Ich brauchte etwas Zeit um in die Geschichte rein zu kommen, aber dann ließ sie sich gut lesen. Es ist zur Abwechslung mal eine etwas ruhigere Geschichte, was bei den vielen aktionreichen Bücher eine echte Abwechslung ist.
"Die Lehre des Sanzibor" ist ein wunderbares, ruhiges, aber dennoch interessantes Fantasy-Abenteuer um eine Elfe, die Heilerin werden will. Ich habe etwas gebraucht um mich mit dem Schreibstil zurechtzufinden, das aber nicht, weil dieser nicht gut war, sondern weil er so anders war im Vergleich zu dem, was ich sonst so lese. Er ähnelte eher den klassischen Erzählungen von Tolkien und Ursula LeGuin, als moderneren Fantasybüchern, was diesen aber auch sehr auszeichnete. Ich habe auch eine Zeit gebraucht, um mich in die doch sehr vom Mainstream abweichende Geschichte einzufinden. Trotzdem habe ich die Erzählung um die Reisen von Georgianna und Sanzibor sehr genossen. Wieso 4 Sterne und nicht 5, wenn dir doch alles gut gefallen hat? Nun ja, das meiste hat mir gefallen. Ein paar Kritikpunkte hätte ich dennoch, auch wenn diese das Buch als solches nicht schlecht machen (SPOILER AB HIER MÖGLICH): Beizeiten fehlte mir etwas die Spannung und die Reisen haben sich beizeiten etwas arg gezogen. Das hatte schlicht und einfach mit dem sehr ruhigen Tempo des Buches zu tun, manchmal hätte ich mir wirklich doch noch ein wenig mehr Abenteuer gewünscht. Denn auch wenn die Städte schön beschrieben waren, so haben sich die Reisesequenzen auf Dauer oft auch etwas repetitiv und ähnlich angefühlt. Mein zweiter größerer Kritikpunkt war, dass das Wort/die Situation Georgianna weinte vor... so häufig verwendet wurde, dass es für mich schon bald an Kraft verloren hatte. Statt in den Momenten in denen sie so aufgewühlt war Emotionen bei mir auszulösen, hat sich das doch sehr häufig auftretende weinen irgendwann flach angefühlt und nicht sehr tief. Egal was passierte, solange es Georgianna aufwühlte, weinte sie. Das hat sich einfach an irgendeinem Punkt nicht mehr wirklich tief angefühlt sondern eben sehr oberflächlig. Das ist aber bei weitem nicht weltbewegend und sicher nur eine persönliche Präferenz! Toll fand ich grundsätzlich Mal die Welt von Gorrae, auch wenn ich über die Städte gerne noch mehr herausgefunden hätte. Lässt auf jeden Fall Raum für mehr Reisen, die meines Wissens nach auch kommen und auch in mein Bücherregal wandern werden. Zu dem Cover muss ich wohl nichts sagen, oder? Es ist einfach unglaublich und passt perfekt! Großartig fand ich auch, dass die Autorin zum Ende Triggerwarnungen gesetzt hat, das ist nicht selbstverständlich!!! Abrundend: Verdiente 4/5⭐ mit Raum für Verbesserung! Klare Leseempfehlung, für ein eher klassisch erzähltes Fantasy-Abenteuer, bei dem eindeutig der Weg das Ziel ist!

