
Der emotionalste Band der Reihe. Ich habe mich gefreut, endlich zu erfahren, was bei Maya und Nate Sache ist, da ihre Geschichte immer wieder angeteasert wurde, ohne dass man dabei konkrete Informationen erhalten hätte. Im gleichen Zuge hatte ich aber auch keine großen Erwartungen an dieses Buch, da ich die ersten beiden Bände der Reihe eher als mittelprächtig empfunden habe. Vom Ende des zweiten Bandes aus betrachtet gehen wir hier erst einmal wieder ein Jahr in der Zeit zurück und erleben quasi die ganze Geschichte noch einmal, dieses Mal nur eben aus der Perspektive von Lana und Maya. Infolgedessen kommt es hier zu einigen Wiederholungen und insgesamt nur wenigen neuen Erkenntnissen. Natürlich erhalten wir hier die langersehnten Hintergrundinformationen, die uns in den ersten beiden Bänden so schmerzlich gefehlt haben, aber man wusste dabei eben auch immer wie das Ganze enden würde, zumindest fürs Erste, und dementsprechend flach war auch der Spannungsbogen. Die Charaktere und ihre Gefühle standen hier ganz klar im Vordergrund, noch mehr als in den ersten beiden Büchern. Tatsächlich kommt darüber hinaus auch nicht wirklich viel neuer Stoff dazu, der an die bereits erzählte Handlung der ersten beiden Bände anknüpft. Ich hätte mir hier mehr Details und Raum für differenziertere Darstellungen gewünscht, da der gesamte Plot gegen Ende doch recht schnell abgehandelt wird. Dass sich seit dem ersten Band bestehende Konflikte und Probleme schließlich so leicht und plötzlich lösen ließen, lässt das ewige Herumgeeiere davor noch unnötiger erscheinen. Genau das hätte man im Grunde von Anfang an haben können und auch wenn man offensichtliche Lösungen im realen Leben manchmal ebenfalls übersieht bzw. nicht einsieht, empfand ich es hier rückblickend schon als etwas zu stark ausgereizt und übertrieben. Die Geschichte wirkte auf mich dadurch im Gesamten sehr konstruiert und weniger natürlich als es der Fall hätte sein müssen. Es nahm ihr die Glaubwürdigkeit und Authentizität. Auf emotionaler Ebene ist "Anything for you" in meinen Augen allerdings der stärkste Band der Reihe. Ich weiß nicht, wie viel davon daran lag, dass ich die Charaktere jetzt schon länger kannte, aber ihre Gefühle waren für mich deutlich greifbarer als in den ersten beiden Bänden. Die Emotionen wurden plastischer beschrieben und haben mehr gelebt, in mir aufgelebt und mich bewegt. Sie kamen bei mir an und ließen mich richtig mitfühlen und mitfiebern. Gerade Maya's Geschichte ging mir sehr nahe, viel näher als ich jemals gedacht hätte. Die Geschichte wird abwechselnd aus ihrer und Lana's Sicht erzählt, wodurch ich mich in beide Protagonistinnen gut einfühlen konnte. Nate und Luke bleiben im Vergleich dazu wesentlich blasser, da es aus ihrer Perspektive nur jeweils ein Kapitel gibt. Dadurch erlebt man beide Liebesgeschichten nur einseitig und die weiblichen Protagonist:innen scheinen deutlich mehr Farbe und Tiefe zu besitzen als die männlichen. Da man in den ersten beiden Bänden sowieso schon mehr von Maya und Lana gelesen hat als von Nate und nochmal weniger von Luke fand ich diese Erzählperspektive nicht optimal gewählt. Der Schreibstil der Autorin ist mir persönlich nach wie vor zu einfach gehalten, aber das war ich mittlerweile schon gewohnt und dementsprechend hat es mich auch weniger gestört als zu Beginn. Marcella Fracchiolla erzählt diese Geschichte kurzweilig, locker-leicht und unterhaltend. Mit dem Ende hatte ich nicht gerechnet, aber ich mag es - Um genau zu sein, hat es mich sogar richtig positiv überrascht. 3/ 5 Sterne ⭐️





