Can Xue schreibt jeden Tag eine feste Anzahl Sätze, die sie anschließend nicht mehr verändert. Durch diese Technik sind ihre in diesem Buch gesammelten Erzählungen von diversen Sprüngen gezeichnet. Sie lassen teilweise jede Logik vermissen. Zeit und Raum sind für die Autorin keineswegs Konstanten, die in irgendeiner Form Struktur verleihen könnten. Die Erzählungen sind meist unheimlich. Es drängt sich immer irgendein meist nicht konkreter bekanntes Übel auf. Man darf bei diesem Buch keine geradlinig Geschichten erwarten. Viel bleibt unverständlich bis widersprüchlich. In einigen Erzählungen klappt das gut, durch andere musste ich mich schon ziemlich hindurchquälen, weil ich einfach überhaupt nicht verstanden habe was passiert und ob bzw. was man mir mitteilen möchte und das leider ohne bei mir eine Art positiven Irritationsmoment zu erzeugen. Can Xues Schreibtechnik wird häufig als Avantgarde beschrieben. Mich hat es an vielen Stellen leider eher genervt.
15. MaiMay 15, 2026
Schattenvolkby Can XueMatthes & Seitz Berlin

