
Für mich ein durchwachsenes Leseerlebnis. Wer Bücher mit sehr langsamen Pacing mag und noch nach einem eher düsteren Herbstbuch sucht, könnte mit “Nathen” aber richtig liegen.
Ich habe festgestellt, dass ich in letzter Zeit viele eher düstere Bücher gelesen habe, darunter “Nathen” von der lieben Julia von Rein-Hrubesch, die ich dieses Jahr nicht nur persönlich treffen durfte, sondern, die auch aus meiner Heimatstadt kommt. Worum geht’s? Sarah lebt in Nathen, einer Stadt, in der seltsame Dinge passieren. Denn Ängste und Fantasie entwickeln hier ein Eigenleben. Sarah gehört zu einer kleinen Gruppe junger Leute, die sich der Gefahr, die im Verborgenen lauert, stellen. Als Sarah Andreas trifft, muss sie erkennen, dass ihr Leben enger mit dem Schicksal der Stadt verbunden ist, als sie dachte. Meinung: Dieses Buch hat es mir nicht leicht gemacht. Zu Beginn hat mir die Geschichte mit ihrer leicht gruseligen Grundstimmung und dem Setting in der geheimnisvollen Stadt Nathen gut gefallen. Dann verliert sich das Buch aus meiner Sicht etwas in kryptischen Andeutungen und Gedankenspiralen. Im Mittelteil fehlten mir als Leserin Tempo und Antworten. Auf den letzten 100 Seiten nimmt die Handlung Fahrt auf und der Plot konnte mich wieder mehr packen. Dennoch war mir das insgesamt zu spät. Was mir gut gefallen hat war wie die Themen Verdrängung und Selbstakzeptanz in die Erzählung eingebunden worden. Denn wir erleben hier Charaktere, die damit kämpfen mit prägenden negativen Erlebnissen zurecht zu kommen. Fazit: Für mich ein durchwachsenes Leseerlebnis. Wer Bücher mit sehr langsamen Pacing mag und noch nach einem eher düsteren Herbstbuch sucht, könnte mit “Nathen” aber richtig liegen.
