von dem man nicht wegsehen kann. Verstörend, brutal und trotzdem fesselnd.
Killing Stalking ist so ein kontroverser Manhwa, dass man direkt versteht, warum seit Jahren so viel darüber diskutiert wird. Viele sehen es als BL, aber für mich ist es ganz klar eher ein psychologischer Thriller mit Horror-Elementen. Klar gibt es diese toxische Beziehung zwischen den Charakteren, aber romantisch ist daran eigentlich gar nichts. Yoonbum ist komplett besessen von Sangwoo. Nachdem er ihn längere Zeit nicht gesehen hat, will er ihm unbedingt näherkommen und bricht schließlich sogar bei ihm ein. Er probiert dutzende Codes aus, bis er endlich in die Wohnung kommt, spielt erstmal entspannt in seinem Bett an sich rum und erkundet dann das Haus. Im Keller findet er eine gefesselte Frau. In dem Moment merkt Yoonbum, dass Sangwoo nicht der perfekte Typ ist, für den er ihn gehalten hat. Natürlich wird Yoonbum dann erwischt und Sangwoo bricht ihm die Beine und hält ihn gefangen. Ab da beginnt dieses komplett kranke Zusammenspiel zwischen den beiden. Yoonbum entwickelt immer mehr eine Art Stockholm Syndrom, während Sangwoo seinen Mutterkomplex auf ihn projiziert. Beide sind auf ihre eigene Weise extrem traumatisiert, wodurch diese Beziehung gleichzeitig verstörend und faszinierend ist. Ich fand den ersten Band unglaublich spannend, einfach weil die Geschichte so anders ist als typische Manhwas. Die Brutalität kommt oft sehr plötzlich und man weiß nie, was als Nächstes passiert. Es ist wie ein Unfall, man liest weiter, obwohl man sich die ganze Zeit unwohl fühlt. Die Perfect Edition gefällt mir außerdem deutlich besser als die alte Ausgabe. Man bekommt mehr Inhalt für den Preis, weil mehrere Bände zusammengefasst wurden, und auch das Pacing wirkt angenehmer. In der alten Version wurde teilweise eine ganze Seite für ein einziges Panel benutzt, während hier alles viel besser aufgeteilt wurde und dadurch der Lesefluss deutlich angenehmer ist.



