9. Apr.
Rating:5

So spannend wie ein Krimi Margret und Heinz Wittmer wandern im August 1932 auf die Galapagosinsel „Floreana“ aus. Warum, das weiß man nicht genau. Ebenfalls dabei ist der Stiefsohn von Heinz. Auf der Insel lebt bislang ein deutscher Zahnarzt Dr. Ritter mit seiner Lebensgefährtin Dore Strauch. Er praktiziert nicht mehr und ist mit seinen philosophischen Ansichten sehr undurchsichtig. Die Insel ist teilweise karg, teilweise mit üppiger Vegation ausgestattet. Der Bau des ersten Hauses nahe eine Quelle im Inselinneren ist mühsam, aber die Wittmers kommen gut voran. Als jedoch eine junge Baronin mit ihrem Liebhaber und einem Diener und weiteren Angestellten ebenfalls dort siedeln möchte, sogar ein Hotel für Millionäre plant, beginnen die Schwierigkeiten. Hautnah erlebt man als Leser, wie diese Geschichte weitergeht und in dem Verschwinden zweier Personen und einer mysteriösen Vergiftung eines Dritten ihren ersten Höhepunkt findet. Der erste Teil des Buches könnte fast ein Krimi sein (er wurde sogar verfilmt). Aber auch die Folgezeit, während des zweiten Weltkrieges und nach Kriegsende, ist sehr lesenswert, denn die Erlebnisse um die Baronin und Dr. Ritter machen nur einen Teil des Buches aus. Margret erzählt ihre Lebensgeschichte dabei so flüssig und spannend, als ob man bei der Besiedelung, den Rückschlägen und Tragödien, den Geschehnissen mit den merkwürdigen Nachbarn, der Geburt ihrer Kinder auf der Insel dabei wäre. Sie führte nämlich Tagebuch und ihre Aufzeichnungen sind Grundlage des Buches. Ich finde es sehr bemerkenswert, dass die Familie nie den Mut verloren hat und was sie ohne Hab und Gut auf dieser kaum besiedelten Insel aus ihrem Leben gemacht haben. Ich habe das Buch geradezu verschlungen und konnte gar nicht aufhören zu lesen (wobei ich die Neuauflage der Büchergilde gelesen habe). Das Buch war für mich ein diesjähriges Lesehighlight.

Postlagernd Floreana
Postlagernd Floreanaby Margret WittmerBoD – Books on Demand