
Die Geschichte des Opiums
Mit seinem Buch "Rauch und Asche" gibt uns Amitav Ghosh einen Einblick in die geheime Geschichte einer Pflanze, die eng mit Ausbeutung und Reichtum, sowie Elend und Glamour verknüpft ist. Einer Pflanze, die die internationalen Handelsbeziehungen vorantrieb und zu verheerenden Kriegen beitrug. "Es ist erstaunlich, wie England all das mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Der Opiumhandel ist eine Sünde auf Englands Haupt und ein Fluch für Indien, weil es sich dafür instrumentalisieren lässt." Amitav Ghosh schreibt sehr anschaulich und verständlich darüber wie sich das Britische Weltreich durch den Anbau von Opium in den indischen Kolonien seine Handelsfähigkeit mit China sicherte. Denn während Großbritannien viel aus China importierte, hatten die Chinesen kaum Interesse an den britischen Waren, wodurch Unmengen von Silber nach China abwanderte. Doch durch den Handel mit Opium überspülten die Briten die chinesische Bevölkerung mit einer unaufhaltsamen Drogenepidemie. Die Kolonialisten uns Händler wurden immer Reicher, während die indischen Bauern über Jahrhunderte hinweg in einer prekären Abhängigkeit von den Briten gehalten wurden - genauso wie die Chinesen in der Abhängigkeit von Opium gehalten wurden. Es war sehr eindrücklich zu lesen, wie stark das Opium bis in unsere heutige Zeit hinein wirkt: Die mächtigsten Familien Großbritanniens und Amerikas haben ihren Reichtum durch due Opiumgeschäfte im 19. Jahrhundert erlangt - auf dem Rücken armer Bauern. Ich fand das Buch im Kern wahnsinnig interessant. Jedoch hatte es auch etwas von einer Werbefläche, da Amitav Ghosh leider nicht müde wurde seine historische Buchreihe, in der es sich auch um den Opiumhandel dreht, anzupreisen. Immer wieder verwies er auf diese Trilogie und zog Parallelen dazu. Beim ersten Mal war ich tatsächlich neugierig und hab mir die Reihe auf die Merkliste gesetzt, doch schnell ist sie wieder runtergeflogen, weil mich diese ständigen Erwähnungen wirklich genervt haben.
