Jahreshighlight!!!
Franziska Szmania hat es wieder geschafft: Nach den ersten Seiten war klar, dass dieses Buch harter Tobak ist und nach den ersten Kapiteln wusste ich, dass dieses Buch ein absolutes (mindestens) Jahreshighlight ist. Die Wertvorstellungen, die auf der Insel Selvia gelebt werden, sind sehr schwer auszuhalten. Die Rolle der Frau beschränkt sich auf die der Mutter und Hausfrau, zu etwas anderem ist sie nicht in der Lage. In einem Dialog wird die Frau als “notwendiges Übel” bezeichnet. Die Wut im Bauch beim Lesen wird unermesslich groß, man bleibt fassungslos zurück. Und wie jede Dystopie ist auch diese in der Hinsicht leider gar nicht so weit entfernt von einer real eintretenden Wirklichkeit in Zukunft. Ein großer Schwerpunkt der Geschichte liegt aber im Umgang mit all den Regeln, Maßregelungen etc. Und somit auch auf den Themen Depression und Angst. Denn die Frauen sind nicht hysterisch, sondern schwer depressiv bei dem Leben, das sie führen müssen. Evas Verhaftung und Unterbringung im Lager ist kaum zu ertragen. Was dort passiert, ist schlimmster Psychoterror und absolut traumatisierend. Der Weg aus dieser psychischen Dunkelheit ist sehr schwer. Vor allem Evas Gedankengänge, ihr Gedankenkarussell finde ich absolut großartig beschrieben - denn genau so fühlt es sich an. Ich könnte hier noch sehr viel schreiben, aber viele Gedanken sind schwer zu transportieren. Lest dieses Buch!!!! “Die Dunkelheit in mir wird durchsichtiger.”


